Vorstellungsgespräch

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 61 Antworten

„Wetter“ (Pseudonym)

Puuh ich habe am Donnerstag nach 20 Jahren das erste Vorstellungsgespräch für eine Vollzeitstelle als mehr oder weniger Rezeptionistin in einem grossen Unternehmen. Hatte am Mittwoch da mal angerufen weil das Stellengesuch über die Jobbörse lief und eigentlich Abitur gefordert war. Hatte dann direkt den netten Personalchef dran, habe gesagt das mich das total reizen würde, mir halt aber das Abitur fehlen würde usw.... Sind dann nett ins Gespräch gerutscht und am Ende meinte er ich sollte die Bewerbung reinreichen, mit einem Hinweis auf das 'Telefonat damit sie nicht in dem Wust an Bewerbungen untergeht. Gesagt, getan, Bewerbung noch am selben Tag reingereicht. Heute kam der Anruf, bei dem schon einige Fragen von seiner Seite abgeklärt wurden und dann die Einladung zum Vorstellungsgespräch am Donnerstag. Und jetzt ist mir echt schlecht. Wie gesagt eigentlich habe ich in meinem ganzen Leben noch kein Vorstellungsgespräch gehabt. Bin seit 21 Jahren in derselben Firma. Ich weiss schon nicht was ich auf die GEhaltsvorstellung antworwten soll. auch weiss ich nicht was ich anziehen soll und ob ich Unterlagen mitnehmen soll...wobei er ja eigentlich schon alles hat. Bin im Moment völlig unsicher, weiss nicht mal was man da gescheiterweise für Fragen stellt oder eben besser nicht stellt. Dazu kommt das ich auf einem Ohr taub bin, was aber so gut wie keiner merkt.....nur wenn man mir was ins ohr flüstern will.... sag ich das sofort? lass ich es DRauf ankommen? Fragen über Fragen, Zweifel, über Zweifel, sorry fürs tot schreiben, aber musste mal raus....

„Meschede“ (Pseudonym)

Ich drück Dir die Daumen. Rezeptionisten müssen als Aushängeschild top gepflegt sein ich würd mir das volle Wohlfühlprogramm gönnen, Friseur, Fingernägel und anziehen was seriöses, in dem Du Dich aber wohl fühlst, nicht kostümiert aussiehst, und in dem Du je nach Temperatur nicht zerfließt. Du musst den am Telefon ja schon sehr doll überzeugt haben wenn er Dich so an dem schriftlichen Bewerberwust vorbeischleust, das ist doch schon super! Willst Du wechseln oder musst Du...?

„Bad Waldsee“ (Pseudonym)

1. bei online-bewerbungen nehme ich vorsichtshalber das ganze nochmal in einer anständigen mappe mit. manche leute legen wert auf sowas.
2. ich würde eine schwarze hose / schwarzen blazer und drunter was helles überwerfen - ist ja schliesslich empfang = seriös.
3. das mit dem ohr kannst du erstmal unterschlagen - wenn du damit kein problem hast, reicht im fall der fälle ein hinweis auf "auf der ... (linken / rechten) seite hör ich besser. punkt."
4. gehalt ist schwierig. ich versuche generell abzulenken à la "klar hab ich eine gehaltsvorstellung, aber sie haben sicher einen firmeninternen rahmen" oder "was bin ich ihnen wert?".
ging allerdings auch schon mal nach hinten los, als ich wirklich gelöchert wurde und dann mit meiner einschätzung doppelt so hoch lag ... *öhm*

in jedem fall: nochmal tief durchatmen, was zur erbauung anhören (vielleicht "ride to agadir" oder den haka der all blacks) und dann reinmarschieren und freundlich sein.
alles gute! *daumen drück*

„Sindelfingen“ (Pseudonym)

hab ich eben richtig gelesen? Rezeptionistin und Abitur? wo soll das alles noch hinführen? Neulich hab ich ein stellenangebot gelesen, da bot ein discounter eine lehrstelle als einzelhandelskauffrau an, aber bitte schön mit abitur - verrückte welt

„Wetter“ (Pseudonym)

@ knusper das war genau die Frage die er auch gestellt hat, warum ich wechsel nach so vielen Jahren... aber das könnte ich ehrlich und schlüssig begründen. Durch die Scheidung möchte ich für mich selbst sorgen und das kann die alte Firma in Vollzeit und auch als Teilzeitkraft nicht stemmen...also muss was anderes her.... Zum Thema beeindrucken....witzigerweise habe ich mich nach 1,5 Jahren vergeblicher Suche aus lauter Trotz so gegeben wie ich bin und die Bewerbung so geschrieben wie ich es für richtig halte und nicht wie es Agenturen usw empfehlen.....und es hat funktioniert....

@albatross...hatte mcih schriftlich beworben, also fallen Unterlagen weg... schwarze Hose hatte ich mir auch überlegt....und mit dem GEhalt werde ich wohl ein wenig im Inet recherchieren müssen..

„Wetter“ (Pseudonym)

Zum Thema Abitur hat er gesagt das sie bewusst die Latte auf Grund schlechter Erfahrungen hoch gelegt haben. Gelernt habe ich Kauffrau im Eh.... aber ich halte mich oder vielmehr ich weiss das ich lernfähig bin.... irgendwie wird das schon gehen......hoffe ich doch

„Meschede“ (Pseudonym)

Zwiebel ich muss leider auch bestätigen dass man Leute, die anständig mindestens eine hier gebräuchliche Sprache geradeaus in Wort und Schrift beherrschen und Grundlagenkenntnisse in Mathematik mitbringen sowie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit kaum noch findet...

Gewitterhexe, den Wechsel darfst Du nicht mit dem Finanz-Argument begründen. Eher, dass Du von Grund auf ein solider zuverlässiger Mensch bist und langfristige Perspektiven schätzt, dass Du aufgrund der Scheidung eine völlige Neuorientierung suchst und eine ganz neue Herausforderung, um Deinem Leben jetzt eine andere Wende zu geben und ganz neu anzufangen.

„Wetter“ (Pseudonym)

@knusper... so ähnlich hatte ich es auch formuliert.....ich bin ja schon länger unglücklich im EH und hatte ja schon öfter mit dem Gedanken gespielt zu wechseln...Das ich solide und zuverlässig sein muss hat er von sich aus ins Gespräch gebracht, er hatte ja heute schon meine Zeugnisse vorliegen und da wird mir genau das bestätigt.

„Sindelfingen“ (Pseudonym)

@knusperCrunchy: ok, ich hab viel darüber gelesen, dass ein heutiger 10-klässler kaum noch allgemeinbildung aufweisen kann. aber eigentlich hab ich immer geglaubt (gehofft), dass das immer noch tatsächliche ausnahmen sind...

„Wetter“ (Pseudonym)

@zwiebel
Ich arbeite auch noch in der Fahrschule nebenher und wenn ich da sehe, was die 17-18 jhrigen zum grossen Teil für eine Einstellung haben und wie lange die brauchen bis sie die Theorie so einigermassen auf die Kette bekommen, da kann einem schlecht werden. Und wenns dann daran geht den Bremsweg oder den Reaktionsweg auszurechen......da sag ich stellenweise nur hiiiiiilfe.

„Meschede“ (Pseudonym)

Alder ey isch gib Bremse und wenn schteht dann schteht!

„Sindelfingen“ (Pseudonym)

na gut, dann gebe ich mich "geschlagen". du magst ja recht haben. aber ich bin auch der meinung: der umgang formt den menschen. wenn kinder in einer gemeinschaft groß werden, die noch allgemeinbildung und neugier vermittelt, kann aus den heranwachsenden doch auch was anständiges werden - auch ohne abitur. und liege ich da auch soooo falsch wenn ich behaupte, ein guter realschulabschluss ist immer noch besser als ein miserables abitur? ok, voraussetzung, du hast einen guten realschulabschluss, schon klar ;-)

„Sindelfingen“ (Pseudonym)

@KnusperCrunchy: nicht schlecht ;-)) aber sind das nicht die mit migrationshintergrund?

„Meschede“ (Pseudonym)

Zwiebel nicht dass ich wüsste, oder der Migrationshintergrund betraf den aus Ostpreußen eingewanderten Ur-Ur-Urgroßvater;-)

Vielleicht hilft es Dir, wenn ich Dir sage, worauf wir hier bei uns immer gucken, wenn sich Jemand bewirbt.

Ehrlichkeit und ein normales Auftreten sollten ja selbstverständlich sein.
Bei der Gehaltsfrage solltest Du, wenn Du die gängigen Tarife abgeklärt hat, mal überlegen, wie viel DU wirklich brauchst, um normal sorgenfrei über die Runden zu kommen.

Und im Zweifel ist auch bei nem ehrlichen Gespräch gut, wenn man vorschlägt, sich erst mal über ein (evtl. etwas niedrigeres) Anfangsgehalt zu einigen und wenn er sich von Deiner Leistung überzeugen konnte, dann kann er Dich ja leistungsbezogen bezahlen.
Das ist immer etwas, was einen Chef beeindruckt.
Du signalisierst dadurch selbstbewußtsein Deinem Können gegenüber. Außerdem sieht er Deine Bereitschaft, erst etwas zu leisten, bzw. zu zeigen, was Du leisten kannst, bevor Du Vorderungen stellst.

„Wegberg“ (Pseudonym)

@gewitter: ja recherchier im inet was du da so an gehaltsvorstellungen in das gespräch einbringen kannst. informier dich vorgängig über die firma. dann haben hier einige schon sehr gute tipps gegeben, denen ich mich anschliessen kann.
das mit dem ohr würd ich nicht grossartig erwähnen. ausser er fragt nach gesundheit (was er nicht mal dürfte). aber solange es dich in deiner arbeit nicht behindert, braucht er das nicht zu wissen.
betreffend fragen stellen: notier dir ein paar fragen und stell sie! das zeigt interesse! da gibts nette ratgeber auch im internet.
hier findest du tipps dazu:
http://www.jobscout24.ch/JS24Web/Content/Article.aspx?lng=de&wl=1&cmsaid=1285
oder hier:
http://www.treffpunkt-arbeit.ch/jobsuche/bewerbungstipps/
sind zwar seiten aus der schweiz (sorry bin von da), helfen aber in deutschland genauso gut.

und dann kann ich abschliessend nur noch eins sagen: ich drück dir die daumen, wünsch dir alles gute bei dem gespräch und sei wie du bist, dann klappt das schon.

„Stade“ (Pseudonym)

- übers unternehmen informieren (hp im i-net); nicht zuletzt um zu entscheiden, welche kleidung. schon mal am empfang der firma vorbeigegangen? die haben doch bestimmt auch jetzt jemanden. wie ist diese pers. gekleidet?
- offen und ehrlich sein - auch ruhig seine unsicherheit in der situation zugeben; nicht ein verhalten auflegen, das eigentlich nicht zu dir passt - das fällt auf.
- gehalt: welche aufgaben und verantwortung hast du jetzt? vergleich mit dem neuen job. bist du mit deinem jetzigen gehalt zufrieden? dann ggf. dieses gehalt umrechnen auf die neue std.-zahl. ggf. im i-net recherchieren, was man als gehalt nehmen könnte. (http://karriere-journal.monster.de/geld-gehalt/gehaltstabellen/jobs.aspx)
- mach dir gedanken über deine stärken und schwächen. wird gerne gefragt und ist sehr wichtig!!!! frag dich selbst, was du erreichen möchtest - was ist dein ziel? warum bist ausgerechnet du für den job geeignet?
- was würdest du einen bewerber fragen? hast du jemanden, der mal ein gespräch mit dir spielt?

das was ich da geschrieben habe, hat sich aus meinen erfahrungen und einigen bewerberseminaren ergeben. andere haben bestimmt andere erfahrungen gemacht.
ich lasse heute jedes gespräch auf mich zukommen. es gibt auch noch andere aspekte, die eine rolle spielen. stimmung in der runde, wie sind die gesprächspartner gelaunt und wie es mir geht (ich gehe nur ungerne montags morgens zu terminen. wer weiß, wie deren we war. freitag bis mittags ist ok. da freuen sich alle aufs we und sind besser drauf.). sind auch nur menschen und es gibt keinen grund, einen herzklabaster zu kriegen.

„Meschede“ (Pseudonym)

Ich fand die Formulierung, die hier gegeben wurde, sehr schön: "Auf dem xy Ohr höre ich besser" klingt positiver als "auf dem XY Ohr bin ich taub".

„Leinfelden-Echterdingen“ (Pseudonym)

Gewitterhexe, ich freu mich für dich und drücke dir alle meine Daumen. Ich möchte auch weg aus den Einzelhandel weil es in der Branche in der ich gerne arbeiten möchte so gut wie keine Stellen gibt, Empfangskraft fände ich super, aber mich wollte bis jetzt keiner.
Ich habe bei einigen Maßnahemen vom Arbeitsamt gelernt das man auf jeden Fall die Bewerbungsmappe nochmals mitnehmen soll zum Vorstellungsgespräch.
Was Lustiges kann ich noch zum Thema negative Eigenschaften schreiben, falls man danach gefragt wird. Bei einer dieser Maßnahmen hatte ich einen Dozenten, einen sehr übergewichtigen Dozenten. Der hat mir den Rat gegeben vor einem Vorstellungsgespräch bei dem ich nicht wusste was ich auf diese Frage antworten sollte. Tja, wie sie sehen, ich nasche gerne.
Zum Thema Bildung unserer Jugendlichen habe ich auch eine Geschichte parat. Ich arbeite in einer Postagentur. Da war ein junger Mann der wollte einen Brief an eine Uni schicken, der Brief war aber so falsch beschriftet das ich versichern konnte das er den wieder zurückbekommt. Der Rotzlöffel *zwinker* fing tatsächlich an mit mir zu diskutieren. Da dachte ich mir auch, oh man, studieren wollen aber noch nicht mal einen Brief beschriften können.....

„Langen“ (Pseudonym)

In puncto Outfit fände ich einen Hosenanzug auch passend. Dazu eine Bluse oder ein einfarbiges, etwas edleres Shirt.

Besonders elegant wirkt es mit einem Halstuch und edleren Ohrringen oder Perlenohrringen. Vermeide zuviel Farbe ins Spiel zu bringen max. ein Teil der Bekleidung sollte den Akzent setze (Bluse, Halstuch, etc.). Achte auf gepflegte Schuhe, dort wird oft genau hingeschaut um zu prüfen, ob du immer auf ein gepflegtes Äußeres achtest, oder dich nur zum Vorstellungsgespräch verkleidet hast. Beim Make-up bleib gepflegt, aber eher dezent.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es klappt. Wenn ich mir dein freundliches Lächeln auf den Fotos so ansehe, kann ich mir dich sehr gut als Rezeptionistin vorstellen.

„Meschede“ (Pseudonym)

Hat die Firma in ihrem Emblem oder ihrem Marketingauftritt eine Corporate Identity, also bestimmte Farben oder einen bestimmten Stil? Ich würde mich bei der Farbwahl an den Firmenfarben orientieren. Bei der Lufthansa zB würde ich in Marineblauem Hosenanzug oder Kostüm mit Strumpfhose erscheinen und dazu eine weiße Bluse und vielleicht ein ins Gold oder Gelb gehendes Tuch.

„Langen“ (Pseudonym)

@Knusper Wobei das manchmal, gerade wenn es eine strenge Corporate Identity oder klare Kleidervorschriften gibt, die der Bewerber nicht so genau kennt, oft auch aussieht wie "gewollt und doch nicht gekonnt".

Die Orientierung an den Firmenfarben würde ich im Zweifelsfall weglassen und einfach zu den besten Stücken im Kleiderschrank greifen.

„Meschede“ (Pseudonym)

Also bei Starbucks nicht in dunkelgrün aufzutauchen heißt, zu 50% den Job nicht bekommen, weil die Optik stört...

„Wetter“ (Pseudonym)

In puncto Kleidung weiss ich ganz genau was die Damen da tragen, ich habs denen selbst verkauft...oder vielmehr dem zuständigen Herrn in der Firma. Ich habe für mich beschlossen das ich eine edle schwarze Hose, ein schickes Shirt und ein Halstuch anziehen werde, dazu ein paar ordentliche Pumps. In den Sachen fühle ich mich wohl und nicht verkleidet was für mich wichtig ist. Beim Friseur bin ich gerade gewesen und habe meinen Wildwuchs in eine ordentliche Frisur verwandeln lassen. Netterweise hat der Personalchef mir heut eine Firmeninfo zukommen lassen die ich heute abend studieren werde. Einzig das mit dem Gehalt ist schwer, ich habe da so gar keine Vorstellung und google schmeisst nichts gescheites raus. Mit meinem jetzigen 400 Euro Gehalt kann ich keine Vergleiche ziehen da ich in dieser Firma ne Allroundkraft bin und deshalb übertariflich bekomme...Das mit meinem Ohr werde ich nur auf Anfrage preis geben und dann auch nur mit der netten Formulierung. Ich danke Euch schon mal für die netten Worte und werde Euch weiter auf dem laufenden halten......

„Meschede“ (Pseudonym)

Wow das klingt wirklich als hätte er schon einen sehr guten Eindruck von Dir und als wollte er Dich unbedingt haben. Ich drücke Dir die Daumen!