Serienkiller

in „Medien & Showgeschäft“

Zu diesem Thema gibt es 23 Antworten

Mich fasziniert die Psycholgie eines Serienmörders. In einem anderen Leben würde ich gerne in die Forensik gehen. In diesem klappt das leider nicht.
Momentan lese ich viel über Ted Bundy. Ja ich weiß,er ist der berühmteste von allen Serienmördern.
Wer beschäftigt sich noch mit dem Thema und kennt noch andere Serienmörder,über die sich das Lesen lohnt?

Fragt mich bitte nicht,wie ich auf dieses Thema kam,aber die PSyche ,die hinter solchen Taten steckt, fasziniert mich eben sehr.

Ja sehr gerne.

Es geht um einen Auftragsmörder, der einen Politiker umbringen soll und dafür schon bei der Vorbereitung, um seine Spuren zu verwischen, mehrere Leute umbringt, interessant an dem Buch finde ich, dass es vom Stil her so geschrieben ist, dass man sich sehr in den Killer hereinversetzen kann, und von der Psyche her dieses Eiskalte sehr gut geschildert bekommt.

Die Geschichte ist zu einigen anderen Serienmörder-Büchern aber diesmal nicht mit einem persönlichen Trauma oder einer Lust am Morden befasst sondern mit der Routine eines Profikillers, jedoch ohne ins Action Milieu abzugleiten.

Noch spannender ist, dass das Buch einen sehr ernsten wahren politischen Hintergrund hat.

Moin Sarahlina.

Fürchte Dich nicht, denn das Thema ist bei mir... ;)
Was die anderen Buben so schreiben, sind nur Teilaspekte der vollständigen Angaben.

"Der Spionagethriller „Der Schakal“ (Originaltitel: The Day of the Jackal) von Frederick Forsyth basiert auf einer Mischung aus wahren historischen Ereignissen und einer fiktiven Haupthandlung. Während die Rahmenhandlung und der politische Konflikt absolut real sind, ist der Profikiller „Schakal“ eine Erfindung des Autors."

Es gibt diese Handlung auch schon in aktuellen Adaptionen. U.a. mit Bruce Willis als Schakal und relativ aktuell auch als Serie, wobei ich mich als großer Forsyth Fan noch nicht daran gewagt habe.

Youtube hat vollständige Ausgaben als Hörbuch, gelesen von Hannes Jaenicke(hoffentlich richtig geschrieben) sehr gut rezitiert.

Die Frage wäre ja als erstes. Ist ein Weltklasse Auftragsmörder auch ein Serienkiller?

Schau mal nach Armin Meiwes der Kannibale von Rotenburg, das sind dann, meiner Meinung nach, sehr sehr sehr tiefe Abgründe zu Tötungen, aber vielfach eher keine Morde, weil ja teils Einvernehmlichkeit bestand. Alles extrem komplex.

M

@@Monolith danke dir,das sind einige Anregungen. Du hast Recht,der Kannibale von Rotenburg ist schon sehr komplex und nicht wirklich ein Serienkiller,aber diese Abgründe an sich,die zu Tötungen führen sind an sich schon interessant. Wäre also auch denkenswert zum informieren.
Ich bin also nicht nur auf Ted B. aus -hahaha.
Seit "Schweigen der Lämmer" interessiert mich das irgendwie.

Ich finde ihn hier sehr interessant, weil er sehr intelligent ist und sich später stark mit Psychologie beschäftigt hat, d.h. durch spätere Interviews viele Einblicke in das "Warum" geben konnte und so quasi die Anfänge der Kriminalpsychologie mit begleitet hat.



Die ganze Disziplin ist ja noch gar nicht so alt. Falls dich das auch interessiert, kann ich dir diese Serie Mindhunters sehr empfehlen:



Leider findet sie irgendwann ein viel zu frühes Ende.

@Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ja genau : Ed kemper
Ein sehr interessanter Fall. Außergweöhnlich intelligenter Mensch,kann sich selber gut reflektieren und vor allem lässt er es zu,dass die Kriminalpsychologie an ihm lernen kann.

Er soll auch in Haft beliebt sein. Ich habe mal eine Sendung über ihn gesehen und war am Ende entsetzt über mich,dass ich ihn sympathisch fand.

Und so ist es wirklich: Gacy finde ich total widerlich, Bundy gruselig,ist aber durchschaubar im Nachhinen und Kemper tut mir wirklich total leid,trotz seiner Brutalität.
Das sind nur ein paar Beispiele und ich beobachte mich dabei selber gerne warum ich wie denke.

Nachtrag: Ich erkläre mal warum ich Bundy im Nachhinein durchschaubar finde,obwohl man ja auch heute nicht weiß,wieviele Frauen er tatsächlich umgebracht hat:
Er war in Blender und notorischer Lügner,ein Psychopath wie er im Buche steht. Da gab es eine Sendung , ich glaube sie hieß " Faking it - Ted Bundy" da hat man ihn reden gehört. Ein totaler Schleimer und log,dass sich die Balken bogen. Ich finde ,dass man das sehen konnte. Die Frage ist nur ,wenn ich nicht gewusst hätte,was er getan hat,Hätte ich ihm geglaubt? Also durchschaue ich ihn ja nur,weil ich schon alles weiß.

Ich kann mir gut vorstellen,dass auf ihn viele junge Frauen hereingefallen sind.
Ein unbestrittenes Charisma kann schon wirken ,vorallem wenn man jung ist.

Damit keine Missverständnisse auftreten: ich verurteile ganz deutlich alle taten des herrn kemper.
Mich hat nur die trägodie dahinter berührt,wie unfassbar kaputt man einen menschen machen kann durch Entmenschlichung,Tyrannei etc etc
Serienmörder : werden sie gemacht oder so geboren?
Experten sagen,dass da mehrere komponenten zusammen kommen.
In diesm Fall es Ed kemper plädiere ich aber ganz stark auf die Kindheit. Und natürlci: Nicht jeder der eine schlimme Kindheit hat,wird ein Serienmörder.
Da kommt schon noch mehr dazu. Und genau das finde ich interessant.

"Und natürlci: Nicht jeder der eine schlimme Kindheit hat,wird ein Serienmörder."

Die Artikel sind leider beide hinter der Bezahlschranke, aber vielleicht hat ja jemand ein Abo oder findet entsprechende Artikel frei lesbar. Der Neurologe Fallon hatte ja eine schon bahnbrechende Entdeckung gemacht. Er untersuchte Gehirne mit modernen Methoden und ihm fiel ein Psychopathen Hirn auf, nämlich seins. Er hat dann über sich selbst herausgefunden, dass all das, was er für normales Verhalten hielt, einstudiertes Sozialverhalten ist, das er erlernt hat, aber keine echt empfundene Empathie bspw. und wurde damals bekannt mit dem Satz 'hätten mich meine Eltern geschlagen, wäre ich ein Serienkiller geworden' (nicht wörtlich, es ist schon viele Jahre her, dass ich den Satz las). Was im Übrigen nicht nur heißt, also seine Forschung bedeutet nicht nur, dass Serienkiller oder andere Intensivstraftäter zu einem sehr hohen Prozentsatz eine Kombination aus genetischer Veranlagung und unglücklicher Kindheit sind, sie bedeutet auch, dass Psychopathen problemlos zu wertvollen und vollständig unauffälligen Mitgliedern der Gesellschaft werden, wenn man sie gut behandelt, insbesondere in der prägenden Kindheit.



Denke Kemper ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich auch psychopathische, sexuell sadistische Täter, die beim Töten primär positive Dinge empfinden, sich dazu entscheiden können, nicht mehr weiter Täter zu werden. Kemper hätte mit seinen Rahmenbedingunen (hoher IQ, körperliche Überlegenheit, Benefits durch Unterstützung des FBI, schlechte Gefängnisse) mit Sicherheit auch nach seiner Verhaftung nochmal Täter werden können, sei es durch Ausbruch oder innerhalb des Gefängnisses. Er entschied sich aber dies nicht zu tun, weil er innerhalb dieses stark regulierten Systems und mit Verständnis der eigenen Psyche seine Triebe kontrollieren konnte.

Psychopathen verstehen Regeln und insbesondere auch, wie sie ihnen selbst nutzen. Man darf nur kein MItgefühl oder kein inherentes Verständnis sozialer Normen von ihnen erwarten, kognitives Verständnis von Konsequenzen ist aber möglich, was man aber nicht mit Reue verwechseln sollte. Ein Psychopath würde i.d.R. höchstens Selbstmitleid ob der Konsequenzen seiner Tat für sich selbst, aber kein MItleid für seine Opfer empfinden. Das ist auch - Stand der Forschung - nicht "entwickelbar", wenn psychopathische Täter Mitgefühl äußern, ist es i.d.R. gelogen oder kognitiv erlernt -genau wie echte Zuneigung, die über Nützlichkeit des Gegenübers hinausgeht.

Interessant ist: Etwa eine von 100 Personen ist ein Psychopath. 2-3 Personen von 100 leiden unter einer stark antisozialen Personlichkeitsstörung, mit der man auch ein erhöhtes Kriminalitätsrisiko assoziiert d.h. ca. eine von 25 Personen hätte die psychologischen Voraussetzungen schwerste Straftaten zu begehen OHNE, dass er/sie psychisch allzusehr darunter leiden würde. Kommen solche Menschen in frühester Kindheit mit Gewalt in Kontakt und lernen keine Regeln, sinkt die Hemmschwelle. Bemerkenswert ist daher, dass die Anzahl von Morden kontinuierlich sinkt und auch Serientäter eher ein "interessantes Phänomen", aber beileibe nicht gängig sind . D.h. die aller, aller, allermeisten Menschen mit den psychischen Voraussetzung für schwerstkriminelle Tagen werden nicht Täter, weil sie mehr davon haben, keine zu begehen. Für den entsprechenden Druck, braucht es eine gut funktionierende Gesellschaft und mit den erweiterten technologischen Möglichkeiten ist es heutzutage ja sehr sehr schwer, bei etwas nicht erwischt zu werden d.h. die Eigenmotivation der potenziellen Täter steigt, sich durch die Vermeidung der Taten selbst zu schützen.Gerade mehrfach nicht erwischt zu werden ("SERIENmörder"), erfordert i.d.R. eine MIschung aus Mitteln und Raffinesse, das die meisten potentiellen Täter gar nicht mitbringen. Betroffene werden vielleicht eher Ärzte, Polizisten, Geschäftsmänner oder Juristen - Berufe mit hohem Status, in denen es durchaus von Vorteil sein kann keine Empathie zu haben.

Falls wir also gelegentlich im Alltag Menschen begegnen, bei denen wir unterbewußt denken "Boar, sind die kaltblütig", dann können wir damit schon Recht haben. Auch der Taxifahrer, der ohne Reue seine Fahrgäste betrügt, kann antisoziale Persönlichkeitsstrukturen haben.