Spannende Diskussion, was ist denn in diesem Fall die Wahrheit?
@Westoverledingen
Die Wahrheit ist das was man objektiv feststellen kann.
Letztlich alles gut und schön. Theoretisch.
Aber Kinder und Jugendliche werden auch ohne den ständigen Einfluss von Eltern groß.
Und viele Mütter haben schon in der 3. Generation Eßstörungen 😉
Das Frauen sich ständig nur mit ihrem Äußeren beschäftigen sollen, ist im Patriarchat ja gewollt 😉Bindet Energien bei Frauen, damit sie klein gehalten werden und nicht noch mehr an Männern vorbei ziehen 🙄😇
Ich kann mich erinnernan Sätze von zuhause von meinem Vater: " Hier wird der Teller leer gegessen, Essen kostet Geld....
2 Sätze weiter:" Esse nicht so viel, du wirst zu dick ..."🙄🙄
( Ich wog 85 kg bei 1,80m als ich 14 war. Ich war halt groß, kräftig, stark und muskulös. Aber galt als dick, weil ich halt keine zarte, kleine Elfe war. Dabei war ich halt einfach nur groß und normalgewichtig.
Ich durfte noch nicht mal als Kind weiter Ballett machen, weil ich der Lehrerin zu groß und kräftig war. Und ich war als Kind nicht dick.)
Nicht jede(r) ist im Elternhaus mit viel Selbstvertrauen aufgewachsen.
Männer und Frauen kommen aus unterschiedlichen Familien bzw Milieus.
Das Selbstvertrauen muß erst gefördert werden und auch da hat nicht jeder Mensch die gleichen Chancen.
Würden wir in einer anderen Gesellschaft leben,wo Dick sein für Wohlstand steht oder dicke Hintern bei Frauen allgemein als sehr sexy gelten, würde das Selbstvertrauen bei curvy Frauen bestimmt anders aussehen.
Und wie stellt man die Emotionen einer Person objektiv fest? Merkste selber, oder?
Wie Teja schon gesagt hat: Als dicker Menschn muss man relativ viel Selbstwertgefühl mitbringen, um durch den Alltag zu kommen, weil schon der Bussitz einen mobbt. 😉 Denke die allermeisten sind sich schon konstant bewußt, dass sie irgendwie "zuviel" sind, spätestens wenn sie von der Normalgrößenabteilung in die Plus Size Abteilung verbannt werden.
Darf man sich trotzdem selber mögen: Klar, Selbsthass nützt niemandem etwas. Wenn jemand ne Essstörung hat, würde Selbsthass oder Mobbing die sogar triggern. Aber ist das alles einfach: Nö.
Ich war gerade in einem Freizeitpark und habe, damit es nicht peinlich wird, gegoogelt, wie die Sitzbreiten sind. Wäre ich diese "Last" gerne los durch dünner sein: Sofort. OBWOHL ich meine Kilo und mich nicht hasse.
Aber auch gemischte Emotionen zu einem Thema zu haben ist menschlich.
@Kurvenfan: Das verstehe ich. Meine Frage präziser gestellt, was kann man denn in diesem konkreten Fall objektiv feststellen?
@Herdecke
"Das Frauen sich ständig nur mit ihrem Äußeren beschäftigen sollen, ist im Patriarchat ja gewollt..."
Und weil andere das wollen muss man das so machen? Oder kann es sein, dass es ein einfaches Mittel ist die Verantwortung von sich weg zu schieben immer mit dem Argument man könne ja nichts tun?
"Hier wird der Teller leer gegessen, Essen kostet Geld....
2 Sätze weiter:" Esse nicht so viel, du wirst zu dick ..."
Kommt halt schon drauf an, wie die Sache abläuft. Bei uns war auch die Regel, was man sich selbst auf den Teller packt sollte auch gegessen werden. Sonst muss man eben eine kleinere Portion nehmen. Das kann man im Zweifel auch den Eltern mitteilen, dass man nicht so viel möchte. Dann wäre beiden Anforderungen Genüge getan, oder nicht?
"Würden wir in einer anderen Gesellschaft leben,wo Dick sein für Wohlstand steht oder dicke Hintern bei Frauen allgemein als sehr sexy gelten, würde das Selbstvertrauen bei curvy Frauen bestimmt anders aussehen."
Und das sehe ich wieder als falsch an. Denn ich habe ja auch Selbstvertrauen und mein Verhalten entspricht alles andere als der Norm und wird auch von den meisten nicht geschätzt. Aber das ist eben nicht wichtig, denn es geht um MICH und Selbstvertrauen wie der Name schon sagt muss zumindest zu einem Teil aus einem SELBST und nicht aus der Anerkennung anderer kommen. Ich gebe dir Recht, dass ein Mensch eben erst lernen muss seine Fähigkeiten und seine Wertigkeit innerhalb der Gesellschaft einzuschätzen. Aber ich denke deine Formulierung ist zu kurz gedacht...
@Gronau
"Aber ist das alles einfach: Nö."
Eben. Wer glaubt mein Leben wäre "leicht", der hat halt auch keine Ahnung. Und trotzdem lebe ich mein Leben so, weil ich mich dazu entschieden habe.
Emotionen haben aber nichts mit Wahrheiten zu tun. Da bringen die Menschen Meinungen, Ansichten und Fakten durcheinander. Wenn ich sage meine Lieblingsfarbe ist blau, dann mag das so sein. Das ist meine Meinung und nicht allgemeingültig.
Wenn ich sage Gras ist grün, dann kommen wir in den Bereich wo man mit Wahrheiten arbeiten kann. Wenn jemand sagen würde allgemeingültig Gras wäre blau, dann ist auch das eine Lüge. Wenn er 1m² blau angesprüht hat und sagt dieses Gras ist blau, dann wäre es wieder die Wahrheit. Die Wahrheit ist unabhängig von meiner Person oder Glaube und Gefühlen für jeden objektiv nachprüfbar. Daher tun wir uns so schwer mit Wahrheit. Und vieles was im gesellschaftlichen Diskurs oder in der Politik als "Wahrheit" verkauft wird sind eben doch nur Meinungen...
Mal eine Frage zu deinem Wahrheitsbegriff.
Wenn ich sage „Ich bin dick, mit mir zufrieden und habe ausreichend Selbstvertrauen“ ist diese Aussage dann wahr?
@Kurvenfan Vielleicht dreht sich auch hier nur die Diskussion im Kreis, weil die Begriffe die falschen sind. Meiner Meinung nach kannst du die eigene persönliche Wahrnehmung einer Person und ihre Emotionen, nicht auf deinen "Wahrheitsbegriff" mappen und dir steht auch nicht zu da irgendwas zu beurteilen, weil das übergriffig ist und in das tiefste Sein einer Person eingreift. Wer möchte auch schon ständig beurteilt werden. Wenn jemand stark dazu tendiert, einen ständig "von oben herab" zu bewerten und einem nicht wohlwollend gegenüber zu stehen, geht man ihm im Zweifelsfall aus dem Weg.
Deshalb sind die meisten dieser Diskussionen einfach total müßig.
Das einzige, was ich z.B. für mich beurteile: Wie fühle ich mich, wenn ich mit einer Person X zusammen bin? Freue ich mich auf sie? Macht sie mein Leben schöner, besser? Ist so, wie sie reagiert für mich sympathisch?`
Ich hab mir da tatsächlich BEWUSST zuviel Psychologie abgewöhnt, weil verstehen zu wollen WARUM jemand z.B. destruktiv reagiert, dann manchmal dazu führt, dass man manchmal anfängt Dinge zu rechtfertigen, die nicht zu rechtfertigen sein sollten und das einen selbst in destruktive Muster schubst. Man kann für eine Person da sein, wenn man merkt, sie hat eine harte Zeit, aber wenn eine Person das nicht mal erkennt, dann ist das nicht mein Problem, WEIL wir alle 8 Miliarden völlig unterschiedlicher Individuen mit unterschiedlichen Geschichten sind, die - ich zumindest - mir nicht zutraue, alle zu verstehen, obwohl mich Psychologie interessiert. Aber eben weil Menschen so unterschiedlich sind, steht mir auch nicht zu jedem ein Urteil zu.
Deshalb - bezogen auf Dating, reduziere ich das auf ein semi-klares Urteil: Wie fühle ich mich mit der Person? Was bringt sie in mir zum Schwingen/hervor?
@Westoverledingen
Objektiv gesehen nicht. Dass du dick bist vielleicht, das wäre noch eine Wahrheit.
Alles andere ist nur deine Meinung und niemand kann sie nachprüfen. Das ist eben das Problem an Emotionen oder Gefühlen.
@Gronau
Es ist nicht mein Wahrheitsbegriff. Begriffe sind allgemeingültig definiert. Das hat nichts mit mir zu tun. Und nur weil ich den Zusammenhang anspreche, ändert das ja nichts am Gehalt der Aussage.
Na klar wer nur Zuspruch erhalten will, der ist natürlich in einem Diskussionsforum im Zweifel auch falsch. Denn da werden natürlich auch kontroverse oder gegensätzliche Meinungen geäußert.
Ja das mit dem Dating auf dich bezogen kann man ja machen, trotzdem wird man so wie auch hier im Forum, ja mit seinem und dem Verhalten anderer konfrontiert. Dann kann man sich entweder nicht dazu äußern oder man müsste halt Stellung beziehen. 🤷🏻♂️
Wenn es einem NUR um Dating geht wäre das Forum ja theoretisch auch uninteressant.
@Kurvenfan
Du schreibst oben:
„Wenn die Dicken selbst diese Lüge verbreiten, weil sie auch selbst daran glauben, ja dann wird sie für diese Menschen natürlich auch irgendwann wahr.“
Und jetzt schreibst du:
„Die Wahrheit ist unabhängig von meiner Person oder Glaube und Gefühlen für jeden objektiv nachprüfbar.“
Wie passen diese beiden Aussagen für dich zusammen? Wenn Wahrheit unabhängig davon ist, was ein Mensch glaubt oder fühlt, kann doch etwas nicht dadurch „für diese Menschen wahr“ werden, dass sie daran glauben.
@Westoverledingen
"Wenn Wahrheit unabhängig davon ist, was ein Mensch glaubt oder fühlt, kann doch etwas nicht dadurch „für diese Menschen wahr“ werden, dass sie daran glauben."
Das ist genau das Problem. Die Menschen glauben daran und halten es für die objektive Wahrheit sie ist es aber nicht. Und entsprechen damit dann aber der Behauptung von anderen. Die natürlich dann in ihrer Behauptung bestärkt werden.
@Kurvenfan "Wenn es einem NUR um Dating geht wäre das Forum ja theoretisch auch uninteressant."
Warum, wo erfährt man mehr über die Persönlichkeit eines Menschen als in einer Diskussion? Wie er so drauf ist, wie er Konflikte löst, wie er argumentiert. Ist doch alles auch datingtechnisch interessant und kann sehr sexy sein.
Es gibt keine allgemeingültigen Wahrheiten. Selbst die 0en und 1en eines Computers sind nur Spannungsbereiche, die mal jemand so definiert hat, damit sie von der Mehrheit so interpretiert werden. Die Mathematik z.B. braucht Axiome, um Regeln aufzustellen "die man nicht hinterfragen sollte", damit das restliche Regelsystem funktioniert. Es gibt so gut wie keine Wahrheiten, nur verbreitete, allgemein akzeptierte Definitionen von Dingen und Zuständen. Zu dieser Subjektivität on Top gibt es dann noch die individuelle Wahrnehmung. Die Welt ist eine Welt mit viel Variabilität ohne viele Konstanten, deshalb finden es viele, die das verstehen, ja so sexy welche zu definieren, um sie handhabbar zu machen. (Some Pi anyone?) Wir alle brauchen Filter und Vereinfachungen, um die Welt in ihrer Komplexität handhabbar zu machen. Es hilft aber sich bewußt zu sein, dass das eben nur Hilfsmittel sind - nicht die ultimative Wahrheit.
Frau Care!
Chapeau!!!
Beeindruckt,
M
Okay, dann verstehe ich, wie du den Satz gemeint hast. Sie wird nicht wahr, sondern die Menschen halten sie für wahr.
Wir sind ja schon lange nicht mehr bei dem eigentlichen Thema, aber ich finde schon, dass das Forum interessant ist um sich einen Eindruck zu verschaffen für den Fall das die Person des Interesses mit schreibt. Unter Umständen kann man sich die Zeit für ein Einzelgespräch sparen.
@Gronau
Naja jetzt wird es schon fast philosophisch.
Was du zum Beispiel als von Menschen gesezte Regeln meinst sind in den meisten Fällen physikalische Zusammenhänge. Eine Wahrheit beschreibt die Korrektheit einer Aussage über einen Zusammenhang.
1+1=2 wäre die Behauptung. Die ist wahr weil wir eine allgemeingültige Definition von Zahlen und Rechenarten haben.
Genauso kann auch Gras = grün oder gras = green wahr sein. Weil wir eine allgemeingültige Definition von Sprache und Farben haben. Ohne diese könnten wir uns auch nicht unterhalten oder klare Absprechen treffen. Von daher gibt es schon objektive Wahrheiten basierend auf diesen allgemeingültigen Definitionen.
Subjektive Wahrheiten nennt man auch Glauben. 😅
@Georgsmarienhütte
Sehr interessantes Thema. Meine Gedanken dazu sind folgende:
Online Dating ist zeitsparend im Sinne von "wie ein Katalog zum durchblättern". Da wird nicht lange gesucht, der erste Eindruck ist das Profil und sobald man da etwas für sich unpassendes findet, dann ab zum Nächsten.
Natürlich geht der Mensch dahinter verloren, da es sich schlicht und ergreifend um jemanden handeln kann, der zb. im Realen kultiviert, humorvoll und für uns das perfekte Match sein kann, er aber einfach keine große Lust auf das Gestalten eines Online Profils hat.
Wenn es hier zu einem Kontakt kommt, der sich rein aufs Schreiben bezieht, fehlen entscheidende Faktoren wie Mimik, Gestik, Sprache. Wir können viel in einen geschriebenen Satz hineinlesen, manche Worte fallen anderen leichter zu schreiben als uns.
Die Frage die ich mir halt immer stelle, wieviel Zeit und Energie bin ich bereit in einen Online Kontakt zu investieren. Wieviel Zeit investiere ich im Realen mit einem Mann der nicht meinen Vorstellungen entspricht? Nicht allzu lange.
Ich bin ehrlich, wenn mir ein Profil (Bild, Inhalt) nicht gefällt dann "blättere" ich weiter. Ob ich es zu bereuen habe weiß ich nicht.
@Marl
Naja ich finde wenn man in dem Profil etwas liest, was deutlich zu deinem RedFlags gehört, dann ist es ja auch legitim weiter zu blättern. Der User hat es ja selbst dahin geschrieben im Zweifelsfall.
Was ich hingegen komisch finde, ist Dinge einfach nur anzunehmen, die aber gar nicht da stehen. Wenn ich Dinge also nicht weiß, sondern nur vermute und auf Basis dieser Vermutung dann das Profil aussortiere, dann mag es so sein dass aufgrund meiner Vorurteile auch mal Kandidaten außen vor bleiben. 🤷🏻♂️
Ich vermute, das handhabt jeder einfach so, wie es ihm oder ihr gefällt. Ich finde ein "Frag mich doch einfach" intellektuell extrem unsexy, weil ich vermute, dass ich ihm während eines realen Kontakts auch alles aus der Nase ziehen müßte und gebe mich deshalb beim Sortiervorgang meinen Voruteilen hin.
@Gronau
Gut aber man kann eben nicht seine Lebensgeschichte in einem Profiltext erzählen. 😅 Ein paar Fragen werden schon noch offen bleiben. So zu entscheiden ist aber vollkommen legitim, das muss halt jeder selbst beurteilen.
He, ich steh auf gute Infos. 😄
@Gronau
Die besten Infos bekommt man aber eben nur im persönlichen Gespräch. 😉
Aber lohnt sich das immer?
Frag mich einfach. 😉 (Ja, ich weiß, ich bin da nicht unanspruchsvoll.)
@Gronau
"Aber lohnt sich das immer?"
Ob sich das immer lohnt? Mit Sicherheit nicht, denn eine Garantie wird es dafür sicherlich nicht geben. Was man jedoch auch sagen kann ist, dass wenn man es nie versucht man definitiv keine spannenden Infos erhalten KANN. 😊