Einmal umziehen ist wie zweimal... oder als ich noch den Flügel im VW Bus....

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 14 Antworten

Moin vom Mount Schnelsen.

Nächsten Monat ist es nochmal so weit... die unumkehrbaren Zeichen verdichten sich. Ich habe sogar vor Frau K die ersten Kartons in den Flur gestellt, die wir ja "schon mal so" mitnehmen und unten bei Tantchen oder in den Schuppen stellen können.

Ich bin zwiegespalten, zwischen Vorfreude und präumzüglicher Erschöpfung... obwohl ich körperlich weitest nichts selbst machen muss... Nächsten Monat rücken 6 Mann und ein LKW an....

Meine Güte, mit dem Personal hätten wir doch früher einen ganzen Straßenzug, an einem halben Tag, von NRW nach Bayern transportiert....

Ich habe in meinem Leben ja, zumindest zeigen mir das Vergleiche in Gesprächen, überdurchschnittlich nomadiesiert.... S-H, NRW (da zigmal), Bayern, wieder Hamburg, wieder NRW (wieder zigmal), Kenya, Ägypten und.... lassen wir das. Früher ging das irgendwie so zackzackzack. War eben so und sollte so sein, eben schnell. Mal mit mehr, meist eher mit weniger "Krempel".

Ich weiß noch, wie ich bei einem Umzug meinte, dass ich ja jetzt erwachsen sei und das zumindest mal mit einem LKW machen müsse und der dann so gering beladen war, dass wir noch 2 Stückgutaufträge von Speditionen hätten annehmen können.

Das komplizierteste war noch, wenn nach den ersten beiden "Wirsindfertig"-Bier keiner das Bett in diese xxx Scharniere einklinken konnte... wenn es denn ein richtiges Bett gab und nicht einfach nur eine Matratze am Boden.... Schnell raus, schnell in die neue Bude rein und am Tag des Einzugs dem Vermieter schon den ersten Kündigungsgrund geliefert, weil die Einzugsfete minimal eskalierte....

Heute werden Aufkleber für die Kartons vorab gedruckt, damit bloß nichts gesucht werden muss oder in einem falschen Zimmer landet. Im Schlafzimmer steht ein schon fertig aufgebauter Schrank.... ich habe seit Menschengedenken keinen echten deutschen Schlafzimmerschrank mehr gehabt. So mit Schiebetüren und Spiegel und irgendwo Buche...gut, der soll nur für den Übergang sein..was für mich keinerlei Trost bedeutet...

Macht ihr immer noch die wilden Umzüge oder seid ihr da mittlerweile auch domestiziert? Ich fühle mich gerade unfassbar alt und vernünftig...

M

Mittlerweile kann und will ich nichts mehr selber machen.
Der nächste Umzug dürfte der 20. sein. Einmal gab es nach dem Rheinhochwasser nicht mehr viel zum umziehen, nur noch für den Sperrmüll.
1x mal muß ich noch. Mindestens.
Alleine werde ich mir diese riesige Wohnung nicht leisten können. Und meine Mitbewohnerin ist nicht mehr die jüngste....
Auch nicht, wenn mein Mann nicht mehr arbeiten muß, und in meine Richtung zieht. Mit 2x Rente wird es bei den ständig steigenden Mietpreisen eh schwierig.... Auch etwas passendes zu finden...

Früher ging alles in einen 3,5 Tonner 😇
Mehr als 30- 40 qm hatte ich nie und eigentlich nur Kleinmöbel. Alles schnell zu packen, notfalls in den Kofferraum von einem Kombi.... Meine Kleiderschränke von Ikea, die schon 3 Umzüge mitgemacht haben, werden den nächsten nicht schaffen. Die sind schon zusammen geschraubt 😉


Vor allem,wenn dann endlich nach langer Packerei, Ausmisten, Sperrmüll usw alles in der neuen Wohnung ist, fängt das auspacken und hin und her räumen an. Ich kann dann nie ruhig sitzen bleiben,weil mir ständig was anderes einfällt und ich noch 2x um räume oder umdekoriere und Bohrer und Hammer im Dauereinsatz sind 🙄😫😫😫

Je älter ich werde, desto mehr Kram sammelt sich irgendwie an 🤔😉

Für den nä Umzug muß ich Profilhilfe holen. Nutzt nix. Ich kann es nicht mehr selber.
Geld dafür habe ich schon extra zurück gelegt.

Mono pack den Feudel für die Duschkabine gleich oben hin. Du weißt ja, dass Frau K. damit immer zu besänftigen ist, wenn du mal wieder dem Hund auf dem Schwanz getreten bist.

Ansonsten: Schön, dich hier zu sehen. 🤣 und frohes Umziehen.

Möge mir dies bis auf Weiteres erspart bleiben. Ich bin glaube schon einmal zu viel umgezogen in meinem Leben. 3 Bundesländer, ca. 10 Umzüge. Wie schaffen es nur Menschen, ihr Leben lang in einem Ort zu verbleiben? Ich kenne da wirklich etliche Leute, denen das gelungen ist. Wie bitte geht sowas?

@Tuppi Schleife
"Wie schaffen es nur Menschen, ihr Leben lang in einem Ort zu verbleiben? Ich kenne da wirklich etliche Leute, denen das gelungen ist. Wie bitte geht sowas?"
Das ist einfach. Ein stabilen Job und Freundeskreis suchen, eine Wohnung kaufen und einfach ankommen. Für mich gäbe es andersrum sehr wenig Gründe umzuziehen.
Aber ich glaube das ist einfach eine Typ Frage, ob man es sich im eigenen Heim gemütlich machen kann oder irgendetwas hinterher jagen muss.

Ich hätte glaube nen Smilie hinter meine Antwort setzen sollen. Natürlich weiß ich, wie sowas gehen kann.

Meins wäre es aber nicht. So anstrengend meine umzugsfreudigen Jahre auch waren, ich möchte keine dieser Erfahrungen missen.

Wenn ich drüber nachdenke, dann möchte ich keinesfalls mein ganzes Leben am selben Ort verbracht haben.

Heute bin ich froh, seit vielen Jahren nicht mehr umziehen zu müssen.

Mein 63-jähriger Schwager wohnt heute mit meiner Schwester in seinem Elternhaus. Er ist nie rausgekommen aus dem Dorf, in dem er aufgewachsen, zur Schule gegangen, sein Arbeitsleben und nun sein Rentnerleben verbringt.

Er kennt da jeden Stein. Meins wäre das nicht. Aber so ist halt jeder anders gestrickt.

„Mono pack den Feudel für die Duschkabine gleich oben hin.“

Moin Frau Schleife.

Was für ein Gedächtnis… also gerade für eine Frau…. Die Geschichte mit der Duschkabine ist doch locker….. also wenn nicht noch länger….

Hab ich den aus der Veltins Arena, Nordkurve, Block 5, jetzt immer anne Hacken?
Oder muss ich da nochmal umziehen?
Sie kennen sich doch da sicher aus…. Ich bin da ja nur ein Zugereister…

M

Post Scriptum retrospektivus:

Moin Kurvenfan.
Ich möchte mich da auf gar gar gar keinen Fall … also Du weißt schon… aber jetzt mal die verwegene Perspektive zu einer gelebten Weitwinkeligkeit mit Ecken und Hindernissen:

Ein Ausschnitt, nicht mal 10 Jahre, aus einem verkroksten Lotterleben:

- Ich gehöre noch knapp zu der Generation, die das Abitur keinesfalls auf dem ersten Bildungsweg machen durfte, obwohl meine Klassenlehrerin meine Mutter angefleht hat.
Lag wahrscheinlich daran, dass ich zu dem Zeitpunkt schon 4 Jahre auf einem Internat war(Ich sagte meiner Mutter zwar damals, dass wir mir nur eine Eigentumswohnung kaufen müssen und damit alles wieder geregelt wäre, aber sie zeigte sich da sehr uneinsichtig. Vielleicht lag es auch daran, dass ich erst 11 war… Undank ist der Eltern Lohn…
- Also musste/sollte ich einen Beruf lernen. Mein einziger Wunsch war Flugzeugmechaniker… natürlich abgelehnt, trotz herausragendem Zeugnis, weil ich kein Vitamin B bei der Lufthansa hatte.
- „Ergo“ gezwungen worden Bauschlosser zu lernen….
- Danach von den undankbaren Eltern getrennt, weil ich Abitur nachmachen wollte…
- Danach Job weil pleite
- dann Bundeswehr, da war ich mit der Eigentumswohnungsnummer derartig chancenlos…
Dann Bewerbung zur Ausbildung als Flugzeugmechaniker…Zack nach Köln Bonn. Anfrage bei der Flugbereitschaft nach Eigentumswohnung… Ungläubiges Staunen…undankbares Pack…
Danach Angebot von MBB in die Erprobungsabteilung des Airbus… Hab ich gesagt, mach ich nur, wenn ich nicht umziehen muss…. Ich glaube, die hauen sich noch heute, nach gut 40 Jahren, vor Lachen auf die Schenkel….

Wenn wir jetzt von 1. Schulabschluss bis Vertrag MBB rechnen, sind das nicht mal 10 Jahre….
Mir ist klar und bewusst, dass Du alles alles viel schöner, besser, stabiler und erfolgreicher an einem Ort gemacht hättest. Doch nach Deiner Theorie müssten wir uns alle quasi noch um den Äquator tummeln, weil sich kein einziger Homo Sapiens oder Homo Erectus gefragt hätte, ob es nicht noch ein Leben außerhalb der eigenen Höhle gäbe…. Wobei wir aufgrund des Sippenlebens nicht genau beurteilen können, ob es eine Eigentumshöhle gewesen wäre…

@Tuppi Schleife
Sein Leben an einem Ort zu verbringen heißt ja im umkehrschluss nicht, dass man die Welt nicht gesehen hat. Aber man hat halt einen Punkt von dem man die Welt erkunden kann und zu dem man wieder zurück kehrt. Mit Eltern, Freunden und gewohnter Umgebung. Ich glaube das würde vielen Menschen deutlich besser tun.
...

Du weißt aber schon, dass man trotzdem noch verreisen darf, auch wenn man umzieht in Deutschland? Also das geht beides. Und trotzdem würde ich nicht behaupten, dass ich "die Welt" gesehen habe, wenn ich meinen Urlaub irgendwo im Ausland verbringe.

Irgendwo leben ist immer noch anders, als irgendwo als geldbringender Touri seinen Urlaub verbringen und sich paar einheimische Sehenswürdigkeiten ansehen.

Und zu guter Letzt: meine Eltern sind seit gut 20 Jahren tot. Freunde kannste überall finden, dazu ist es nicht zwingend nötig, mit dem einen ganz bestimmten Menschen vom Kindergarten bis ins Rentenalter immer zusammen gewesen zu sein.

Es soll sogar Freundschaften geben, die halten seit Jahrzehnten, egal wie viele Kilometer dazwischen sind und wie selten man sich ggf. sieht.

Ich glaube sogar, dass es der Persönlichkeitsentwicklung des Menschen durchaus sehr gut tut, wenn er sich mal fernab von allem Vertrauen und Gewohnten irgendwo "durchschlagen" muss. Sich neu irgendwo etablieren und durchsetzen. Neue Menschen kennenlernen, sich neu irgendwo einleben, mit allem was dazu gehört. Ohne die Möglichkeit, bei jeder Niederlage oder jeder nicht so guten Erfahrung zurück an Mamas Küchentisch zum Ausheulen zu können. (mal überspitzt gesagt)

@Mono
Was für ein Gedächtnis… also gerade für eine Frau…. Die Geschichte mit der Duschkabine ist doch locker….. also wenn nicht noch länger….

Hab ich den aus der Veltins Arena, Nordkurve, Block 5, jetzt immer anne Hacken?
Oder muss ich da nochmal umziehen?
Sie kennen sich doch da sicher aus…. Ich bin da ja nur ein Zugereister…
...

Es gibt Dinge, die vergessen Frauen nie. Nackte Männer mit Feudel in der Duschkabine gehören da zwingend dazu. 🤣🤣🤣 In dem Fall waren es mehr die Bilder, die man schier nie mehr aus dem Kopf bekommt. 😂

@Tuppi Schleife
"Und zu guter Letzt: meine Eltern sind seit gut 20 Jahren tot. Freunde kannste überall finden, dazu ist es nicht zwingend nötig, mit dem einen ganz bestimmten Menschen vom Kindergarten bis ins Rentenalter immer zusammen gewesen zu sein."
Natürlich kann man das. Aber bei tieferen Bindungen geht man ja vielleicht auch Verpflichtungen ein. Wie z.B. Patenschaften oder wirklich langjährige und gute Freundschaften. Es gibt halt Menschen die wollen darauf nicht verzichten. Oberflächliche Freundschaften kann man überall haben das stimmt schon.

"Neue Menschen kennenlernen, sich neu irgendwo einleben, mit allem was dazu gehört. Ohne die Möglichkeit, bei jeder Niederlage oder jeder nicht so guten Erfahrung zurück an Mamas Küchentisch zum Ausheulen zu können."
Vielleicht, kann aber auch schief gehen. Wenn man sieht wie viele Menschen in Deutschland angeblich einsam sind und sich trotz all der Menschen um sie herum verlassen fühlen. Da wären funktionierende Sozialgefüge vielleicht wichtiger gewesen. 🤷🏻‍♂️

Umziehen gibt aber auch die Sicherheit, dass man es überall schaffen kann. Es gibt einem neuen Input, neue Möglichkeiten, einen Neuanfang.

Ich mag meine Home Base und ich bin auch echt gerne zuhause, aber ich weiß, ich könnte fast überall auf der Welt leben und das ist ein gutes Gefühl. Es fördert die mentale Flexiblität.

Außerdem komme ich aus einer Region aus der auch sehr viele weggezogen sind. 80% der Leute, mit denen ich Abi gemacht habe, leben dort nicht mehr.

Naja, wenn man feste Beziehungen eingeht, dann führt das ja auch oft zu Umzügen.

Müssen ja nicht immer weite Umzüge sein, aber wenn man sich was zusammen aufbauen will, brauchen ja beide einen Platz an dem sie glücklich sind z.B. waren bei einer langjährigen Partnerschaft bei mir z.B. schon mal die Trainingsmöglichkeiten meines Partners für seinen Sport ein Teil der Entscheidung für einen Umzug. Oder ein Umzug, weil ein Arbeitsplatz gewechselt wurde etc..

Das Leben verläuft ja heutzutage für die wenigsten so ultimativ gradlinig. Für die meisten ist auch Veränderung durchaus normal.

Getreu dem Motto: "Es darf sich gerne alles ändern, aber bitte nur zum Besseren." 😉