Einkochen, Einlegen, Einwecken...

in „Kochen, Backen und Genießen“

Zu diesem Thema gibt es 18 Antworten

Zu meinen Kindheitserinnerungen gehören übrigens meine Oma und auch meine Mama, wie sie vor riesigen Töpfen am Herd stehen Küchentücher ausgebreitet, darauf tropfen die ausgekochten Gläser und Gummis ab, überall stehen in Eimern Mirabellen, Kirschen, Stachelbeeren, Pflaumen und Zwetschgen, Kürbisse, Zwiebeln, Äpfel und mehr und dann irgendwann werden die Kinder in den Keller geschickt und da stehen Holzregale um Holzregale, alle voll mit Gläsern und dann bringt man ein Glas Zwetschgenkompott zu den Dampfnudeln von Oma.
Dafür bewundere ich im Nachhinein die vorigen Generationen. Alleine schon in der Ernte- und Einmachzeit wurde sehr viel geleistet.

Und Rumtöpfe. Bei uns Zuhause standen in der Küche immer zwei große Rumtöpfe. Die wurden dann übers Jahr nach und nach geleert, keine Angst, nicht von uns Kindern, von meinen Eltern und vor allem bei Festen oder als Geschenke. Bis wieder Erntezeit war, dann wurden sie wieder befüllt.

Meine Mutter hat auch immer viel eingemacht hauptsächlich Erdbeeren, Brombeeren, Quitten und Holunder. Ich musste als Kind auch mithelfen beim Sammeln, selbst in einer Großstadt ohne eigenen Garten geht das . Allerdings sollte man wissen, was man sammelt, meine kleine Schwester hat vor ein paar Jahren mit ihren Kindern mal alle möglichen weißen Blüten als "Holunderblüten" gesammelt, teilweise war das Zeug dann giftig .
Wenn man wenig Geld hat und einigermaßen fit ist, ist Einkochen und Einmachen auch eine gute Möglichkeit um Geld zu sparen. Mein Verständnis für Leute, die sich immer nur beschweren, dass alles im Supermarkt so viel teurer geworden sei und sie deswegen quasi nur von Toastbrot und Nudeln leben müssten, hält sich in Grenzen.

https://mundraub.org/

Wenn man wenig Geld hat und einigermaßen fit ist

... und das Privileg von Zeit und Kraft hat.

Mein Verständnis für z.b alleinstehende Mütter mit kleinen Kinder ist recht groß, wenn sie bei den Lebensmittel- und Energie(!)preisen nicht mehr mitkommen und nicht statt die Freizeit mit den Kindern zu verbringen nun auch da noch schwitzend über dampfenden Töpfen hängen und davor 5 Euro Benzin verfahren wollen, um in die Pampa zu fahren, um ein paar Quitten aufzulesen 🤔

Bei uns wurde in meiner Kindheit auch viel eingekocht und auch Saft gemacht, Quittenrauten, Konfitüre, eingelegtes Gemüse und und und

Meine Großmutter war allerdings ausschießlich Hausfrau. Und selbst da war mir schon als Kind bewusst, dass das alles sehr ordentlich Arbeit macht. Zum Saft einkochen, wurden z.b. oft ein bis zwei Tage komplett geblockt, an denen dann ausschließlich das geschah... Also, als so easy habe ich das nicht in Erinnerung. 🤔

@Carla 1 🙂 - natürlich kostet Einkochen & Einmachen viel Zeit und Kraft und ist nicht jedem so einfach möglich . Eine sozialpolitische Diskussion wollte ich übrigens auch nicht lostreten, wäre ja vielleicht auch nicht im Sinne der Threadstarterin.
@Alea - entsprechende Alkoholika durften auch in meiner Familie nicht fehlen, statt Rumtöpfe halt selbstgemachte Liköre unterschiedlicher Art 😋.

@ADMM Ja gut, du hattest sie mit fehlendem Verständnis über Bemerkungen zu steigenden Preisen eben abgestoßen. Ich wäre sonst gar nicht auf den Gedanken gekommen diesen Aspekt zu erwähnen.

Das mit den Zwiebeln war übrigens ich.
Ich lege sie so ein (siehe Rezept) oft mit dem Sonnentor Einlegegewürz, das Senfkörner, Ingwer, Koriander, Piment, Pfeffer (weiß,schwarz, grün und rosa) sowie Fenchel enthält.

Geht aber auch wie im Rezept mit weniger Gewürzen.

https://www.loveandlemons.com/pickled-red-onions/

Gerne auf belegte Brote, in Wraps, Salaten, auf viele warme Gerichte.

Ich mache ein Mal die Woche ein (kleines) Glas, hebe es im Kühlschrank auf. Die Frage nach der Haltbarkeit stellt sich da nicht. Vermutlich würde es aber auch länger halten.

Ich hab sie noch nie probiert, deshalb will ich es ja wagen.
Ich stelle mir den Sud extrem gut in Salatdressings vor. Dort auf der Seite wird ein Nudelsalat vorgeschlagen. Ich habe auch zwei Pastarezepte, die ich im. Sommer oft mache (eines z.b mit grünen Bohnen, Zitronen-Parmesansoße, Pinienkernen und Basilikum) wozu ich sie mir gut vorstellen kann.

Den Ingwer mache ich so: den Ingwer waschen und schälen, dann in möglichst feine Scheiben hobeln. 2 TL Salz in den Ingwer einarbeiten und ihn mit kochendem Wasser übergießen und mind. 1 Stunde ziehen lassen. Anschließend gut abwaschen und ausdrücken. 250-300ml Reisessig und 1-2 EL Zucker aufkochen und den Ingwer ein, zwei Minuten mitköcheln lassen.

In einer Doku vor einigen Jahren wurde btw. ein Streuobstwiesenlandwirt gefragt wie das denn mit den teilweise nicht genutzten Wiesen wäre, das Obst darauf würde ja dann alles verderben? Er: warum verderben, die Vögel und die kleinen Tiere holen alles und kommen so über den Winter. Ich hätte ihn knutschen können. Die Betrachtung, dass alles, was nicht für den Menschen (direkt) genutzt wird, verderben ist, finde ich sehr schade.

Eingelegte rote Zwiebeln hab ich auch ausprobiert - erst mit kaltem Wasser/Essig/Zucker/Senfkörnern/Wacholder/Lorbeer/Salz und Pfefferkörnern, das war schon recht lecker. Danach hab ich es mit "erst einen Sud kochen und dann über die Zwiebeln geben" versucht, das war sogar noch leckererer. Haltbarkeit nur ca. eine Woche, da der Gatte sehr großen Geschmack daran gefunden hatte :)

Ansonsten koche ich gnadenlos Fruchtaufstriche aus allem, was ich kriegen kann; wobei ich allerdings gern 3:1, mindestens 2:1-Gelierzucker verwende. Manchmal wird das Ganze auch nicht fest... dann kommt es als Soße über Pudding oder Eis oder Kuchen. Hatte hier nur sehr selten Probleme mit der Haltbarkeit, zum Glück. Manche halten tatsächlich jahrelang. Ich mache nichts Besonderes, versuche nur, sehr sauber zu arbeiten; also Gläser und Deckel vor dem Einfüllen mit kochendem Wasser spülen, die Fruchtmasse tatsächlich so heiß wie möglich abfüllen und dann auf den Kopf stellen.

Ach ja, und Zwiebelmus mache ich im Herbst auch gern; mit vielen Gewürzen und braunem Zucker. Das passt super zu Käse und allem Möglichen :)