
„Unstrut-Hainich-Kreis“ (Pseudonym)
Ich kenne das, auch ohne Kinder zu haben.
6 Monate am Stück total unterbesetzt auf der Arbeit und die Hölle los, zusätzlich noch jede zusätzliche Aufgabe freiwillig und neue Mitarbeiter einarbeiten. Nach Hause, Haushalt, kochen, mit Freunden treffen, am Wochenende feiern und auf Jück sein. Dann mal ein Tag wo nichts zu tun ist und ich dreh durch. Weiß selbst nichts mehr mit mir anzufangen und alles was ich dann mache ist mir zu doof. Das endet dann in Schlafmangel, unruhigem Schlaf, fehlender Konzentration, totale Kopfschmerzen und Erschöpfung. Habe dann erstmal eine Woche Urlaub genommen und bewusst NICHTS getan und mich freiwillig zu Tode gelangweilt. Danach war ich wieder voll mit Energie und versuche mir die besser einzuteilen. Aber so Phasen hab ich immer mal wieder. Sich bewusst entspannen und bewusst nichts tun fällt mir manchmal verdammt schwer. Aber eine andere Lösung als sich mal absolut nur um sich selbst zu kümmern und sich selbst was Gutes zu tun gibt es wohl nicht. Es sei denn man will total erschöpft enden und wohlmöglich in einem "Burnout"...

„Schwarzwald-Baar-Kreis“ (Pseudonym)
@ Jessi
Deine Schilderungen zeugen stark von einem Burn-out, der scheinbar nicht überwunden wurde und unüberlesbar deine Lebensqualität sowie Gesundheit beeinflusst. Als alleinerziehende Mutter ist es gewiss nicht einfach alles, wie Kindererziehung/-betreuung, ggf. Job, Haushalt usw. unter einem Hut zu bekommen. Ein Partner alleine ist, wie du schon festgestellt hast, nicht einzig und alleine die Lösung. Ein guter und sensibler Partner könnte dir lediglich unterstützend helfen deinen Burn-out zu verarbeiten indem er dir einerseits ein paar Zeitfenster schafft, wo du für dich die Zeit bewusst nutzen kannst und andererseits aber auch zugleich dir eine Zuflucht der Geborgenheit gibt. Mit professioneller Hilfe und einem sozialen Umfeld, welches dich unterstützt, solltest du gut gewappnet sein und wenn es nur eine Gruppe von befreundeten alleinerziehenden Frauen ist. Eine gute Organisation untereinander ist unerlässlich im Interesse der Kinder…
Versuch, wenn es die Zeit und Umstände zulassen, etwas raus zu gehen und etwas zu unternehmen, was dich entspannt und von deinem Stressumfeld ablenkt.
Wünsche dir alle Kraft der Welt und drücke dir die Daumen dafür, dass du diese Lebensphase schnell und ohne sichtliche seelische sowie körperliche Spuren überstehst.

„Überlingen“ (Pseudonym)
@Jessi....
Ich schließ mich dem Epikureer da an.
Und kann nur sagen: Nimm solche Zeichen Ernst und konsultiere auch noch einen anderen Arzt.
Ich habe zwar keine Kinder, aber ich habe immer mich und meine Gesundheit hinten angestellt, weil ich meine kranke Mutter gepflegt habe und nen super stressigen Vollzeitjob hatte. 2006 bin ich Idiot sogar mit Wundrose arbeiten gegangen und hab mich geweigert im KH zu bleiben. Irgendwann rächt sich der Körper.
Deshalb, hör auf die Signale und such Dir vielleicht Rat bei einer Therapeutin (ich kann das das Netzwerk Frauen helfen Frauen e.V. empfehlen) oder einem anderen Arzt, der versucht die Ursache zu finden statt Dir nur Tabletten zu verschreiben.
Viel Glück....

„Reichenbach im Vogtland“ (Pseudonym)
Ich fühle mich jetzt durch unseren Hausverkauf, Räumung des Hauses, Sortieren, Kisten hin und herschleppen völlig ausgepowert und Ende ist erst Ende April in Sicht, Ausspannen ab dem 5. Mai. Ich fiebere schon der Kur entgegen und freue mich um jeden Tag, der endlich vorbei ist und ich geschafft ins Bett kullern kann. Ich glaube wenn ich es weiter so mache, dann wird mein Baby früher als erwartet kommen aber ich habe keine andere Wahl im Moment ;-(

„Bad Rappenau“ (Pseudonym)
So, erstmal danke an alle für eure Antworten und Tipps. Momentan kann ich ein Lied davon singen, wie extrem fertig ich wieder bin. Ich bekomm grade gar nichts auf die Reihe, bin total ausgepowert und antriebslos.
Schlafen, was ist das? Ich versuch jedes mal früher ins Bett zu gehen, mit dem Erfolg das ich wach da liege und kein Auge zu bekomme. Wenn ich dann endlich gegen zwei oder halb drei einschlaf, bin ich selber total gefrustet weil ich weiß das ich wieder viel zu wenig Schlaf bekomme. Muss ja um kurz nach sechs wieder raus. Tagsüber hetze ich wie immer von Termin zu Termin, obwohl ich dafür kaum Energie hab.
Und abends wenn ich dann eigentlich total erledigt bin und meine ich könnte endlich schlafen, fängt das Karussell wieder an sich zu drehen. Ich habs so satt. Und mittlerweile bin ich auch an dem Punkt wo ich sage ich kann auch nicht mehr. Meine Familie ist mir nicht wirklich eine große Hilfe, obwohl wir alle unter einem Dach leben, bzw. ich hab Oma und Opa und Tante mit im Haus. Im Gegenteil, die erwarten nur Leistung, machen mich noch nieder wenn ich am Anschlag bin, und erwarten zum Teil auch noch das ich ihre Sachen mit erledige.
Ich weiß aber das ich so nicht mehr weitermachen kann. Also werde ich eueren Rat versuchen zu beherzigen und mir mehr Hilfe holen. Wo genau ich zuerst ansetze weiß ich heute noch nicht, aber ich werd mich morgen schon mal informieren.
Nochmals ganz lieb Danke an alle.

„Berchtesgadener Land“ (Pseudonym)
willkommen in meiner welt...
seit positiven schwangerschaftstest vor drei jahren habe ich nicht mehr richtig geschlafen..
meine mutter wohnt zwar auch mit im haus, aber sie ist 76 und kann nicht mehr viel helfen. im gegenteil
weißt du, ich finde es eigentlich traurig. man kümmert sich um alles und hat sich selber auf der to-do-liste gaaaanz unten. immer kommen andere vor einem
stell dir vor, du bist ein auto. auch das muß regelmäßig zum tüv. und das auto kann nur eine zeitlang fahren, bis es wieder aufgetankt werden muß. genau das fehlt dir: du bist zu lange gefahren und nun fehlt dir das benzin (kraft, ruhe).
anlaufstellen sind dein hausarzt: mutter-kind-kur scheint mir richtig
oder sozialdienst: sie vermitteln auch babysitter und haushaltshilfen. so kannst du einen abend der woche mal nur für dich haben

„Rendsburg“ (Pseudonym)
Ich kann grubenpony nur zustimmen. Irgendwann bleibst du liegen und dann nüzt du deinen Kindern auch nichts.
Ich wünsch dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit und nehm dir ne Auszeit denn die brauchst du auf jedenfall.

„Weil am Rhein“ (Pseudonym)
Hi Jessi,
das Problem ist, das dein Kopf noch nicht realisiert hat, das du jetzt Feierabend hast.
Was helfen könnte, ist ein abendliches Ritual einzuführen z.B. das du dich 10 Minuten in der Küche hinsetzt, einen Tee trinkst und konsequent "gar nichts" tust. Der Kopf beruhigt sich ein wenig.
Außerdem können Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Phantasiereisen oder sanfte Übungen á la "Qi Gong" dir helfen, deinen Streßpegel zu senken.
Versuche bewußt dir abwechslungslose (kein Computer, kein Handy, kein Fernseher) Freizeit einzuplanen, in denn du nur aus dem Fenster guckst oder den Tag Revue passieren läßt. Unser Kopf braucht so etwas!
Vielleicht kann dir ja deine Familie 1-2h pro Woche "kinderfrei" geben, damit du etwas für dich tun kannst.Falls nicht, die oben genannten Sachen kann man auch gut zuhause allein machen
LG Ellen

„Bad Rappenau“ (Pseudonym)
So, nach ein paar Tagen Abstinenz, kann ich mal wieder eine Rückmeldung geben.
Also, mein Körper hat sich selber außer Gefecht gesetzt. Ich hab von jetzt auf gleich einen Magen Darm Virus bekommen. Lag dann erst mal flach. Gott sei Dank hatte meine Familie zumindest am ersten Tag dafür Verständniss, und hat sich um die Kinder gekümmert.
Am zweiten hatte ich schon wieder das Gefühl das ich voll da sein muss, obwohl es mir echt noch richtig schlecht ging.
Aber, ich hab auch gemerkt das ich wirklich langsam ein Problem habe, musste gestern nämlich einkaufen, und hab schon auf dem Parkplatz gemerkt das ich auch mental total am Boden bin. Waren mir zu viele Leute, ich wollte einfach nur noch Weg, und in meinem Kopf hatte ich nur noch den Gedanken das ich einfach Ruhe will.
Heute hab ich dann einen der wichtigsten Menschen für mich vor den Kopf gestossen, weil der die ganze schlechte Laune abbekommen hat.
So gehts einfach nicht mehr weiter. Kümmer mich ab morgen um eine Tagesmutter für meinen kleinsten, zumindest einmal die Woche, um einen Psychologen, und mit meiner Familie werde ich morgen auch reden, das ich einfach mehr Hilfe brauch, weil ich das alles einfach nicht mehr alleine schaffe. Zumindest momentan nicht.
Ich glaub das ist das einzig Richtige.
Danke noch mal an alle für die lieben Worte, ihr habt mir sehr weitergeholfen. Ich lass euch wissen wie es mir geht.

„Reinbek“ (Pseudonym)
-haushaltshilfe, wenn du krank bist-verschreibt der arzt
-mutter-kind-kur evtl. sogar getrennt voneinander
-familien-/einzelfallhelferin- infos gibt es beim jungendamt oder erziehungsberatungsstellen...

Was ich ganz schlimm finde, ist die Konditionierung in unserer Gesellschaft - immer schön auf die anderen schauen, denn wer sich um sich selbst kümmert ist ein Egoschwein.
Der Spruch aus der Bibel sollte meiner Meinung nach umgekehrt werden, damit jeder auch ein lebenswertes Leben haben kann.
"Liebe Dich selbst, wie deinen Nächsten"
Genau dann landest du nämlich nicht ganz unten auf deiner eigenen ToDo Liste, musst aber möglicherweise lernen mit Gemaule und Gemotze umzugehen.

„Berchtesgadener Land“ (Pseudonym)
@hannes
der spruch stimmt schon so. man soll seinen nächsten genauso wie sich lieben; d.h dass man sich nicht weniger lieben soll wie einen anderen. eigentlich die erlaubnis für ein bisserl egoismus
aber ich gebe dir recht: gesunder egoismus muss einfach sein