Und übrigens hat sich in der Zwischenzeit auch oft das Leben an sich an der Person irgendwie gerächt und die Rache wäre redundant. 🤷♀️ Auch das bewahrt mich davor etwas möglicherweise Dummes zu tun
"Mir persönlich sind die meisten hier zu „heilig“ und auch zu „wortgenau“…"
Ja nun.
"Wie ist es, Das Wort Rache gegen sinnvoll forcierte ausgleichende Gerechtigkeit zu tauschen?"
Ja. Nein. Vielleicht. Ich weiß nicht. Kannst du die Frage wiederholen?
Sprechen wir über Rache, dann ist klar, dass wir über subjektives Empfinden sprechen, geht es um Gerechtigkeit, klingt das nach Objektivität und das ist eben ganz schön schwierig. Denke ich, dass ich selbst einen ausgeprägten und richtigen Gerechtigkeitssinn habe? Aber selbstverständlich. Genauso wie die meisten anderen auch, welche aber irritierenderweise ein ANDERES Gerechtigkeitsgefühl haben als ich.
So schreibst du z.B.:
"Wenn mir jemand mit voller Absicht auf die frisch gebürsteten Wildlederschuhe pinkelt, dann kriegt der`s… aber ordentlich und heftig… und wenn es „nur“ ist, damit er sich das beim nächsten eindringlich und mehrmals überlegt, ob er das nochmals macht und dies dann für eine schlaue Entscheidung hält."
Ja weißt du, ich würde dir auf diese Schuhe zwar nicht pinkeln, weil dann kaufst du dir im schlimmsten Falle nur neue, wenn du aber diese Schuhe
Z.B.!:
ohne einen Anflug schlechten Gewissens und ohne einer Suche nach halbwegs gangbaren Alternativen gekauft hast und wieder kaufen wirst, dann fände ich das GERECHT, wenn dir dafür jemand in den Kaffee pinkeln würde. Du fändest das himmelschreiend ungerecht.
Die Entstehung von Ethik, Moral und Gesetzen ist komplex und ist im Grunde ja nur Ausdruck davon, was eine Mehrheit als richtig oder falsch, gut oder schlecht, gerecht oder ungerecht empfindet. Es gibt keine Naturgesetze zu Gerechtigkeit.
(Chin.) Eltern früher haben nicht empfunden, dass sie damit ungerecht handeln:
und gleiches gilt bis heute von Eltern dabei:
Wir hingegen sind uns (hoffentlich) alle vollkommen einig, dass diesen Mädchen allen schreckliche Ungerechtigkeiten angetan wurden/werden. Nur wenige Beispiele.
Das Gesetz "Du sollst nicht töten" galt früher ausgesprochen selbstverständlich lediglich für das eigene Volk, die eigene Gruppe und heute auch von den überzeugtesten Christen nur für die eigene Spezies, dabei ist beides so nicht geschrieben.
Wie also sollten wir uns auf Gerechtigkeit einigen können, wenn Gerechtigkeit subjektiv ist?
Weil es thematisch viel zum Thread hier gehört, kopiere ich den Beitrag hier rein:
"Anonym sind übrigens die Daumen.... Ja, klar? Warum erwähnst du immer das Offensichtliche"
In diesem Fall, weil du meintest:
"Ich vermute aktuell, dass hier auch gerade ein paar Leute anonym "daumisieren", die einfach ein bisschen Wut im Bauch haben und die muss irgendwohin."
Also, du sprachst von anonym, hast also das Offensichtliche erwähnt - warum ist doch die Frage, wenn es dir offensichtlich ist, dass alle anonym sind. Warum ist es hier erwähnenswert, das ist doch die Frage.
"Warum erwähnst du immer das Offensichtliche, aber wenn man sich die Konsequenzen der Aussagen sich mal ansieht, scheinst du immer überrascht ("Leider bin ich nicht gut beim Thema Rache..." into "Was würde was denn bedeuten, wenn du darin gut wärst, wenn du es offenbar bedauerst es nicht zu sein")?"
Den Zusammenhang verstehe ich nicht. Sprichst du hier vom stets durchgehenden Rubensfan Einhorn, das ich im anderen Thread erwähnte? Falls ja, dann liegt meine Verärgerung (überrascht bin ich absolut nicht vom Rf Einhorn, das galoppiert schon immer durch Rubensfan) sicher auch an der Formulierung. Ist schon ein Unterschied, siehe die Beiträge, von denen ich sprach, ob man so schreibt als ob eine entsprechende Einstellung und vor allem Handlungen Fakt wären oder ob man sich einem theoretischen Gedankenspiel hingeben wollen würde und z.B. geschrieben hätte: "Nehmen wir doch mal hypothetisch an, du wärst eine gute Rächerin, was wäre denn dann? 1. ..."
"Oder hier: Was war denn die Kernaussage des Postings? Der Rest aus Carlas Posting war doch eher noch wütender (sehr rachsüchtig, kalt serviert) d.h. er sprach vermutlich Personen an, die auch so empfinden. Oder denkt du die Daumen hoch waren für die Trägheit in der Ausführung?"
Das wäre z.B. gut möglich als Grund, nicht direkt die Trägheit, aber die Tatsache, dass sich die Rache so verliert. Vielleicht kennen sehr viele genau dieses "bis ich es gemacht habe, ist alles komplett verraucht". Eine Möglichkeit wäre auch das Respekt zollen für die Ehrlichkeit eine Eigenschaft, die im Thread schon übel angeklagt wurde, zuzugeben, und das nach den vielen Beiträgen im Thread, die alle den schlimmsten Zorn bis hin zu tiefer Verzweiflung durch die Hose wegatmen.
"Sie beschreibt schwerpunktmäßig, dass sie Spass darin hätte jemandem aus Rache das Leben zur Hölle zu machen. Wer das liked, fühlt doch ähnlich. Der kann doch nicht nur die Wut im Moment, sondern auch die aufgestaute, kalt servierte, über einem längeren Zeitpunkt anhaltende Wut nachvollziehen."
Erstmal nein, siehe oben, es gibt auch andere Gründe für ein Like. Zweitens, in dem Beitrag steht weder etwas von Spaß, noch haben wir offensichtlich die gleiche Definition von Leben zur Hölle machen. Ich bin schon sehr geruchsempfindlich und das wäre schon extrem, extrem unangenehm, aber das Leben zur Hölle machen, halte ich doch für ein, zwei Gänge zu hoch geschaltet. Außerdem wir kennen ja nicht einmal die Gründe. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, gibt es bei mir einen Ex, der vor Jahrzehnten dafür sorgte, dass wir zwei Jahre lang in entsetzlicher Angst lebten und absolut jeden einzelnen Tag geweint haben, verzweifelt waren. Keine Kindheit, die man für seinen Nachwuchs wünscht. Niemand hat uns geholfen, niemand. Erst als er auch z.B. im Jugendamt gewaltätig wurde, erst dann. Ich danke noch heute Gott dafür, dass er diesen einen Moment hatte, in dem seine sonst perfekte Maske nach aussen fiel. Beschissene faulige Shrimps in seiner Gardinenstange wären nichts weiter als eine Lächerlichkeit gegen alles, was er uns angetan hat.
Aber, abgesehen davon, hast du doch diesen Satz:
"Ich vermute aktuell, dass hier auch gerade ein paar Leute anonym "daumisieren", die einfach ein bisschen Wut im Bauch haben und die muss irgendwohin."
gar nicht auf den Thread und Beitrag zur Rache bezogen, oder? Zumindest verstehe ich ihn als allgemeinen Beitrag zur Frage warum gibt es Daumen nach unten, oder nicht?
"Ich beziehe immer auch die Konsequenzen von Gefühlen und Handlungen in meine Bewertung vom Situationen mit ein. Frei nach Kant: Was wäre wenn das jeder so macht? Was wäre, wenn dann nicht jeder zu träge wäre? Was hätte das für Konsequenzen für eine Gesellschaft in der das üblich wäre?"
Ich ziehe diesen Punkt solo hier herüber, der ist schon spannend.
Du sprichst vom kategorischen Imperativ? Oder? Das ist schon ein guter Punkt, der einbezogen werden muss. Allerdings zunächst hat es doch eine Handlung gegeben, die meinem kategorischen Imperativ massiv widerspricht.
Abgesehen davon gehst du auch immer von einer illegalen Rache aus, es gibt aber doch auch legale Rache. Ein Beispiel, eine Nachbarin meiner Mutter hatte einmal einen Antrag meiner Mutter in der Eigentümerversammlung abgelehnt, ohne Gründe. Es war etwas, das meiner Mutter sehr wichtig war, ich weiß leider nicht mehr was und fragen kann ich sie nicht mehr. Jahre später war sie plötzlich scheißfreundlich zu meiner Mutter. Sie wiederum wollte unbedingt ein Gartenhäuschen haben. Man ahnt es, nun hat eben meine Mutter nein gesagt. Das ist völlig legal.
Moin Frau Est.
...und bei mir wird sich über die verbale Inkontinenz beschwert... ;)
Nein, ich habe Sie nicht vergessen (wie könnte ich auch... ;) ), doch am WE ist Ostsee, Garten, die Sittichschar, was alles sonst noch bei uns kreucht und fleucht, vor allem das süße kleine Osterlämmchen..... Dann bekam ich am WE auch noch eine Igelhütte... allein der einen angemessenen Platz zu suchen, finden und einzurichten.... Sie sehen, es gibt für mich ein Leben neben unnützen Füllern....
Es ging mir bei meiner Anmerkung um die (pro forma) Umbenennung des Wortes Rache, was sehr brachial und allumfassend ist. Dadurch bin ich der Meinung, dass die Heiligen unter uns dann sagen:
"Haaaachhh neeee, ich als 3. Schriftführer des Pazifistenvereines "Hug every Tree" würde das ja nie tun, weil mir dann Umarmungszeit fehlen würde (und seht liebe Frauen/Männer ich bin ein wunderbares liebenswürdiges Wesen)"
Ich stimme Ihnen zu, dass das Wort Gerechtigkeit in sich quasi schon ungerecht sein muss, vor allem wenn es denn wirklich ausgleichend sein soll (muss). Da kommt ja dann nach dem Gefühl des Ungerecht behandelt worden zu sein, der niedere Wunsch des "Dääähhhh, da haste!"
Und zack, wieder ungerecht.... Ich bin da ganz bei Ihnen... Verrückt, nicht wahr?
Ich finde Ihr Thema sehr spannend, auch weil ich, in der einen oder anderen Form, so alle 1-2 Wochen mit solch einer Entscheidung, für mich persönlich, zu tun habe. Erschwerend durch den Umstand, dass dass es vielfach mit dem kollidiert an was ich glaube und wonach ich zu leben versuche.
Trotzdem! Wer an meine Wildlederschuhe geht, der soll vom Blitz getroffen werden,
M
"...und bei mir wird sich über die verbale Inkontinenz beschwert... ;) "
Ja schon, aber nicht von mir, oder? Rächen Sie sich bitte an anderen.
Ich gehe lediglich bei einer anderen Beschwerde mit und nehme sehr wohlwollend zur Kenntnis, dass sie zumindest scheinbar an einer Besserung arbeiten?!
"Es ging mir bei meiner Anmerkung um die (pro forma) Umbenennung des Wortes Rache, was sehr brachial und allumfassend ist. Dadurch bin ich der Meinung, dass die Heiligen unter uns dann sagen:
"Haaaachhh neeee, ich als 3. Schriftführer des Pazifistenvereines "Hug every Tree" würde das ja nie tun, weil mir dann Umarmungszeit fehlen würde (und seht liebe Frauen/Männer ich bin ein wunderbares liebenswürdiges Wesen)"
Ja, naja, was soll ich dazu sagen, ich bin die (V)Erbrecherin dieses Threads und habe mich recht eindeutig bekannt. Dementsprechend ... ja.
"Verrückt, nicht wahr?"
Absolut.
Ausgleichend kann es sowieso ja nie geben. Das ist ja der Punkt. Stellen wir uns vor jemand quält ein Kind zu Tode. Selbst wenn man ihm exakt das gleiche antun würde, wäre es nie ausgleichend, denn er selbst wäre nie ein unschuldiges kleines Kind, dem etwas furchtbares widerfährt. Und ungeschehen macht es sowieso nie.
Dieser Tatsache bewusst bleibt dennoch der Wunsch nach Rache.
"Ich finde Ihr Thema sehr spannend, auch weil ich, in der einen oder anderen Form, so alle 1-2 Wochen mit solch einer Entscheidung, für mich persönlich, zu tun habe. Erschwerend durch den Umstand, dass dass es vielfach mit dem kollidiert an was ich glaube und wonach ich zu leben versuche."
Ja.
Ja.
So im Alter stelle ich schon fest, dass sich bei mir die kleinen Rachegedanken schon sehr sehr schnell verflüchtigen.
Bei schlimmen Sachen, das, was mich eben im Moment beschäftigt, ist das nicht anders geworden.
Alea.iacta.est
Heute, 10:42
"Mein böses Schulterteufelchen würde mir jetzt diktieren:
"Beleidigend wäre es ja erst, wenn es nicht stimmen würde."
Ich habe die Frage schon mal gestellt und bitte dieses Mal um Antwort:
Darf ich "Fettsack" oder auch nur z.B. "du Fette" mir auf der Straße hinterher gerufen als Beleidigung betrachten oder nicht? Ich BIN ja fett, sogar der Definition nach fett und nicht dick. Und nun?
Das ist ähnlich wie mit der Fehlannahme, dass man nur mit der Wahrheit kränken könnte. Also, dass "Du Tierquäler!" nur kränkend sein könnte, wenn es stimmen würde. Halte ich für ausgemachten Blödsinn, ebenso wie Ihre o.g. These.
Kränkungen, Beleidigungen, Diskriminierungen sind sehr viel komplexer als so eine einfache Rechnung.
Ich kopiere es einfach mal hier rein, es ist unerwünscht im Ursprung, ich hätte es aber schon gerne mal besprochen. 🤔
Moin Frau Est.
Hatten Sie den Rest auch kopiert (ich nicht)? Ich bin da ja schon ein wenig traurig und frage mich, in Kooperation mit meinem bösen Schulterteufelchen: " Ist Ignorante Weltfremdheit denn auch wirklich ein eigener in sich geschlossener Studiengang und was sind dazu sinnvolle Anschlussfächer?"
Also:
"Natürlich" ist diese Anmerkung mit einem Anteil -Malschauenwieschnellundiweweitsieausdemhemdspringt - durchsetzt. Möchte aber anmerken, dass ich es jeweils ins Konjunktiv gesetzt habe. Für die Promovierten hier Konjunktiv - Möglichkeitsform.
Ja, Sie haben ja auch hier dann wieder recht...nennen Sie es ethnische Labilität.
Meine persönliche Antwort zu Ihrer Frage:
In Lebenskenntnis dass diese Ausdrücke (fett,schwabbel etc. pp) in 95+% aller Fälle den so gerufenen/genannten tief verletzten, sollten diese Ausdrücke nicht benutzt werden.
Müsste jedoch jetzt weiter ausholen, was außer Ihnen ganz bestimmt niemand will, warum ich der Meinung bin, dass ich mich mit so etwas auseinander setzen muss und bestenfalls einen Frieden, mindestens einen Waffenstillstand finden sollte.
Ich habe für mich da einen gefühlten soliden Waffenstillstand damit gefunden und beende heutzutage Besprechungen oft mit - "und jetzt wird getan, was der dicke alte Mann gesagt hat".
Ich bezeichne mich aktuell selbst als fett und ärgere mich darüber gar fürchterlich (darüber dass es so ist, nicht dass ich es sage) wenn das dann jemand mit boshafter Zunge meint gegen mich verwenden zu müssen, kann ich den angucken und sagen stimmt...kann dann aber auch denken und sagen "wenn das jetzt Dein Argument gegen mich ist, dann möchte ich mit Deinen Defiziten nicht tauschen" -,
M
"Hatten Sie den Rest auch kopiert"
Nein, aber gelesen, anders als den anderen gelöschten Beitrag, der glaube ich eine Antwort auf meinen war?!
"Möchte aber anmerken, dass ich es jeweils ins Konjunktiv gesetzt habe."
Ja, ja. Aber, wenn ich jetzt schreiben würde, dass ich denken würde, das kÖnnte aber ein Arschloch ... ach, Sie wissen schon. Juristische Grauzonen heißen ja nicht, dass man die Kernaussage nicht trotzdem verstehen würde. Oder könnte. Oder dürfte.
"Meine persönliche Antwort zu Ihrer Frage:"
Danke soweit. Möchten Sie Ihre Antwort lediglich geantwortet haben oder besteht ihrerseits Interesse an einer Antwort meinerseits auf ihre geantwortete Antwort?
Es ist nicht so, dass ich mich verbal nicht kontinent verhalten könnte, ich will es nur öfter mal nicht. Ausser ich sehe generell kein Potential in Gesprächen, dann stelle ich sie schon auch mal ein.
Schmeichlerin!
Ach, i wo! Es braucht nur länger, bis ich aufgebe.
Niemand mag Schmeichlerinnen.