Am Mittwoch,den 30.9. sollte Cjhrista P.,die nun seit 30 jahren im Todestrakt sitzt hingerichtet werden.
Es ging schief. Christa P. "überlebte " trotz zweifacher Dosierung mit Pentobarbitol ihre Hinrichtung. Sie liegt nun im Krankenhaus am Beatmungsgerät, und wird künstlich am Leben gehalten,um demnächst wieder hingerichtet zu werden? fragen über Fragen. Darf man das dann?
Was wird nun geschehen? Wird sie je wieder aufwachen?
Was denkt ihr über diesen Fall und allgemein über die methoden der Hinrichtungen in den USA oder noch allgemeiner ,wie steht ihr zur Todestrafe?
Todesstrafe und dann nach 30 Jahren erst vollziehen ?
Zuvor fast nur Einzelhaft.
In der Kindheit selber schwer misshandelt und mißbraucht....
Schwer Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung.....
Dann eine sadistische Tat, die grausam und unverständlich war.
Sie weckt natürlich das Gefühl der Vergeltung und der Rache.
Verständlich.
Aber davon wird kein Toter wieder lebendig.
Kein Versuch der Rehabilation.
Keine Therapie, noch nicht mal Gespräche darüber.
Ist diese Person noch gefährlich ? Oder geläutert ? Oder psychisch krank ( nach so langer Einzelhaft).....
Fragen über Fragen.
Und dann Todesstrafe nach 30 Jahren vollstrecken wollen ??? 🤔
Wenn Ärzte wegen ihrem Berufsethos nicht die Giftsprizen legen dürfen, sondern nur nicht medizinisches Personal.....
Wenn bekannt ist, daß die Person schlechte Venen für einen Zugang hat.
Man mehrfach versucht das Zeug zu Spritzen und der Arm schon blau anläuft, das Gilt ins Gewebe (para) und nicht in die Vene läuft und man weiter macht.. Die Frau zwischen zeitlich nicht mehr gut atmet und das Risiko von Hirnschäden durch den Sauerstoff Mangel groß ist.....sprich sie wird ein Pflegefall.
Dann hat das nichts mehr mit einer normalen Vollziehung der Todesstrafe zu tun, sondern geht in Richtung Folter.
Da wäre ja erschießen humaner.
Jemanden nun wieder med. aufpäppeln zu wollen, um ihn dann wieder töten zu wollen.....
Das alles ist einfach nur grausam, inhuman, unverständlich, unmoralisch und hochgradig peinlich.
Ich halte nichts von der Todesstrafe.
In Ländern mit Todesstrafe sinkt die Quote für Gewalttaten nicht !!!
Allerdings weiß ich auch, daß es abartig grausame und vor allem unbelehrbare Psychopathen gibt, die immer eine Gefahr für die Menschheit bleiben.
Wenn dann schon Todesstrafe, dann bitte bei solchen Menschen einen schnellen Vollzug und nicht erst nach 30 Jahren.
Bin generell gegen die Todesstrafe.
Finde es hört sich richtig an zu sagen, man sei gegen die Todesstrafe.
Aber. Und jetzt folgt ein großes "Aber".
Es gibt Menschen, die zu gefährlich für die Gesellschaft sind. Bei denen Rehabilitation nicht möglich ist. Die schon so viel getan haben, das nicht wieder gut zu machen ist.
Man kann diese Menschen leben lassen. Sie kosten dann den Staat also uns ca. 150.000€ jährlich. Oder man sagt: Wenn jemand zum Mörder wurde, insbesondere wenn eine besondere Schwere der Schuld anerkannt wurde UND die Chance auf Rehabilitation fast nicht vorhanden ist, d.h. Sicherheitsverfahrung notwendig ist..... Dann ist die Todesstrafe eine Option. Nicht um ein Spekatakel zu veranstalten zu Belustigung der Massen, sondern weil eine Gesellschaft das Recht hat sich zu schützen. Rache, Sühne ist kein gutes Argument. Schutz der Gesellschaft vor solchen Menschen ist eins.
Gib diesen Menschen alle Chancen einer Revision, einer Überprüfung des Urteils, 1, 2 vielleicht auch 3x.... ermögliche Therapie und wenn nicht davon hilft, dann darf die Gesellschaft das mit der Todesstrafe lösen. Von dem Geld für Unterbringung Sozialarbeiter anstellen und Therapieeinrichtungen unterstützen und in etwas investieren, dass etwas besser machen kann.
In den USA ist heftig, dass in Christina Pike mehr "investiert" wurde, während sie zum Tode verurteilt war, als während ihrer ganzen Jugend. Die USA vergisst diejenigen, die in der Unterschicht geboren werden und beutet sie aus. Vielleicht hätte man die Tat verhindern können oder sie wäre nicht so verurteilt worden, wenn die Gesellschaft eine andere wäre. Wenn sie einen guten Anwalt gehabt hätte. Wenn ihre Familie eine andere gewesen wäre. Aber sie war schon in einer verwahrlosten Betreuungseinrichtung, ist dort auf ähnlich kaputte Kids gestoßen, mit denen dann erst die Tat möglich wurde. Hatte sie eine Chance? Wahrscheinlich kaum, aber die Wahl hatte sie. Sie hätte das Mädchen, mit dem ihr Freund geschlafen hat nicht töten müssen. Sie hätte es nicht auf die Art tun müssen. Sie ist schon dafür verantwortlich. Sie hat in Haft einen zweiten Mord unterstützt. Ich würde sie nicht auf freiem Fuß sehen wollen.
Ich könnte die Todesstrafe in solchen Fällen mit meinem Gewissen vereinbaren.
Bin aber der Meinung, wenn schon Todesstrafe, dann sollte man es auch durchziehen. Das jetzt ist einfach noch zusätzlich grausam.
Aber wer die Todesstrafe zulässt, muss alles dafür tun, um Fälle zu vermeiden, die vermeidbar gewesen wären. Das gehört zur Verantwortung der Gesellschaft dazu.
@ Selfcare
Gerade in den USA passiert es nicht so selten, daß Menschen zu Unrecht verurteilt wurden. Gerade Minderheiten und Menschen, die arm sind oder aus prekären Verhältnisse.
Mal völlig abgesehen von der Tatsache, daß es in den USA um Vergeltung geht und nicht um Rehabilation.
Da kommen dann solche aberwitzigen Urteile von 5x Lebenslänglich oder 99 Jahren zusammen.
Oder 2x wegen "Hühnerdiebstahl" oder Drogenkonsum verurteilt und beim 3x wird die Strafe automatisch so irre hoch angesetzt.
Reiche kommen oft frei, weil sie sich teure Anwälte zahlen können....
@Teja Stimme ich dir zu. Ich habe das jetzt so beantwortet, ob ich die Todesstrafe mir grundsätzlich vorstellen könnte, nicht ob ich gut finde, wie das in den USA läuft, wobei vermutlich jedes System fehlbar wäre. Deshalb eben so viele Backups wie möglich (1,.2,.3 Verhandlungen etc.) um Fehlurteile auszuschließen..Hoffe, das wird deutlich.
Wie gesagt, ich halte nichts von Rache oder von Auge um Auge, Zahn um Zahn. Glaube nur, dass es mit und für manche Menschen eben in einer Gesellschaft keine guten Lösungen gibt.
Früher hätte ich klar "nein" zur Todesstrafe gesagt, heute bin ich in bestimmten Fällen durchaus dafür.
Wenn ich sehe, dass Terroristen, Serienmörder oder Serienvergewaltiger in der Psychatrie sitzen, weil sie so eine schwere Kindheit hatten, dann könnte ich kotzen, genau wie bei Kinderschändern - die haben in meinen Augen das Recht auf Leben verwirkt.
Ich stimme Selfcare auch zu und bin in gewissen Fällen auch für die Todestrafe, weil ich der Meinung bin, dass es Menschen gibt, die nicht rehabilitiert werden können.
Diese Menschen sind "kaputt" und nicht mehr zu therapieren. Ich stimme in dem Punkt aber auch Teja zu, dass einem das nicht nach 30 Jahren einfallen sollte.
Entweder ist die schwere der Schuld derart gravierend und alle Therapieansätze gescheitert, dass nicht mehr mit einer Rehabilitierung zu rechnen ist oder man muss anders herum alles unternehmen, um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.
Für mich verroht unsere Gesellschaft immer mehr und das ist der Nährboden für schwere und schwerste Straftaten. Wenn man nichts tut, um diesem Trend gesellschaftlich entgegen zu wirken und die Todesstrafe nur als Druckmittel nutzen will oder als Option all die zu entsorgen, die durch diese miserablen gesellschaftlichen Zustände "krank" geworden sind, dann halte ich die Motivation dahinter für falsch.
Die Todesstrafe ist ein barbarischer Akt und den christlichen Menschen unwürdig.
Interessant ist dabei die Spannung innerhalb der christlichen Tradition:
Historisch haben viele christliche Theologen die Todesstrafe akzeptiert oder sogar verteidigt.
Gleichzeitig hat sich insbesondere in der katholischen Kirche die heutige Lehre deutlich in Richtung ihrer grundsätzlichen Ablehnung entwickelt. Das ist auch meine Ansicht.
Jeder kann Fehler machen.. aber bei manchen abnormen kranken Morden, Quälern oder beim Einsperren Versklaven von Kindern oder.anderen über Jahre. schlimmer x Fächer Missbrauch. Abnorme Massenvergewaltiger ...
Ich habe da keinerlei Verständnis und solche Menschen haben so viele Menschen direkt oder indirekt das Leben versaut, das sie nicht weiterleben sollten.
Ich würde solche Menschen durch die durch sie bei anderen begangenen Straftaten in selber Art Und Weise töten. Alternativ durch eine Pistole mit 5 Schuss in Kopf und Herz, die die Täter selbst durch senken des Arms auslösen.
Unmenschliches abnormes handeln gegen Menschen darf keine falsche Moral oder Nachsicht/Milde erfahren. Aus Moral, Ethik und Gerechtigkeit haben solche Leute jedes Lebensrecht leider selbst verwirkt.
Früher gab es ja auch gar nicht die Möglichkeit für die Gesellschaft gefährliche Menschen Jahre oder jahrzehntelang gefangen zu halten.Wir haben ja erst heute so stabile Gesellschaften, dass es "sicher" ist gefährliche Menschen wegzusperren, ohne das wir Gefahr laufen, dass sie nach dem nächsten Putsch oder Bestechungsversuch rauskommen.
Das man heute Menschen dauerhaft wegsperrt, die gefährlich sind und sie als Menschen, möglicherweise vorher auch Opfer mit Geschichte sieht, ist ja ein Privileg einer modernen, gut funktionierenden Gesellschaft. Das überhaupt für erstrebenswert zu halten, zu Tätern human zu sein, ist ja eigentlich erst eine Entwicklung der letzten 100 Jahre westlicher Geschichte.
Man sieht ja in den USA wozu Regierungssmnestie führt... Straftäter sind dann plötzlich wieder unbescholdene Bürger. Die Gefängnisse sind überfüllt. Dir Gerichte überlastet ... und immer mehr Straftaten fallen unter den Tisch und sind irgendwie normal... gar nicht gut.
@Haßloch
Das ist aber auch ein Luxus, den man sich erst einmal leisten muss.
Und neben aller moralischen Bedenken sollte man natürlich Gewissheit haben.
Eine Todesstrafe vollstreckt man in meinen Augen ja nicht auf Basis von Indizienbeweisen sondern nur, wenn die Schuld desjenigen auch bewiesen ist.
Wenn dann z.B. weder Einsicht vorhanden noch eine Therapie möglich ist, dann wäre es eben auch ein Signal an andere Menschen, dass ihr Handeln, aus welchen Gründen auch immer nun mal auch schwere und schwerste Konsequenzen haben kann.
@Kurvenfan Wobei die aller-allermeisten Psychopathen ja heute schon keine Killer sind, sondern Ärzte, Anwälte, Firmenchefs, etc. d.h. in einflussreichen Berufen in denen zuviel Mitgefühl eher hinderlich beim beruflichen Weg nach oben ist. Gibt es Studien zu. Sie könnten zwar, ihnen nützt es aber mehr nach den Regeln der Gesellschaft zu funktionieren, also aggieren gemäß sozialer Konventionen, gesellschaftsfreundlich und damit ohne intrinischen Antrieb dazu auch menschenfreundlich.
(Sexuelle) Triebtäter, oder Menschen mit Aggressionsproblemen, oder Veranlagungen wie Sadismus kriegst du nicht über Abschreckung, die handeln ja nicht aus logischen Impulsen heraus, auf die Konsequenzen Einfluss hätten. Glaube nicht, dass die Todesstrafe die Anzahl der Taten wirklich senken würde.
@Haßloch
Ja Soziopathen, das ist nochmal etwas anderes. Es gibt Statistiken, die aufzeigen, dass die Quote von soziopathisch veranlagten Führungsangestellten in großen DAX oder ausländisch börsennotierten Unternehmen am höchsten ist. Aber ich glaube anders hält man es da auch nicht aus. Ich sehe es auch problematisch, das diese Menschen immer mehr Einfluss bekommen und auch immer mehr die Politik eines Landes lenken können, da unsere Demokratie an vielen stellen zu einem Feudalismus der Großkonzerne verkommen ist. Es geht nicht mehr darum was die Bevölkerung will sondern darum was Konzerne und Lobbyisten vorschlagen. Wenn solche charakterlichen Eigenschaften dann Schule machen oder gar zum erstrebenswerten Ziel erkoren werden, dann braucht man sich nicht wundern in welche Richtung sich sozial solche Gesellschaften entwickeln.
Eben und auch bei Triebtätern muss ich sagen, dass die als erwachsene klar denkende Menschen trotz alledem für ihr Handeln verantwortlich sind. Es gibt ja auch die Menschen, die solche Tendenzen bei sich erkennen und sich frühzeitig Hilfe holen. Die meisten wissen ja auch, dass ihre Taten aus gesellschaftlicher Sicht strafbar und aus moralischer Sicht zu verurteilen sind. Um den inneren Konflikt dieser Menschen beneide ich sie wirklich nicht. Trotzdem nimmt sie das in meinen Augen nicht aus der Verantwortung.
Die abschreckende Wirkung ist auf gar keinen Fall so hoch, dass die nennenswert die Kriminalitätsrate senkt. Das zeigen ja Länder, die die Todesstrafe bereits vollstrecken. Wenn dafür gesellschaftlich nichts getan wird um dem entgegen zu wirken, wie du ja schon geschrieben hast, dann ist die Todesstrafe als "einziges" Mittel keine Lösung.
Das nächste "aktuelle" Beispiel für eine mögliche Todesstrafe wird wahrscheinlich die Verurteilung des osmanischen Co-Piloten in den Vereinigten Arabischen Emiraten, der letzte Woche während eines Fluges nach Tel Aviv auf den Piloten mit der Notfallaxt eingeschlagen hat und versucht hat eine flyDubai Maschine (wahrscheinlich in ein israelisches Hochhaus in Tel Aviv) abstürzen zu lassen. Das konnte haarscharf verhindert werden, weil der schwer verletzte Pilot noch die Cockpit Tür öffnen konnte und mutige Passagiere das Cockpit stürmten. Glaube die Saudis fackeln da nicht lange sobald die Verhöre durch sind. Das es ein versuchter Terrorakt war, ist wohl inzwischen gesichert.
Die USA haben die höchste Rate an Bevölkerung, die im Knast sitzt. Auch z T bis zum Tod,da sie ja auch Haft über 99 Jahre bekommen können oder 5x Lebenslänglich und so ein Quatsch.
Ich glaube es waren über 2,5 Mio Amis und sie standen beim Ranking an erster Stelle.
Ich glaube prozentual zur Bevölkerungsmenge sogar vor Nordkorea.😳 Und die sperren ja ganze Sippen ein, wenn einer nicht linientreu ist 🙄
Länder mit harter Bestrafung (Todesstrafe bis hin zur Scharia) haben keine niedrigere Verbrechensrate bei Schwerverbrecher. Der Prozentsatz an "bösen" Psychopathen dürfte weltweit etwa gleich sein. Nur die Art, wie man bestraft und dann mit den Häftlingen umgeht, ist sehr verschieden
Die Korruption ist oft in manchen Regionen nur höher, sprich die reichen Psychopathen und Soziopathen kaufen sich frei.
Schweden lagert wohl gerade Häftlinge nach Estland aus, weil sie in Schweden nicht genug Gefängnisse haben und erst neue bauen müssen.😉
Abgesehen davon, dass die Todesstrafe keine Abschreckungswirkung besitzt - weder für Triebtäter noch für politisch oder sonstwie (religiös o.ä.) überzeugte Täter - bin ich der Überzeugung, dass es niemandem zusteht, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen. Im Falle eines Justizirrtums ist die Vorstellung davon noch schrecklicher.
Dazu noch ein Link der Uni Heidelberg:
@Teja In dem USA finde ich die versteckten Todesstrafen für Frauen noch viel schlimmer, die gerade ausgesprochen werden, weil die Abtreibungsrechte so beschnitten wurden, dass selbst Frauen mit medizinischen Notfällen nicht mehr behandelt werden und die Frauen z.T. an einer Sepsis mit einem toten Baby im Bauch oder bei Schwangerschaftsabbruchversuchen a la "Versuchen wirs mal mit dem Kleiderbügel im Hinterhof" verrecken, weil sie es nicht aushalten das Resultat einer Vergewaltigung auszutragen. Die haben gar nichts Falsches getan.
Auf die Spitze treiben das Thema übrigens die Chinesen: Laut Menschenrechtsorganisationen exekutiert China jedes Jahr vermutlich Tausende Menschen und damit mehr als jedes andere Land der Welt. Wie viele genau, weiß man nicht – die Zahlen werden in China als Staatsgeheimnis behandelt. Amnesty International dokumentierte 2025 außerhalb Chinas mindestens 2.707 Hinrichtungen in 17 Staaten; die vermutlich Tausenden chinesischen Hinrichtungen sind darin ausdrücklich nicht enthalten.
In China selbst läuft das System zudem ausgesprochen intransparent ab. Über einzelne Todesurteile und Hinrichtungen erfährt die Öffentlichkeit - anders als in Amerika - häufig wenig, auch wenn bestimmte Fälle von den staatlichen Medien durchaus öffentlich gemacht werden. Todesurteile zur sofortigen Vollstreckung müssen zwar grundsätzlich vom Obersten Volksgericht überprüft werden, danach kann es aber vergleichsweise schnell gehen. Die Todesstrafe kann in China zudem keineswegs nur für Mord verhängt werden: Auch Drogendelikte sowie bestimmte Wirtschafts-, Korruptions- und Staatssicherheitsdelikte können mit dem Tod bestraft werden.
(Triggerwarnung, Gewalt, "unmenschliche" Praktiken]
Hingerichtet wird durch Erschießen oder tödliche Injektion. Besonders bizarr sind dabei die mobilen Exekutionsvans: speziell umgebaute Fahrzeuge, die tatsächlich als mobile Hinrichtungskammern durchs Land gefahren werden können. Das ist keine urbane Legende – entsprechende Fahrzeuge wurden von chinesischen Herstellern ganz offen angeboten. Statt den Verurteilten zur Hinrichtungsstätte zu bringen, kommt damit im Prinzip die Hinrichtungsstätte zum Verurteilten. (Immerhin können sie die Injektionen setzen, siehe Amerika.)
Und damit wird es noch unangenehmer: Über Jahrzehnte wurden in China nachweislich Organe hingerichteter Gefangener für Transplantationen verwendet. Das ist keine bloße Anschuldigung und wird inzwischen auch von China selbst nicht bestritten. Bereits 1984 existierten staatliche Regelungen zur Nutzung von Leichen beziehungsweise Organen hingerichteter Gefangener für medizinische Zwecke. Todestraktinsassen waren lange eine der wichtigsten Quellen für Spenderorgane.
Die Exekutionsvans passen dabei erschreckend gut in die Transplantationslogistik. Bei Organen zählt nach Eintritt des Todes jede Minute. Bei einer Hinrichtung mittels Injektion in einer kontrollierten Umgebung mit medizinischer Ausstattung und entsprechendem Personal lassen sich Organe wesentlich schneller entnehmen und weitertransportieren als nach einer Erschießung auf einem Hinrichtungsplatz. Genau dieser mögliche Zusammenhang zwischen den Vans und einer schnelleren Organentnahme wurde bereits in Berichten über das System beschrieben. Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Mensch, der in einem solchen Van hingerichtet wurde, automatisch zum Organspender wurde – die Infrastruktur machte dies aber erheblich einfacher.
2015 erklärte China offiziell, die Verwendung von Organen hingerichteter Gefangener zu beenden und künftig ausschließlich auf freiwillige Organspenden zurückzugreifen. Ob dieser Systemwechsel tatsächlich vollständig umgesetzt wurde, ist allerdings umstritten. Kritiker bemängeln insbesondere die mangelnde unabhängige Überprüfbarkeit des Systems. Auch die offiziellen chinesischen Spenderzahlen gerieten unter Verdacht: Eine statistische Untersuchung kam 2019 zu dem Ergebnis, dass deren Entwicklung ungewöhnlich exakt mathematischen Mustern folgte – wesentlich gleichmäßiger, als man es bei einem realen, vom Zufall abhängigen Organspendesystem erwarten würde.
Noch problematischer sind die Vorwürfe, dass nicht nur zum Tode verurteilte Straftäter betroffen waren beziehungsweise sind. Menschenrechtsorganisationen, Wissenschaftler, UN-Experten und das unabhängige China Tribunal haben Hinweise darauf untersucht, dass auch Gewissensgefangene – politische Gefangene, Falun-Gong-Anhänger sowie unter anderem Uiguren, Tibeter und Angehörige weiterer religiöser Minderheiten – gezielt medizinisch untersucht worden sein könnten. Berichtet wird unter anderem von Bluttests und Untersuchungen der Organe ohne Einwilligung. Der Verdacht dahinter: Auf diese Weise könnte die medizinische Eignung potenzieller Organspender erfasst worden sein.
Dazu passen Berichte über teilweise extrem kurze und erstaunlich gut planbare Wartezeiten chinesischer Transplantationszentren - wir reden hier von Wochen, statt Jahren wie in Europa. Während man in einem normalen freiwilligen Spendersystem nicht wissen kann, wann ein medizinisch passender Mensch sterben wird, werden sie in China kurzfristig möglich gemacht und oft sogar terminiert. Gerade bei einer Herztransplantation ist ein im Voraus feststehender Termin bemerkenswert: Irgendwo muss zu diesem Zeitpunkt schließlich ein passendes und unmittelbar verfügbares Herz herkommen, was dafür spricht, dass China ggf. sogar gezielt einen Pool passender Spender am Leben lässt, bis sie benötigt werden.
Besonders erschreckend ist in diesem Zusammenhang eine 2022 im „American Journal of Transplantation“ veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung. Die Forscher analysierten 2.838 chinesische Transplantationspublikationen und identifizierten 71 Berichte, in denen die beschriebenen medizinischen Abläufe darauf hindeuteten, dass der Hirntod der Organspender vor der Entnahme nicht ordnungsgemäß festgestellt worden sein konnte. Nach Einschätzung der Autoren muss in diesen Fällen die Entnahme des Herzens die unmittelbare Todesursache gewesen sein. Ihre Schlussfolgerung: Die Ergebnisse sprechen stark dafür, dass chinesische Ärzte an „executions by organ removal“ beteiligt waren – die Organentnahme also nicht erst nach der Hinrichtung erfolgte, die Hinrichtung war die Organentnahme selbst.
China "schützt" also nicht nur die Gesellschaft vor verurteilten Tätern und nutzt Verurteilungen zur Stabilisierung des Systems, es geht wahrscheinlich immer noch so weit, dass die Verurteilten das Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper verloren haben und der Gesellschaft etwas "zurückgeben" müssen.
@SelfCare, das Menschenbild ist in China ein ganz anderes als in der westlichen Hemisphäre. Ethik und Moral sind anders gelagert als bei uns. Chinesisches Denken wird durch die Sprache geprägt, die den Menschen immer in seinen sozialen Kontext stellt. Individualismus hat einen anderen Stellenwert als bei uns. Deshalb kann die dortige Regierung unangefochten so handeln, wie sie es tut.
Das soll keine Verteidigung der Missachtung der Menschenrechte bedeuten, nur ein Erklärungsansatz, warum dieses riesige Volk sich so leiten lässt, ohne Tendenz zum Aufstand. 🤷🏼♀️
Neuster Stand der Dinge:
Christa Pike ist aufgewacht. Sie hat ihr Bewusstsein wiedererlangt und spricht. Und das nach zwei Dosen pentobarbitural. Die anwälte erwarten eine lange zeit der Regeneration ,unklar ist auch noch ob Hirnschädigungen vorhanden sind. Nun stellt sich die Frage,wie tennessee weiter vorgehen wird. Wird sie begandigt oder wird eine neuer versuch gestartet?
Diese ganze Situation ist einfach nur pervers
@Burgdu sagst es. Grauenhaft und pervers.