Mikroplastik & Co - Spielen Ökokriterien und Fairness in Euren Kaufentscheidungen eine Rolle?

in „Shopping und Bekleidung“

Zu diesem Thema gibt es 44 Antworten

„Schwelm“ (Pseudonym)

@Polygon

Eine Sammlung von Adressen die nachhaltige Bekleidung anbieten finde ich sehr begrüßenswert, würde Dich aber bitten diese in einen separaten Thread zu packen. Hier würde ich gerne etwas allgemeiner und breiter zum Thema persönliche Konsequenzen und Kaufentscheidungen reden/schreiben.
Mir geht es eigentlich um persönlichen Austausch und nicht um eine Link-Sammlung...(ich hab mich da schon etwas von Dir anstecken lassen...*hust)

„Schwelm“ (Pseudonym)

Polygon 4.10.2019.................1.01Uhr
Ganz einfach: Wir unterstützen indirekt durch kauf der "Billig- und Fashion-Klamotten" das andernorts nicht nur Menschen ausgebeutet und wie Sklaven behandelt werden. Sondern auch alle möglichen Stoffe dort ungehindert in die Natur gelangen. Farben und andere chemischer Abfall der Textilindustrie einfach so in Flüsse und Meere geleitet werden. Es gibt einige Photos bei denen man das tägliche Ableiten der Abwässer (Zumeist Schwarzwasser, also komplett ungefiltert) sehen kann.

https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/textilindustrie-vergiftet-gewasser
https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/20121203-Toxic-Threads-Textilindustrie-China-Zusammenfassung.pdf

Zum Thema Mikroplastik:

https://blogs.nabu.de/mikroplastik-landet-im-meer/
Mikroplastik: Von der Waschmaschine ins Meer
18.11.2016

https://utopia.de/kleidung-fasern-mikroplastik-34770/
So macht unsere Kleidung die Meere kaputt
13. November 2016




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Ich habe den Originalbeitrag ausgeblendet, weil der Rest der sehr detaillierten Angaben jetzt in einem separaten Thread zu finden sind.
Danke für die Kooperation, Polygon! ;-)
https://www.rubensfan.de/forum/_updated/bekleidung-textilien--100-baumwolle,-nachhaltig,-bio,-europaeische-deutsche-produktion--link-liste-id-17235

„Neu-Isenburg“ (Pseudonym)

Ja, ich versuche es schon, so gut es geht ... allerdings nach dem Prinzip: erst mich selbst retten, dann den Rest der Welt.

Nicht alles lässt sich so umsetzen wie man es sich theoretisch wünscht. Bei Kleidung habe ich da grössenbedingt einfach von vorneherein denkbar schlechte Karten.

Bei Wasch- und Putzmittel achte ich drauf. Und ich versuche wenig Verpackung zu kaufen, Bio-Lebensmittel etc..
Allerdings habe ich ja auch immer mal wieder eine Kochkiste abonniert, wo jedes Teil einzeln verpackt ist, das Ganze nochmal verpackt und das dann auch noch verschickt wird. Also schlmmer gehts quasi kaum.
Da ich generell recht unorganisiert bin und mir die Kiste (sehr) hilft meine Esstörung im Griff zu haben, sprich mir viel Organisation abnimmt und mich sehr nachhaltig davon abhält in zerstörerisches Essverhalten zu rutschen + ich wesentlich weniger (sprich: gar keine) Lebensmittel wegwerfe, rette ich da zuerst mich selbst.

Bei Plastiktüten fühle ich mich schon in der zweiten oder dritten Runde. Zu meiner Schulzeit war schon "Jute statt Plastik" angesagt ... scheinbar haben das 2/3 meiner Generation aber wieder "vergessen" und sind heute erneut auf die geniale Idee einen Stoffbeutel zum Einkaufen mitzunehmen stolz ....

Für wiederverwendbare Binden und Menstruationstassen fühle ich mich zu alt 😅 - so kurz vor "Schluss" stelle ich mich nicht mehr von Tampons darauf um - bei den Binden weiß auch nicht ob ich das wirklich umweltschonend hinbekäme ... das wäre wieder ein logistischer Aufwand der mein chaotisches Gehirn überfordert.
Also auch da in gewisser Weise - erst sich selbst retten, dann die Welt.

Mit dem Auto fahre ich viel zu viel. Ist so. Ist nicht gut. Daran muss ich arbeiten und etwas verändern.


Ich versuche möglichst wenig Elektronik zu haben.
Fernseher, Surround Boxen, Musikanlage ... alles gar nicht erst angeschafft. Handies versuche ich so lange wie irgend möglich zu verwenden. Auch das scheiterte meist an meinem chaotischen Charakter - sprich, sie fallen mir ins Klo, werden in der Waschmaschine mitgewaschen, knallen auf den härtesten Steinboden weit und breit ... :-(
Meinen I-pad brauche ich für das Studium, meinen Laptop für die Arbeit, ausser dem Schrittzähler wars das eigentlich an Schnick-Schnack.

„Dillingen an der Donau“ (Pseudonym)

"Für wiederverwendbare Binden und Menstruationstassen fühle ich mich zu alt 😅 - so kurz vor "Schluss" stelle ich mich nicht mehr von Tampons darauf um"

Ich hoffe, dass jetzt nicht gleich wieder das halbe Forum peinlich berührt und angeekelt ist, aber das muss ich doch mal kurz aufgreifen. Hast du das mit dem kurz vor Schluß untersuchen lassen? Das ist ja möglich. Du kennst ja mein Alter, bei mir ist noch nix mit Schluß, immer noch nicht, ich habe einen Zyklus wie ein Uhrwerk.
Für mich ist das allerdings keine Umstellung, seit Jahrzehnten verwende ich Alternativen, waschbare Binden, Schwämmchen und Menstasse. Natürlich muss man das waschen, allerdings wird für die Produktion von Einmalartikeln auch Wasser verbraucht (und nicht nur das), insofern ist das dennoch ökologischer.
Womit ich hadere das sind die Schwämmchen, die sind für schwächere Blutung toll, aber Schwämme sind eben so ein Tier-Grenzfall. Es sind Tiere, wenn auch solche, die lange als Grenzfall betrachtet wurden (und zuvor als Pflanzen), weil sie sehr "niedere" Tiere sind und ihnen viele "Eigenschaften" (z.B. Atmung) fehlen. Aber dennoch habe ich mich dagegen entschieden welche nachzukaufen, vorerst.
Dass eine Umstellung nicht ohne ist, kann ich sehr gut nachvollziehen, aber "kurz vor Schluß", da wäre ich zurückhaltend. 😀😁

„Neu-Isenburg“ (Pseudonym)

Wer nichts vom Thema des weiblichen Zyklus lesen will, hat jetzt Gelegenheit wegzuklicken. Wer weiterliest, darf sich nicht hinterher darüber beschweren was er gerade gelesen hat.






ich habe einen Zyklus wie ein Uhrwerk.


Ich auch, ich rechne auch nicht wirklich bald mit einem Schluss, es gibt dafür keine Anzeichen ... ich kenne mich aber gut genug, um zu wissen, dass nur gute 30 weitere Jahre den Aufwand lohnen würde, den eine Umstellung für mich bedeuten würde und die sind glaube ich dann doch nicht mehr drin. ;-)
Das klingt total verrückt und borniert, das ist mir klar, ist aber halt trotzdem so ... ich denke als junges Mädchen hätte ich sofort gewechselt. Inzwischen habe ich so viele andere Baustellen die erstmal dran sind - nun ja.

„Schwelm“ (Pseudonym)

Ich sach nur einundfünfzig ..da wars geschafft....Jippppieh!! 🙋🙆💆

„Dillingen an der Donau“ (Pseudonym)

Wer nichts vom Thema des weiblichen Zyklus lesen will, hat jetzt Gelegenheit wegzuklicken. Wer weiterliest, darf sich nicht hinterher darüber beschweren was er gerade gelesen hat.







"ich kenne mich aber gut genug, um zu wissen, dass nur gute 30 weitere Jahre den Aufwand lohnen würde, den eine Umstellung für mich bedeuten würde und die sind glaube ich dann doch nicht mehr drin. ;-) "

Das könnte eng werden, ja. 😀

Ja, gut möglich, dass sich mir das überhaupt nicht als Drama darstellt, weil ich es nicht anders kenne. Zudem kann ich aus gesundheitlichen Gründen gar keine Tampons verwenden, da sind die Alternativen auch gar nicht unvorteilhaft dann.
Achso, ja, ich ergänze, dass es einige Situationen gibt (länger unterwegs o.ä.), in denen ich dann auf Einmalprodukte zurückgreife.


"Ich sach nur einundfünfzig ..da wars geschafft....Jippppieh!! 🙋🙆💆"

Und das ist gar nicht mal so früh, wie so mancher denken mag. Lustig ist das immer, wenn Männer glauben, dass ich rein alterstechnisch verhüten würde 😂😂😂 (von STI mal ganz abgesehen).
Was hab ich als Mädchen und junge Frau das Frausein mit diesen lästigen Dingen verflucht. Jetzt wo ich mich langsam an alles gewöhnt habe, muss ich mich daran gewöhnen, dass es mir fehlen wird.
Was hätte ich früher darum gegeben, meine Gebärmutter loszuwerden, jetzt wo sie vielleicht raus muss, fühlt es sich an als ob ich etwas ganz wichtiges verlieren werde. *grummel grummel grummel

„Varel“ (Pseudonym)

Welche Stoffe sind denn jetzt eigentlich "ökologisch"? Ich bin immer verwirrt, wenn z.B. Polyester noch als "ökologischer" als Baumwolle eingestuft wird (z.B. Links siehe unten). Normalerweise wäre ich #TeamViskose (hauptsächlich aus Cellulose) (vorzugsweise Lyocell - dann mit weniger Chemie) (haltbarer (farb- und formstabiler) als Baumwolle, angenehmeres Tragegefühl und auch natürlich).

Link: https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2011/10/updated_fibre_benchmark_july2011_1_jpg_11326.jpg

Was ist denn - außer Second-Hand - gut für die Umwelt?

„Dillingen an der Donau“ (Pseudonym)

Die Hashtags haben es dir aber gerade schon angetan?! 🙈

„Schwelm“ (Pseudonym)

@Eliza Day
Das ist eigentlich ganz einfach:
VERZICHT! ist der allerbeste Umweltschutz.
Etwas garnicht erst neu kaufen/ersetzen.
Sich beschränken auf das NOTWENDIGE ist der beste Ressourcen/Umwelt/Gewässerschutz.
Klingt komisch, ist aber so.

„Schwelm“ (Pseudonym)

@mcbaa

Ich finde es auch den richtigen Ansatz, die Dinge die nun einmal da sind (in Deinem Fall die Synthetikfasern) so lange als möglich zu nutzen.
Mit dem Guppyfriend habe ich keine eigenen Erfahrungen, halte ihn aber auch für einen guten Ansatz, da die aufgefangen Fasern eben nicht direkt in die Gewässer gelangen sondern dann eben "nur" auf Deponien :-(
Er sollte eben nur als Zwischenlösung verwendet werden (solange alte Kleidung noch ihren Zweck erfüllt) aber nicht als dauerhafte Möglichkeit neue Polyester anzuschaffen. DAS zumindest entnehme ich der Einschätzung von "utopia".
https://utopia.de/ratgeber/guppyfriend-wie-empfehlenswert-ist-der-waschbeutel-gegen-mikroplastik/

„Schwelm“ (Pseudonym)

Ich finde es eine gute Überlegung und würde es auch probieren :-)

(Das mit dem "schönreden" hatte ich auch überhaupt nicht so verstanden..)

„Varel“ (Pseudonym)

@Ilse Wenn du es ins Extrem treibst, ist sogar der Verzicht auf die eigene Existenz besonders umweltschonend. ;) Jeder kann Umweltschutz gerne zum maßgebenden Faktor für seine Lebensentscheidungen machen, ich werde das nicht tun, weil ich finde das Lebensqualität auch wichtig ist. Warum: Weil ich ein egoistisches, humanoides Raubtier bin. ;) Aber ich bin gerne bereit sinnvollere Entscheidungen zu treffen.

Ich habe z.B. eine wiederverwendbare Edelstahl-Brotdose (aber eine mit Silikonverschluß, weil die anderen einfach nicht dicht halten), nutze wiederverwendbare, große Tragetaschen(Ikea Frakta) (aber aus Plastik, weil u.a. darin auch meinen Müll herunter trage und wem jemals eine Mülltüte im 3. Stock gerissen ist, weiß warum), nutze (normale) Rasierklingen einfach sehr sehr lange (weil der Hobel gefährlich ist, früher habe ich mir hin und wieder mal die alten Klingen von meinem Freund gemobst, weil die halt für Frauen noch lange funktionieren, wenn sie für den Bartwuchs schon zu stumpf geworden sind), teste Seifenstücke, nehme recyceltes Klopapier, schaue, ob es Sachen, die eigentlich aus Plastik gäbe, auch aus Bambus gibt etc.. Solche Tipps fände ich hilfreich.

Funktioniert das mit den Gurken-Schwämmen?

Von Second-Hand-Kleidung bin ich persönlich übrigens wieder abgerückt, weil man das im Plus Size Bereich halt fast nur online machen kann und dabei ergaben sich für mich zu viele Fehlkäufe, die ich dann entsorgen mußte. Das lohnt einfach nicht. Lieber die Sachen kaufen und benutzen, die man wirklich verwendet. Nachhaltige Plus Size Kleidung gibt es inzwischen zwar (z.B. von Reformation etc.), aber das Zeug ist einfach zu teuer und es gibt halt nicht für jeden Stil was. Wenn ich die Sachen kaufen würde, wäre ich zwar für den Baliurlaub richtig angezogen, aber nicht für meinen Alltag.

„Dillingen an der Donau“ (Pseudonym)

"Von Second-Hand-Kleidung bin ich persönlich übrigens wieder abgerückt, weil man das im Plus Size Bereich halt fast nur online machen kann"

Das geht mir ähnlich. Wir haben hier ein SecondHand Kaufhaus, da hören die großen Größen bei 50/52 auf.




Naja, es ist doch in der Ökologie immer ein Ringen mit dem kleineren Übel? Dass Baumwolle (z.B.) 100%ig ideal ist, das stand ja nicht wirklich zur Debatte.