Umgang mit dem leidigen Thema Misstrauen....

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 58 Antworten

Richtig! Der Verlust ist geringer, dafür sind die Lügen mit auf der Waage. Es bleibt die gleiche Schwere zu verarbeiten.
Ist es dann verarbeitet, dann aber auch ganz.

Abgehakt bedeutet - die Erkenntnis anzunehmen, an der Tatsache nichts mehr ändern zu können. Erst dann kann man wirklich mit der Verarbeitung beginnen. Die Frau hat diese Erkenntnis unmittelbar nach der gemachten Erfahrung angenommen - damit kann sie sofort damit beginnen.

„Hockenheim“ (Pseudonym)

Aus Erfahrung weiß ich ,wenn man sich klar gemacht hat ,
eine Beziehung ist vorbei und nicht mehr zu retten -
dann kann man beginnen ,dies zu verarbeiten !!
Soweit ,sehe ich das genauso !!

Allerdings ,finde ich es besonders schwer ,den Verlust zu
verarbeiten ,wenn man weiß ,dass der Partner nicht der
Mensch war ,für den man ihn gehalten hat !!

Eine solche Erkenntnis,nach so vielen Jahren ...,das wünsche
ich keinem !!

Wann man letztendlich die Erkenntnis bekommt, ist für die Schwere nicht wirklich entscheidend. Die Schwere bringt die Tat als solche mit sich.
Deshalb ist es wichtig, erst die Erkenntnis anzunehmen und dann unmittelbar mit der Verarbeitung zu beginnen - je früher, desto besser. Dann verringert sich die Schwere täglich.

„Hockenheim“ (Pseudonym)

Um so früher ich die Erkenntnis bekomme ,dass mein Partner,
nicht der ist ,für den ich ihn gehalten habe ,
um so früher kann ich mich Menschen zuwenden ,die offen
und ehrlich mit mir umgehen -
und meine wertvolle Lebenszeit ,nicht mit Lügnern
verschwenden !!

...Durch offenes Misstrauen kommt man aber nicht zwangsläufig zur früheren Erkenntnis wenn der Partner nicht ehrlich ist und nicht will, dass Du zu dieser Erkenntnis kommst und falls der Partner ehrlich ist, dann hat man den Salat.
Genausowenig hilft es, stillschweigend nach Treu und Glauben zu verfahren (Glauben ≠ Wissen).
Was hilft, ist entwaffnende Offenheit, mit der Aussage über alles reden zu wollen und zu können. Das schafft Vertrauen und wenn es beim Unehrlichen nur das Vertrauen ist, auch über Unehrlichkeit reden zu können. Der Ehrliche ist damit auch besser vor Versuchungen gefeit.

So weit richtig - nur - der Lügner ist in diesem Fall tot. Es ist keine Lebenszeit mehr damit zu verschwenden. Man kann nix mehr klären oder dergleichen. Normalerweise ist ein Verlust des geliebten Partners durch Tod eine schwere Bürde, mit der man erstmal zu kämpfen hat. Aber es ist wohl wie mit den Ratschlägen zur Verarbeitung einer Trennung - erinnere dich nicht an die guten Seiten, male dir eher die schlechten weiter aus. In diesem Fall sind die schlechten Sachen real und helfen wohl durchaus, mit dem Tod schneller fertig zu werden.

Also, ich an der Stelle der Frau wäre damit zufrieden. Mein Mann war ein Mensch wie andere auch, aber MICH hat er in seinem Leben glücklich gemacht. Und er hatte die Fähigkeit, auch noch andere - zeitweilig - vielleicht glücklich zu machen. das kann ich jetzt nicht beurteilen. Aber ich würde an Stelle der Dame versuchen, Kontakte zu den Kindern zu knüpfen, die da noch waren. Schließlich haben sie zur Hälfte die Gene des Mannes, mit dem ich 45 Jahre lang eine schöne, zufriedene Ehe geführt habe. Was will ich denn mehr?

„Buchholz in der Nordheide“ (Pseudonym)

Jeder Mensch ist ein Versuch Wert. Zuhören ist das Zauberwort.
Dadurch läßt sich oft erkennen ob Dein Gegenüber ev. lügt.
Sicherheit geht vor....

„Rosenheim“ (Pseudonym)

Nur um mal so noch dazu etwas zu schreiben: Die Frau ist bitterst enttäuscht. Der Satz mit dem " Kann keine Dummheiten mehr machen" stammt von mir. Nur der erste Satz "Man kennt erst jemanden richtig wenn er tot ist" stammt quasi von ihr.

Ich glaube wäre auch enttäuscht wenn ich erfahren müsste dass ich mich jahrelang so in jemanden getäuscht hätte. Egal ob dieser noch lebt oder tot ist.

„Kulmbach“ (Pseudonym)

Hallo ihr Lieben!

Sorry, aber mir kann keiner erzählen, dass es in den 45 Jahren nicht einen einzigen Verdachtsmoment gab!

Ich glaube eher, die Frau hat es geahnt, wollte es aber nicht wahrhaben, hat sich vllt -fälschlicher Weise- geschämt. Oder sie gehört noch zu der Generation Frau, denen beigebracht wurde, dass der Mann alles darf und sie es aushalten muss. Mund halten, wegsehen, heiles Leben weiterspielen.

Zum Thema Mißtrauen:

Wenn es jemand ehrlich mit dem Anderen meint, dann kommt erst gar nicht Mißtrauen auf, da Beide dem Anderen gegenüber offen sind und nichts zu verbergen haben.

Hat aber einer "eine Leiche im Keller", merkt man das schon recht bald und sollte gezielt nachfragen. Sind die Antworten nicht zufriedenstellend, lieber auf Abstand gehen.

Verarscht werden kann JEDER. Das hat nichts mit mangelnder Intelligenz etc. zu tun. Es gibt leider Menschen, die sehr gewieft darin sind, ihr Opfer zu beobachten, auszuhorchen und dann genau wissen, was ihr Gegenüber für Wünsche und Sehnsüchte hat, ohne dass diese es direkt gesagt haben. Dann wird das schamlos ausgenutzt und zurück bleibt ein sehr verletzter Mensch, der vllt sogar um ein paar (od. viele) Euronen leichter geworden ist oder einfach "nur" am Boden zerstört ist.

Was in den Köpfen dieser Verar...er vorgeht, kann ich nicht mal im Ansatz erahnen, da mir so ein Verhalten völlig fremd ist. Verarscht wurde ich natürlich schon öfter und es tat auch mal sehr weh, aber wie jemand darauf kommt, sowas mit Absicht jemand Anderem anzutun, ist mir schleierhaft. Dafür bin ich einfach zu doof.

„Freiberg“ (Pseudonym)

also tut mir leid, 45 Jahre denk ich auch irgendwann hat sie wohl resigniert.. und gute Ehe? Wenn eine Beziehung die Geheimnisse dieser Art birgt und Lügengestrüppe die Beziehung stützen.. dann nein danke, dann bleib ich lieber single als mich verar.. zu lassen

„Rosenheim“ (Pseudonym)

Also die Dame ist wirklich in ein tiefes Loch gefallen, weil auch jeder dachte und wusste: Das ist ein Vorzeigeehepaar. Ihr Mann war geschäftlich viel unterwegs, hatte auch ehrenamtliche Tätigkeit. Also nicht der Standart wo Mann abends pünktlich nach Hause kommt oder Frau misstrauisch wird weil er am Wochenende mal weg muss. Anscheinend war es der gesunde Mix aus wirklich zur Arbeit oder Ehrenamt und dann halt zur Geliebten. Es sind mir auch keinen weiteren Details bekannt wie häufig, wie oft, wie intensiv das Ganze gelaufen ist. Sie hats nur nach seinem Tod erfahren, weil seine Kinder ( also die nicht von Ihr waren) erbost waren nicht zur Beerdigung eingeladen worden zu sein..

Da ist die ganze Sache aufgeflogen.

So kann Mann oder Frau täuschen..
Aber leider gehört es zum Leben dazu enttäuscht und getäuscht zu werden. Daher ein gesundes Maß an Misstrauen bzw Vorsicht sollte man zeitlebens walten lassen, man ist aber nie davor geschützt dass man trotzdem nicht enttäuscht wird..

Aber was einen nicht umbringt macht einen nur härter..

„Enger“ (Pseudonym)

Hey zusammen:-)

Also ich glaube sehr wohl, dass es möglich ist, ein Doppelleben welchen Ausmaßes auch immer zu verbergen. Ich habe das selbst so in meinem engeren Umfeld erlebt.

Derjeniger war allem Anschein nach ein ganz normaler Familienvater, der sich immer aufopferungsvoll um seine Familie gekümmert hat. Seine Frau war chronisch depressiv, aber er hatte sie nie verlassen oder im Stich gelassen, seine Kinder haben sich, laut ihren Worten, bei ihm immer verstanden und aufgehoben gefühlt...nach seinem Tod, als dann seine Kinder seine Sachen entsorgen mussten und dann seine "andere" Seite zutage kam( was da rauskam will ich an der STELLE hier nicht sagen) hätte niemand vermutet und hat alle ziemlich erschüttert...dennoch haben sie es ihm nur kurz nachgetragen, denn was er in seiner Familie war und wie er sich gegeben hat, war ja echt...man kann das also eigentlich nur beruteilen glaube ich,wenn man das selbst erlebt hat...

Ich denke, zwischen verarschen und verheimlichen gibt es schon einen Unterschied. Ich denke, zweiteres könnte ich durchaus verzeihen, wenn mir die Gründe dafür nachvollziehbar sind, auch wenn ich selbst nicht so handeln würde...aber auch da kann ich niemals nie sagen, denn ich war noch nicht in einer solchen Sitaution, mich zwischen vielleicht Richtig und Sehnsucht entscheiden zu müssen.

Angefangen habe ich diesen Thread ja, weil ich selbst gespürt habe, wie ich jedem hier gegeüber immer misstrauischer geworden bin, gerade weil ich über dieses Onlinedating schon an komische Kauze geraten bin, die es nicht ehrlich meinten...
Mir hats echt geholfen, mich hier zu öffnen und es einfach anzusprechen, viele Eurer Kommentare und Anregungen fand ich sehr hilfreich...danke dafür:-)

Der Tipp, mich einfach mit etwas anderem zu beschäftigen fand ich sehr, sehr gut:-) Habe ihn erst dieses WE angewandt...und nun sieht die Welt schon ein wenig anders aus:-)

„Hockenheim“ (Pseudonym)

Also zu sagen ,sie soll doch glücklich über ihre 45 Jahre
Ehe sein und den Kontakt zu den anderen Kindern suchen -
die ein Teil ihres Mannes sind -finde ich echt den Hammer !!
Die Kinder können sowieso gar nichts für diese Situation ,
um die ging es mir jetzt nicht ! Aber dankbar für eine ,auf
Lügen und Betrügen ,aufgebaute Beziehung zu sein ...,
wie beschränkt ist das denn !!
Kann nur zu gut verstehen ,dass die Frau in ein tiefes Loch
gefallen ist !! Sie soll doch nicht ernsthaft dankbar für
einen Menschen sein ,der all die Jahre respektlos ,egoistisch
und feige ihr gegenüber war ....!!
Wie bereits gesagt ...,eine Situation die man keinem wünscht !!

Ich gebe hans-wurstbrot recht ,niemand kann sich vor
Enttäuschungen schützen ...,ein wenig Misstrauen ist
schon mal angebracht ,aber zuviel davon ,kann auch dazu
führen ,sich keinem Menschen mehr richtig öffnen zu können !!

Dann würde man sicherlich auch viele schöne Erfahrungen,
nicht machen !!

@HOPE, danke für die Bezeichnung "beschränkt", diese Eigenschaft war mir an mir bisher noch nicht aufgefallen...*g*

Wer was wofür kann, war hier nicht die Frage.

Ja, ich wäre dankbar dafür, wenn jemand so lange an meiner Seite gewesen ist und zu mir gehalten hat. Es hätte mich ein wenig gepiekt, dass er sich mir gegenüber nicht komplett dargestellt hat, es muss ihm wohl etwas gefehlt haben. Aber wenn es mir an nichts fehlte, warum soll ich dann ettäuscht sein?

Niemand gehört irgendjemandem. Und wenn ich jemand liebe, dann wünsche ich mir, dass er glücklich ist. Wenn ich ihm nicht alles sein kann, liegt das an mir, nicht an ihm. Und seine Logistik war ja wohl all die Jahre bewundernswert, er hat sich wirklich Mühe gegeben.

Und wenn die Kinder nach der Beerdigung protestieren, dass man sie nicht eingeladen hat, vermute ich, dass besagte Dame Bescheid gewusst hat, aber es nicht hätte ertragen können, die Kinder zu sehen.

My 2 cents

„Rosenheim“ (Pseudonym)

Ach wie deutlich muss man noch schreiben dass es erst nach der Beerdigung rausgekommen ist?
Immer diese Mutmaßungen, das nicht richtig lesen können, bewusst falsch verstehen und falsch interpretieren zu wollen.

Meines Wissens ist es erst nach etwas über einen Vierteljahr aufgeflogen, wenn der eigene Vater verschwindet, schaltet man ja auch Behörden ein.. Und dann erfährt man " tot, verheiratet etc". die Kinder waren damals jugendliche.. also wenig Plan.. haben dann die Dame fertig gemacht " warum nicht Bescheid gesagt ( woher sollte sie sowas wissen?)

So in der Richtung ist das ganze aufgeflogen, weil die andere Seite Nachforschungen bezüglich Verbleibens angestellt hat.

Es ist die Mutter eines langjährigen guten Freundes, der das wiederfahren ist. kenne also den Vater und Mutter auch sehr gut, weil man sich mochte. Wie gesagt: Vorzeigeehepaar.

Tut mir leid, das hatte ich überlesen.

Jedenfalls bleibe ich bei meiner Ansicht, man muss sie ja nicht teilen...
Ich weiß, dass ich zumindest von niemandem sagen könnte, dass ich ihn voll und ganz verstehe und kenne. Es gibt nicht nur helle Stellen in der Seele eines Menschen, und manches verbirgt man auch vor sich selbst.

Ich hoffe für die Dame, dass sie Frieden mit ihrem Mann, seinen Kindern und sich selbst schließen kann...irgendwann.

„Hockenheim“ (Pseudonym)

Ich finde doch nicht DICH beschränkt :)

Ich finde es sehr beschränkt ,die Einstellung der Frau
gegenüber zu haben ,sei froh du hattest einen Typen ...,
hast nicht gemerkt dass er dich verarscht ,also sei
zufrieden ,dass du nicht alleine warst !!
Das hat nichts mit Besitz zu tuen ,sie hätte genau wie
jeder andere Mensch ein Recht auf Ehrlichkeit und Offenheit
gehabt !! Wenn er mehrere Frauen brauchte ,hätte er mit
offenen Karten spielen sollen ...,sie hätte dann entscheiden
können ,was sie möchte ...,so aber war es nur feige und
respektlos von ihm !!

"Er hat sich Mühe gegeben" ....,ja ganz toll ,jetzt bewunder
ich ihn aber sehr !!

Hm, @ HOPE, ich verstehe ja, dass du mich nicht verstehst. Wahrscheinlich liegt es an unseren unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen an eine Partnerschaft.

Da ja eine 45-jährige Ehe bestanden hat, werden die Dame und ihr Mann ein gutes Stück über 60 gewesen sein. Da sind so offene Arrangements, wie er seiner Frau hätte vorschlagen sollen - um ehrlich zu bleiben - nicht unbedingt üblich gewesen. Auch heute tun viele Menschen sich damit schwer. Er wird Angst gehabt haben, sie zu verlieren, und wusste nicht wirklich eine Lösung. Seine Selbstdisziplin war ja zugegebenermaßen nicht vorbildlich, das müsste er sich vorwerfen lassen.

„Hockenheim“ (Pseudonym)

Erwartest du keine Offenheit und Ehrlichkeit in deinen
Partnerschaften ??
Es hört sich ein bisschen so an, als ob du an sowas
entweder grundsätzlich nicht glaubst ,oder resigniert hast ...,
was ich nicht hoffe !!

"Er hatte Angst sie zu verlieren" ,rechtfertigt aber nichts ....
Er wollte alles ...,ohne Rücksicht auf andere ...!!

„Hockenheim“ (Pseudonym)

Du hast recht ,man erhofft es sich ...,aber wenn es nicht
erfüllt wird ,dann sehe ich wenig Sinn ,in einer Partnerschaft !
Ich persönlich ,schlage mich lieber alleine durchs Leben ,
als mit einem unehrlichen Partner !!

Es kommt wohl sehr darauf an ,was verschwiegen wird ....,
so grundsätzlich sehe ich das völlig anders !!

„Steier­mark“ (Pseudonym)

Es ist für die eigene Seele sehr gut und wichtig, verzeihen zu lernen und zu können. Und es hilft mir selbst am allermeisten, mich an die schönen Dinge zu erinnern und diese "mitzunehmen".

Gerade in diesem geschilderten Fall ist doch nichts mehr zu ändern an der Situation. Und nach der Phase des wütend und verletzt seins, der Trauer, sollte man irgendwann versuchen, dazu zu finden, sich der guten Dinge zu erinnern.

„Rosenheim“ (Pseudonym)

Vielmehr stellt man sich die Frage wie häufig dieser Mann wohl gelogen haben mag.
Schatz, ich muss zur Arbeit, ich muss länger bleiben, wir haben dieses Wochenende eine Sitzung, ich muss mit dem Chef nach Tiimbuktu.. ein ganzes Gerüst an " wohlorganisierten" Lügen..

Da fragt man sich dann auch nachher: Was war nun wahr an dem was er jemals gesagt hat, was hat er einem noch vorgemacht.. Wer so über die ganzen Jahre , selbst in der Rente es schafft zu täuschen, zu hintergehen.. es waren wie gesagt 45 Jahre.. 23 Jahre ganz sicher ( Kinder waren 23 + 19) und dessen Mutter kannte er halt auch schon einige Jahre, wohl immer ab und an ne " Stippvisite" gemacht..

„Hockenheim“ (Pseudonym)

In dem Fall finde ich dies recht schwer, ...wenn man an
schöne Situationen denkt und gleichzeitig (jetzt) weiß ,
dass vieles vielleicht gespielt ,nicht ernst gemeint oder
einfach nur verlogen war !!

Aber es lässt sich definitiv nicht ändern und man muss
lernen damit umzugehen und nach vorne zu blicken !!

Das Leben ist viel zu kurz und wertvoll ,um nur in die
Vergangenheit zu schauen ....!!
Es zählt dann doch nur das "hier und jetzt" .....!!