
Daran erkenne ich den Freund, dass er mich oder sich nicht unterhalten, sondern bloß dasitzen will.
Jean Paul

Gott kommt nicht, wenn wir es möchten,
aber er kommt rechtzeitig.
Tennessee Williams

Man braucht nicht immer denselben Standpunkt vertreten,
denn niemand kann einen daran hintern, klüger zu werden.
Konrad Adenauer

„Plauen“ (Pseudonym)
Am Morgen werden die Ufer ohne Burgen sein; wird Deutschland ohne Burgen sein und ohne Burgen gewesen sein. Von diesem Tag an wird die Sprache ohne dieses Wort sein und sie wird heftiger denn je in die vollkommene Verstummung taumeln, werden die ungeheuren Haufen aus Namen, die über den Dingen hängen, als mürbe Fetzen sichtbar sein; werden die Kehlen mehr und mehr sich entsetzen, sie zu berühren.
Von diesem Tag an werden die Dichter - und auch die guten - weinen. Sie werden unter den Lumpengewändern, die sie dem Leben überwarfen, endlich etwas hindurchschimmern sehen, das in seiner blendenden Unbenanntheit...Was.
Gert Neumann, Die Schuld der Worte

„Norden“ (Pseudonym)
Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse,
auf dass er sich ein Opfer fasse, -
und stürzt alsbald mit großem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.
Paul Schrimm erwidert prompt: ”Pitschü!“
und hat ihn drauf bis Montag früh.
Christian Morgenstern

@ un_erhört: ;-)))) Vielen Dank, habe ich gleich zur Aufmunterung an meinen Nachbarn geschickt, der mit einem grippalen Infekt seit fast einer Woche im Bett liegt! Leider tut ihm auch das Lachen vom vielen Husten so weh! :-)

„Norden“ (Pseudonym)
Gerne, denn mir geht's ähnlich.🤧

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden,
dass ich immer und bei jeder Gelegenheit zur richtigen Zeit und am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist. Von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich, das nennt man SELBSTACHTUNG.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen,
dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich, das nennt man AUTHENTISCH SEIN
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden,
wie sehr es jemand beschämt, ihm seine Wünsche aufzuzwingen,
obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif noch der Mensch dazu bereit war.
Heute weiß ich, das nennt man SELBSTACHTUNG.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört mich meiner freien Zeit zu berauben, und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude bereitet,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit,
was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem,
was mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das gesunden Egoismus,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer Recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt, das nennt man EINFACH-SEIN
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen, jetzt lebe ich nun mehr in diesem Augenblick wo ALLES stattfindet. So lebe ich heute jeden Tag und nenne es VOLLKOMMENHEIT.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, erkannte ich, dass mein Denken armselig und krank machen kann, als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.
Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen zu fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich DAS IST LEBEN.
Charlie Chaplin

@Gluecksmoment
Wunderschön.. das klau ich mir..

@ Gluecksmoment:
Vielen Dank, das gefällt mir auch sehr gut.
Nur eine Frage - ist das 2. SELBSTACHTUNG korrekt?

Danke Berith für den Hinweis! Selbstvertrauen muss es heißen!
Wenn man im Internet Charlie Chaplin und Selbstliebe goggelt, dann kommt dieses wunderschöne Gedicht.

Vielen Dank, das werde ich mir mal abspeichern. Gefällt mir wirklich sehr gut.

„Das darfst Du nicht“, sagte der Vater. Gläubig blickte der Kleine zu ihm auf und ließ es sein.
„Dafür bist noch zu klein“, erklärte die Mutter. Respektvoll zog er sich zurück.
„Auch dies ist nicht gut“, erzog ihn der Vater.
„Und jenes nicht recht“, erzog ihn die Mutter.
„Wenn große Leute sprechen, haben Kinder den Mund zu halten“, ermahnte man ihn.
Also schwieg er bescheiden.
„Stell nicht so dumme Fragen!“, rügte der Lehrer.
Und der Junge hörte auf, Fragen zu stellen.
„Er ist so linkisch und gar nicht gesprächig“, langweilten sich die Mädchen.
Das munterte ihn gar nicht auf.
„Sitz nicht zu Hause herum!", rügte ihn der Vater.
„Was suchst Du auf der Straße?“, rügte ihn die Mutter.
„Er scheint mir verklemmt zu sein“, meinte der Arzt.
„Er ist verschlossen!“, sagte der Lehrherr.
„Er ist verträumt. Was soll nur aus ihm werden?“
„Ich kann ihn nicht brauchen“, urteilte der Chef.
„Er vergrämt mir die Kundschaft.
Er spricht kaum.
Er hat keinen eigenen Kopf.
Er fragt aber auch nichts.
Er ist ein seltsamer Kauz!“
„Organisch ist er aber gesund!“ sagte der Arzt.
„Und er war so ein hübsches Kind. Alle kümmerten sich um ihn: die Familie, die Schule, es fehlte ihm an nichts. Aber er wurde mit dem Leben nicht fertig. Die armen Eltern”, flüsterten die Nachbarn nach seinem Selbstmord!
von Theo Schmich

„Hannover“ (Pseudonym)
jane doe,
Das ruft Asoziationen zu
https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ID02902304.html?ProvID=11000522&gclid=EAIaIQobChMIts_y-Mq83QIVUOJ3Ch0fsA7kEAQYASABEgKI5vD_BwE
hervor.
Danke für die Anregung^^

Die Hälfte allen Unglücks – vom gröbsten bis zum feinsten –
geht auf Unwissenheit oder Denkfehler zurück, gewollte oder
ungewollte Ungeistigkeit.
(Christian Morgenstern)

Menschen ~ Liebe
Ich mag jene,
die unter die Oberfläche sehen
und den Blick in die Weite
zu richten vermögen,
ohne sich selbst dabei
aus den Augen zu verlieren.
Jene, die vom Leben gezeichnet
und von der Liebe zum Menschlichen
erfüllt sind - so sehr,
dass diese endlos strömende Kraft
in ihnen ein Zuhause,
eine Heimat gefunden hat.
~
Worte: © Béatrice Tanner

Die Weisheit des Lebens besteht im Ausschalten der unwesentlichen Dinge!
(China)

Nur der Denkende erlebt sein Leben,
am Gedankenlosen zieht es vorbei.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

„Plauen“ (Pseudonym)
Die spreewaldpuppen
Da stehn sie aus, in stärke und in spitze,
vorn ausgestopft und hinten formig rund.
Bereit zum aufziehn, unkränkbar durch witze.
Der händler rühmt: die rosaroten backen
sind abwaschbar, gehn nicht so leicht kaputt
als souvenirs, und handlich zu verpacken!
Die spitzen rascheln, wenn die puppen sprechen.
Ihe singsang klingt befremdlich, doch sehr schön,
ist immer heiter, lindert auch gebrechen!
Das wasser fließt, die kähne laufen über.
Das geld, es knistert und die kasse klingelt.
Greift zu, der händler ruft, bald ist´s vorüber!
Für staunemann die letzte, reich sie rüber!
Der nimmt gleich maß, renkt ihr die glieder aus.
Die puppe nickt noch lange, hats nicht über.
Róža Domašcyna

Gewohnheiten sind die Fingerabdrücke des Charakters.
(Alfred Polgar)

„Plauen“ (Pseudonym)
das fahrrad
die farbe blau
ich lehnte es an die mauer des rathauses
fahrradschlösser brauchte man damals noch nicht
verscharren werden sie dich wie einen hund
drohte der gemeindebedienstete
wenn du aus der kirche austrittst
kein grab, keine beerdigung, nichts
ich stieg aufs fahrrad
aufs blaue
erleichtert und frei
und doch auch leise zitternd
und in sorge bedacht
auf unfallfreies heimkommen
irgendwie
Josef Brustmann

Die Gier
Was ist das für ein Tier?
Die Gier.
Es frisst in mir,
es frisst in dir.
Will mehr und mehr und frisst uns leer.
Wo kommt das her,
das Tier?
Und wer erschuf sie nur,
die Kreatur?
Wo ist das finst’re Höllenloch,
aus dem die Teufelsbestie kroch?
Die sich allein dadurch vermehrt,
indem sie dich und mich verzehrt.
Und wann fängt dieses Elend an,
dass man genug nicht kriegen kann?
Und plötzlich einfach so vergisst,
dass man doch längst gesättigt ist
und weiter frisst und frisst und frisst.
Und trifft dann so ein Nimmersatt
auf jemanden, der etwas hat,
dass er nicht hat
und gar nicht braucht –
dann will er’s auch.
Wie? Das soll’s schon gewesen sein?
Nein! Einer geht bestimmt noch rein!
Und überhaupt –
da ist doch wer,
der frisst tatsächlich noch viel mehr.
Und plötzlich sind sie dann zu Zweit.
Die Gier und ihre Brut:
der Neid.
Das bringt mich noch einmal ins Grab.
Dass der was hat, was ich nicht hab.
Dass der wo ist, wo ich nicht bin.
Das will ich auch.
Da muss ich hin.
Warum denn der?
Warum nicht ich?
Was der für sich,
will ich für mich!
Der lebt in Saus
und lebt in Braus
mit Frau und Hund und Geld und Haus
und hängt den coolen Großkotz raus.
Wahrscheinlich alles auf Kredit.
Der protzt und prahlt
und strotzt und strahlt.
Wie der schon geht,
wie der schon steht.
Wie der sich um sich selber dreht.
Und wie der aus dem Auto steigt
und aller Welt den Hintern zeigt.
„Blasierte Sau!“
Und seine Frau
ist ganz genau
so arrogant und degoutant.
Und diese Blagen,
die es wagen,
die Nasen so unendlich hoch zu tragen.
Da hört er aber auf der Spaß!
So kommt zu Neid und Gier:
der Hass!
Und sind die erst einmal zu Dritt,
fehlt nur noch ein ganz kleiner Schritt.
Bis dass der Mensch komplett verroht
und schlägt den anderen halbtot.
Und wenn ihr fragt,
wer hat ihn bloß soweit gebracht??
Das hat allein die Gier gemacht.
Vom Rhetorikakrobaten unter den Kabarettisten: Wilfried Schmickler

„Norden“ (Pseudonym)
Eben in einem Profil gelesen:
"Widerstehe nie einer Versuchung, wer weiß ob sie wiederkommt!" - Oscar Wilde ☺

„Plauen“ (Pseudonym)
Die guten Jahre
Die 90er Jahre, wird man dereinst
sagen, waren besser, als die 30er, und die
30er Jahre waren besser als die 40er, aber
schlechter als die 50er und 60er.
Aber die 90er waren nicht besser
als die 70er und auch nicht als die 80er,
in denen alles zum ersten Mal da war:
Die nackte Frau im Gebüsch; der angebrochene
Unterkiefer; die ersten verstohlenen Blicke;
die ausgetricksten Bullen; das Mädchen
mit dem verschrumpelten Arm, und dem
unaussprechlichen Namen; der erste Kippen;
der Hunger; die gefrorenen Finger;
Hannes’ Tod; Zieglers Tod; Ninas Tod;
Mischas Tod; der Tod des alten Mannes
von über uns, und der Wahnsinn
seiner Frau, die alle Wasserhähne aufdrehte,
als wolle sie sich und das ganze Haus
davonschwemmen; der Blick
des Jungen, dessen Eltern die Tür
abschlossen, bevor sie sich
auf den Weg in den glorreichen
Westen machten.
Florian Günther

„Holzminden“ (Pseudonym)
Gestern im Radio gehört (und leider den Urheber nicht mitbekommen):
Das wahre glück ist, wenn man mit Leuten, mit denen man absolut nichts zu tun haben möchte, absolut nichts zu tun hat.