Treue halten wie siehst DU das?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 94 Antworten

„Steigerwald“ (Pseudonym)

Kann... muss aber keinen Ärger machen so eine nachträgliche Vereinbarung. Es soll ja durchaus vorkommen, dass sich Umstände ändern und somit auch gewisse Definitionen einen Spielraum für Veränderungen lassen.

Aber wie schon so so manch einer vor mir geschrieben hat - es ist eben eine ganz individuelle Sache und jeder muss sich da sein eigenes Paket schnüren. Was für den einen unabdingbar ist, muss es für den andere noch lange nicht sein.

„Olching“ (Pseudonym)

Mein Bruder kam vor vielen Jahren auf grausame Art und Weise ums Leben. Daher hat uns der Tod voneinander getrennt. Doch aus den Augen heißt ja nicht aus dem Sinn. Daher bewahre ich unsere gemeinsame Zeit in meinem Herzen auf.

Denn letztlich ist der Tod der Hinweis auf ein Ende, bei dem wir was zu Grabe tragen. Es ist der endgültige Abschied.

Und so beschreibst du, dass deine Gefühle und deine Liebe, die du für deine Freundin empfunden hast, durch eine andere Frau zu Grabe getragen worden sind. Der Abschied von Altem setzt eine Verarbeitungsprozedur in Gang, der oft mit Tränen endet, insbesondere dann, wenn du jemand wirklich geliebt hast.

Liebe wird sehr unterschiedlich empfunden. Dies merkst du bei deinen Familienangehörigen, die du unterschiedlich liebst. Und wenn einer ablebte, verlässt du ja nicht alle anderen, weil die Treue auf jede zwischenmenschliche Beziehung bezogen ist...

„Zirndorf“ (Pseudonym)

Gefällt mir, was jedes von euch so dazu denkt und fühlt! Es zeigt sich, daß nicht alle die gleiche Vorstellung von Treue haben, aber sich wahrscheinlich auf die eigene Vorstellung beziehen, wenn sie woanders "Treue" lesen. Ich finde, daß dieses Wort viel zu schnell in den Mund genommen wird, ohne sich darüber klar zu sein, was man selbst darunter versteht...

„Zirndorf“ (Pseudonym)

Alphamännchen, Du setzt Dich offen mit Sterben und Tod auseinander! Das gefällt mir, weil ich es auch so halte! Wir können nur dann wirklich leben, wenn wir unseren eigenen Tod und den unserer Lieben ins Leben mit einbeziehen. Verdrängen verhindert, die ganze Tiefe des Lebens zu erfahren... meine ich

In der Regel wird wohl jeder, der von einem Dritten das Wort Treue hört oder liest erstmal seine diesbezügliche eigene Definition und (Werte-)Vorstellungen auf diesen projektieren. Gleichwohl sollte jedoch spätestens dann, wenn aus einem unverbindlichen Date mehr werden sollte, dies unmissverständlich geklärt werden. Gleiches gilt für die Situation wie sie Hora-Li erwähnt hat, wenn einer der Partner während der bestehenden Beziehung das Bedürfnis hat, die Definition zu revidieren.

Ich persönliche denke, dass für die Mehrzahl hier und auch im realen Leben die sexuelle Treue eine sehr große Rolle spielt. Sehr wohl glaube ich aber auch, dass Lebens- und Beziehungsformen wie die von Jana und Venusdelta immer mehr zunehmen werden. Die Gründe hierfür mögen ebenso vielschichtig wie für viele eben auch unverständlich sein.

Ob mit dem Begriff, wie harryloewe meint, inflationär umgegangen wird, lasse ich mal dahingestellt. Denn in welcher Art und Definition auch immer, gehört es eben für viele zum gewünschten "Beziehungsmodell" dazu, genauso wie Charaktereigenschaften, Äußerlichkeiten, Interessen etc.

„Rhein-Mailn“ (Pseudonym)

Liebe ist, wenn Treue Spaß macht ... warum sexuelle Treue wichtig ist? Monogamie? da hat wohl jeder seine eigenen Empfindungen. Für mich sehr wichtig.

„Naumburg“ (Pseudonym)

@kullerpfirsich: wichtig... ja, aber warum? die beweggründe würden mich interessieren.

„Naumburg“ (Pseudonym)

@schoko: hm... mal angenommen, er würde all das tun, würde dabei aber sein verhalten dir gegenüber nicht im mindesten ändern - was würde die tatsache, daß er außer dir noch eine andere begehrt, denn für dich ändern?
und ich gehe mal stark davon aus, daß er vor dir schon andere beziehungen hatte, andere frauen begehrt hat. wo ist der exakte unterschied, ob er das früher getan hat oder jetzt tut? andere frau begehren ist andere frau begehren. wo ist da für dich der knackpunkt?

Ich hab’s hier schon mal kurz erwähnt. Es gibt im sexuellen Hinsicht einfach Dinge, Situationen, Erlebnisse, Erinnerungen die ich nur mit einem Partner teilen möchte.

Sei es das Entdecken des Körper, das Wissen um die erogenen Zonen, das gegenseitige Begehren, die Lust, Leidenschaft, Sinnlichkeit, Erotik.....Das sich fallen lassen und hingeben können, geht für mich nur mit Vertrauen und Vertrautheit einher, die ich alleine mit diesem einen Partner (er-) leben möchte.

@Jana, vielleicht sagst du uns ja mal, welche Beweggründe es für dich für eine offene Beziehung gibt, bzw. welche Vorteile du und dein Lebenspartner davon haben.

Jana...der Knackpunkt ist...
Ja,er hat schon andere begehrt,aber das war vor meiner Zeit!
Jetzt will ich diejenige sein,die für ihn das wichtigste ist...mit der er plötzlich eine Zukunft plant...die er körperlich und seelisch liebt...und mit der er alt werden will.
Hm...ich finde,es gibt nix schöneres,wie dem Menschen den du liebst in gewissen Momenten in die Augen zu schauen.Und wenn ich mir in diesem Moment überlegen würde (und das würde ich mit Sicherheit) ob er jetzt mit den Gedanken bei mir ist oder Vergleiche zieht,dann wärs schonmal zum scheitern verurteilt.
Ich will seinen Geist und seinen Körper.Ohne das eine gibts das andere nicht.Trennen geht da schlecht,weil ich nicht nur körperliche,sondern auch geistige Befriedigung brauche.

„Steigerwald“ (Pseudonym)

@Schoko
Bei allem Verständnis für Deine Sicht der Dinge, aber nur, weil man in der Lage ist in gewissen Bereichen zu differenzieren, heißt es ja nicht, dass man nicht trotzdem körperliche UND geistige Befriedigung bekommt. Die wenigsten mir bekannten, die eine offene Beziehung führen oder "interne Abmachungen" mit ihrem Partner haben, sind auf möglichst viele schnelle Nummern aus, wo weder das eine noch das andere meist zu finden ist.

Aber für mich steht auch ganz klar fest... entweder man kann differenzieren oder man kann es nicht, dazwischen gibt es nichts. Ich bin ansonsten für ganz viele Grautöne zwischen schwarz und weiß, aber in dem Fall bin ich auch der Meinung, dass es da kein "lernen", "versuchen" oder gar "dem anderen zuliebe dulden" klappen kann.

Hora...ich spreche da nur von mir und in diesem Fall gibt es für MICH kein Grau.Ich seh das so und wie es andere sehn steht wieder auf einem anderen Blatt.
Außerdem hab ich nicht gesagt,das es jeder so sehn muß.
Für mich gibt es keine körperliche und geistige Befriedigung wenn er die Hände an ner anderen hat.

Deswegen sag ich auch nicht,das meine Lebensweise besser oder schlechter ist.Nur mal so am Rande bemerkt. ;-)

„Steigerwald“ (Pseudonym)

Habe ich auch so verstanden, dass Du da von Dir gesprochen hast und niemanden Lebensweise für besser oder schlechter befindet. Ist also generell schon absolut in Ordnung was und wie Du schreibst und das es für Dich kein grau gibt - da gibt es auch einfach für niemanden was dran zu rütteln :-).

Ich wollte eben nur ergänzen, das für andere Menschen es durchaus machbar ist, trotzdem Körper und Geist unter einen Hut zu bringen - auch, wenn es nicht 100% monogam zugeht.

„Rhein-Mailn“ (Pseudonym)

Schoko, ich seh das auch so. Beweggründe, vielleicht auch Angst, dass der andere etwas findet, was ihn reizt bzw. das Gefühl, andere könnten "besser" sein, oder das Gefühl zu haben, das gleiche was er jetzt mit mir hat, hat er gestern mit einer anderen gemacht, das will ich nicht. Ich könnte die Gedanken nicht ausschalten, Kopfkino und so. Sex ist sowas intimes, das will ich, wenn ich verliebt bin, dann auch nur mit dem Einen haben.

„Naumburg“ (Pseudonym)

@schoko: ich stimme dir ja durchaus im großen und ganzen zu (posting von 20:05).
hinzufügen möchte ich: wenn ich in so einem moment überlegen würde (oder müßte) ob er denn nun tatsächlich in gedanken bei mir ist oder auch ob er vergleiche zieht - dann läuft da irgendwas gravierend falsch.
wenn ich bei ihm bin, dann will ich diejenige sein, die seine aufmerksamkeit hat. das gilt im übrigen nicht nur für meinen partner, sondern genauso für meine affäre. in so einem moment will ich ganz klar im fokus seiner aufmerksamkeit stehen. selbiges versuche ich auch zu geben.
ich nehme allerdings nicht für mich in anspruch, daß ich jede minute des tages komplett in seinem fokus sein muß, auch, weil ich das umgekehrt ebenfalls nicht geben kann.

was ich zum punkt geistige und körperliche befriedigung sagen wollte, hat hora-li schon in ihrem posting erledigt. da schließ ich mich einfach so an.

so, jetzt zu erdbeerschnittchen:
die vorteile einer offenen beziehung?
- größere vielfalt der interessen
- größere abdeckung der eigenen bedürfnisse, weil das mit einem einzigen mann bzw. einer einzigen frau meist nicht zu 100% möglich ist (oft noch nichtmal annähernd)
- sich intensiv anderen interessanten menschen zuwenden können, ohne sich von seinem partner abzuwenden
(um nur mal ein paar zu nennen, aber ich denke, die drei decken schon ganz gut einen netten teil des spektrums der vorteile ab.)

mal als kleines beispiel:
nehmen wir einfach mal an, dein partner steht beim sex auf sagen wir mal die ganz üblichen dinge, aber auch auf s/m-spielchen. du dagegen kannst damit nicht die bohne anfangen, willst es auch nicht (hast aber möglicherweise selber vorlieben, die wiederum dein partner nicht erfüllen kann oder will).
da gibt´s nun drei möglichkeiten.
entweder ihr beide verzichtet (mutmaßlich für den rest eures lebens) auf die befriedigung dieser wünsche. das wird wohl eher keinen glücklich machen.
oder ihr überwindet euch beide und macht eurem partner zuliebe jeweils dinge, die ihr eigentlich nicht tun wollt, furchtbar findet, ganz ekelhaft, was auch immer. macht auch keinen wirklich glücklich.
oder - dritte möglichkeit - ihr lagert diese wünsche und bedürfnisse gewissermaßen an eine affäre aus. jeder kriegt was er will und zwingt gleichzeitig den anderen nicht über seine grenzen. ich würde das als win-win-situation beschreiben.

das gleiche kann natürlich auch für dinge außerhalb des bettes gelten. was weiß ich - der eine will unbedingt ins museum und ist froh, wenn ihn der andere nicht zum fußball schleift oder so.

im großen und ganzen ist eine funktionierende offene beziehung für mich insgesamt eine win-win-situation.

„Barsinghausen“ (Pseudonym)

jana, für mich wäre das im Grunde gar keine Beziehung, so wie ich sie verstehe. Sondern ich hätte schlicht mehrere Affairen. Ich kann jetzt aus deinem Beitrag nicht gänzlich klar herauslesen, WO genau der Unterschied für dich zwischen deinem Partner/der Beziehung und deiner Affaire ist?

@Jana, durchaus interessante Beweggründe, über die man nachdenken kann.

Die größere Vielfalt an Interessen, sowie die Abdeckung eigener Bedürfnisse, sich anderen interessanten Menschen zuwenden können....all dies kann ich doch auch in einer sexuell monogamen Beziehung haben.

Man hat (allgemeine) Freunde, mit denen man gleiche Interessen teilen und seine Bedürfnisse nach z.B. Kultur, Theater, Musik, etc. ohne den Partner ausleben kann und auch ohne sich vom Partner abzuwenden. Das Argument wäre für mich schon mal nicht vorhanden.

Was ich nachvollziehen kann, ist deine Argumentation hinsichtlich deutlicher Unterschiede in den sexuellen Vorlieben und Neigungen. Aus diesem Grund sind sicherlich schon viele Beziehungen gescheitert. Ob diese Situation dann aber der Grund für das Leben in einer offenen Beziehung sein kann bzw. muss, kann wohl nicht pauschaliert werden und muss von jedem selbst entschieden werden.

„Naumburg“ (Pseudonym)

@erdbeerschnittchen: für mich spielt das halt alles im gesamtpaket mit. speziell wenn ich einen menschen richtig interessant finde, dann finde ich es oft extrem einschränkend, das ganze platonisch halten zu müssen.

@susirella: der unterschied zwischen beziehung und affäre...
stell´s dir vielleicht einfach so vor: mit meiner beziehung teile ich mein leben, meinen alltag, meine wohnung, schöne dinge, schwierige dinge, einfach alles was zu einer beziehung dazu gehört.
die affäre ist für mich eher wie ein kurzurlaub. man teilt sehr vieles miteinander, aber keinen alltag.

@Jana, das ist doch jetzt mal ne Aussage....

Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Diesen Aspekt werde ich beim nächsten Treffen mit Freunden mal mit einbinden....;o))

Ist doch schön, dass das Leben so bunt und facettenreich ist. Wie auch immer jeder für sich Treue definiert, haben wir doch letztendlich alle ein Ziel: Eine wie auch immer geartete Partnerschaft, in der wir uns nach unseren ureigensten persönlichen Wünschen und Vorstellungen wohl fühlen.

Und jeder kann sich glücklich schätzen, wenn er genau den passenden Partner dafür gefunden hat. Ob diese Beziehung der allgemein verständlichen und moralischen Norm entspricht, sollte dabei grundsätzlich keine Rolle spielen, sofern sie nicht auf krimineller/illegaler/strafbarer Grundlage basiert. Wobei all das dann wiederum unerschöpfliche Themen für eine ganze Reihe neuer Threads wären.

„Nieder­österreich“ (Pseudonym)

Untreue ist für mich Seitensprung bzw. Affäre während man noch in ner Beziehung ist. Dass man sich neu verliebt, sich trennt und mit dem neuen Menschen zusammen ist, ist für den Verlassenen natürlich genauso kacke, aber das passiert nunmal leider. Mir zwar noch nicht, aber wenn sowas schon passiert, ist es doch nur richtig, dann auch die laufende Beziehung zu beenden. Meine erste Freundin hat das damals nicht für nötig gehalten und das war dann in der Tat Untreue.

„Lilienthal“ (Pseudonym)

Ich stelle fest das wir quasi zwei "Lager" haben, eine die Treue auch mit Monogamie gleichsetzen und andere die toleranter sind und eine offenen Beziehung führen könnten, solange keine Gefühle im Spiel sind und dann einen Seitensprung akzeptieren, weil es ja nur mal so war.

Das ist auch ok, obwohl für mich an NO GO ist.