Oberflächlichkeit?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 40 Antworten

Man kann sich über eine Person auch eine Meinung bilden, einen vorläufigen Eindruck verschaffen, ohne je ein persönliches Gespräch geführt zu haben. Bei Prominenten oder historischen Persönlichkeiten ist das sogar die Regel.

Und hauptsächlich wird die Plattform hier zur Partnersuche genutzt und da gehören oberflächliche Kriterien wie Alter, Geschlecht, Optik usw. halt dazu.

Und auch sonst im Leben filtert man bewusst oder unbewusst unpassende Kontakte raus. Sich mit jedem, der einem über den Weg läuft, sich persönlich auseinanderzusetzen wäre eine ziemliche Energieverschwendung. Ignoriert zu werden sollte man von daher nicht persönlich nehmen.

„Schwanewede“ (Pseudonym)

Naja aber „jedem das Seine „ ist ein sehr gebräuchlicher Ausdruck. Und inhaltlich auch null in der Nähe des braunen Gedankentums…. Warum das da am Tor stand erschließt sich mir nicht. Wenn die Nazis mal das beherzigt hätten dann wäre vieles anders gekommen… ☠️

Mm ok ich hab gerade etwas nachgelesen… ich verstehe es inhaltlich so wie „Leben und Leben lassen „ … es hat aber offensichtlich noch andere Bedeutungen die von den Nazis zynisch instrumentalisiert wurden . @Talion - danke für die Info

„Menden“ (Pseudonym)

@Herbstlicht

Diese Sätze waren primär nach außen gerichtet – um eine Art Rechtfertigung für Verbrechen zu bieten.
„Jedem das Seine“* war in dem Fall natürlich nicht in der Bedeutung: „Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden" gemeint, sondern im Sinne von: „Jeder bekommt das, was er verdient.“ (Und diese Bedeutung steckt ja im ursprünglichen Satz tatsächlich AUCH drin)
Es stellt eine Verhöhnung der Opfer dar und eine Beschwichtigung der Bevölkerung rund um die KZs, die natürlich mitbekamen, was da geschieht.

Vielleicht wird es jetzt klarer, warum dieser Satz so besonders widerlich ist und viele ihn deshalb einfach weglassen. Es gibt ja auch genug Alternativen.

Früher war ja z.B. auch der Ausdruck "Etwas bis zum Vergasen machen." völlig üblich, ich habe das sehr häuftig gesagt, bis mir irgendwann der Ursprung klar wurde. Sich auf "Etwas bis zum Abwinken machen" umzustellen, dauert keine zwei Tage.
Oder man lässt es - dann lebt man eben damit, dass die Dinge, die man Ernst meint gegebenenfalls mit einer gewissen Reibung ankommen.
Nur dadurch, dass Du das es gebräuchlichen Ausdruck empfindest, ändert sich ja nicht der Eindruck der Anderen davon plötzlich.
Das würde man eigentlich der besseren und klarerern Kommunikation mit anderen machen und weniger für sich selbst.

* Schau mal, das zeigt mir sogar mein Rechtschreibprogramm an.

„Schwanewede“ (Pseudonym)

@Mupfel…. Grad auch gelesen… ja wieder was dazu gelernt mit 53 😅

„Menden“ (Pseudonym)

@Herbstlicht:
🙂👍

„Menden“ (Pseudonym)

Jegliche Formulierung auf einen Zusammenhang mit Greultaten der Nazis hin abzuklopfen erachte ich als falsch.

Es geht ja auch nicht um jegliche Formulierungen, sondern nur um diesen einen Satz.
Wenn einem etwas egal ist, sollte das einem dann tatsächlich wirklich egal sein und nicht dazu dienen, sich selbst als Opfer darzustellen, wo man keines ist.


Wer sich permanent als „Nazi“ abgestempelt fühlt, an Stellen, an denen er ganz objektiv nicht so dargestellt wurde, hat vielleicht einfach nur selbst einen Farbfilter vor den Augen und wundert sich, dass alles dadurch braun aussieht.

„Menden“ (Pseudonym)

Ich vermute sogar ohne der Anmerkung von Talion hätte neimand an diesen Zusammenhang gedacht.


Da vermutest Du falsch. Ich habe mich bereits bei airliana, die es hier im Thread verwendete dran gestoßen und bei jemand anderen in einem Parallelhread in den letzten Tagen auch, hatte aber nicht die Nerven es anzusprechen, eben weil das zu endlosen und aus meiner Sicht auch meist sinnlosen Diskussionen führt. (Ausnahmen bestätigen die Regel)

Dankenswerterweise sprach es ja dann Talion an.


Und wie Du an Herbstlichts Reaktion siehst, gibt es Menschen, die gerne immer weiter dazulernen. Ein Hoch auf solche Menschen. Das ist wahre Größe.