„Rheinland-Pfalz“ (Anonymer Beitrag)
Von Kindheit an werden wir darauf trainiert "vernünftig" zu sein. Egal um welche Entscheidung es im Leben geht, steht die "Vernunft", die Abwägung, das Grübeln im Vordergrund und dabei geht unser wichtigstes Signal, unsere Intuition, immer mehr verloren. Auch ich habe nach diesen vermeintlichen Regeln gelebt: Heiraten weil ein Kind unterwegs ist und es die Eltern und Schwiegereltern so erwarten, eine Arbeit zu verrichten, die zwar unglücklich macht, aber man braucht ja Geld zum Leben uvm. Alle Entscheidungen beruhten auf Vernunft, weil es vermeintlich gut durchdacht und überlegt war und einen gewissen Sinn ergab. Dann hörte ich, dass unsere Intuition uns bereits vor dem Verstand, d.h. vor der Auseinandersetzung mit dem Thema Signale senden würde.
Von diesem Zeitpunkt an habe ich angefangen in mich hinein zu hören und auf das Bauchgefühl zu achten. Ich habe Entscheidungen getroffen, die gegen jede Vernunft war und bis jetzt habe ich keine davon bereut oder das Gefühl gehabt, es wäre falsch gewesen. Ja man braucht Mut dazu und Vertrauen, dass alles so richtig ist. Selbst wenn man durch harte Zeiten geht, stellt man letztendlich fest, dass alles genau deswegen so gut ist wie es ist. Ich weiß nicht, ob es eine Art von "Lebensaufgabe" gibt, aber wir ändern oft nur etwas an unserem Leben, wenn es so unerträglich geworden ist, dass wir es nicht mehr aushalten. Ist man über die Zeit des Leidens hinweg, ist man letztendlich froh, diesen Weg eingeschlagen zu haben.
Mit jeder positiven Erfahrung durch eine Intuitions-Entscheidung ist mein Vertrauen und mein Mut gewachsen.
Hier ein Beispiel: Hier in meiner Gegend ist Wohnraum extrem knapp und meistens auch unbezahlbar. Vor ein paar Monaten hat mich eine Bekannte auf eine freie Wohnung bei ihr im Haus aufmerksam gemacht und sie wollte unbedingt, dass ich dort einziehe. Die Wohnung hatte wirklich alles was man sich nur wünschen konnte. Viel Platz, zwei Auto-Stellplätze, eine große Terrasse und von der Miete unter dem üblichen Preisen. Ein absolutes Schnäppchen, aber mein Bauchgefühl sagte: "Tu es nicht". Ich habe abgelehnt und es nie bereut. Freunde sagten danach, dass Wand an Wand mit dieser Bekannten zu wohnen, mich unglücklich gemacht hätte, da es mit ihr schon öfter zwischenmenschliche Probleme gab.
Alle Bauchentscheidungen haben sich bis jetzt als richtig herausgestellt.
In welcher Situation und warum habt ihr euch gegen den Verstand und für die Intuition entschieden?
„Lübbecke“ (Anonymer Beitrag)
@ Rheinland-Pfalz
"Von diesem Zeitpunkt an habe ich angefangen in mich hinein zu hören und auf das Bauchgefühl zu achten. Ich habe Entscheidungen getroffen, die gegen jede Vernunft war und bis jetzt habe ich keine davon bereut oder das Gefühl gehabt, es wäre falsch gewesen."
Na das kommt dann sehr individuell wohl auf das Bauchgefühl an. Wenn dein Bauchgefühl dir sagen würde: "Überfall eine Bank" sieht das anders aus. Oder könnte es auch sein, dass dein Bauchgefühl immer noch bemüht ist vernünftige Entscheidungen zu treffen?
"Alle Bauchentscheidungen haben sich bis jetzt als richtig herausgestellt."
Na ja in dem Wohnungsbeispiel ist es ja nur eine Vermutung. Du weißt ja nicht wie es anders gewesen wäre. Und du redest dir deine Entscheidung selber schön. Gut kann man machen aber hat nichts mit Intuition zu tun. 🤷🏻♂️
„Witten“ (Anonymer Beitrag)
In der Psychologie und den Neurowissenschaften gilt Intuition als hochkomplexe neuronale Mustererkennung. Wissensbasiert:
Wenn Sie ein Experte auf einem Gebiet sind, warnt oder leitet Sie Ihre Intuition durch abgespeichertes Erfahrungswissen, lange bevor Sie es analytisch beweisen können.
Schnelligkeit: In Situationen, in denen keine Zeit für lange Abwägungen bleibt oder bei zwischenmenschlichen Einschätzungen (wie der Vertrauenswürdigkeit einer Person), ist das intuitive Denken überlebenswichtig und hocheffizient
„Enzkreis“ (Anonymer Beitrag)
Dann hörte ich, dass unsere Intuition uns bereits vor dem Verstand, d.h. vor der Auseinandersetzung mit dem Thema Signale senden würde.
Von diesem Zeitpunkt an habe ich angefangen in mich hinein zu hören und auf das Bauchgefühl zu achten.
Ich glaube, gerade wenn man das Thema so verkopft besteht die Gefahr, dass man unbewusst Dinge so auslegt, dass sie hinterher passen.
Nicht speziell bei dir. Allgemein gesprochen.
Wäre man eingezogen und hätte das gut geklappt, sagt man dann hinterher: Ich hatte ein komisches Gefühl, habe dann aber auf meine Intuition gehört und jetzt habe ich eine tolle Wohnung.
Also, natürlich stellt man Bauchentscheidungen nicht unbedingt infrage.
Man hat ja auch oft mal ein mieses Gefühl und dann geht es trotzdem super aus. Da denkt man dann nicht: Intuition versagt, sondern Glück gehabt!
Ich denke es gibt schon ein Bauchgefühl aber oft ist es auch selektive Wahrnehmung im Nachhinein.
„Ennepe-Ruhr-Kreis“ (Anonymer Beitrag)
Ich lag mit dem Kopf auf seinem Bauch. Es war am dem Tag friedlich und es ging nichts voraus. Und dann kam der Gedanke, ganz klar und ruhig: "Wenn Du jetzt nicht gehst, bist Du in spätestens 6 Monaten nicht mehr am Leben."
Die Beziehung war von Gewalt jeglicher Art geprägt. Irgendetwas an dieser Stimme in mir, war so eindringlich, so real. So, dass ich mich lösen und meine Trennung/Flucht vorbereiten konnte.
2 Wochen später musste ich nach Gewalt aus dem Fenster im Erdgeschoss springen und kam bei Nachbarn die Straße runter unter bis die Polizei kam...
„Bitterfeld-Wolfen“ (Anonymer Beitrag)
Ich habe keinen guten Draht zu meinem Bauchgefühl, mag auch an den Erfahrungen in meiner Kindheit liegen, bin da jetzt nicht so tief drin in der Materie.
Generell bin ich also eher der verkopfte Mensch und versuche es mit Logik. Funktioniert übrigens gut, frisst aber mit Sicherheit mehr Zeit und Energie als die "plötzliche Eingebung"
Apfel
„Oberhausen“ (Anonymer Beitrag)
Ich verlasse mich seit vielen Jahren auf mein Bauchgefühl und bin damit sehr selten schlecht gefahren.
„Kirchheim unter Teck“ (Anonymer Beitrag)
Die Wissenschaft sagt, dass angeblich jeder mit sehr viel mehr Bauchgefühl entscheidet, als man gemeinhin glaubt, auch dann, wenn man davon ausgeht, dass man selbst sehr rational entscheidet.
Ein Artikel des Spektrum der Wissenschaft dazu
https://www.spektrum.de/news/intuition-wann-unser-bauchgefuehl-uns-hilft-und-wann-nicht/1886974
Darin wurden auch Tests gemacht, siehe Artikel und folgendes ist der Schluss daraus
Wir rationalisieren unser Bauchgefühl also im Nachhinein, indem wir uns nach der Entscheidung unbewusst logische Gründe suchen. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass wir die Welt als schlüssig wahrnehmen.
Die Frage ist anscheinend eher, wie gut unser Bauchgefühl ist oder wie schlecht und ob wir ihm vertrauen.
»Letztlich kann die Intuition nur so gut sein, wie die Umwelt, aus der sie stammt«, fasst Tilmann Betsch zusammen. Daher sei es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, auf welchen Gebieten wir genug wissen, um aus dem Bauch heraus zu entscheiden, und wo es Sinn macht, nach zusätzlichen glaubwürdigen Informationen und Expertenwissen zu suchen.
Intuition und rationales Denken sind keine getrennten Prozesse
In seiner Forschung hat sich Tilmann Betsch inzwischen ohnehin von dem Gedanken gelöst, dass Intuition und rationales Denken immer einen Gegensatz darstellen müssen. Gemeinsam mit seinem Team geht er stattdessen davon aus, dass Bauchgefühl und bewusstes Denken in der Regel zusammenarbeiten: »Die Informationssuche läuft zum Großteil bewusst ab. Sie liefert den Raum, in welchem die Intuition die Informationen integriert und zu einer Entscheidung formt.« Mit ihrer Theorie widersprechen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der gängigen Annahme, Intuition und rationales Denken seien zwei getrennte Prozesse, zwischen denen man letztlich bei jeder Entscheidung wählen müsse.
„Amberg“ (Anonymer Beitrag)
Ich hätte so manches mal besser auf meine Intuition gehört. Vor allem im Job und bei Freundschaften. Oder Reisen usw.
Ich habe eigentlich eine gute Antenne für meine Intuition. Nur drängeln sich mein Verstand meist vor und es entsteht ein bisweilen anstrengender Dialog...
In Beziehungen hat mir meine Intuition immer sehr schnell aufgezeigt, wo mal ein " Knackpunkt" bzw ein Problem entstehen könnte. Schon innerhalb der ersten 2 Wochen.
Der Verstand hat dann abgewägt und gegenseitig ausgerechnet, was aber stattdessen positiv ist und mir gleich erzählt, welche Gewichtung diese Dinge haben könnten.
Bisher konnte ich mich immer darauf verlassen.
Und je nach diesen Abwägungen, habe ich eine Beziehung weitergeführt oder trotz verliebt sein, auch schon mal beendet.