Ist die Zeit des Onlinedatings vorbei?

in „Rundum Leben“

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"Genau das meine ich ja mit gesellschaftlichem Wandel. Die Vorstellungen davon, was eine Beziehung sein soll, sind heute vielfältiger als noch vor einigen Jahren."

Ach komm 😁 nichts ist in den letzten paar Jahren neu erfunden worden. Freundschaft plus, Sexbeziehung, offene Beziehung, polyamore Beziehung, alles gab es auch schon vor Jahrzehnten und wurde gelebt. Auch die offene Diskussion in der Gesellschaft darüber gibt es schon länger. Wer solche Beziehungen ablehnt (nicht für sich, für andere) oder mit Skepsis betrachtet, der hat das auch vor zehn Jahren schon getan.

Ich finde übrigens die Formulierung auch unglücklich, trotzdem würde ich an deiner Stelle die "dauerhafte Affäre" in deinem Profil angeben als Suche. Der "unverbindliche Flirt", den du angegeben hast, der hat so ziemlich gar nichts von einer Verbindlichkeit einer alternativen Beziehung wie oben als Beispiele genannt, sondern er ist tatsächlich genau das, nämlich ein unverbindlicher Flirt.

Mit dem Punkt zum „unverbindlichen Flirt“ hast du tatsächlich einen interessanten Gedanken. Ich werde es anpassen😉

Beim gesellschaftlichen Wandel bleiben wir vermutlich unterschiedlicher Meinung. Mir ging es weniger darum, dass alternative Beziehungsformen neu wären. Die gab es schon immer. Ich habe eher den Eindruck, dass sich die Art des Kennenlernens durch Onlinedating, soziale Medien und die schier endlose Auswahl verändert hat. Ob das tatsächlich so ist, darüber kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein.

Ich finde die Diskussionrecht recht spannend.

Danke Dir😊

@Alea.iacta.est
Ich musste gerade so lachen 😁, das wäre auch genau meine Antwort gewesen 👍

@Marin
Ich habe nicht den Eindruck das sich das Onlinedating irgendwie durch die "Auswahl" geändert hat weil es das ja schon immer gab beim Onlinedating (siehe auch Beitrag von Alea) Die Wünsche/Bedürfnisse der suchenden Menschen haben sich ja nicht im Laufe der Jahre verändert.

Oder was meinst du mit "Art des Kennenlernen"?

Mit der Art des Kennenlernens meine ich weniger die Wünsche der Menschen, sondern den Prozess an sich.

Früher hatte ich häufiger das Gefühl, dass man sich auf einen Kontakt eingelassen hat und geschaut hat, was daraus wird. Heute habe ich oft den Eindruck, dass viele Gespräche schon nach wenigen Nachrichten wieder versanden oder der Gedanke mitschwingt, dass vielleicht gleich noch jemand „Besseres“ auftaucht.

Ob das tatsächlich objektiv so ist oder nur meine persönliche Wahrnehmung, kann ich nicht beurteilen. Es fühlt sich für mich aber anders an als noch vor einigen Jahren.

Vielleicht liege ich damit auch falsch. Genau deshalb finde ich den Austausch darüber ja spannend.

"Mit der Art des Kennenlernens meine ich weniger die Wünsche der Menschen, sondern den Prozess an sich."

Klar, du verbindest es aber immer mit Gründen, von denen sich einfach nichts verändert hat, die damit auch keine Gründe sein können.
Du antwortest dann immer in der Art:
"Beim gesellschaftlichen Wandel bleiben wir vermutlich unterschiedlicher Meinung. Mir ging es weniger darum, dass alternative Beziehungsformen neu wären. Die gab es schon immer. Ich habe eher den Eindruck, dass sich die Art des Kennenlernens durch Onlinedating, soziale Medien und die schier endlose Auswahl verändert hat. Ob das tatsächlich so ist, darüber kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein."

Sprich, du anerkennst, dass es keine Veränderung gab gesellschaftlich, hier die alternativen Lebensformen, beziehst aber weiterhin die Veränderungen beim Onlinedating darauf 🤔
Zumindest teilweise, bei der Auswahl bleibst du dabei, dass die sich scheinbar vergrößert habe?! Ich wüsste nicht wie? Von welchem Zeitraum sprichst du übrigens?

Es macht übrigens nix die Gründe nicht zu kennen, ich hab ja im Grunde auch nur vage Vermutungen, ich kann nur sagen, dass es bei allen Gründen, die du nanntest keine entsprechenden Veränderungen gab und sie damit nicht ursächlich sein können.

"Kurvenfan
Heute, 09:42

@ Martin
Ich würde sagen das ist auch dem Alter von dir selbst und deinen potenziellen Partnerinnen geschuldet. Man entwickelt meiner Meinung nach im Alter einfach mehr Redflags, als noch als junger Mensch."

Umgekehrt eben auch noch. Ich habe nur keine Form gefunden es vorsichtig zu formulieren. Man wird ja selbst auch nicht jünger und dass gerade jüngere Frauen bei Männern aller Altersklassen hoch im Kurs stehen, das ist auch Fakt, gerade mit älteren Männern hat da eine Frau schon Auswahl. Fällt einem dann natürlich mehr auf, wenn man selbst schon älter ist und nicht mehr automatisch bei jungen Frauen oben auf der Liste steht. Sorry, ich kann es nicht sympathisch formulieren.

„Na, ein Austausch z.B. über ein Forum, ist ja nicht das Gleiche wie Dating.“

@Alea. Also ich rede in keinem Forum über BDSM Themen zB. Mit meinem Schatz aber schon und die hat mich hier bei RF angestupst. Wir gehen jetzt miteinander einen Weg, welchen wir beide dachten dass er uns verwehrt bleibt in diesem Leben. Das hat nur über das diskrete Onlinedating funktioniert.

Sie wusste nichts von einem Forum hier, ist aber am daten.. alle paar Jahre mal wieder.

Achja 😅 .. 💐🤝🤝 Blümsche und Handschakes für den Björn dafür.. Rubensfan ist die Plattform der die Dame immer vertraute.. 😂 sie hat von Björn noch nie etwas gehört.

Das Forum hier ist mini klein.. eine kleine Bundesrepublik mit Schweiz und Österreich.. ein kleines Minimundus welches die allgemeine Seelenlage in den Weiten der Republik widerspiegelt. Hier von „wir“ zu reden ist gewagt und kann nur gemacht werden, wenn es mit genügend Daumen hoch applaudiert wird 😉

Früher hatte ich häufiger das Gefühl, dass man sich auf einen Kontakt eingelassen hat und geschaut hat, was daraus wird. Heute habe ich oft den Eindruck, dass viele Gespräche schon nach wenigen Nachrichten wieder versanden

Für mich trifft das tatsächlich zu, was ich manchmal schon fast bedauert habe. Da ist das veränderte Verhalten einfach den schlechten Erfahrungen geschuldet. Vermutlich geht das anderen auch so und so verändert sich kollektiv etwas.
Ich habe z.b zu Beginn teilweise sogar bis zu einem halben Jahr Hin- und Herschreiben per E-Mail hingenommen.
War oft auch ganz lustig.
Heute würde ich aber (aus Erfahrung) entscheiden, dass wer sich nach einer bestimmten Zeit (je nach Entfernung natürlich unterschiedlich) noch immer nicht zum Treffen durchringen kann, sich vermutlich nie mit mir treffen wird und breche das freundlich ab.
Früher habe ich auch relativ schnell meine Telefonnummer herausgegebenen. Nach unguten Erfahrungen damit, gab es die dann bald erst sehr spät.
Früher hätte ich nie im Leben die Rückwärtsbildersuche bemüht. Nachdem ich mit einem Mann fast schon in einer Beziehung war und durch einen verrückten Zufall diverse aktiv suchende Profile von ihm auf Gay Datingsites fand (zu mir natürlich kein Wort davon) habe ich auch das anders gehandhabt.
Ich hatte früher auch kein Problem damit zu Rendezvous zu fahren weil ich gern reise und andere Städte sehe.
Nachdem ich aber mal bis nach Paderborn gefahren bin und dort dann versetzt wurde, fanden Treffen nur noch in Laufnähe zu meiner Wohnung statt, so dass ich im Zweifelsfall nur nach Hause laufen musste.
So verändert sich das Verhalten eben, wenn man den Großteil der Erfahrungen positiv halten möchte.
Das ist schade für die Allgemeinheit, weil wirklich etwas von der Unbeschwertheit der Anfangszeit verloren geht, aber aus meiner persönlichen Perspektive wäre es dumm, wenn man aus Erfahrungen nichts mitnimmt und einfach so weitermacht.

@ Alea

Puhhh so viel hatte ich schon seit langem nicht mehr geschrieben. Zum Glück bin ich im Urlaub und finde Zeit zu schreiben.

Da hast du einen Punkt. Vielleicht habe ich Ursache und Beobachtung zu stark miteinander vermischt.

Meine eigentliche Beobachtung ist, dass sich Onlinedating für mich heute anders anfühlt als noch vor einigen Jahren. Warum das so ist, weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht genau.

Ich habe versucht, mögliche Erklärungen zu finden – gesellschaftlicher Wandel, soziale Medien, Auswahl usw. –, aber das sind letztlich Vermutungen und keine Tatsachen.

Vielleicht spielen auch ganz andere Faktoren eine Rolle: die Algorithmen der Plattformen, die Altersstruktur der Nutzer, Datingmüdigkeit oder dass sich die Nutzer inzwischen auf deutlich mehr Plattformen verteilen.

Deshalb fand ich die Diskussion auch spannend. Weniger, um meine These zu verteidigen, sondern um herauszufinden, ob es überhaupt eine plausible Erklärung dafür gibt oder ob meine Wahrnehmung einfach subjektiv ist.

Übrigens stellen sich gerade viele in diversen Foren und Plattformen die Frage ob Onlinedating tot ist, das ist tatsächlich keine reine Beobachtung in Dickenforen. Wollte ich nur mal grundsätzlich ergänzt haben.

Da kann ich Carla-1 nur voll zustimmen!

Das durch die schlechten Erfahrungen die man gemacht hat, sich dann natürl. auch das eigene Verhalten geändert hat und man geht nicht mehr mit dieser Leichtigkeit an die Sache. Das Beispiel mit der Handynr. trifft voll und ganz auch auf mich zu.

Rückwärtsbildersuche, hat man sich sonst auch keine Gedanken gemacht. Wobei ich eher annehme das es bei den Bildern auf Gayseiten eher umgekehrt ist. Ich vermute mal das sich viele Männer diese Bilder von den Gayseiten klauen und dann als ihre ausgeben, in der Hoffnung das die Damen so was nicht merken. Wenn man Glück hat steht ein Datum dabei und daran sieht man deutlich das die Bilder geklaut wurden bzw. auch wenn die Gayseiten auf einer anderen Sprache sind.

Und es ist natürl. auch ein Argument das Männer ab einem gewissen Alter nun mal nicht mehr so die "Auswahl" haben bzw. das es (wie schon erwähnt) gerade bei jüngeren Frauen ein Überangebot an interessierten älteren Männern gibt.

Wir Frauen haben ab einem gewissen Alter wieder den Zugriff auf die Vollen.....da ist man dann wieder für mehrere Altersgruppen interessant und hat freie Wahl.

@ FroindinAusDenken
Naja es wäre ja auch verdammt leichtsinnig so etwas persönliches wie eine Handynummer bei der erstbesten Gelegenheit zu verteilen. Im Normalfall halte ich es schon so, dass wenn man die Person nicht getroffen hat gibt es auch keine persönlichen Daten. Was sollte auch der Grund dafür sein?

'bzw. das es (wie schon erwähnt) gerade bei jüngeren Frauen ein Überangebot an interessierten älteren Männern gibt."
Na ja das war ja auch schon immer so. Diesen Zustand hatten wir auch schon in den 90ern. 😅

"Wir Frauen haben ab einem gewissen Alter wieder den Zugriff auf die Vollen.....da ist man dann wieder für mehrere Altersgruppen interessant und hat freie Wahl."
Naja theoretisch hat sich daran nie etwas geändert. Es kommen mit dem Alter halt Faktoren hinzu, die für manche Ausschlusskriterien sind. Ein großer Punkt werden z.B. Kinder aus vorherigen Beziehungen sein oder auch wie man sich optisch und gesellschaftlich entwickelt hat. Aber das gehört ja nun mal zu eigenen Person dazu. Man muss halt nur denjenigen finden, der das im Zweifel gut findet oder den es nicht stört.

Na ja, offenbar lassen sie Nutzer sich z.b eher einsamer fühlen. Den Eindruck kann ich bestätigen. Onlinedating stresste mich und gab mir kein gutes Gefühl. Oft floß viel Energie rein, die dann verpuffte.


Für RF natürlich nicht relevant, aber für die großen Anbieter: Sie verdienen an Singles, nicht an glücklichen Paaren die sich abmelden. Die Apps und Seiten sind schon so gemacht, dass die Leute bleiben und sie setzen intern auf gefakte User um ihre Nutzer am Ball zu halten. Und das nervt User auf Dauer.

Das sind nur zwei Gedanken von mir. Dass Dating Apps schwächeln ist aber eine Tatsache:

Das Dauerproblem von Dating-Apps: Viel mehr Männer als Frauen haben einen Account. Die Folge: Männer fühlen sich zurückgewiesen, Frauen häufig geradezu belästigt. Inzwischen wirkt sich das Problem sogar auf die Aktienkurse der Unternehmen aus.(...)Diese Entwicklung zusammen mit den bekannten Problemen von Plattformen wie Stalking oder der ungebetene Versand anzüglicher Bilder sorgen am Ende für ein geradezu toxisches Umfeld(...)
Inzwischen wirkt sich das Geschlechterungleichgewicht auch auf den Wert des Unternehmens Match Group aus. Das ist der US-Mutterkonzern von über 40 Dating-Marken, darunter auch Tinder und Hinge. Die Aktien des 7,9 Milliarden US-Dollar schweren Konzerns sind seit ihrem Höchststand 2021 um 80 Prozent gefallen.


https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/tinder-bumble-und-co.-frauen-immer-weniger-an-dating-apps-interessiert

Wenn die Aktien um 80 % fallen kann man wohl schon davon davon sprechen, dass ein Unternehmen zu kämpfen hat.

@Carla-1
"Wenn die Aktien um 80 % fallen kann man wohl schon davon davon sprechen, dass ein Unternehmen zu kämpfen hat."
Das ist korrekt, aber es verteilt sich in der Branche halt einfach auf andere Unternehmen. Ich stelle mir sowieso immer die Frage wieso dieser Konzern 40 Dating Portale betreiben muss? Aber das alleine zeigt ja schon, dass man so tun will als gäbe es für jeden Typ hier eine individuelle Lösung. Und viele Menschen sind ja sogar auf mehreren Dating-Seiten oder Apps angemeldet. 🤷🏻‍♂️ Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie für Dating bezahlt, von daher bin ich nicht Teil dieses wirtschaftlichen Systems.

@Carla-1

Das ist tatsächlich ein Gedanke, den ich sehr nachvollziehen kann.

Vielleicht liegt genau darin ein Teil der Erklärung. Nicht unbedingt darin, dass sich die Menschen grundsätzlich verändert haben, sondern dass viele mit der Zeit Erfahrungen sammeln – gute wie schlechte – und dadurch vorsichtiger werden.

Wenn ich Deine Beispiele lese, kann ich jeden einzelnen Schritt nachvollziehen. Schade, dass Du solche Erfahrungen machen musstest.

Vielleicht ist genau das der Unterschied zu den Anfangsjahren des Onlinedatings: Viele gehen heute mit mehr Vorsicht, mehr Filtern und klareren Grenzen, auf Grund Ihrer Erfahrungen an neue Kontakte heran. Das macht das Kennenlernen wahrscheinlich nicht unbedingt schlechter, aber sicherlich weniger unbeschwert.

"'bzw. das es (wie schon erwähnt) gerade bei jüngeren Frauen ein Überangebot an interessierten älteren Männern gibt."
Na ja das war ja auch schon immer so. Diesen Zustand hatten wir auch schon in den 90ern. 😅"

Ja das stimmt absolut, wie nur erwähnt wurde geht es ja darum das der User (und wir alle) nun auch nicht gerade jünger geworden sind und sich deswegen natürl. auch die Ausgangslage des Datens geändert hat.

Na und das Kinderthema gibt es in jeder Altersgruppe, da haben die "Älteren" wieder den evtl. Vorteil das die Kinder eh nicht mehr zu Hause wohnen und bereits ihre eigene Familie und Leben haben.
Der Aspekt ist dann wohl eher in der jüngeren Generation ein Thema.

Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie für Dating bezahlt, von daher bin ich nicht Teil dieses wirtschaftlichen Systems.

Echt?
Ich schon. Hier z.b hatte ich über Jahre eine bezahlte Mitgliedschaft, auch wenn die Suche theoretisch ohne gegangen wäre. Ich hatte auch bei Lemon Swan kurz eine bezahlte Mitgliedschaft, die sich eine zeitlang inklusives Dating auf die Fahne geschrieben hatten, also z.b. Dating mit einem dicken Körper. Inzwischen haben sie ohnehin einen anderen Schwerpunkt, aber selbst damals waren die Erfahrungen so, dass klar war, dass ich genauso gut bei den üblichen Verdächtigen bleiben kann. Man füllte einen schier unendlichen Fragebogen aus und wurde dann gematcht.
Es kam deutlich weniger Spam als hier im Tenor: "Was magst du an deinem herrlichen Lustspeck am meisten?" dafür musste ich halt umgekehrt ständig erklären, dass ich nicht nur ein paar Pfunde zu viel habe und feststellen, dass die User deutlich weniger inklusiv denken als die Plattform behauptete.
Gehüpft wie gesprungen nur zu höherem Preis. Habe ich mir dann gespart.