Warme Wechsel - Suche passenderen Partner, treffen wir uns?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 38 Antworten

„Vaihingen an der Enz“ (Pseudonym)

Aufgrund einer Diskussion per PN hätte ich gerne mal ein Stimmungsbild, wie ihr zum Suchen nach einem (noch) passenderen Partner während einer laufenden Beziehung steht.

Hintergrund: In diesem fiktiven Szenario gibt es in einer laufenden Beziehung Grund zu Unzufriedenheit. Man will in bestimmten Bereichen nicht dasselbe und der Konflikt ist nicht durch einen Kompromiss lösbar. Deshalb meldet sich einer der Partner bei einer Datingplattform an.

Diese Person spricht euch online an, es könnte passen.

- Wieviel moralische Integrität verlangt ihr von Fremden im Kennenlernprozess? Würdet ihr diese Person kennenlernen wollen?
- Habt ihr Verständnis für das Verhalten bei unüberwindbaren Konflikten, Spannungen oder Einschränkungen in sonst eigentlich guten Beziehungen?
- Ward ihr schon mal in einer ähnlichen Situation (als alter Partner, unzufriedener Partner, neuer potenzieller Partner)? Warum habt ihr entschieden, wie ihr entschieden habt?
- Falls ihr der neue Partner ward: Konntet ihr dem "warm wechselnden" Partner danach vertrauen?

„Uetze“ (Pseudonym)

Ich war mal die neue Partnerin bei so einem "warmen Wechsel"
Und furchtbar naiv...
Denn natürlich wurde ich dann nach einem Jahr genauso ausgetauscht.


Was ich differenzierter sehe sind Menschen,die sich offiziell getrennt haben, aber aus Gründen vielleicht noch gemeinsam wohnen oder nicht geschieden sind. Das kann man ja auch quasi nachweisen indem man z.B. den alten Partner einbezieht. Das setzt natürlich eine friedliche Trennung voraus. Was mir denjenigen aber fast noch sympathischer machen würde.
Aber das ist ja hier nicht gemeint.

Ja genau Apfel...dem gibt es nichts hinzuzufügen...ich würde auch sofort Abstand nehmen.

Das Problem ist nur meistens, dass man das nicht weiß. Es wird einem vorgelogen "ich bin schon lange geschieden"...irgendwann kommt dann die Wahrheit ans Licht. Diese Menschen wissen gar nicht, welch psychischen Schmerz sie auslösen...vermutlich ist es ihnen auch egal...

Ich selber habe mal "warm" gewechselt. Zumindest lauwarm. Die Trennung war ausgesprochen. Ich selber schon Monate vorher innerlich gegangen, aber noch nicht klar getrennt, weil ich in einer beruflichen Weiterbildung steckte und zum Prüfungsstress nicht noch Trennungsdrama wollte.
Ich habe dann auch noch zum besten Kumpel von meinem Ex gewechselt .
Puh. War alles nicht easy. Für keinen.
Aber die Trennung war klar ausgesprochen. Und wir haben alle versucht fair und rücksichtsvoll zu sein.

Stutzig wurde/werde ich bei Herren allerdings, wenn angeblich die Trennung geklärt ist, aber ich ständig ambivalentes Verhalten mitbekomme und die Partnerin nichts merken soll.
Die Stories "stinken" dann oft und sind "durchschaubar". Da werde ich dann "deutlich" in meinen Entscheidungen.
Dann gehe ich nämlich bzw steige erst garnicht ein in etwas, daß sich Beziehung nennt.

Man kann sich verlieben in den blödsinnigsten Situationen.
Kein Problem.
Aber dann sollten die Konsequenzen klar sein und auch " klar" gehandelt bzw danach gelebt werden.

Es sei denn, man will bzw braucht "Drama" im Leben,um sich ggf so deutlicher zu spüren 😏

Ich will das nicht.

Also ich möchte niemanden kennenlernen, der nicht die Eier hat, seine Beziehung selbst aufzuräumen. Verhältnisse zu klären. Oder aus Bequemlichkeit und Gewohnheit bei nem Partner bleibt, bis er was vermeintlich besseres gefunden hat. Da verlieren ja alle. Man verschwendet die Lebenszeit des alten Partners. Das finde ich respektlos. Der könnte ja in der Zeit jmd finden, der einen ehrlich liebt. Und als neuer Partner weiß man dann ja schon, das derjenige nicht an der Beziehung mitarbeitet und faire zwischenmenschliche Kommunikation auch nicht so seins ist. Und nach einer Beziehung sollte man besser ne Weile allein sein, nen richtigen Abschluss finden, daraus lernen, selbstreflrktieren, wieder sich selbst als Einzelperson finden... Sonst schleppt man seinen Scheiss wieder mit in die nächste Beziehung. Von Baum zu Baum springen,ohne einmal wieder erdhaftung zu bekommen, war noch nie gesund.

„Edewecht“ (Pseudonym)

Ach herrjeh - das ist ein sehr interessantes Thema, das für mich aber tatsächlich ein NoGo ist. Ohne Kompromisse. Ich beziehe mich jetzt auf Onlinedating, ich könnte es mir zwar auch im Reallife nicht vorstellen, aber das sind ggf andere Voraussetzungen so wie bei Teja nachzulesen.

Ich gebe zu, ich bin gerne hier, ich finde es sehr interessant und auch unterhaltsam, mich mit euch auszutauschen. Aber ich gebe auch zu, ich persönlich hätte immer die Befürchtung, dass ein Partner, den man im Netz kennenlernt, bei dem geringsten Zoff schon wieder "sucht" bzw das Suchen im Prinzip nie aufgibt.
Mag sein, dass ich besonders misstrauisch bin - nun habe ich aber auch schon Einiges erlebt - aber ich hätte einfach kein Vertrauen.
Nun ja - ich suche ja auch nicht :-) Mein Gspusi, mit dem ich nun seit über 5 Jahren mal mehr und mal weniger zusammen bin, habe ich im Reallife kennengelernt und unser "Lebens- und Liebes-Modell" ist genau das, was ich brauche und wofür ich echt dankbar bin. Ist unverbindlich, vielleicht etwas egoistisch, aber für uns beide genau richtig.
Ich habe mir schon öfter Gedanken gemacht, ob das Ganze irgendwann mal zu Ende ist - immerhin ist er 20 Jahre jünger - aber es hat zumindest momentan nicht den Anschein, und wenn, dann waren es wunderschöne Jahre :-) Und dafür bin ich wirklich dankbar :-)

Ich fände es übrigens auch dem "Noch-Partner" gegenüber nicht in Ordnung, ich bin einfach für klare Linie. Auch wenn es weh tut. Man muss sich nur immer vorstellen, man selbst sei in dieser schrecklichen Position - das will sicher keine(r).

Been there, done that.

Blind durch die Liebe hab ich mich damals auf Sie eingelassen, Sie damals noch verheiratet, was sie auch nie verschwiegen hat, und ich jung und naiv, der dachte, mir würde sowas ja nie passieren.

Keine 4 Jahre Beziehung später hat Sie dann mich betrogen...Danach hat sich mein Blick auf sowas maßgeblich geändert. Realität schlägt Ideologie...

Ist mir paar Jahre später mit einer "Single"-Dame hier auf der Plattform ebenso passiert, wo dann nach wochenlangem freundlichen Schreiben aufeinmal die Offenbarung kam, sie würde ja noch mit Ihrem Ex zusammen wohnen. Lustigerweise hat dieser mich auch mal hier auf der Seite angeschrieben und paar nette Zeilen in meinem Postfach gelassen.

Ich kann mir leider keine Szenerie vorstellen in dem so ein Warmer Wechsel irgendwie noch bei mir funktionieren könnte. Da wird einfach viel zu viel gelogen, ob man selber belogen wird oder der noch Partner ist mir egal, Vertrauen baut sich anders auf. Und eine neue Beziehung aufbauen und als Grundlage einen Partner zuhaben der quasi von einer Abhängigkeit in die Nächste wechselt. Ist vielleicht etwas zu Negativ gedacht, aber wenn meiner Partnerin vor mir nicht eigeständig ist, wird sie es mit mir oder eventuell nach mir es ebenso wenig sein.

Ich wäre an der Stelle auch raus. Es ist illoyal. Eine Garantie für die lebenslange Liebe gibt es nicht. Sich offensiv online umzusehen, weil man unzufrieden ist und vielleicht schon länger aussteigen will, ist schäbig.
Wie der Eine oder Andere schon schrieb, wird sich das vermutlich wiederholen, einfach weil es eine grundsätzliche Charakterschwäche zu sein scheint.
Es ist für mich etwas völlig Anderes, wenn man im echten Leben zufällig auf jemanden trifft, ohne das provoziert zu haben und dann schlägt der Blitz ein. Passiert. So ist das Leben. Dann muss man gucken, wie man sauber mit der Situation umgeht. In der oben beschriebenen Konstellation ist das Vorsatz und ich würden dankend verzichten.

Jeder verdient einen Menschen, der ihn von ganzem Herzen liebt und aufrichtig Ja zu der Chose sagt. Wenn ich zu dem Schluss komme, dass es für mich nicht ausreicht, trenne ich mich und habe das in der Vergangenheit auch schon getan- aus Fairness dem Anderen, aber auch mir selbst gegenüber.

Ich würde den Kontakt sofort abbrechen. Zum einen finde ich es furchtbar, wenn mein potentieller Partner seine Beziehung nicht richtig beendet und verarbeitet hat, zum anderen hätte ich im Hinterkopf, dass er mit mir irgendwann vielleicht genau so schäbig umgehen würde.
Ich denke, man sollte in einer Partnerschaft gleiche oder zumindest annähernd gleiche moralische Einstellungen haben und ich verabscheue mangelnde Loyalität und Unehrlichkeit.

„Frechen“ (Pseudonym)

Das ist schon eine sehr bequeme Haltung. Im sicheren Boot sitzen und sich nach dem noch passendenderen Gegenstück umschauen. Dieses Gegenstück ist dann wahrscheinlich Single, wünscht sich die gemeinsame Zeit und sitzt doch allein an Silvester, weil der andere Mensch ja den Schein wahren muss. Wo ist da der große Unterschied zu einer Affaire? Schließlich ist ja auch nicht sicher, ob man wirklich kompatibel ist und der neue Partner wird. Warum sollte man sich freiwillig in eine solche Situation begeben?
Mein Ding wäre es nicht, denn ich könnte einem solchen Menschen niemals vertrauen.

Spontan fällt mir zu diesem Thema der Spruch ein: drum prüfe ewig, wer sich bindet, ob sich nicht noch was bess'res findet
Online geht das ja ganz einfach und diskret. Ich finde es jedoch weder dem alten noch dem neuen Partner gegenüber fair oder ehrlich. Und es wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederholen.

Meiner Erfahrung nach haben Menschen, die den "warmen Wechsel" anstreben, oft insgesamt den Hang dazu schnell mit Lebenssituationen unzufrieden zu sein (ohne das für sich selbst zu reflektieren). Zum anderen können sie oft nicht mit sich alleine sein. Für ihr Selbstbild brauchen sie die Aufmerksamkeit anderer und natürlich haben sie da nur das Beste verdient. Also bleiben die Augen offen für potentielle Gelegenheiten.

Nach meiner Beobachtung sind diese Cheater*innen oft selbst sehr eifersüchtig. Sie wissen ja wie es läuft und das darf ihnen selbst nicht angetan werden.

Ich persönlich eigne mich nicht als Übergangs- oder Zweitfrau oder als Auffangstation für die Unzufriedenen dieser Welt. Würde ich einen Partner suchen, so müsste die Person definitiv alle alten Liebschaften sauber geklärt haben.

„Überlingen“ (Pseudonym)

Lol, ja der Wechsel im Flug ist schwer.
Ich war auch schon Übergangsmann und es machte nicht glücklich.
Wobei, einige Sau lustige Situationen gab es schon. Kann ich leider nicht erzählen, die Dame ist ja unter uns. 😁

Genau so, wenn jemand frisch den Partner an den Tod verloren hat. Da kann man zwar nicht beschissen werden, aber gegen Tote anzutreten ist noch schwerer.

Ich habe in so einem Fall sehr rum gezackert , gewartet und dann den richtigen Zeitpunkt echt verpasst.

Ich bin ja definitiv raus und jetzt endlich wirklich glücklich, aber ausgeschlossen hätte ich sowas nie.

Was ihr alles niemals nicht machen würdet. 🤣🤣🤣.
Bei den richtigen Menschen lässt man sich auf (fast) alles ein. Ich war zumindest so der Typ.

War schön und schmerzhaft zu gleich.
Ich habe aber nichts zu bereuen.
Lustig war es immer.

@AnfangsfunkeHH hat es auf den Punkt gebracht.
Ich eigne mich weder als Tröstefix, Übergangsfrau oder Affäre.
Darum habe ich niemals frisch getrennte, oder Männer mit dem Prädikat "es ist gerade schwierig" gedatet. Genauso wie Männer, die im Zuge der Kommunikation noch einen spürbaren Groll gegen die Ex hegten.
Ich brauche klare Kante und Verhältnisse und das Gefühl, das es wirklich um mich geht. Das ist einfach eine Charakterfrage.
Für mich ist die Fähigkeit zur Selbstrefelktion eine sehr wichtige Eigenschaft. Mir ist noch nie ein Warmwechsler untergekommen, der dazu wirklich im Stande war. Da wurde nicht geguckt, wo die eigenen Anteile sind und was man selber zum gelingen einer harmonischen Beziehung beitragen kann. Außerdem entspannt sich in solchen Konstellationen oft eine gewisse Opfer, Retter Dynamik. Das erstickt im Keim jede Augenhöhe.
Liebe die so beliebig austauschbar ist, hat für mich auch keinen großen Wert.
Wenn die Gefühle verklungen sind, sollte man sich respektvoll trennen und nicht aus Angst, vor dem alleine sein, Bequemlichkeit, oder der Sorge vor monetären Nachteilen bleiben, bis ein neuer Bettwärmer gefunden ist.

Wenn man so alt ist wie ich es bin, hat man schon das ein und das andere erlebt. Beziehungen, an denen man gehangen hat, so intensiv wie überhaupt irgendwie möglich, auch, weil da ein Kind mit "im Spiel" war, und man (ich) ohnmächtig mitmachen und durcherleben musste, wie die Partnerin sich langsam abseilt. Ganz, ganz langsam, aber ganz kontrolliert. Es gibt wirklich schöneres. Live is hard and heavy sometimes. Tut einfach sowas von weh, Du denkst, das kann sie doch einfach nicht so machen, und zeitweilig denkst du, das ist einfach nicht zu überleben ...

Später, sehr viel später hat sich herausgestellt, dass das einfach zu den besten Ereignissen ever gehörte. So kompliziert ist das.

Ich habe auch schon eine Frau sehr enttäuscht, weil das Beziehungs-Konstrukt sich einfach als komplett dysfunktional erwiesen hatte. Das tut mir heute noch aufrichtig leid, weil es mir eigentlich wirklich fernlag, sie zu verletzen, ich es aber getan habe. Ich hatte aber nicht irgendwie konkret nach einer Alternative gesucht, es ist einfach passiert.

"Warme Wechsel" - im Sinne von lass mal gucken, ob es noch was besseres gibt - missfallen mir total. Das ist kein gutes Mindset, so lassen sich keine verbindlichen, beständigen, erfüllenden Beziehungen führen ...

Aber es ist natürlich - wie immer - schwierig, wirklich alles richtig zu machen.

„Vaihingen an der Enz“ (Pseudonym)

Ein Teil von mir versteht die Logik, die in der Bequemlichkeit liegt, das Alleinsein zu vermeiden, gerade wenn man schon das Gefühl hat, "der andere weiß, dass es so nicht für immer sein kann sein". Aber oft ist es eben auch nur das eigene Gefühl und der Partner denkt: "Okay, er/sie sagt ja gar nichts mehr dazu, dann wird er/sie vielleicht doch auf den notwendigen Kompromiss eingehen..." Meist gehört ein gewisses Maß "im Dunkeln lassen" des existierenden Partners zu so einer Vorbereitung eines warmen Wechsels.

Aber gleichzeitig glaube ich, dass man in einer Partnerschaft nur glücklich sein kann, wenn man ein Team bildet: Ein Team, das loyal ist, ehrlich ist, in guten wie in schlechten Zeiten und wenn die Zeiten zu schlecht sind, dann sollte man nicht mehr in einer Partnerschaft sein. Dann kann man, wenn man früh genug und fair geht, vielleicht das ganze noch so verlassen, dass man nach einer Weile eine Freundschaft aufbauen kann. Wenn man bleibt, obwohl man eigentlich mental längst gegangen ist OHNE es klar anzusprechen, dann ist man der Typ Mensch, der bereit ist andere auszunutzen und damit i.d.R. kein guter Teamplayer. Auch im nächsten Team nicht.

Schön, dass einige hier den Gedankengang auch nachvollziehen können.

„Greiz“ (Pseudonym)

Ich halte davon gar nichts, Punkt. Würde ich nie machen und mich auch auf niemanden einlassen, der das so handhabt. Ist keiner Partei gegenüber fair.

„Eisenhüttenstadt“ (Pseudonym)

Ich glaube, es gibt genügend Menschen, die jemand Neues brauchen, um den Absprung aus der bestehenden Beziehung zu schaffen.

Die Frage ist ja, warum? Ist derjenige bis jetzt aus Bequemlichkeit, Unselbständigkeit oder Zukunftsangst geblieben. Ich denke, es sagt halt schon etwas über den Menschen aus.

„Greiz“ (Pseudonym)

Ich glaube gar nicht mal so sehr Bequemlichkeit...eher Angst vorm Alleinsein, weil man sich selbst nicht genug ist... ( auch wenn einem das entweder nicht bewusst ist oder man dass nie zugeben würde)

So ein Mensch ist immer aus den falschen Gründen mit jemandem zusammen, weil er gar nicht die Freiheit hat, sein Herz die Entscheidung treffen zu lassen, da das "Brauchen" größer ist....

Ne andere Erklärung gibt es für mich da nicht und sorry, mit so jemand will ich nicht zusammen sein. Macht mich gar nicht an.

Angst ist nie ein guter Ratgeber und macht einen total blind und lässt einen rücksichtslos handeln.

Nun erstmal würde ich es jemand nur sehr schwer abnehmen, daß bei einer bestehenden Partnerschaft überhaupt eine neue feste Beziehung und keine Affaire gesucht wird. Und selbst wenn ich es glaube, sonderlich charakterlich stark und fair ist es nicht. Und ob es nicht endloses Theater gibt und der andere Absprung aus und Verarbeiten der Beziehung überhaupt schafft?
Alles mehr rote Fahnen als bei einem Heimspiel von Bayern München.

Wo das Suchen nach einem (noch) passenderen Partner während einer laufenden Beziehung anfängt, darüber lässt sich aber streiten. Krankhafte Eifersucht oder versuchen krampfhaft den Partner vom anderen Geschlecht abzuschirmen halte ich für übertrieben. Und die Dynamik ob nun ein Mann oder eine Frau sich einfach nur auf einer Datingplattform anmeldet dürfte sich auch tendenziell unterscheiden.

Hm. Ja. Interessantes Thema.

Prinzipiell bin ich bei der Haltung "Niemals nie sagen".

Es kann sicher sein, dass man sich neu verliebt, obwohl man in einer Partnerschaft ist. Das ist eben so.

Und es gibt ja auch tatsächlich diese warmen Wechsel.

Es gibt auch mannigfaltige Gründe, warum sich jemand nicht aus einer Beziehung lösen kann, die vielleicht ganz grauenvoll oder toxisch oder... ist. Und da kann eine neue Bezugsperson vielleicht stärkend wirken. Oder. Oder.

Von daher möchte ich auch nicht generell bewerten, verurteilen, von mir weißen und/oder die moralische Keule rausholen. Wir sind alle nur Menschen.

Dennoch wäre es für mich persönlich nicht annehmbar gewesen, wenn mich jemand anschreibt der in einer Partnerschaft ist (wie ehrlich jemand das offen legt sei mal dahin gestellt), ich wäre da raus gewesen.

Schlicht, weil ich mir eine andere, wertschätzende, respektvolle, reflektierte Basis wünsche. Aus der Vergangenheit kann man ja lernen. Und Partnerschaften die nicht funktioniert haben hatte ich jetzt einfach genügend.

Ich glaube, dass ein neuer Mensch bei so einem geplanten warmen Wechsel nicht gemeint ist. Sondern, dass der neue Mensch eine Unterstützung, ein Halt, eine Ausweg, eine Krücke für die wechselnde Person ist. Das ist vielleicht nicht schön, aber auch ok. Man muss für sich entscheiden, ob man Krücke sein will und wie man sich damit fühlt.

Ich hatte schon eine Beziehung in der ich nicht gemeint war - auch ohne dass es da einen warmen Wechsel gegeben hätte. Und das hat sich nicht so super angefühlt. Obwohl klar war, das es uns beiden nicht um die große Liebe ging und so abgesprochen war. Und obwohl ich das bewusst entschieden habe, weil ich nicht wieder so tief lieben und dann Schmerz empfinden wollte. Es ging tatsächlich darum gemeinsam nicht allein zu sein, eine schöne Zeit zu haben, füreinander da zu sein. Alles gut. Aber nicht alleine sein meint eben nicht die Person. Darum habe ich das recht schnell wieder beendet.

Erkannt habe ich, dass es ohne tiefe Liebe für mich nicht geht. Das Risiko, dass man sich irgendwann nicht mehr liebt und der Abschied weh tut gehört zum Leben und macht die Liebe so wertvoll.

„Überlingen“ (Pseudonym)

Angst ist tatsächlich ein schlechter Ratgeber, da bin ich ganz bei Sommerblüte.

Meine ersten Erfahrungen mit dem Thema sind schon sehr alt. Mein Schulfreund ist mit der besten Freundin seiner Frau durchgebrannt.
Wir waren alle geschockt, heute 20 Jahre später, sind die beiden ein altes Ehepaar.
Ein anderer hat seine Nachbarin geschwängert, auch da blieben Kinder und 2 Ehepartner zurück. Auch diese beiden Sünder sind heute noch immer ein Paar.
Hart erkämpft und teuer hält irgendwie besser. 😁
Wo die Liebe hinfällt .... .

Bei einigen von euch habe ich den Eindruck, ihr baut euch selbst Hürden vor lauter Angst auf.
Warmer Wechsel, zu alt, zu jung, zu dick, zu dünn, zu weit weg, zu wenig gebildet, zu viel gebildet, zu arm, zu reich .... .

Es ist immer ein Risiko da, sich jemandem zu öffnen. Das Verletzungsrisiko ist ständig präsent. Das Scheitern gehört zum Leben.

Wer nicht wagt, kann aber auch nicht gewinnen.

Seit 2010 bin ich auf RF unterwegs und ich könnte ein Buch schreiben. 🤣

Da ist echt viel passiert, aber ich habe mich davon nicht beirren lassen.

Meinen Rucksack aus schlechten Erfahrungen habe ich meiner Partnerin nicht um die Ohren gehauen.

Jeder Mensch ist anders, das wird oft vergessen.

Neues Spiel, neues Glück. 🥂

Wer sich nicht traut, der bleibt in seiner Burg, ist auch nicht schlimm.

Es gibt hier wirklich Hammer Frauen, die schon jahrelang alleine sind. Ich wundere mich ernsthaft, aber ich glaube der Raster ist da einfach nicht optimiert. Wenn nicht der Traumprinz vorbei reitet und den roten Teppich ausrollt,wird das nix.

Wer mit beiden Beinen im Leben steht, wird einfach anspruchsvoller.

Das Single Leben hat auch was.