"@Alea.iacta.est
Das ist dann aber etwas anderes als die private Krankenversicherung pauschal abzuschaffen."
Weil Zusatzversicherungen auch private KV sind? Kann sein. Ist geschenkt, dass ich das falsch formuliert habe.
Private KV, ausser Zusatzversicherungen abschaffen.
@ Alea
"Alternativ wäre es natürlich auch möglich, dass sich Private bspw. ebenfalls nicht heraus picken dürfen, wen sie nehmen und wen nicht, also z.B. keine chronisch Kranken. Das ist ja wie so oft das Problem, Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen. Das darf einfach keine Option sein."
Daran würde sich aber auch im Rahmen der privaten Zusatzversicherungen nichts ändern.
Da sollte man dann eben auch realistisch bleiben.
"Daran würde sich aber auch im Rahmen der privaten Zusatzversicherungen nichts ändern.
Da sollte man dann eben auch realistisch bleiben."
Nochmals: es geht (mir) nicht um Zusatzversicherungen.
Wenn ich z.B. von der Rentenversicherung spreche, Beiträgen zur Rentenversicherung, dann meine ich auch nicht, dass jemand privat versorgt.
Wenn ich das richtig im Kopf habe, dürfen Betriebe, die intern andere Vereinbarungen getroffen haben, diese auch beibehalten. Es gilt also nicht zwangsweise für jeden Betrieb, dass die AU ab Tag 1 vorliegen muss.
Ich schätze, AU ab Tag 1 wird genau so ein Rohrkrepierer wie der Tankrabatt. Wer vorher bei akutem Brechdurchfall 1 oder 2 Tage im Bett blieb, wird sich jetzt in die Arztpraxis schleppen und 7 Tage AU geschrieben da wieder rausgehen.
Die Ärzte sind jetzt schon heillos überrannt, jetzt bürdet man ihnen also das noch on top auf.
Ich gehe davon aus, dass unsere Regierung darauf hinarbeitet, die Lohnfortzahlung zu kappen.
Zuerst werden nur die betroffen sein, die Dank interner Regelung weiterhin die ersten 3 Tage ohne AU daheim bleiben, danach wird die Entgeltfortzahlung dann generell fallen.
Wahrscheinlich glauben unsere Politiker, dass das ein positiver Kick für unsere Wirtschaft sein kann. Das war mein erster, spontaner Gedanke dazu. Ob und wie das rechtlich überhaupt wahrscheinlich wäre, kann ich nicht beurteilen. Ich meine aber, dass Lohnfortzahlung bzw. deren Kürzung/Abschaffung bereits mal Thema war.
Wie zufrieden bin ich mit meiner Gesundheitsversorgung?
So la la.
Tatsächlich sind wir hier im Umkreis generell ziemlich gut aufgestellt, besonders, was Übergewicht angeht. Also MRT mit extra großem Durchmesser, Kliniken mit entsprechender Ausstattung usw. Die meisten Termine macht man online. Und das geht erstaunlicherweise oft ziemlich fix. Mein Sohn hat auf ein MRT nur 2 Wochen warten müssen, da habe ich schon von ganz anderen Wartezeiten gehört.
Lediglich Hausarztsuche ist direkt vor Ort eine Katastrophe. Meine Hausärztin wollte schon lang in Rente, ist selber viel krank, dementsprechend ist die Praxis oft kurzfristig zu. Nachfolger nicht in Sicht. Junge Leute werden gar nicht mehr aufgenommen und müssen auf die Nachbarstädte ausweichen.
Dass man bei Terminen oft in 5 Minuten abgefrühstückt wird, sich um Infos und Möglichkeiten selber kümmern muss, das ist so das Leidigste. Besonders für Pflegebedürftige und Schwerkranke, die niemanden haben der ihnen hilft. Da kann schnell Chaos entstehen. Besonders der Informationsfluss zwischen Krankenhäusern und Praxen ist viel zu oft eine Katastrophe.
@ Apfel
"Ich gehe davon aus, dass unsere Regierung darauf hinarbeitet, die Lohnfortzahlung zu kappen."
Das wäre ja auch geplant gewesen und wäre in meinen Augen viel schlimmer. Aber das möchte der deutsche Arbeitnehmer eben nicht sehen, dass zumindest einige Politiker sich klar dagegen entschieden haben.
Das würde nämlich bedeuten man bekommt die ersten drei Tage keine Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber und dementsprechend kein Geld.
"Und das geht erstaunlicherweise oft ziemlich fix. Mein Sohn hat auf ein MRT nur 2 Wochen warten müssen, da habe ich schon von ganz anderen Wartezeiten gehört."
Mein Kind hatte dann letztlich so große Angst (Ausschluss Tumor, da wäre Zeit ja auch ein Faktor), dass es das MRT selbst zahlte.
Ich bin vor 1,5 Jahren umgezogen und es mussten alle Ärzte neu suchen werden. Einen Hausarzt habe ich mit Mühe und Not kurz bevor meine Medis (chronisch erkrankt) ausgingen gefunden. Zahnarzt habe ich recht zügig gefunden, Gynäkologe 10 ! Monate Wartezeit für einen Vorsorgetermin auch als Privatversicherte. Andere Fachärzte brauchte ich bisher nicht und darüber bin ich sehr froh. Was immer flott klappt, sind die Brustkrebsvorsorgetermine über das Screening.
In unserer Kreisstadt wurde jetzt die Geburtenstation und nun gibt es nur noch 1 Krankenhaus für Entbindungen. Betrifft mich nicht mehr, aber trotzdem nicht gut.
Für mich reicht die Versorgung aus, könnte aber sicher besser sein und im Laufe des Lebens wird Frau ja nicht gesünder. Wait and see.
Hm, ich bin da zwiegespalten. Mein Sohn und ich haben das Glück größtenteils gut versorgt zu sein. Auch, wenn es gedauert hat.
Meine Lipödem Diagnose hat z.B. über 20 Jahre gedauert.
Eine Orthopädin wollte immer nur ein Körperteil pro Quartal behandeln, obwohl das alles ineinander spielt.
Als bei meinem Sohn eine Erkrankung im Raum stand, die eine wesentlich kürzere Lebenserwartung gehabt hätte, wurde uns toll geholfen und nach 1 Jahr kam das Aufatmen.
Jetzt werden wir gut unterstützt, mein Sohn und ich erhalten unsere Therapien. Das einzige was dieses Jahr abgelehnt wurde, ist seine Folge-Reha. Die wird aber vermutlich nächstes Jahr durchgehen, da dies in dem Ablehnungsschreiben anklang.
Momentan habe ich viele Baustellen und versuche, so viel wie möglich jetzt anzugehen. Ich denke nicht, dass das in ein paar Jahren noch möglich wäre. Z.B. Hautstraffungen (auch im Hinblick auf Pflegenotstand im Alter und schaffbare Körperpflege durch das Pflegepersonal unter Zeitdruck, etc.)
Ich habe viel Diskriminierung von Ärzten erfahren, als ich um die 160kg hatte. Selbst eine Halsentzündung hätte ich, weil ich dick wäre, etc...
Was mich grade aufwühlt, ist die Nachricht über Jens Spahn, dass er Papa geworden ist. An sich freue ich mich für jeden, der seinen Kinderwunsch erfüllen kann/darf. In einer Ex-Beziehung war das ebenfalls Thema und wir hatten keine Chance auf ein Kind. (für Adoption und Dauerpflege herrschen bestimmte Voraussetzungen. Kurzzeitpflege möchte ich nicht. Ich habe viele "Geschwister" verloren, weil die Pflegekinder, die meine Mutter aufnahm, wieder gingen und man keinen Kontakt mehr hatte)
Jemand, der sich gegen Leihmutterschaft in Deutschland ausgesprochen hat und sich sein Kind über eine Leihmutter in Amerika austragen lassen hat... Mir fehlen da die Worte.
Der Pflegeschlüssel ist z.B. meiner Meinung nach in Krankenhäusern/Pflegeheimen viel zu niedrig angesetzt. Ich bin auch dafür Krankenkassen bis auf wenige zusammenzuführen.
Bei mir macht z.B. eine Krankenhauszusatzversicherung unsinnig. Da man mindestens 2 Jahre wegen einer Sache nicht in Behandlung gewesen sein darf.
Die Normalstation ist sehr überlastet. Ständig springen ständig irgendwelche Pfleger ein. Bei mir wurden z.B. Eiseninfusionen "vergessen" zu bestellen. Zum Glück habe ich die Handynummer des Chirurgen und so bekam ich diese dann am nächsten Tag.
Witzigerweise liegen bei meinen Aufenthalten oft auch Mitbetroffene von der Lipödemcommunity auf der Privatstation. Das ist dort ein Unterschied wie Tag und Nacht.
@P.W. eine gute Gynäkologin habe ich endlich nach 5 Jahren gefunden.
Mammographien gehen bei mir aufgrund einer früheren Krebserkrankung auch immer sehr fix zum Glück.
Mammographien gehen hier bei mir (RLP) über eine zentrale Stelle. Da muß man entweder in spezielle Großpraxen oder kann die Screening Busse nutzen, die quer durch RLP fahren.
Ich wohne 15-20km entfernt von NRW.
Sprich ich kann auch in Bonn mit einem großen Facharzt Aufkommen nutzen. ( Ich muß da nur irgendwie hin kommen.... Mit Bahn oder Fahrer vom Auto)
Koblenz sind über 40 km. Theoretisch gibt es da auch noch Möglichkeiten.
Das Krankenhaus in meinem Ort wurde letztes Jahr geschlossen. (Nachbarstraße) Jetzt fehlen oft Kapazitäten in der Kreisstadt oder den Nachbarorten, in denen es noch Krankenhäuser gibt. Der Rettungsdienst irrt dann auf der Suche nach freien Kapazitäten umher.
Uniklinik Bonn/ Anlaufstelle für ca 80km Umkreis....
Verschieden Ambulanzen/ Fachgebiete haben wir schon genutzt. Ich z.T schon vor 30 Jahren.
Die Ambulanzen hatten schon immer einen eigenen, mir nicht immer logisch ersichtlichen Arbeitsablauf ( ich komme aus der Branche, bin also nicht totaler Laie)
In den letzten 5 Jahren ist es immer verrückter geworden.
Mein alte Mutter hat es am Herzen, aber auch zu hohen Lungendruck. Also dort 2 Fachrichtungen.....Diese Ambulanzen schießen organisatorisch oft den Vogel ab. Entweder kommt man tel zur Terminvereinbarung gar nicht durch ( auch der Kardiologe nicht),auf offiziell angegebene E-mail Adressen werden E mail einfach nicht beantwortet, Termine dann ohne Rücksprache vergegeben, aber die Info kommt per Post 1 Tag später.... Und um an ein Folgerezept für von dort verordneten Medikamenten, muß man glatt dort hin fahren und persönlich vorsprechen. Anders erreicht man dort keinen. Nach 50x tel versuchen in 1 Woche und 10 Emails an verschiede Stellen der Herz- Ambulanz... keine Chance.
Da es vor Ort kaum Parkplätze gibt, bzw fußläufig für meine 80ig Jahrige Mutter viel zu weit weg sind , fährt sie erst 20 km Auto nach Bonn um sich dann mit einem Taxi vor die Herz Ambulanz fahren zu lassen, weil man selbst mit einem privaten PKW nicht ran fahren kann(also sie privat hin fahren geht auch nicht). Zumal man in diesem Irrgarten von Uni Klinik erstmal das richtig Haus finden muß. 🙄
Dann hat man einen Termin, wartet aber mit 80 anderen Leuten trotzdem Stunden lang und bei jeder Untersuchung wartet man nochmal.
Ohne Getränk und Butterbrot in der Tasche verhungert man da regelrecht bei 4 bis 5 Std Wartezeit. Weil man ja ggf auch nüchtern kommen soll...
Wir haben da schon mit gepackten Koffer für eine evtl Aufnahme gesessen, weil es ihr so mies ging und wir vorher keinen erreicht haben, um was abzusprechen....
Aber so sieht die Zukunft aus mit den spezialisierten Zentren für bestimmte Fachrichtungen.
Völlig überlaufen. Großkliniken und chaotische Organisation ( in jeder Fachabtl auch noch anders organisiert) und 5 Min Medizin, weil immer Zeitdruck ist.
Sehr frustrierend.
Ich schätze, AU ab Tag 1 wird genau so ein Rohrkrepierer wie der Tankrabatt.
Ja, ich denke auch, es wird vermutlich eine Maßnahme ähnlich der 10 € Praxisgebühr werden. Also die Schwächsten am härtesten treffen und unterm Strich deutlich mehr Kosten verursachen, als es bringt.
Es gab ja das Gerücht, dass sie das eh nur in den Raum geworfen haben, um vom GK-Gesetz abzulenken.
Hat ja größtenteils funktioniert.
"Ich habe viel Diskriminierung von Ärzten erfahren, als ich um die 160kg hatte. Selbst eine Halsentzündung hätte ich, weil ich dick wäre, etc... "
Ja. Ganz sicher kann man es natürlich nicht sagen, aber ich verorte eine nicht geringe Anzahl meiner schlechten Erfahrungen in diesen Bereich.
"Apfel
Heute, 12:36
Wenn ich das richtig im Kopf habe, dürfen Betriebe, die intern andere Vereinbarungen getroffen haben, diese auch beibehalten. Es gilt also nicht zwangsweise für jeden Betrieb, dass die AU ab Tag 1 vorliegen muss."
Genau, es ist eine Umkehr was Standard ist. Es ist ja auch schon immer möglich es so zu machen, wie es jetzt Standard wird. Irgendwie hatte ich auch immer das irre "Glück" genau in solche Betriebe zu geraten, in denen das so ist. Wenn ich mich nicht ganz arg täusche, dann waren es lediglich neun(?) Jahre in meinem Arbeitsleben nach dem gesetzlichen Standard.
Abgesehen davon musste man für das Krankengeld für kranke Kinder auch schon immer ab dem 1. Tag zum Arzt. Das fand ich schon immer die richtige Katastrophe.
Ich bin mit meiner aktuellen Gesundheitsversorgung sehr zufrieden. Hatte in den letzten Jahren etliche OP´s, die ich in meinem favorisierten Krankenhaus hier in der Stadt habe durchführen lassen. Dort fühlte ich mich immer hervorragend aufgehoben und betreut.
Allerdings sind meine Erfahrungen in Bezug auf die ärztliche Betreuung aufgeteilt in die Erfahrungen vor meiner Gewichtsabnahme und die Erfahrungen danach.
Über die miese, respektlose und diskriminierende Behandlung mit 160 kg könnte ich ein Buch füllen. Das geht über abgelehnte Behandlungen weil Behandlungsstühle nicht für das Gewicht ausgelegt waren, über ungebetene Vorträge während einer Angina, dass ich zu schwer sei und das 50. Lebensjahr nicht erreichen werde, über Vorträge eines fetten Orthopäden, dass ich zu schwer für meine Knie sei und daher alles ja kein Wunder wäre.
Nach meiner Gewichtsabnahme war ich plötzlich die gute ehemalige Dicke. Mit 85 kg bin ich nie wieder von irgendwem dumm angemacht worden. Das ist so traurig. Da der ganze Prozess eher schnell ging ist es, als sei bei den Ärzten ein Schalter umgelegt worden. Heute so, morgen so. Ich sags mal salopp: Ich finde das zum Kotzen.
Aber ok, Stand heute, bin ich nun halbwegs zufrieden, auch wenn ich weiß, dass Millionen dicke Menschen weiterhin unter ihrer ärztlichen Behandlung leiden und wahrscheinlich lieber erst kurz vor knapp überhaupt zum Arzt gehen, weil man sich das Drama einfach lieber ersparen möchte. So hatte ich es jedenfalls gemacht.
Danke, Tuppi Schleife … Jeder hier ahnt und weiß es ohnehin, dass es so ist - aber es tut sehr gut, diese Erfahrung aus erster Hand von dir zu lesen. Umso klarer, als es innerhalb eines recht kurzen Zeitraums geschah.
Es überrascht mich überhaupt nicht und zugleich schockiert es mich.
Ich wäre dafür das das Gesundheitswesen gekoppelt würde mit dem was man einzahlt
Und ich meine das sozial Schmarotzer oder Menschen die nie was eingezahlt haben auch nicht die besten Materialien erhalten zb beim Zahnarzt
Wow, MuD! 😵 🤯☠️🤢
Davon abgesehen: Wie lange warst du denn schon nicht mehr beim Zahnarzt? Die "besten Materialien" erhält man inzwischen ohnehin nur mit fetter Zuzahlung.
Vor 10 Tagen aber ich kenne genug Beispiele von Menschen die sich hier aufhalten dürfen sich gesundheitlich sanieren lassen und dann wieder nach Polen oder Tschechien fahren
Und nein ich bin weder Rassist noch würde ich Menschen in Not die Hilfe verweigern nur ausnutzen finde ich daneben
Und nein ich bin weder Rassist
Immer gut, wenn man das ausdrücklich dazu sagen muss!
@Carla ja manche verstehen was sie wollen und da muss man behilflich sein
Ubd sonst so MuD? Also zum eigentlichen Thema?
@ MuD
"aber ich kenne genug Beispiele von Menschen die sich hier aufhalten dürfen sich gesundheitlich sanieren lassen und dann wieder nach Polen oder Tschechien fahren"
Würde mich brennend interessieren wie das funktioniert. 🤔
Da schließe ich mich an. Nachdem ich gerade eine dicke Rechnung vom Zahnarzt bezahlt habe und aus Kostengründen eine Behandlung gar nicht machen lasse: ich bin sehr interessiert. 🤔
In meiner Wahrnehmung gibt es hier in Deutschland verstärkt Werbung um sich in Tschechien, Bulgarien, Ungarn, ... die Zähne sanieren zu lassen.