Ist die Zeit des Onlinedatings vorbei?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 157 Antworten

"Ich glaube nicht, dass die Zeit des Onlinedatings vorbei ist. Eher im Gegenteil: Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem viele einfach gesättigt sind. Endloses Schreiben kann schnell langweilen, die Vorstellungen vom perfekten Partner sind oft völlig überzogen und haben mit der Realität nur noch wenig zu tun. ."

Kommt doch dann auf's Gleiche raus? Warum es vorbei ist, unabhängig davon ob deine Analyse stimmt oder nicht, ändert doch erstmal nichts daran, dass es vorbei ist.

+Martin
Ich kann mich nicht zurück halten. Zum einen
Wo leben wir denn in einer wohlhabenden Gesellschaft ? Schau auf dich Straße wo Rentner in den Mülltonne wühlen müssen um zu leben. Und ich schätze wir leben auf der gleichen Erde 🤨
Und Joyclub ? Das ist jawohl eine Plattform wo es nur um das eine geht und Ja Frauen kriegen da mit Sicherheit einige like's. Das ist der Sinn dieser Plattform zu sexn , also auch kein Wunder. Diese Plattform ist gedacht um Kontakte zu knüpfen und im besten Fall einen Partner zu finden, natürlich gibt es auch hier einige Menschen die nur Sex suchen. Aber was ist so schwierig daran die Mitgliedschaft zu zahlen ? Es ist wirklich nicht viel. Da zahlst du mehr um zu deinem Joyclub Date zu fahren.

Mit meiner Aussage wollte ich nicht behaupten, dass jeder wohlhabend ist. Ich meinte vielmehr, dass unsere Gesellschaft insgesamt so viele Möglichkeiten und Freiheiten bietet wie noch nie – und dass sich dadurch auch unser Verständnis von Beziehungen und letztlich das Datingverhalten verändert hat.

Bei Joyclub sind wir uns ja sogar in Teilen einig. Natürlich geht es dort häufig um sexuelle Kontakte, aber eben nicht ausschließlich. Auch dort suchen manche Menschen eine feste Partnerschaft oder lernen jemanden kennen, mit dem sich mehr entwickelt.

Und was die Mitgliedschaft angeht: Mir ging es nicht darum, ob ich bezahle oder nicht, sondern darum, dass viele Frauen auf RF als Basismitglied gar nicht aktiv schreiben können. Dadurch entsteht automatisch die Erwartung, dass Männer den ersten Schritt machen.

Mein Text sollte keine wissenschaftliche Abhandlung sein, sondern lediglich meine persönliche Meinung auf das Thema.

"Mein Text sollte keine wissenschaftliche Abhandlung sein, sondern lediglich meine persönliche Meinung auf das Thema."

Ist kein Zwang zum diskutieren, ich greife nochmals etwas auf, aber keinerlei Zwang zu antworten.


"Ich meinte vielmehr, dass unsere Gesellschaft insgesamt so viele Möglichkeiten und Freiheiten bietet wie noch nie – und dass sich dadurch auch unser Verständnis von Beziehungen und letztlich das Datingverhalten verändert hat."

Der Wohlstand und die Möglichkeiten waren in Deutschland vor vielleicht 10 Jahren z.B. als Onlinedating noch nicht am Abrutschen war mindestens so gut, möchte ich aber doch behaupten. Mittlerweile sind Krisen, die Klimakatastrophe, Pandemie(n), Kriege usw. verdammt nahe gerückt, damit auch eine hohe Inflation, also für einige schon auch bedeutend weniger Geld in der Tasche, eigentlich würde der Abrutsch des Onlinedatings schon ganz gut dazu passen.


"Und was die Mitgliedschaft angeht: Mir ging es nicht darum, ob ich bezahle oder nicht, sondern darum, dass viele Frauen auf RF als Basismitglied gar nicht aktiv schreiben können. Dadurch entsteht automatisch die Erwartung, dass Männer den ersten Schritt machen."

Was auch nicht neu ist, oder? Bei Joyclub hat sich die Verifizierung geändert und damit (wohl) auch die Tatsache, dass MEHR Frauen nicht mehr anschreiben können (zumindest ohne Bezahlung), aber ansonsten ist das Fluten mit Nachrichten bei Joyclub auch nicht neu. Zumindest ist die Klage, dass wenn überhaupt ein: "Nein, Danke!" kommt im Methusalemaltersbereich.

Da sind wir vermutlich unterschiedlicher Meinung, und das ist auch völlig in Ordnung.

Ich wollte mit meinem Text keine Ursachenforschung betreiben, sondern beschreiben, wie ich Dating heute erlebe. Ob der Auslöser nun Wohlstand, gesellschaftlicher Wandel, soziale Medien, die schiere Auswahl oder etwas ganz anderes ist, darüber kann man sicher lange diskutieren.

Für mich bleibt aber der Eindruck bestehen, dass viele Menschen heute anders daten als noch vor einigen Jahren und dass Verbindlichkeit oft nicht mehr den gleichen Stellenwert hat. Das muss nicht jeder so sehen – es ist einfach meine persönliche Beobachtung.

@Martin

Erst schreibst du:
" Ich selbst verbringe viel Zeit mit meiner Ex-Partnerin. Wir besuchen uns regelmäßig, reisen gemeinsam und unternehmen gerne etwas miteinander. Eine sexuelle Beziehung haben wir nicht mehr – wir sind einfach gute Freunde. Ohne Erwartungen, ohne Verpflichtungen, ohne den Druck, den eine klassische Beziehung oft mit sich bringt.

Vor etwa fünf Jahren habe ich hier auf RF außerdem eine tolle Frau kennengelernt. Auch mit ihr treffe ich mich gelegentlich. Wir haben Spaß zusammen, fliegen auch mal gemeinsam in den Urlaub – ebenfalls ohne Beziehungsdruck oder Besitzansprüche. Das funktioniert erstaunlich gut, und alle Beteiligten wissen voneinander."

und dann:
"Für mich bleibt aber der Eindruck bestehen, dass viele Menschen heute anders daten als noch vor einigen Jahren und dass Verbindlichkeit oft nicht mehr den gleichen Stellenwert hat."

Du magst es selber lieber sehr unverbindlich und ohne Verpflichtungen....und jetzt plötzlich stört es dich doch wieder und du wünscht dir das Verbindlichkeiten einen anderen Stellenwert haben ohne selber Verpflichtungen eingehen zu wollen? 🤷

Oder wie meintest du das?

Ich denke schon, es ist deutlich schwieriger geworden.
Anfang dreißig suchte ich relativ intensiv online. Das war nicht immer toll, aber doch anders.
Ich erinnere mich, dass ich mich mit einer Freundin immer etwas austauschte und sie lachend sagte: Stell dir vor, heute hat einer nur "Hi" geschrieben. Sonst nichts. Und wir haben Tränen gelacht.
Das muss also damals echt noch selten vorgekommen sein. Heute ist das: Hi, wie geht's? ja oft der Standard.
Auch die Form hat sich eben geändert.
Hier z.b. gab es früher ein Postfach wo man so eine Art Emails bekam.
Jetzt nur noch ein Chat in dem man ohnehin nicht sinnvoll lange Texte verfassen kann.
Und mit der Form nimmt vielleicht auch die Besonderheit ab. Ich glaube viele schreiben erstmal alle an, die grob interessant sind und dann wird ausgesiebt.
Da entsteht auf beiden Seiten oft der Eindruck, dass die Auswahl endlos ist und viele eben auch nichts Besonderes sind... kaum zu unterscheiden.

"Ich wollte mit meinem Text keine Ursachenforschung betreiben, sondern beschreiben, wie ich Dating heute erlebe. Ob der Auslöser nun Wohlstand, gesellschaftlicher Wandel, soziale Medien, die schiere Auswahl oder etwas ganz anderes ist, darüber kann man sicher lange diskutieren."

Ist natürlich ein Diskussionsforum und ein Thread, der das diskutierst. Wie gesagt, kein Zwang zum Antworten, aber ich greife auf, was mir auffällt. Da z.B. die Ursache Wohlstand, die du nanntest und die ich dafür einfach nicht sehen kann. Soziale Medien hat es beim ONLINE-Dating natürlich auch schon immer gegeben. Man könnte höchstens überlegen, ob der vermeintliche Perfektionismus durch das Überhandnehmen von Bloggern, Content-Creatorn usw., alle immer noch besser und perfeker, vielleicht eine Rolle spielt. Ich weiß es nicht. Was auf jeden Fall nicht neu ist beim Onlinedating, das ist die Auswahl. Auch diese Klage, nämlich dass man, gemeint sind in aller Regel Frauen folgendes haben:
"die Vorstellungen vom perfekten Partner sind oft völlig überzogen und haben mit der Realität nur noch wenig zu tun"
ist alles andere als neu. Zumindest seit ich online date, das sind jetzt, keine Ahnung, vielleicht knapp 14 Jahre gewesen? Trotzdem stelle ich erst seit einigen Jahren eine Veränderung fest, auch wenn ich Onlinedating nie sonderlich leicht und vergnüglich fand.

"Das hast du richtig erkannt! Könnten auch Astlöcher hier (oder sonst wo im Internet) Profile haben, würden diese nicht weniger von so einigen Herren wahllos mit copy & past angeschrieben 😂"

Alleine meine Anstupser hier "mir gefällt dein Profil". Alter, welches Profil denn? Frau. ?

"@ Alea.iacta.est
Na ja da muss man aber auch sagen, dass bei den anstupsen auch nicht viel mehr sinnvolle Auswahl dabei ist."

Ich kenne sie nicht alle bzw. weiß sie auswendig, aber Hallo, Magst du mich anschreiben oder auch 🌻 wäre alles viel sinnvoller als "ich mag dein Profil" an ein leeres Profil.

@ Alea.iacta.est
Jetzt könnte man der fairheithalber auch implizieren, dass er z.B. deine Beiträge hier im Forum liest und das bezogen auf deine Persönlichkeit nimmt. 💁🏻‍♂️
Mag für dich jetzt vielleicht weit hergeholt sein, aber den Gedankengang hatte ich tatsächlich auch schon.
Wäre mir aber ziemlich sicher, dass er beim anstupsen eben genau aus dem Grund nicht verstanden wird.
Wenn man natürlich überhaupt gar nicht auf der Plattform präsent ist, dann macht es natürlich auch keinen Sinn.

"Wenn man natürlich überhaupt gar nicht auf der Plattform präsent ist, dann macht es natürlich auch keinen Sinn."

Und davon ist sehr stark auszugehen. Standard Unterhaltung hier für mich ist ungefähr so:

Mann: blabla Anschreiben
Ich: Ich bin "Nicht auf der Suche"
Mann: was machst du dann hier?
Ich: Ich bin für's Forum hier.
Mann: Für was??
Usw.

Wie sonst kann mit Leuten am anderen Ende der Republik über Themen geredet werden die in der Öffentlichkeit nichts zu suchen haben? BDSM zum Beispiel 💁‍♀️

Muss man dafür daten?

Oha.. Mein erster Forumeintrag und eine solche Resonanz, spannend 🙃

@FroindinAusDenken

Ich glaube, Du verstehst meinen Punkt etwas anders, als ich ihn gemeint habe.

Ich wollte nicht sagen, dass jede Verbindung zwangsläufig auf eine klassische Partnerschaft hinauslaufen muss oder dass nur solche Beziehungen „verbindlich“ sind. Tatsächlich bin ich selbst ein Beispiel dafür, dass Menschen heute oft andere Wege finden, die für sie funktionieren.

Genau das meine ich ja mit gesellschaftlichem Wandel. Die Vorstellungen davon, was eine Beziehung sein soll, sind heute vielfältiger als noch vor einigen Jahren. Das muss weder gut noch schlecht sein.

Die eigentliche Frage war eher, ob sich dadurch auch das Onlinedating verändert hat -und dass das Kennenlernen dadurch nicht unbedingt einfacher geworden ist.