
„Kaufbeuren“ (Pseudonym)
@Moppel Eine Absolution kann ich dir auf jeden Fall "erteilen", falls du sie brauchst: Du darfst dir Hilfe holen. Du mußt die Herausforderung, die aus dem Schicksalsschlag entstand nicht alleine schultern. Du darfst auch Dinge genießen und glücklich sein, auch wenn dein Mann es nicht mehr auf diese Art und Weise kann.
Was ich vermutlich versuchen würde, ist einen Mittelweg zu finden. Vielleicht gibt es z.B. ein betreutes Wohnen in der Nähe, wo du und deine Jungs in regelmäßig sehen könntet. Ihr also eine Familie bleibt, aber du nicht mehr die ganze Herausforderung des Alltags alleine trägst.
Du darfst auch wieder eine Liebhaberin oder Freundin suchen, wenn vielleicht nicht mehr jegliche Form der Liebe möglich ist. Du kannst deine Frau auf eine gewisse Art und Weise immer noch weiter lieben und dich um ihn kümmern, dass es ihr gut geht, ohne komplett darauf zu verzichten selbst auf alle Arten und Weisen, auf die du es brauchst, geliebt zu werden.
Du trägst irgendwie die Verantwortung für eure Familie jetzt, aber du bist nicht für alles in persona selbst zuständig. Du mußt dich z.B. bei Hilfe im Alltag nur darum kümmern, das es jemand tut. Du mußt es nicht selbst tun.
Und wenn sie z.B. für dich kein wirkliche Partnerin mehr sein kann, dann darfst du dir auch wieder eine Partnerin suchen, auch wenn du die Verantwortung für deine Frau, der du "in guten wie in schlechten Zeiten" geschworen hast nie ganz los wirst. Du bist ja noch da für sie, nur das was das Schicksal ihr und letztendlich damit auch dir genommen hat, dafür darfst du dir auch Ersatz suchen. Am besten auf eine respektvolle Art und Weise für alle Beteiligten.
So würde ich das wahrscheinlich machen. Sieben Jahres sind eine lange Zeit.

„Sinsheim“ (Pseudonym)
@Eliza Day ... das hast du toll formuliert, ein dickes Like und agree

„Kaarst“ (Pseudonym)
ER schrieb doch schon, dass er niemanden für die Pflege findet und auch schon Betreuungsheime mit seiner Frau überfordert waren...da wird's halt echt schwierig. Ansonsten stimmt das alles natürlich. Nur oft ist das halt leichter gesagt, als getan...ich habe echt Respekt davor und bin froh, nicht in dieser Situation zu stecken. Ich hoffe sehr, dass es da noch weitere Optionen gibt, die für alle gut und passend sind.

Ich bin nur ehrlich, mehr nicht.

„Sinsheim“ (Pseudonym)
@Moppel , du hast ja geschrieben das sie noch zu fit fürs Pflegeheim ist quasi... und das momentan die häusliche Pflege von Dir und deinen Kindern bestritten wird. Wie schaut es denn mit ambulanter Pflege aus? Bei Euch zuhause? Hat sie einen Pflegegrad? Sollte jetzt mit den neuen Graden kein Problem sein weil da der kognetive Zustand mehr berücksichtigt wird. Da könntest du auf noch andere finanzielle Töpfe wie Verhinderungspflege und zusätzliche Betreuungsleistungen zugreifen eventuell. Also du kannst mich gern anschreiben. Ich bin mir sicher du hast schon viel versucht und hast dir die Hacken abgerannt, und bist auch oft vertröstet und fallen gelassen worden von Pflegediensten usw... gib aber nicht auf das Ihr vielleicht doch etwas passendes findet.

„Darmstadt“ (Pseudonym)
@Eliza Day
Mit deinem Beitrag habe ich eine schöne Überleitung zu einem Punkt, den ich hier auch gerne weiter erläutern würde.
Gehen wir mal von dem Fall aus, dass ich den Spagat schaffe und es eine Möglichkeit gibt, meine Frau so unterzubringen / zu Hause mit ambulanter Pflege zu versorgen, dass ich wieder Zeit für mich finde. Um ehrlich zu sein, zweifle ich daran, dass sich jemand unter solchen Umständen in so eine Beziehung einlassen möchte oder kann. Denn auch ich wäre eher für "Ganz oder gar nicht".
Mit Partnersuche bzw. Partnerbörsen habe ich überhaupt keine Erfahrung. Nach mehr als 26 Jahren Ehe, bin ich wohl eingerostet und nicht mehr ganz auf dem Laufenden. Dazu kommt noch, dass ich oft mit der Türe ins Haus falle, da ich mein Herz auf der Zunge trage und so schnell wie möglich klaren Tisch machen möchte, was meine Frau betrifft. Das schreckt scheinbar ab?
Zitat:
Du bist ja noch da für sie, nur das was das Schicksal ihr und letztendlich damit auch dir genommen hat, dafür darfst du dir auch Ersatz suchen. Am besten auf eine respektvolle Art und Weise für alle Beteiligten.
Zitat Ende:
Respektvolle Art und Weise, genau das ist es was mir wünsche. Aber Hand auf Herz, würdet ihr euch auf so etwas einlassen?
.... aber deswegen bin ich ja da. Niemals aufgeben :-)!
Gruß
Moppel47

„Baesweiler“ (Pseudonym)
@Moppel47,
ja ich sehe das so, du hast "zwei Baustellen", die Erste ist deine Situation mit deinen Jungs und deiner Frau auf einen Level zu bringen, dass du auch wieder Luft für dich hast. Deine Frau gut betreut ist, du dich nicht mehr aufarbeiten musst und du auch kein schlechtes Gewissen haben musst. Herbstlicht hat da gute Inspirationen vorgebracht.
Wenn das geregelt ist, würde ich mich, deinen Gefühlen und Bedürfnissen zuwenden und damit auseinandersetzen. Dein Fall ist besonders und gerade deswegen glaube ich, das man hier nicht unbedingt von gängigen klassischen Beziehungen ausgehen muss und vor allem das Schwarz-weiß-sehen ablegen muss. Ich vermeide hier bewusst, einer Verbindung einen klassischen Namen aufzudrücken, denke das wird deiner Situation nicht gerecht. Mach dich auch frei von der Meinung anderer Menschen, die nicht in der Situation von dir stecken und dir vielleicht dann sagen, das ist nicht richtig was du tust. Wenn du für dich einen Weg findest, egal wie dieser dann aussieht, ist das absolut okay für dich und das ist gut so.
Und was das weibliche Geschlecht angeht, ich halte es nicht für aussichtslos sich auf die Suche zu machen. Ich schätze dich als ehrlichen Typ ein, der mit offenen Karten spielt, sagt wie die Situation ist, keine falschen Versprechungen macht, einfach ein Mann der auf der Suche nach Gesprächen, Zärtlichkeit und Nähe ist. Natürlich wird es durch deinen Background auch Frauen geben, die darauf verzichten werden mit dir eine Verbindung einzugehen, weil sie sich für sich einfach was anderes vorstellen, aber wenn du auf eine feinfühlige Frau triffst, die mit deinem "Rucksack" leben kann, halte ich es für durchaus möglich, dass du hier fündig wirst und eine Beziehung welcher Art auch immer führen kannst.

„Kaufbeuren“ (Pseudonym)
Du solltest schon klare Verhältnisse schaffen, wo die Grenze verläuft. Wo die liegen sollte, kann ich aber nicht sagen, weil ich den Zustand deiner Frau nicht einschätzen kann z.B. wieviele mehr als 'Freundschaft' und 'Fürsorge' da noch ist.

„Kaarst“ (Pseudonym)
In meinem Bekanntenkreis gibt es jemand, der die Pflege seiner Frau übernimmt, die Beziehung an sich aber nicht mehr wirklich existiert. Die Frau ist schwer psychisch krank, hat regelmäßig Psychosen und lebt in ihrer eigenen Welt, ist mindestens zweimal im Jahr für einige Wochen in der Psychiatrie. Ihr Mann ist ihr aber menschlich die tragende Stütze im Leben. Und ihr Zustand wird sich auf Dauer nicht mehr bessern, da alle Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind. Im Alltag kann sie sich nicht mehr selbst versorgen, würde vergessen , auf Toilette zu gehen und zu essen...hat Aggressionsanfälle, in denen sie alles um sich kaputt haut. Tagsüber ist sie in einer betreuten Einrichtung. Nachts und am WE momentan zu Hause.
Er hat bereits seit drei Jahren eine neue Beziehung. Diese Frau lebt nun auch im gleichen Haus, aber nicht in der gleichen Wohnung, sondern in der Einliegerwohnung. Sie ist offiziell eine Freundin der Familie und daher ist es auch für seine Frau in Ordnung, dass sie sehr oft da ist. Seiner Frau hat er das nicht weiter erklärt, denn sie wäre überhaupt nicht in der Lage, das überhaupt zu verstehen geschweige denn zu verarbeiten. Da kann man jetzt natürlich drüber schimpfen...ja. Ich finde es , für den Moment, die einzige Lösung, die für beide Seiten gut ist. Er kümmert sich ja weiterhin liebevoll um sie und das ist für sie auch wichtig...gleichzeitig geht es ihm nun auch gut mit dieser Lösung. Auch das ganze Umfeld hat dafür sehr viel Verständnis, sogar die Eltern seiner Frau.
Ich denke, dass Maßstäbe für "normale" Beziehungen" nicht wirklich greifen in solchen Situationen, denn wem nützen die klaren Verhältnisse denn etwas, wenn ein Part gar nicht in der Lage ist zu verstehen, was da passiert und dadurch vielleicht noch für sich tragende Elemente im Leben verliert. Und auf der Seite derjenigen, die eben versorgen muss auch geschaut werden, dass es demjenigen körperlich und seelisch gut geht...man kann nicht immer nur geben...irgendwann geht man daran kaputt.

„Baesweiler“ (Pseudonym)
*. *. * gut geschrieben 👍🏼

„Darmstadt“ (Pseudonym)
@*.*:*
Das spiegelt 1:1 meine Situation wieder. Zeigt also, dass es doch noch ein Licht am Ende des Tunnels geben kann (hoffentlich ist es kein Zug!) :-). 👍🏼
Schwieriger ist es bei meiner Frau, da ihre kognitiven Einschränkungen zwar vorhanden sind, aber ihr wäre sehr wohl bewusst, dass eine weitere Frau in meinem Leben nicht nur eine "Freundin" wäre, sollte sich hier evtl. eine, nennen wir es "neue Partnerschaft" ergeben. Wäre also abzuwarten, wie sich so etwas entwickelt, denn ich glaube nicht, dass es hier viele Präzedenzfälle gibt.
@Emotion
Besser hätte ich es auch nicht schreiben können. 👍🏼
Mir ist auch bewusst, dass so ein Prozess nicht von heute auf morgen stattfinden wird. Da das alles für mich auch ziemliches "Neuland" ist, wird mir noch der eine oder andere Fauxpas unterlaufen.
@Eliza Day
Ich bin absolut deiner Meinung. Eine klare Linie, Ehrlichkeit und klare Verhältnisse von Anfang an. Anders könnte ich auch nicht. 👍🏼
Manche meinen zwar, sich erst einmal etwas bedeckt zu halten um überhaupt einen möglichen Kontakt zu schaffen, aber dieser Typ Mensch bin ich eigentlich nicht. Was meint Ihr? Verbaut man sich durch die Wahrheit gleich die Chance jemanden kennen zu lernen?

„Baesweiler“ (Pseudonym)
Hm... Moppel, ich glaube diese Frage kannst nur du für dich alleine beantworten. Vielleicht hilft es dir bei deiner Entscheidungsfindung, wenn du dir vorstellst, du bist die Person dir gegenüber. Wie du dich dann fühlen würdest, wenn du so Grundlegendes nicht erwähnst und es erst was weißlich wann im Nachhinein erfährst. Du musst es ja nicht in den ersten 3 Sätzen erzählen, aber irgendwann musste schon mit der Sprache rausrücken, die Damen haben denke ich schon ein Recht darauf, zu wissen worauf sie sich einlassen, oder?

„Darmstadt“ (Pseudonym)
@Emotion
Ich bin absolut deiner Meinung. Daher lasse ich alles so wie es ist. Lieber von Anfang an Klarheit als eventuelle Hoffnungen zu schüren, die dann in einer Enttäuschung für alle Seiten enden.

„Minden“ (Pseudonym)
Lieber Moppel, ich kann da nur aus eigener Erfahrung schreiben. Ich hatte jemand Nettes kennengelernt und im Laufe des Kennen und Mögen -lernens ergaben sich meist erst auf Nachfrage Sachen die vorher verheimlicht bzw. " nicht erzählt" wurden. Ich empfand es als nicht sonderlich gut und es überrumpelte mich jedes mal aufs neue. Es gipfelte dann in der Beichte des richtigen Alters. Summa summarum war es kein guter Start und es war sehr schwer Vertrauen aufzubauen, wenn man schon gleich von Beginn an "angelogen" wird. Ich bin für absolute Ehrlichkeit und bin da auch Deiner Meinung. Ich wünsche Dir für Deinen Weg alle Kraft und alles Gute!

„Darmstadt“ (Pseudonym)
@Saison
Genau so etwas will ich von Anfang an vermeiden.
@All
Danke für die Antworten, Anregungen und Ideen. Hat gut getan sich das mal von der Seele zu schreiben. Als Neuling bei rubensfan bin ich auch für jeden Tipp und Hinweis dankbar, der mich nicht gleich von einem Fettnapf in den nächsten treten lässt.
Gruß Moppel47