Parentifizierung in der Partnerschaft

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 18 Antworten

„Forchheim“ (Anonymer Beitrag)

Hi,

hat jemand die Doku über Josua Kimmich (Fußballer) gesehen?
Der Mann hat 4 Kinder mit seiner Frau (Juristin) und war anscheinend noch nie selbständig für die Familie einkaufen.
Doku: "Kapitän Kimmich"
https://www.zdf.de/dokus/kapitaen-kimmich-movie-100

Es geht mir nicht per se um ihn und soll kein Angriff sein.

Instagram zeigte mir bezugnehmend auf diese Einkaufsszene in der o.g. Doku folgendes: https://www.instagram.com/p/DJEaXXjstEB/

Yvi Blum beschreibt, dass in solchen Dynamiken (oftmals unbewusst) eine Parentifizierung in der Partnerschaft stattfinden kann und die Augenhöhe verloren geht und der Partner dadurch eher zu einem (weiteren) Kind wird.

Wie ist Eure Sichtweise darauf?

„Velbert“ (Anonymer Beitrag)

Hab mir jetzt nur den Instagram Beitrag angeschaut und den finde ich sehr passend.

Was man sicherlich noch zu Leuten sagen muss, die Spitze in ihrem Job sind und z.B. ihren Teil der "Arbeit" durch z.B. Hausangestellte, statt durch die eigene Partnerin auffangen lassen können: Das ist auch in Ordnung. Wenn wenig Zeit da ist, sollte die Quality Time lieber mit der Familie verbracht werden, als darin einzukaufen oder zu putzen.

„Bad Mergentheim“ (Anonymer Beitrag)

Naja, manchmal denke ich mir ein wenig Bodenständigkeit würde diesen Leuten nicht schaden. Wenn man im normalen Alltag komplett lebensunfähig ist, dann weiß ich nicht, ob es so gut ist wenn diese Menschen so viel Reichweite haben. Die können doch die Realität überhaupt nicht mehr einschätzen.

„Velbert“ (Anonymer Beitrag)

Ne, die werden während ihrer aktiven Zeit von oben bis unten vom Verein gepampert, ist schon so. Dafür müssen sie Weltspitze bleiben, sonst ist das schnell und hart vorbei.

„Calw“ (Anonymer Beitrag)

Warum diskutiert man sowas anonym?

„Forchheim“ (Anonymer Beitrag)

Weil manche sich mit ihren Ansichten ggf. nicht offiziell outen möchten.
Es könnte, dadurch, dass der Fokus von der Außenwirkung wegfällt, ein ehrlicherer Austausch stattfinden.

„Calw“ (Anonymer Beitrag)

Ich sehe tatsächlich überhaupt keinen Grund, sich über Joshua Kimmich auszutauschen.

„Forchheim“ (Anonymer Beitrag)

Es geht auch nicht um ihn als Person. Steht auch oben im Eingangstext.

„Fellbach“ (Anonymer Beitrag)

In vielen Partnerschaften gibt es eine Aufgabenteilung. Der Mann kümmert sich traditionell zum Beispiel darum das oder die Autos zu pflegen und in die Werkstatt zu bringen, hält die IT im Haushalt am laufen, baut Möbel auf, steht am Grill.

Etwas nicht zu machen oder überhaupt nicht zu können bzw aus strategischer Inkompetenz zu verweigern zu lernen, sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

„Recklinghausen“ (Anonymer Beitrag)

"steht am Grill"

Das kenne ich noch aus meiner Kindheit. Meine Mutter bereitet die Salate zu. Bereitet Fleisch, Wurst, Gemüse und Kartoffeln vor. Auch Obst, für gegrillte Ananas und Banane. Bereitet Dips und Marinaden und anderes zu. Richtet alles an. Bereitet Getränke Bowle und Cocktails etc. zu. Deckt den Tisch. Räumt später auf, spült, etc.
Mein Vater. Macht Feuer. Steht am Grill. Dreht um. Nimmt runter.
Alle Gäste lobpreisen meinen Vater für das köstliche und herausragende Mahl.
Ich ❤️ meinen Vater sehr, aber er hätte sagen müssen, dass es nur zu einem geringen Anteil sein Verdienst ist.

Bevor jetzt übrigens jemand wieder kommt mit der Höhle und dem jagenden Mann usw.
Bitte vorher erstmal nachlesen, was die heutige Wissenschaft zu diesen veralteten Theorien sagt.

„Fellbach“ (Anonymer Beitrag)

@Recklinghausen - haben die Gäste echt nicht mitbekommen, wer den Löwenanteil der Arbeit gemacht? Das kann ich mir nicht vorstellen. Primär ist es erstmal an den Gästen Lob und Anerkennung richtig zu adressieren und erst sekundär an deinem Vater da etwas richtig zu stellen.

Das Verdienste des Partners beansprucht werden war früher sehr üblich. Deine Mutter hätte sich glatt Frau Oberst oder Frau Doktor nennen können, wenn dein Vater einen entsprechenden Rang oder Titel gehabt hätte. Der Begriff der "Spielerfrau" fällt auch in diese Kategorie und der ist noch gar nicht so alt.

„Brandenburg an der Havel“ (Anonymer Beitrag)

Mir wäre neu, dass es einen Knigge gibt, in dem Partner die Leistung des anderen nicht loben dürfen bevor es die Gäste erwähnen.
Natürlich hätte der Vater (und Millionen anderer Väter) es sagen sollen.
Es wird ja auch heute noch wie ein Wunder gelobt, wenn ein Mann das Kind in die Kita bringt.
Was aber noch nie passiert ist, ist dass man dachte die Frau Doktor hat den Titel oder die Spielerfrau wird eingetauscht.
Was sind das für hanebüchene Vergleiche?

„Königsbrunn“ (Anonymer Beitrag)

Da kann man mal sehen, wie mächtig Sprache ist.
Wir hängen fast alle mehr oder weniger drin fest. Geht doch schon los mit der üblichen Floskel, dass der Partner/Gatte "im Haushalt hilft". Selbst, wenn beide Vollzeit arbeiten, "hilft" der Mann der Frau lediglich im Haushalt. Und viele Männer denken ganz pragmatisch wenn es um die eigene Faulheit und Bequemlichkeit geht. Ihnen kommt gelegen, dass viele Frauen dazu neigen, sich aufzuopfern und nachzuputzen, weil er es nicht richtig gemacht hat.
Und spätestens, wenn er sie nach 10 Jahren Ehe und Alltag Mutti nennt, ist der Klops gegessen.

„Krefeld“ (Anonymer Beitrag)

Jetzt habe ich mir die ganze Reportage gegeben.
Der Kontext zum Thema liegt da m.E. sehr fern. Wenngleich sich die Kimmnichs im Beitrag, trotzallem als sehr 'bodenständig' darstellen.
Wer sich hingegen nur den Ausschnitt zum Shoppingverhalten angeschaut hat,...ich finde das kann man deutlich häufiger sehen, wenn man mit wachen Augen einkaufen geht, wer meist deligiert/-koordiniert.

Wie es ist, habe ich selbst schon oft erlebt. Dass ein Mann eher ein Mitbrinsel zum Einkaufswagen schieben ist und/-oder unkoordinierte Fragestellungen, an seine Ehefrau/ Partnerin richtet. Im Alltag lässt sich so eine Dokumentation an einen Millionenschweren Kapitän der deutschen Nationalmannschaft nicht messen. Denn wie im Film zu sehen, bzw. zu hören, lebt das Ehepaar mit ihren vier Kindern auch von Unterstützung einer 'Nanny'. Die hat zumindest 'Ottonormalverbraucher' mit großer Wahrscheinlichkeit, wenn eher seltener im Gepäck.

„Recklinghausen“ (Anonymer Beitrag)

"Primär ist es erstmal an den Gästen Lob und Anerkennung richtig zu adressieren und erst sekundär an deinem Vater da etwas richtig zu stellen."

Warum @Fellbach?




Aber wenigstens Premiere! Vor ein paar Tagen schrieb ich einer Userin, die meinte, man erkenne sowieso immer wer der Verfasser ist, dass ich nie jemanden erkenne. Dich schon :D




Was gibt es denn da an einer Frage für einen Daumen nach unten 😂
Das ist echt peinlich, aber nicht für mich.

„Forchheim“ (Anonymer Beitrag)

Vielleicht wäre es in dem Thread eher zu einem, von mir eigentlich thematisch gewünschten, Austausch zur Parentifizierung in Partnerschaften gegangen, wenn ich die Doku nicht mit reingesetzt hätte.

Die Einkaufsszene aus der Doku war der Aufhänger von Yvi Blum und sollte lediglich zur Veranschaulichung dienen.

„Recklinghausen“ (Anonymer Beitrag)

Vielleicht hast du andere Links, die das Thema aufgreifen und besser verständlich machen? Ich habe nämlich unter dem Begriff ein wenig rumgewühlt und stoße ausschließlich auf Seiten, die den Begriff so ausführen, wie ich ihn bisher kannte, nämlich wenn Kinder auf Partnerhöhe gezwungen werden, weil sich Eltern entsprechend nicht kümmern (können) z.B. wegen einer Alkoholkrankheit. Ein Artikel hat (sehr kurz) ausgeführt, dass manchmal Partner als Kinderersatz dienen, bei Kinderlosigkeit, das trifft es ja eigentlich auch nicht gut. Was du vielleicht(?) meinst, hätte ich vielleicht eher unter Probleme wg. mental load eingeordnet?!
Vielleicht hast du noch andere Bezüge?

„Weingarten“ (Anonymer Beitrag)

Jeder Mensch lebt in seinem Leben mehrere Rollen, welche jeweils auch sehr unterschiedlich ausgelebt werden können obwohl es dieselbe Person ist.

Man impliziert und projiziert auch sehr häufig, leider unbewusst, erlernte, bzw. erlebte Rollenverhaltensweisen auf Dritte, die sich in einer solchen Rolle befinden.

Gerade in einer Partnerschaft ist es sehr häufig dass man selbst die Rolle des eigenen Elternteils und deren Verhaltensweisen übernimmt, auch wenn man dies gar nicht möchte, weil es zum einen unbewusst geschieht und zum anderen ein lang erlerntes abgeschautes Verhalten ist.

Andererseits findet man Partner anziehender, welche Verhaltensweisen haben die man eben von der ersten und prägendsten Bezugsperson kennt und somit vertraut ist.
Bestes Beispiel: Frau hatte gewalttätigen Alkoholiker als Vater und stellt fest, dass sie immer wieder an gewalttätige Alkoholiker gerät.

Harmloser, aber auf demselben basierend, ist es, dass innerhalb einer Partnerschaft die erlernten abgeschauten Rollenverhalten der eigenen Eltern diese innerhalb der eigenen Partnerschaft gelebt werden, bzw. sich langsam einspielen.

Ergänzung zu "Recklinghausen":

Ja, insbesondere Mütter, deren Kinder längst aus dem Haus sind und auf Partnersuche sind, vermitteln häufig den Eindruck dass sie keinen Mann, sondern einen Ersatzsohn suchen und sich diesem potentiellen Partner gegenüber auch so verhalten.

„Recklinghausen“ (Anonymer Beitrag)

"Ja, insbesondere Mütter, deren Kinder längst aus dem Haus sind und auf Partnersuche sind, vermitteln häufig den Eindruck dass sie keinen Mann, sondern einen Ersatzsohn suchen und sich diesem potentiellen Partner gegenüber auch so verhalten."

Ja zu was von mir? 🤔
Denn, in dem Punkt, den ich beschrieb und so war es auch auf der erwähnten Seite zu lesen, handelte es sich um kinderlose Frauen, ist ein etwas anderer Schnack. Deinen Punkt kann ich tatsächlich gar nicht beurteilen, da ich keine ältere Frau/Partnerin suche. Wahrscheinlich fällt mir das daher nicht auf.
In meiner Wahrnehmung ist es tatsächlich eher so, dass Frauen, die durch sind mit dem Kinder groß ziehen, auch ziemlich froh darum sind.