Virtuelles Flaschendrehen Nr. 22 - Fragen und Antworten aus dem Alltag

in „Spiel, Spaß und Sinnlosigkeit“

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Die Zeit bei Omi und Opi 🥰.
Alles davon, wie sie mir Abends Bratkartoffeln mit Spiegelei gemacht hat wenn ich vom Zug kam. Wie Opi mit mir, mit dem Rad, ins Freibad gefahren ist. Das sie Sonntags immer einen Kuchen gebacken hat. Ich durfte im Keller ein Glas Eingewecktes aussuchen. Er ging mit mir in den Wald und erklärte mir alles. Im Schlafzimmer auf dem Schrank lag der Koffer mit den Süßigkeiten und ich durfte was raus nehmen. Abends stundenlang Canasta gespielt. Die ganz normale, schlichte und trotzdem schöne Ferienzeit ohne irgendwelchen Luxus. Eine Zeit voller Liebe und Aufmerksamkeit und Zusammenhalt.




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Genauso hatte ich die Kinder/Jugendzeit mit meiner Oma, der Opa war in Kriegs-Gefangenschaft und danach, als er schwarz geschlachtet hat, im Gefängnis. Aber ich fand das toll, meine Oma endlich für mich alleine. Oma war auch meine eigentliche "Mutter".
Als meine Mutter mit mir aus dem Krankenhaus war, wollte ich partout nicht bei Muttern liegen und ich schrie wie am Spieß. Als Oma mich nahm, war ich still.....darum verbrachte ich von Babyalter an an Oma's Seite.....muss aber dazu sagen, dass ich ein sogenanntes ungewolltes Kind war, nur 1951 "musste" geheiratet werden.......muss ich wohl irgendwie gespürt haben.....

Glaubst du, das der Embryo es merkt, ob er gewollt oder ungewollt ist?

Bei mir nicht, soweit ich weis, aber bei meinem Mann in der "erweiterten" Verwandtschaft griechischer Herkunft........damit hatte die junge Frau dann 5 Kinder....
Ich habe ganz bewusst keine Kinder und auch noch nie einen gehabt. Es passte auch nicht in mein Abenteuerleben.......
Habe gestern eine Studie gesehen in einer Reportage, dass es in Deutschland erstmals
weniger Kinder geboren werden.
Ich persönlich kenne auch ein paar junge Familien, die bewusst keine Kinder haben möchten, weil sie sich nicht sicher sind, was mit dieser Welt so alles noch passiert....

Gibt es noch mehr Frauen, die diese Gedanken haben?

Ich habe keine, mein Bruder nicht, mein Partner nicht, seine Schwester auch nicht. In meinem Freundeskreis habe auch die meisten keine Kinder.
Ab und an habe ich es mal bedauert. Aber meist war ich froh, keine zu haben.
Es hat sich nie so ergeben, daß es gepasst hätte.


Was hat bei dir nie so gepasst? (....bezogen auf "gesellschaftliche Erwartungen")

Auch die Kinderthematik: War im "richtigen Zeitfenster" erst viele Jahre mit einem Mann zusammen, der glaubte er wolle und würde Karriere machen, wir sollten doch noch ein bisschen warten (Spoiler: Die große Karriere gabs nie, die Kinder auch nicht) und dann viele Jahre mit einem Mann, mit dem die Beziehung nie stabil genug war und mit dem ich mich nicht sicher genug für den Nestbautrieb fühlte (On-off). Nach den Trennungen war ich nicht mehr verliebt genug, um von jemandem Kinder zu wollen. Alleinerziehend (geplant) wollte ich nie sein, das wirkte auf mich einfach zu hart.

Was war für dich zu hart?

Mein erste Scheidung, die Ehe war nicht im Guten auseinander gegangen...sozusagen eine "Schlagende Verbindung". Aber habe dabei vieles gelernt und mein damaliges nicht vorhandene Selbstbewusstsein wuchs.

Wann warst du so richtig selbstbewusst, ab welchem Alter?

Glaube das ist bei mir ein Prozess: Mit 17 habe ich den Mund nicht auf bekommen und habe es wirklich "trainieren" müssen mich zu trauen. Ich rede heute noch gerade in großen Gruppen nie länger als nötig, sondern versuche mich immer kurz zu fassen, ABER ich traue mich inzwischen auch wichtigen Menschen wichtig Dinge zu sagen. Ich fasse mich nur noch immer eher kurz. 😉 Bei längeren Redebeiträgen kämpfe ich mit Nervosität. Ich stehe immer noch nicht gerne im Mittelpunkt, aber ich glaube inzwischen daran, dass mein Input oft ziemlich gut ist. Ich ziehe das durch, weil mir die Sache wichtig ist. Mir hat mal eine Frau mit sehr viel Einfluss gesagt: Es ist normal in solchen Situationen die Hosen voll zu haben. Haben Männer auch, sie zeigen es nur nicht so. Ich stehe also zu meinen (im übertragenen Sinne) vollen Hosen und machs einfach trotzdem. 😉

Wer hat in deinem Leben eine wichtige Rolle als Unterstützer gespielt und wie sah die Unterstützung aus? Gabs für dich auch so einen dein Denken verändernden Ratschlag?

Das jetzige Weltgeschehen, mit all seinen Kriegen und deren Folgen.
41 % AFD im Bund, nicht nur in altbekannten Gegenden, wo soll alles enden???????
Sehr viele noch Ältere haben mindesten einen Krieg miterlebt und die meckern nicht, weil sie es zu schätzen wissen, ein Dach über dem Kopf haben, was zu essen, warme Räume und Wasser. Überhaupt Wasser zu haben ist Luxus, eine Rente oder Lohn oder Gehalt........Geht es den jungen (15-Ende 30-zigern) zu gut? Irgendwie verstehe ich die Welt und die Menschheit nicht mehr.

Wie siehst du das?