Organspenderausweis - selbstverständlich oder lieber nicht?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 57 Antworten

„Schwetzingen“ (Pseudonym)

Auf jeden fall was soll ich mit meinen Organen noch wenn Ich tot bin so hefen sie einen anderem Menschen find Ich eine gute Sache hab meinen schon seit Ich 18 bin

„Achim“ (Pseudonym)

@B-Engel..vielleicht habe ich es für dich nicht eindeutig genung geschrieben.
Ich sagte aus, dass man nie von toten Menschen Organe nutzen kann für eine Transplantation, es sind immer Lebendentnahmen.

Ich habe für hirntot erklärte Menschen auf ihren Weg zurück ins Leben begleitet, bisher 3, und das hat mich sehr kritisch werden lassen.
Ich habe vorletztes Jahr den extremen Druck, den die Ehefrau unseres besten Familienfreundes durch die Ärzte in Uniklinikum gekriegt hat, live mitbekommen, so heftig, dass sie ihn nach 2 Tagen für die Organentnahme frei gegeben hat.

Ich finde die Vorstellung gruselig, dass lebensnotwendige Organe von noch lebenden Menschen entnommen werden und ich möchte dies für mich nicht. Ich möchte einen Menschen nicht als einen Ersatzteillager betrachten. Das heißt natürlich auch, dass ich kein Organ von anderen Menschen, die dafür dann meiner Meinung nach getötet werden erhalten. Wenn meine Zeit gekommen ist, dann ist sie gekommen.

Es gibt keine 100% Sicherheit, dass ein von Ärzten für hirntot erklärter Mensch zu 100% nicht lebensfähig ist.

Etwas anderes ist für mich die noch bewußte Entscheidung zB eine Niere zu spenden. Keiner muß deshalb sterben.

Ich würde auch keine Organe spenden, denn die Medizin ist einfach noch nicht weit genug um solche Dinge korrekt zu bewerten geschweige denn zu verstehen, was das Immunsystem mit den Organen macht.
Dann bleibt lieber alles an mir dran. Ich wäre eher dafür synthetische Organe zu entwickeln.
Bei einem Hüftgelenk oder einem Knie haben wir uns ja auch schon dran gewöhnt. Oder man soll die Züchtung von Organen aus eigenen Körperzellen voran treiben. Aber eine Organ entnahmen von anderen halte ich für sehr fragwürdig.

„Merzig“ (Pseudonym)

Bei synthetischen Gelenken ist man doch schon ganz weit vorne. Warum auch keine Organe? Die Forschung wird heute schon so weit sein. Bloß das wir davon noch nichts wissen, da warscheinlich noch nicht ausgereift und mit zu vielen " Bugs".

„Schwetzingen“ (Pseudonym)

Ich weiß dasForscher Naesen an Ohren auf Mäusen heute schön züchten können, wobei ich esfür dieTiese es auch schrecklich finde als Teilelager für uns Menschen herhalten zu müssen ......mehr will ich mir gar nicht vorstellen was sich Forscher da so herzüchten wollen

Ich habe meinen OS Ausweis vernichtet.
Warum:
Meine Schwester ( Schrumpfniere + Blase )mein Sohn Diabetiker und nur 1 Niere. Hätten beide eine neue Niere gebraucht.
Meine Organe hatte ich mal testen lassen, hätte bei beiden gepasst . Ich wollte das meine Organe im Falle meines Ablebens erst einmal in der Familie bleiben , Mir wurde dann auf anfragen mitgeteilt das dass nicht möglich sei . Die Reihenfolge würde nach Dringlichkeit von einer Kommission entschieden . Aber was ist Dringlich ???? Die Vergangenheit hat oft gezeigt das Geld vieles SEHR DRINGLICH macht!!
Meine Nieren würden fremde Menschen bekommen und meine Familie bleibt auf der Strecke.
Leider sind meine Schwester (2015 ) und auch mein Sohn (2016)verstorben.

Fazit für mich: Ich will keine Organe und gebe keine Organe !!

„München“ (Pseudonym)

@rubensbikerin Das tut mir sehr Leid. Ich dachte innerhalb der Familie geht das. :/

@Rubensbikerin66...gerade dann ist ein Organspenderausweis wichtig...eben mit dem Kreuzchen an der richtigen Stelle, die da heißt: "NEIN, ich widerspreche einer Entnahme von Organen oder Geweben."

Wenn du beispielsweise im Ausland (speziell Österreich) verunglückst bist du ohne diesen ausdrücklichen Widerspruch automatisch Organspender.

Aber eine Frage habe ich noch: Warum konntest du nicht für deine Schwester oder den Sohn eine Lebendspende machen? Diese geht doch dann direkt an diesen einen bestimmten Menschen? Oder bin ich diesbezüglich falsch informiert?

„Blankenfelde-Mahlow“ (Pseudonym)

Ich bin da bei DoA- es ist ein eigenartiges Gefühl zu wissen, dass die Person noch lebt und ausgebeindelt wird für andere!
Und auch ich weiss von "Hirntoten", die heute noch leben!
Ist ein schweres Thema und ich kann mirvorstellen, wie schlimm es sein muss als Angehöriger so eine Entscheidung zu treffen

„Rastatt“ (Pseudonym)

Ich habe seit bestimmt 30 Jahren einen. Mit vermerkten Ausnahmen von bestimmten Organen. Da spielt ein sehr subjektives Gefühle eine Rolle, die nichts mit der Logik anderer zu tun hat.
Ich habe aber auch eine Auskunftssperre für medizinische und rechtliche Belange immer dabei, damit bestimmte Menschen meiner Familie "im Notfall" nichts zu melden oder entscheiden haben.

Letztlich ist es immer eine subjektive emotionale Entscheidung. Egal, welche Pro- und Contra Argumente aufgezählt werden. Geschäft, Profit, Gerechtigkeit usw spielen letztlich in allen Bereichen des Lebens irgendwie eine Rolle ;-))

Es hat auch was mit der eigenen Überzeugung vom Tod und dem "Weg" danach zu tun.
Da kommt das Thema "Glaube" mit rein....völlig unabhängig von der religiösen Überzeugung.

„Suhl“ (Pseudonym)

Als kurze Vorgeschichte nur damit Ihr wisst, dass ich ein wenig weiß von was ich rede. Ich habe ca 18 Jahre in der Dialyse und in der Transplantationsvorbereitung gearbeitet. Jetzt arbeite ich seit 5 Jahren in der Onkologie. Ich habe und begleite viele Menschen in absoluten Extremsituationen die immer zum Schluss irgendwie mit dem Tod zu tun haben. Ich kenne Menschen, die sind nach Syrien gefahren und haben sich eine Niere gekauft, ich kenne Menschen die hätten ihr gesamtes Vermögen und noch viel mehr für ein Organ ausgegeben. Verurteilen würde ich niemanden. Ich habe viele interessante, tiefe Gespräche geführt. Letztendlich habe ich festgestellt, das so lange der Tod bei uns Menschen nicht direkt vor der Tür steht, wir unsere tiefen Überzeugungen haben und auch für sie einstehen. Sollte aber die Zeit nahe sein, ändern sich bei "fast" allen Menschen die Einstellungen und der Überlebenswille siegt. Und sei es nur die Aussicht auf ein paar geschenkte unglaublich Wertvolle Monate, Wochen oder Tage. Das ist einfach so. Nicht nur bei denen die im Sterben liegen sondern vor allem auch bei den Verwandten, Freunden die den Sterbenden begleiten und im Falle auch für den Sterbenden noch entscheiden müssen. Extremsituationen ändern alles!! Dessen sollte man sich immer bei jeder Überlegung bewusst sein. Sei es ein Organspenderausweis oder eine Patientenverfügung.

Ich habe einen Ausweis und auch mein Umfeld weiß über meinen Willen bescheid.

Ich persönlich habe auch so meine Zweifel, ob die Organspende-Gegner im Falle des Falles wirklich "Nein" sagen würden zur lebensrettenden/verlängernden Organspende bei sich selbst und stattdessen lieber sterben. Oder das eigene Kind sterben lassen.
Gesagt ist das einfach, solang man nicht WIRKLICH in der Situation steckt.

Ich hatte mich nach dem plötzlichen Tod meines Mannes ( 2008 ) auch mit dieser Thematik beschäftigt und auch viele Bücher zum Thema Sterben, Tod und Trauer gelesen. Es kamen auch viele Aspekte zum Thema Organspende - Ja oder Nein vor. Für mich persönlich heißt es Nein; weil mich ( persönlich) die Vorstellung mehr als gruselt, dass es sich dabei um eine sog. Lebendentnahme handelt. Der Tote ( ? ) sieht noch so aus, als ob er noch lebt ( Brustkorb hebt und senkt sich ) und fühlt sich auch warm an. Das ist für Angehörige mehr als schrecklich dann so schnell als möglich die Entscheidung zur Entnahme zu treffen. Ich hoffe, dass ich nie in diese Lage komme, eine so weitreichende Entscheidung treffen zu müssen und ich möchte zum heutigen Zeitpunkt weder spenden, noch ein gespendetes Organ erhalten. Mag sein, dass sich im Laufe der nächsten Jahre meine Meinung diesbezüglich noch ändern mag, aber im Moment : Nein

Ich selbst besitze eine Patientenverfügung und Spenderausweis. Über 20 Jahre bin ich auf Dialysen und Intensivstationen tätig, und das Leid was man dort erlebt, vorallem in der Kinderklinik, ist enorm.
Ein Organ kann soviel leid beenden, und wenn es nur 1 von 100 ist.
Bei mir werden die lebenserhaltenden Maschinen, sofern ich das nicht mehr durch Hirntot mitbekomme, nach einer fest angegebener Zeit, abgeschaltet, und dann dürfen sie machen was sie wollen.
Ich möchte nicht, das meine Angehörigen viele endlose Wochen, Monate oder Jahre hoffen, das ich jemals wieder aufwache, und wenn, dann bin ich sicherlich nicht gerade Lebenswert, wahrscheinlich den Rest des Lebens im Bett gefesselt.
Ob ein Hirntoter, der nach Monaten doch nochmal wach wird, wieder einigermaßen gesund wird, ist sehr ungewiss. Für mich, möchte ich nicht im vollen Unterbewusstsein alles mitbekommen, aber kann mich weder bewegen, sprechen, noch irgendwie eine Reaktion zeigen.Ich wäre, sorry, ein warmes Stück Fleisch im Bett.
Dann lieber abschalten, auch mit dem Risiko, irgendwan vielleicht doch nochmal zu erwachen, aber dafür hab ich Leid und Ungewissheit von den rest der Familie abgewand. Dazu helfe ich vielleicht ein Kind, den 20.ten Geburtstag erleben zu können.

„Siegen“ (Pseudonym)

Danke Daughter of Anarchy für Deine beiden Beiträge - ich habe einen nahen Angehörigen letztes Jahr bei seinem 2 Monatigem Sterbeprozess (meist im künstlichen Koma) begleitet und was ich da an Brutalität und Geschäftssinn bei den Ärzten und dem Krankenhaus erlebt habe macht mir die Entscheidung (leider!) sehr leicht "Nein" zur Organspende zu sagen. Dafür ist mein Vertrauen zu tief erschüttert. Ich wünsche mir dass ich eines Tages einfach tod umfalle und gar nicht erst in die Hände eines Krankenhauses falle und damit auch nicht die Frage nach Organspende aufkommt.

„Emmerich am Rhein“ (Pseudonym)

Ich habe schon ewig einen Organspenderausweis. Wenn ich tot bin, kann ich vielleicht jemandem noch das Leben retten.

„Eberswalde“ (Pseudonym)

Seit ich 18 bin, habe ich den Organspendeausweis und bin auch schon länger bei der DKMS registriert.
Nur Blutspenden darf ich nicht.

Ich habe mir damals gesagt: wenn ich nach dem Diskobesuch am Brückenpfeiler ende und man aber noch Teile von mir brauchen kann, warum nicht?
Nur damit mein Sterben noch herausgezögert wird? Oder ich ein jahrelanger Pflegefall bin?
Nein, dann lieber tot und ich kann anderen vielleicht noch helfen. Meine Eltern kennen meine Einstellung und respektieren diese.

Heute sag ich mir: die armen Sargträger haben etwas weniger zum Krematorium zu schleppen.
Ist tiefschwarz, ich weiß. 8-)

Was ich sehr befürworte, ist, dass man sich zu Lebzeiten mit dem Thema auseinandersetzt. Ob "Ja" oder "Nein" ist eine persönliche Entscheidung, die ich bei jedem respektiere, aber diesen Respekt wünsche ich mir auch von anderen.

Und, wie schon mehrfach geschrieben: man erspart diese Entscheidung den Angehörigen.