Trauert ihr der D-Mark nach?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 77 Antworten

Nein, ich trauere NICHT der D-Mark nach!

Ab dem Jahr 2000 waren in den meisten Supermärkten viele Preise doppelt (also DM und EUR) ausgezeichnet. Damals schon habe ich mir die "neuen Preise" bewusst gemacht. So fiel mir die Umstellung 2001 deutlich einfacher. Ehrlich gesagt... im ersten Jahr habe ich noch so manches Mal umgerechnet, aber danach nur noch ein einziges Mal: als ich mir mein Auto bestellt habe. Vor Schreck habe ich dann beschlossen, mit diesem Umrechne-Quatsch sofort wieder aufzuhören ;-) zu ungesund für meine Nerven!

Was viele vielleicht nicht mehr wissen: im Jahr 2002 hatten wir in Deutschland eine ziemliche Wirtschaftskrise. Wenn wir damals noch die DM gehabt hätten, wären wir nicht so glimpflich davongekommen, denn die DM hätte sich zum US-Dollar (wichtig für den Export) deutlich "empfindlicher" verhalten als der Euro, hinter dem einfach mehr Länder, Regierungen und Menschen stehen und die den Euro in diesem Fall einfach gestützt haben. Durch den Euro jedoch gab es einen relativ Stabilen Wechselkurs, was wiederum den exportierenden Unternehmen zugute kam.

Auch gab es zum Jahresbeginn 2002 einige Steuererhöhungen (u.a. Energie, Versicherungen, Tabak etc.) und durch den kalten Winter waren viele Nahrungsmittel (insbes. Obst und Gemüse) deutlich teurer. Dies wurde als Preissteigerung wahrgenommen - die es aber mit der D-Mark genauso gegeben hätte.

Falls jetzt jemand auf den Gedanken kommen sollte, dass er die DM wiederhaben möchte, dem sei folgendes verdeutlicht:

Die DM wäre bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage stabiler als der Euro, ohne Frage. Aber die DM würde wahrscheinlich so schnell an Wert gewinnen, dass sich immer weniger deutsche Produkte leisten könnten. Deutsche Autos, Küchen, Maschinen wären im Ausland schlagartig unbezahlbar. Der Export würde drastisch zusammenbrechen, Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe rasch abgebaut. Würde Deutschland aus dem Euro aussteigen wollen, würde das Europa (und somit viele unserer ausländischen Kunden) ins Chaos stürzen - und Deutschland in die Rezession.

Es ist immer wieder faszinierend, wie selektiv Preise wahrgenommen werden.
So z.B. @ Scarabaeus: wurde denn zwischenzeitlich gar nichts in diesem Hotel getan - oder hat man dort investiert? Ein höherer Standard bringt natürlich einen höheren Preis mit. Auch muss der Reisezeitraum selbst berücksichtigt werden (Ferienzeit? Messen?). Ein direkter Vergleich war und ist nur bedingt möglich.
Was ist denn mit Flügen? Die sind - trotz gestiegener Kerosinpreise - in den letzten 10 Jahren deutlich günstiger geworden. Aber DAS erwähnt ja keiner. Wird einfach so hingenommen und gut-is. Ich will nicht sagen, dass uns der Euro allein günstige Flüge beschehrt hat - aber genausowenig ist der Euro für jede Preissteigerung verantwortlich!

„Kamp-Lintfort“ (Pseudonym)

Fenchurch, der Meinung von Bernstein kann ich mich nur anschliessen! :-)

Aber dennoch... aus meiner Sicht, und das sehen Mio. Deutsche genauso, lt. einer aktuellen Forsa-Umfrage, ist die Preisteuerung nicht von der Hand zu weisen!

Das die "Rückführung" der D-Mark im Hinblick auf die momentane und allgemein schlechte Welt-Wirtschaftslage, nichts bringen würde, ist wohl allen Bürgern klar... ^^
Dies liesse sich nur vermeiden, wenn alle Eurostaaten ihre alte Währung wieder einführen würden!

Ach naja... ist halt ab und an mal schön, von der guten alten D-Mark zu träumen ;-)

„Burg“ (Pseudonym)

ich hab über die ganze übergangszeit im supermarkt gearbeitet. die preise werden da eh ständig erhöht.
und das umrechnen hab ich mir schon seit jahren abgewöhnt.
insgesamt kann ich also sagen, dass ich das alte geld nicht vermisse. das neue is mir zwar auch nich so viel lieber, denn geld bleibt geld...aber dieses ganze geschreie dass die mark zurückkommen soll halt ich dann doch für zeitverschwendung.

Hi Amazing!

Dankeschön ;-) Aber denk an die (deine!) Kreditkartenabrechnungen: sooo viele Kurse, die schlagartig wieder bei den Kunden für Verwirrung sorgen. Denn an das nicht-umtauschen-müssen in der Euro-Zone haben sich doch alle längst gewöhnt!

Ich denke nur an das Chaos, wenn alle Länder ihre alte Währung wieder einführen würden! Uiuiui.
Das würde also angekündigt - die Wechselkurse werden festgeschrieben - und schlagartig startet der Run, weil z.B. keiner mehr das Geld in der "Neuen Drachme" anlegen möchte mit dem griechischen Wirtschaftsraum im Hintergrund, sondern lieber in den "Neuen Gulden" oder den "Neuen Franc" - oder eben die "Neue Mark". Übelst für die Länder, deren Währung man nicht traut - und für die "starken Ex-Euro-Länder" auch nicht unbedingt nur positiv anzusehen.

„Kamp-Lintfort“ (Pseudonym)

Fenchurch, das ist mir auch klar :-))))

Ich geb' Dir völlig Recht mit Deinen Ausführungen, außerdem wäre wohl kaum ein Euro-Land bereit, die alte Währung wieder einzuführen... siehe Dein Beispiel Griechenland... ^^

Deshalb schrieb ich ja auch... "es war mal wieder schön, von der guten alten Mark zu träumen..." ;-)

„Kamp-Lintfort“ (Pseudonym)

uiihh... dankeschön *freu*

der kommt gerade richtig... und ja bitte... nen mächtigen kleks wenn möglich ;-)))

„Kamp-Lintfort“ (Pseudonym)

shit... jetzt hab ich tatsächlich ne' riesenlust auf so einen leckeren eiskaffee... ;-))))

ich dank dir nochmal für den virtuellen genuss, fenchurch :-)
und meine klimaanlage, ist ein klimagerät... ein sogenannter "aircooler"

äähmmmm.... wir sind OT wir beide.... *gg* (jesses und das in dem von mir eröffneten thread)

ich gelobe besserung!! ehrlich!!! ich schwöre!!!!

Gut - dann schaltete ich jetzt OT wieder aus und komme zurück zum Thema:
Beim Eisessen fällt mir ein extremer Unterschied auf. Während ich früher für vier, fünf Mark einen großen und leckeren Eisbecher bekommen habe, sind heute fünf oder sechs Euro vollkommen normal (3 Kugeln, Sahne, Schoki ..)
Oder liegt das vielleicht daran, dass ich in jungen Jahren beim hiesigen Italiener in einem kleinen Kaff mein Eis gegessen hab - und jetzt genieße ich meist am Wochenende eins, wenn wir z.B in Hannover oder Braunschweig sind.
Das bringt mich auf eine Idee.... EIS! :-P

„Hof“ (Pseudonym)

Ich mag den Euro :-) Ich komme gut mit den Münzen klar, schaue immer noch glücklich nach, ob irgendwelche exotischen Münzen dabei sind, und freue mich, nicht mehr so viel umtauschen zu müssen.
Das finde ich bei meinen Englandbesuchen immer nervig, dieses Umtauschen. Und wenn ich mir die Preise da ansehe, finde ich es immer wieder bemerkenswert, wie billig das Leben hier in Deutschland ist.

„Bühl“ (Pseudonym)

Mir kommt alles so teuer vor.

Wenn ich einkaufen gehe, merke ich es. Habe damals weniger bezahlt, mit der D-Mark.
Jetzt hat man kaum Ware im Einkaufskorb...

„Gauting“ (Pseudonym)

2,5 kg Kartoffeln 6 DM .... hilfe, haben die früher auch so viel gekostet?

„Meckenheim“ (Pseudonym)

Ich war die Tage nach längerer Zeit mal wieder bei McDonalds...die haben da einen Burger mit Parmesankäse...der kostete - einzeln, ohne Menü - sage und schreibe 4,59 ?! Hätte früher jemand einen Burger gekauft, für fast 9 DM?

... ich habe für meine Oma früher immer Kaffee aus der Stadt mitgebracht. "Große Bohne und Guatemala gemischt" war der Spruch, den ich in der Kaffeebohne (so hieß der Laden) aufsagen musste. Ein Pfund kostete damals knapp 17 Mark, das war Anfang / Mitte der 80er. Und NEIN, es war nicht der teuerste Kaffee in dem Geschäft, das war dort ganz normaler Durchschnitt. - Heute bezahle ich für ein Pfund 3 oder 4 Euro.

Ich denke, dass das Preisempfinden sehr subjektiv ist. Wird etwas teurer, bemerken wir es sofort. Produkte die günstiger werden... gehen im täglichen Leben oft unter:

Telefonieren ist preiswerter geworden - dank Flatrate zahle ich heute weniger als die Hälfte (wenn ich alleine überlege, was Internet VOR meiner DSL-Flat kostete... mit Modem... brrr!)
Computer sind deutlich preiswerter geworden. Überlegt doch mal, was heute einfach Stand der Technik ist und somit für uns selbstverständlich... mein Handy, mein Netbook, das Notebook: alle können deutlich mehr als meine alten Computer, sind wesentlich schneller. Und viel preiswerter!

Könnt ihr euch noch an Zeiten erinnern, als man für einen Videorecorder 1000 DM ausgegeben hat? Ein DVD/Festplattenrecorder kostet heute die Hälfte...

Den Einwand, dass man "sowas" nicht jeden Tag kauft, den lass ich natürlich gelten. Aber ich ess auch nicht 10 Burger im Jahr. Kartoffeln könnten übrigens noch teurer werden - guckt euch mal das Wetter da draußen an. Unsere Nachbarn rechnen mit 30 - 40 % weniger Ernte als in "normalen" Jahren...

Es ist vieles teurer geworden - aber auch vieles deutlich günstiger... und das liegt nicht immer am Euro. Wenn wir immer noch die Mark hätten, glaubt ihr wirklich dass wir auch noch die Preise von 2000 hätten???

„Reichenbach im Vogtland“ (Pseudonym)

Also Kaffee wird demnächst sicher teurer. Die Kaffeeweltmarktpreise ziehen grad wieder an. Obwohl Kaffee eigentlich noch zu billig ist im EH.

„Gauting“ (Pseudonym)

Es sind einige Dinge günstiger geworden, allerdings kann man die nicht essen. Oder soll ich jetzt am DVD-Player lutschen ;-) Es kommt aber auch fast alles aus China und so ist auch die Qualität... Schrott... ein "tested in Germany" macht die Sache nicht besser.

Fleisch ist billig, aber wenn man nur an die armen Tierchen denkt.. die Lebensbedingungen, der Transport .. oh je...

Natürlich kann auch ich keine technischen Geräte essen... aber der Thread hier lautet "Trauert ihr der D-Mark nach?". Und die Antwort ein Großteil derer, die sich hier zu Wort melden, lautet: ja, weil seit der Euro-Einführung ALLES teurer geworden ist.

Ich wollte nur verdeutlichen, dass dieses "ALLES" eben nicht stimmt. Zumal man schon genauer hinschauen sollte, ob die Preiserhöhungen tatsächlich aus der Euro-Umstellung resultieren - oder andere Gründe haben. Wenn Firmen hohe Investitionen tätigen (bessere Arbeitsbedingungen, Umweltschutz in Form von z.B. Filteranlagen oder besonders energiesparender Produktionsweise, Forschung etc.), dann schlägt sich das auf den Preis nieder. Ebenso Missernten oder wenn die Nachfrage nicht mehr durch das Angebot gedeckt wird - bei was-auch-immer. Sei es Kaffee, Kakao, Milch, Fleisch...

Zur Erklärung: ich bin ein absolutes Landkind. Hier sehe ich Felder, Weiden mit Kühen, Gänse auf großen Wiesen. Die Diskussionen der Bauern zum Wetter, zu den Futterkosten oder Kosten für Lohnarbeiter in der Erntezeit, die Trocknung (besonders die Energiekosten)... sowas bekomme ich oft mit. Und wundere mich eigentlich jedes Jahr, dass die Preise für Lebensmittel relativ moderat steigen. Denn ich sehe, wie viel Arbeit dahinter steckt.
Aber diese Preissteigerungen liegen nicht am Euro.

„Ludwigshafen am Rhein“ (Pseudonym)

Ich bin zwar erst 21 und habe das richtige Wirtschaften mit Geld eigentlich erst mit dem Euro gelernt, aber manchmal ertappe ich mich selber trotzdem dabei, dass ich manche Preise tatsächlich in DM umrechne :D
Aber nachtrauern tu ich der DM nicht, weil der Euro trotz der aktuellen Krise mehr Vorteile als Nachteile für uns hat.

„Gauting“ (Pseudonym)

Ja, mein Beitrag war etwas Offtopic... Preisveränderungen haben mit dem ? häufig nichts zu tun, allerdings hätte man (nicht ich, war zu jung) zu DM-Zeiten die ein oder andere Anschaffung nicht getätigt. Oder eben die besagte Cola für 5 DM zum Schnitzel für 26 DM ;-)

„Meckenheim“ (Pseudonym)

...oder eben den Burger für 9 DM.
Ich frage mich halt bei solchen Preisen immer, ob MacDonalds (oder wer auch immer) auch mit der DM so dreist wäre, und würde so viel Geld verlangen. Wahrscheinlich nicht, denn ich vermute dass kaum jemand soviel ausgeben würde.

@Fenchurch: natürlich hast du recht, dass die Technik immer günstiger wird...aber das liegt auch nicht am Euro. Es war schon zu DM-Zeiten so...mein erster Videorekorder 1986 hat noch 1500 DM gekostet (ich habe gefühlte 10 Jahre dafür Werbeblättchen ausgetragen ;-) ). Getaugt hat er leider nicht viel und lange, und der zweite, drei Jahre später, kostete nicht mal mehr die Hälfte.
Was die Landwirtschaft angeht, kann ich leider nicht mitreden, und natürlich hast du recht, wenn du sagst, dass nicht ALLES teurer geworden ist...ich glaube halt nur, dass durch den Euro die Teuerungsrate bei vielem so stark angezogen ist, weil man darauf baut, dass es den Leuten einfach nicht auffällt, wie viel sie da wirklich ausgeben.

„Kamp-Lintfort“ (Pseudonym)

@Tinebine, ich seh das ähnlich wie Du!

Mein Empfinden ist auch: Die Wirtschaftskrise und der schwächelnde Euro, macht vieles teurer!
Ich hätte z. Bsp. für einen Kopfsalat zu D-Mark Zeiten niemals 4,- bezahlt! Und das ist nur ein Beispiel unter vielen!

@Fenchurch, einiges in Deinem post seh' ich auch so... aber dennoch, lassen sich die vielen Preisteuerungen um manchmal bis zu 100%!!! nicht von der Hand weisen!

Und auch ich bezweifle, daß es seit Einführung des ? solch eine Inflationsrate auch zu D-Mark Zeiten gegeben hätte... ^^

Beispiele sind hier genug genannt. :-)