Kann ich dir weiterhelfen? Kommt noch was dazu bei Ihnen?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 40 Antworten

@ Kurvenfan
Ich denke du vermischt hier zwei Themen.
Für sich und die eigenen Rechte eingestehen ist ein anderes Thema, als duzen oder siezen. Das ist eher eine Frage von Selbstvertrauen und der Fähigkeit der Abgrenzung bzw Wünsche deutlich machen.
Der Respekt vor Vorgesetzen hat ja nicht unbedingt nur was mit der Art der Anrede zu tun.
Vllt nur die Hemmschwelle, beim siezen sich zuuuu sehr in der Wortwahl zu vergreifen, ist ggf etwas höher.

Ich merke, Sie sind da nicht der absolute Spezialist für Männerhosen.

Ich hab nur einen größeren Wortschatz als du. Hosenladen ist ein Synonym für Hosenstall 🤷‍♀️

Da scheint mir doch der Blick arg getrübt.

Ach du, so klar sehe ich immerhin noch, dass ich erkennen kann, dass du mit typischer strategischer Inkompetenz deinen Tag im Netz damit verbringst deine Eier zu schaukeln, während deine Partnerin euren Umzug wuppt, weil dir Riesenbaby diese Arbeit unmöglich zuzumuten ist.
Bisschen "die beste Packerin der Welt" süßholzraspeln damit Zeit bleibt weiter Leute im Netz mit deinem Schmus zu beelenden.
Und sich nach Scherzen darüber wie du Tiere von hinten nimmst und vergewaltigst dann später wieder aufregen, warum es Daumen runter auf deine Tierbilder gibt 🤦‍♀️(nicht von mir, wundern tut es mich aber bei derart mixed messages nicht).

@Nagold
Ich denke so durchmischt ist das gar nicht und das Argument man würde im Du oder Sie mehr oder weniger zu jemandem sagen trifft auf mich halt nicht zu.
Es ging mir darum, dass eine Anrede kein Zeichen des Respekts ist, wenn ich ansonsten mich total daneben benehme oder inkompetent bin. Wieso hier überhaupt eine Anrede-Floskel damit verknüpft wird wie viel oder wenig Respekt mir mein Gegenüber entgegen bringt kann ich nicht nachvollziehen.

Ich persönlich habe mit "Du" gar keine Probleme. Egal, ob es von jüngeren oder älteren Menschen kommt. Mit ist der Ton und die Art viel wichtiger, als die Anrede.
Auf Ämtern und Behörden bringe ich es aber auch nicht über die Lippen oder so ggü von "Respektspersonen", Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt oder so. Das hat auch was mit der Rolle zu tun, die sie bekleiden.

Im Job soll ich die Klient/innen eigentlich siezen, mache ich zu anfangs immer. Aber wenn man lange zusammen arbeitet, oder von deutsch ins englische rutscht und wieder zurück, bin ich manchmal beim du. Oft auch, weil es mir so entgegen gebracht wird und ich dann auf Augenhöhe gehe damit.
Sprache hat schon viel Macht und mit einem "du" erreiche ich die Klient/innen oft besser, als mit einem "Sie".

"Carla-1
Heute, 10:38

Ich kann es z.b im beruflichen Umfeld nicht gut leiden, weil es eine Hierarchiefreiheit suggeriert, die schlicht nicht gegeben ist. Da brauche ich auch kein Trostpflästerchen, dass ich den Chef duzen 'darf'. Im Gegenteil. Heute wird im professionellen Umfeld gern auf "wir sind alles eine große Familie" gemacht, um im Zweifel halt diese Familienbande (aus)nutzen zu können, um Grenzen zu überschreiten. "Kannst DU heute reinkommen, obwohl es dein freier Tag ist? Das wäre soooo lieb."




Interessanter Punkt, da ist schon was dran. Ich denke zurück an meine Jugend, als mir etwas ähnliches passiert ist. Ich hatte einen ziemlich ekligen Chef, vorne rum immer so wieselig höflich zu allen und hintenrum hat er gegeneinander ausgespielt, intrigiert und gekündigt. Einmal konnte ich es kaum fassen, er hatte einer MA gekündigt, die rief aufgelöst an und wollte wissen warum und ob sie nicht doch noch und so, irgendwann sitzt er da, während man sie am anderen Ende entsetzlich schluchzen hören kann und er macht dann irgendwelche Atemübungen mit ihr und säuselt ihr beruhigendes ins Ohr. Mein Gott, die Frau hat einen Job gebraucht, als Mutter, keinen Besserwisser.
Auf jeden Fall habe ich dann Urlaub und einen Horrorumzug darin geplant. Elternhaus auflösen, retten was zu retten ist und so viel wie möglich in eine 32m² Wohnung unterbringen. Mitten im Umzugstag mit gemietetem Wagen ruft jener Chef an und meint ich müsse bitte den Urlaub unterbrechen, die Bude würde quasi abfackeln. Zunächst weigere ich mich eine Zeitlang, aber ich werde eine Wuchermiete zahlen müssen und so, also sage ich, ok, heute geht wirklich nicht, aber in Ordnung, ich komme dann ab morgen wieder. Ich arbeite bis nachts um halb fünf oder fünf, um zumindest das Haus abgeben zu können und falle in meiner Wohnung, in die einfach nur alles mögliche reingestopft ist, um und schlafe für gefühlt zwei Minuten und bin dann am nächsten Morgen rechtzeitig bei der Arbeit. Irgendwann im Laufe des Tages fragt mich das Arschgesicht was denn los sei, ich sähe so müde aus. Ich sage, klar, ich habe ja kaum geschlafen und mitten im Umzug aufgehört um zur Arbeit zu kommen. Da meint er, ja, also, so geht das nicht, Frau Alea.iacta.est, Sie müssen schon ausgeschlafen zur Arbeit kommen. Ich erwarte da diesbezüglich eine Besserung von Ihnen. Und geht weg. Ich glaube, ich bin 5 Minuten mit offenem Mund sprachlos da gesessen. Der Hammer war dann noch, dass alle Kollegen ganz überrascht waren, warum ich schon wieder da wäre und ich meinte dann, ja, weil uns wohl die Bude eingerannt wird und alle so: 🧐🤔🙂‍↔️ äh, nein. Es ist alles ganz ruhig. Mit Sicherheit war es einer seiner dummen Tests.

Mit dieser lauschigen Anekdote wollte ich nur gesagt haben, dass solche Übergriffigkeiten genauso mit einem Sie wie mit einem Du passieren.

Die spannende Frage wäre natürlich: passieren sie schneller und einfacher mit dem du?!

@Düren

Die spannende Frage wäre natürlich: passieren sie schneller und einfacher mit dem du?!

Ich finde definitiv ja. Die Hemmschwelle beim DU ist wie in Deinem Beispiel vom Chef oder zum Chef kleiner.
Da machen vielleicht auch manche keinen Unterschied, ob man Vorgesetzte oder Respektspersonen vor sich hat. Mit einem Du probiert man evtl. Dinge, die man sich beim Sie sonst nicht traut.
Das ist so mein Empfinden.

"Ich finde definitiv ja. Die Hemmschwelle beim DU ist wie in Deinem Beispiel vom Chef oder zum Chef kleiner.
Da machen vielleicht auch manche keinen Unterschied, ob man Vorgesetzte oder Respektspersonen vor sich hat. Mit einem Du probiert man evtl. Dinge, die man sich beim Sie sonst nicht traut.
Das ist so mein Empfinden."

@Bremen
Wäre eine spannende Feldstudie. Aussagekräftig wäre ja wahrscheinlich nur, wenn man mit ein und dem selben Personenkreis beides längere Zeit erlebt.

Aktuell habe ich ja einen Chef, den ich sieze und einen, den ich duze (nicht von meiner Seite aus). Es ist jener schmierig eklige Typ, von dem ich schon mehrfach berichtet hatte. Er reizt mich zwar immer wieder bis aufs Blut und schafft es auch hin und wieder, dass ich mich zu scharfen Worten hinreißen lasse, aber das liegt an seiner Art und nicht am du. Ich weiß nicht, wirklich schwierig für mich zu entscheiden, ob es aus meiner Sicht eine Bedeutung hätte.

"Unter diesem Aspekt finde ich das freundliche Du gar nicht mehr so freundlich und auch eher kontraproduktiv im Umgang mit Kunden."

Ist das eigentlich der Gedanke gewesen? Also wenn du sagst, es kam von Ikea. War der Gedanke, dass es freundlicher ist?

Also wenn du sagst, es kam von Ikea. War der Gedanke, dass es freundlicher ist?

Welchen Gedanken Ikea hatte kann ich nicht sagen. Ich gehe aber davon aus, dass das Marketing sicher nicht im Kopf hatte weniger freudlich zu wirken.
Mit der Familycard wird man dort ja auch Teil einer 'Familie' ... ich denke es geht also schon (neben dem Schwedengefühl) darum Nähe und Vertrautheit aufzubauen.
Ob das damit gelingt, weiß ich nicht, Kunden damit loswerden wollen sie aber gewiss nicht, oder?

"Ganz befremdlich kommt für mich rüber, wenn die Nachnamen genutzt werden zur Anrede, aber sich untereinander dann gedutzt wird. Das zieht mir völlig die Schuhe aus! 🥴 "

Das könnte @Weinheim ganz einfache Gründe haben. Das Ladengeschäft wurde hier genannt und vor so gut 30 Jahren habe ich bei einem Versandhandel gearbeitet, in der Spätschicht zunächst (aber länger) und wir sollten uns immer mit Vornamen und Nachnamen melden und ich fand das extrem unangenehm, zumal wir regelmäßig Männer am Telefon hatten, die sich befriedigten während der Telefonate. Mir ist es immer lieber Kunden wissen meinen Vornamen nicht und das mag den Verkäufern vielleicht auch so gehen, so dass sie deshalb durch den Laden die Nachnamen rufen.

Das "Du" bei Ikea könnte ja bei schwedischen Staatsbürgern anders aufgefasst werden

Ich bin sicher Ikea hat ein deutsches Marketingteam und eine eigene Werbeagentur für den deutschsprachigen Markt.
Das ist ein internationales Unternehmen und kein schwedisches Ein-Mann-Büdchen am Weihnachtsmarkt. Wenn sie so etwas einführen dann mit Ziel und Plan und nicht weil Schweden nicht checken, dass es in Deutschland die Sie-Form gibt.