Organspendebereitschaft geht weiter zurück .

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 109 Antworten

„Freyung-Grafenau“ (Pseudonym)

Bevor ich meinen sehr guten Freund in den Organspendeausweis eingetragen habe, habe ich ihn selbstverständlich gefragt ob das okay für ihn ist und er kennt meine Meinung zu dem Thema , allein gelassen habe ich ihn damit nicht , sondern wir haben darüber ausführlich gesprochen. Er kann das so entscheiden wie er es für richtig hält, das beeinträchtigt auch unsere Freundschaft auch nicht.

„Karlsfeld“ (Pseudonym)

Ich selbst trage meinen Organspendeausweis seit meinem 17. Lebensjahr bei mir. Meine Eltern waren damals geschockt.
Auch nach dem Skandal hat sich meine Meinung zur Organspende nicht geändert. In meinem Bekanntenkreis gibt es selbst einen Organempfänger und der Familie war bewusst, dass wahrscheinlich eine Familie einen geliebten Menschen verloren hat, damit der Mann, Vater und Opa hoffentlich noch viele Jahre weiterleben kann. Die Familie war überaus dankbar, aber auch traurig.
Jeder sollte jedoch diese Entscheidung für sich selbst treffen.
Der Tod gehört zum Leben. Und wenn ich Jemandem das Leben erleichter oder sogar verlänger durch eine Spende, dann macht vielleicht sogar der Tod einen Sinn.

Ein Thema - viele Meinungen, viele Ängste.
Vorab, ich bin seit den frühen 90ern Organspender und seit vielen Jahren in der Knochenmarkspenderdatei.
Ich habe als Kr.Schwester jahrelang auf einer Nierentransplantationseinheit gearbeitet.
Mein Sohn (12J.) ist von Geburt an nierenkrank und wurde nach fast 4 Jahren Heimdialyse
vor 3 Monaten transplantiert.
Welch unglaublich großes Geschenk uns die Angehörigen „unseres“ jugendlichen Spenders gemacht haben kann ich gar nicht in Worte fassen. Und meine überaus große Dankbarkeit
und den Respekt ob ihrer Entscheidung in ihren schweren Stunden auch nicht.
Wir sind in Gedanken oft bei ihnen, während unser Leben langsam versucht,wieder in
normaleren Bahnen anzukommen.
Die Skandale der letzten Zeit haben uns alle erschüttert und eine wunderbare Chance für viele sterbenskranke Menschen zerstört. Ich verurteile das Tun der „Skandalärzte“ aufs heftigste und hoffe auf harte Bestrafungen und größtmögliche Transparenz in allen Bereichen dieses Themas.
Der akute Organmangel, bei immer länger werdenden Wartelisten, hat zu diesen
Machenschaften geführt.
Nie war ein Spender betroffen, die Opfer sind ausschließlich auf der Empfängerseite zu finden,
die Erwachsenen und Kinder, die nun, dank stark rückläufiger Spendebereitschaft, lange auf ein Organ warten müssen oder gar in der Wartezeit versterben . Und andere – (nicht zu vergessen) ebenfalls schwerkranke Menschen wurden transplantiert, obwohl sie noch nicht an der Reihe gewesen währen. Und die Menschen haben Angst und sind verunsichert. Verständlich. Und weil
die Spende auf Freiwilligkeit beruht ( was ganz richtig und wichtig ist und auch so bleiben soll)
bleibt das „Angebot und Nachfrage-Ungleichgewicht“ bestehen.
Wichtig ist es, sich zu informieren, sich seine Meinung zu bilden
( aber halt nicht mit populistischen Halbwahrheiten der Zeitung, die in der Werbung dazu auffordert) , mit seinen Angehörigen darüber zu sprechen, egal ob Pro oder Kontra.
Das darf und muss jeder für sich selbst entscheiden. Und moralischen Druck auszuüben
ist definitiv der falsche Weg. Wenngleich sich natürlich schon zu überlegen gilt, ob man selber
ein Fremdorgan zu empfangen bereit ist.

@Romeo Must Die:
Genau das sind auch meine Gedanken, mit einem falsch diagnostiziertem Hirntod. Das ist leider kein Einzelfall.
Sofern es nicht gelingt, die Diagnose auf einen vollständigen Hirntod zu sichern, wird es immer Zweifel geben und damit auch viele Menschen, für die diese Zweifel ausschlaggebend für ihre Entscheidung sind.
Sogenannte Organspendeskandale tun dann ihr übriges.

Sehr krass finde ich auch die Regelung in Bulgarien, dort hat nur der "Spender" (Spende im Sinne von freiwillig) die Möglichkeit zu widersprechen, ansonsten wird entnommen, die Angehörigen haben kein Einspruchsrecht.

Des weiteren stelle ich mir persönlich die Situation, direkt nach dem Tod eines Angehörigen, mit so etwas befragt zu werden, ziemlich hart vor, zumal es wohl immer mal wieder passiert, dass unerfahrene oder ungeschulte Ärzte dies machen, auf eine nicht gerade schonende Art.

Anstatt nur mit moralischen Gründen neue Spender zu werben, sollte das ganze System verbessert bzw. verfeinert werden und vor allem transparenter. Und über kurz oder lang sollte man darüber nachdenken, dem Spender bestimmte Wahl- bzw. Ausschlussmöglichkeiten für Empfänger zu geben.

Viele Menschen, mich eingeschlossen, wären eher zu einer Spende bereit, wenn man den Kreis der Empfänger einschränken könnte. Das kann von mir aus von "keine Gewaltverbrecher" bis zu "keine Kleingartenbesitzer" reichen.

Und bitte in diesem Fall kein Gegenargument wie "Gott spielen" oder "man hätte kein Recht, so etwas zu bestimmen. Ein Organspende ist eben eine "Spende", kein Muss. Und als Gebender möchte ich mir den Nehmenden nun mal aussuchen dürfen. Was dabei im Endeffekt rauskommt, ist etwas anderes.

„Uckermark“ (Pseudonym)

"Des weiteren stelle ich mir persönlich die Situation, direkt nach dem Tod eines Angehörigen, mit so etwas befragt zu werden, ziemlich hart vor, zumal es wohl immer mal wieder passiert, dass unerfahrene oder ungeschulte Ärzte dies machen, auf eine nicht gerade schonende Art."

Passt ja, dass du das gerade heute schreibst. Gerade heute ein Artikel in der Zeitung über Organspende. Da wurde eine Mutter zur Organspende Ihres Sohnes gefragt: "Ihr Sohn war doch sicher ein sozialer Mensch?" LoL. Schöne Art, um an die Organe ranzukommen.

„Frechen“ (Pseudonym)

Heute Abend sendet ARTE um 20.15 eine Doku mit dem Titel "Schwarzmarkt Organhandel" und anschließend eine Interview über Organhandel.

„Castrop-Rauxel“ (Pseudonym)

Ich lese hier nach wie vor noch interessiert mit und bin erstaunt, wieviel unterschiedliche Meinungen und Gedankengut - es dazu gibt.

Ich kann da ja auch wirklich nur aus meinen eigenen Erfahrungen und Empfindungen schöpfen und die weichen natürlich auch mal von denen anderer ab- völlig oder teilweise.

Als ich vor 10 Jahren gefragt wurde, fühlte ich mich nicht moralisch unter Druck gesetzt.
Natürlich war es hart, in diesem Moment mit so einer Frage konfrontiert zu werden - aber bin ich schon im Vorfeld von anderen Ärzten darauf angesprochen worden und der zuständige Arzt- hat mich rein sachlich vom Zustand meine Mutter infomiert, von dem ich mir natürlich selbst ein Bild machte und ja auch den Werdegang life und in Farbe mitbekam.
Ich hatte sie gesehen und gespürt als sie - noch- im Koma lag und denn als man sie Hirntod diagnostizierte und anhand der Schwere des Schlaganfalls (auch die Röntgenbilder hatte ich gesehen) - musste ich nicht mal meine anatomischen Vorkenntnisse zu Rate ziehen, um zu wissen- das wird nix mehr. Anschliessend wurde ja auch noch mal 12 Stunden gewartet und denn dann noch mal von 2 Ärzten diagnostiziert.
Ich bin sicher nicht "blauäugig" - aber ein wenig Vertrauen bringe ich schon mit. Wenn ich davon ausgehe - dass erst Mal alles "schwarze Schafe" sind und ich die "weißen" suchen muss, denn würde ich mich und meine Gesundheit, meinen Körper wohl eher keinem anvertrauen können.

Letztendlich hat meine Entscheidung ein eher nebensächlicher Satz bewegt.
Nachdem ich einige Rückfragen gestellt hatte - sagte der Arzt, dass es eher selten ist das es zu Organspenden kommt, in diesem Jahr (2004) wäre es bei ihnen zweimal dazu gekommen ( es war Ende das Jahres).

Trotzdem war es mir danach sehr wichtig, dass ich alle Bedingungen schaffe, dass meine Kinder oder mein Partner oder Freunde/Bekannte, solche Entscheidungen nicht treffen müssen- bzw. sich mit so einer Frage auch nicht auseinandersetzen müssen.
Wie gesagt, ich habe einen Spenderausweis und mich auch als Spender angekreuzt.



Spenden mit Einschränkungen- finde ich einseits einen durchaus nachdenkenswerten Gedanken, denn wenn ich Materieles oder Zeit - für irgendjemanden spende, denn suche ich mir das oder den, ja auch exliziet aus - allerdings sehe ich das bei der Organspende, für mich ganz persönlich - denn doch was anders- für mich gäbe es keine Einschränkungen.

Die Krankenhäuser sind oft garnicht "wild" darauf, potentielle Spender zu melden, weil es für sie nur Arbeit und Ungemach bedeutet. Es ist in Fachkreisen bekannt, daß nur ein Bruchteil der mögl. Spender überhaupt an die DSO gemeldet wird.Deswegen soll ein sogenannter "Transplantationsbeauftragter" installiert werden, der auch das geschulte und behutsame Gespräch mit den Angehörigen führen soll.
Der Hirntod muß von zwei unabhängigen Neurologen (die NICHT aus dem explantierenden Haus sein dürfen) anhand diverser Tests diagnostiziert werden,
Der Hirntod wird definiert als Zustand der irreversibel erloschenen Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms. Dabei wird durch kontrollierte Beatmung die Herz- und Kreislauffunktion noch künstlich aufrechterhalten. Soweit ich weiss, hat es in Deutschland keine Fälle gegeben, daß für hirntot erklärte Menschen wieder erwacht sind.
Bei der Vergabe oder Zuteilung der Spenderorgane entscheidet nicht nur der Listenplatz sondern gerade auch die größtmögliche Kompatibilät des Gewebes von Spender und
Empfänger . Es passt nicht alles zusammen.
Vermutlich schwierig, da noch die "Auswahlkriterien" des Spenders mit unterzubringen. Bei dem es am besten passt und die beste Aussicht auf Erfolg verspricht soll das Organ bekommen. An meinem Sohn sind deswegen einige Mitpatienten vorbeigezogen, die kürzere Zeit an der Dialyse waren als er.

„Ulm“ (Pseudonym)

ich finde es interesant das transparenz da so ein thema ist.
den für mich ist das nur eine art recycling ist das da gemacht wird
man brauch das zeug beim tod nicht mehr also macht was damit.

wenn ich altmetal recyle frage ich mich auch nicht wird damit eine auto karoserie gemacht oder eine pistolen kugel.
und beides ist denkbar.
aber da gibt es komischerweise weniger bedenken.

oder auch wer meine alte kleidung aus der altkleidungs sammlung bekommt kann ich nicht bestimmen.
das kann der ärmste gutmütigste man sein oder der pedophile der jetzt auf der straße sitzt.

von daher finde ich es verwunderlich das wir in einer welt wo eigendlich die meisten menschen darauf wert legen nichts zu verschwenden bei dieser sache so wählerisch sind.

den helfen wird es immer jemanden soviel können wir uns sicher sein^^

Zu diesem Thema gibt es hier erfreulich viele interessante und differenzierte Ansichten und wirklich gute Beiträge! Ich denke, das ist eine so sehr persönliche Entscheidung, die man - wie auch immer sie von den Menschen getroffen wird - dann respektieren kann und muss.

Die Krux mit der nachlassenden Spendebereitschaft scheint mir aber auch zu sein, dass eben sehr viele Menschen NICHT darüber nachdenken, ob sie dafür oder dagegen sind - und warum! Ignoranz, allgemeines Desinteresse oder auch nur reine Stumpfsinnigkeit (wir begegnen diesen Eigenschaften leider zunehmend in allen Lebensbereichen) verhindern oft die Auseinandersetzung mit solch wichtigen Fragen.

Ich für meinen Teil habe mich bereits vor langer Zeit entschieden. Ich trage seit 1972 einen Spenderausweis bei mir. Vor kurzem habe ich ihn mit dem neuen Formular (blau/orange) erneuert. Meine positive Haltung zur Organspende hat sich seither eher noch gefestigt. Die Skandale der letzten Zeit sind zwar äußerst ärgerlich, ändern aber letztlich nichts am Ziel einer Spende: einem oder mehreren schwerkranken Menschen kann damit geholfen werden! Und dieses dann, wenn ich selbst die Organe definitiv nicht mehr brauche.

Wann komme ich denn als Spender überhaupt in Betracht? Sicher nicht nach einem langen Siechtum, wenn bereits beginnendes Multiorganversagen das Ende einläutet. Es sind Patienten, die durch schwere Unfälle oder andere plötzliche Ereignisse wie Schlaganfall, Hirnblutung oder Herzinfarkt sozusagen mitten aus dem Leben gerissen werden und so schwer hirngeschädigt sind, dass maximal ein Dahinvegetieren im Koma und an Maschinen möglich bleibt. Ich habe in meiner Patientenverfügung für eine solche Situation wiederbelebende oder lebensverlängernde Maßnahmen strikt ausgeschlossen. Ich verbitte mir, mich zu einem Dasein zu zwingen, das kein Leben mehr ist und ich nicht mehr Herr meiner Sinne bin. Dann möchte ich sterben dürfen und dann gebe ich doch gerne meine Organe an passende Empfänger-Patienten weiter, die dadurch weiterleben können.

@Vieldranvieldrin: Danke für den informativen Beitrag!

„Güstrow“ (Pseudonym)

Aber wieviele Organe wären verloren wenn der Spender zu Lebzeiten den Empfängerkreis einschränkt?
Es muss soooo viel passen...
Was meint ihr kann ein (bzw.2) Arzt den Hirntod "herbeisprechen"? Glaube kaum.

Wenn mein Organ gehandelt werden sollte ist mir das ja denn eh egal. Soll der Empfänger damit glücklich werden und vorallem gesund.

In meiner Patientenverfügung ganz klar geregelt: Lebenserhaltende Massnahmen nur zur Organentnahme und dann bitte würdevoll sterben lassen.

Stimmt, wenn der Hirntod richtig diagnostiziert wird. Nur da liegt der Knackpunkt, solange es dabei noch Ausrutscher gibt, die in der Regel zu lasten eines potentiellen Spenders gehen, wird es auh dort erhebliche Zweifel geben.
Wenn man sich kurz die Mühe macht und nach Fällen sucht, in denen frühzeitig/fälschlich der Hirntod festgestellt wurde und eine Organentnahme vorbereitet oder angefragt wurde, sieht das nicht mehr so rosig aus.

Was die EInschränkungen angeht, hat wohl jeder seine eigenen Vorstellungen und Wünsche, aber in meinen Augen trotzdem ein Punkt, den man diskutieren sollte, nicht nur in Foren, sondern auch die Verantwortlichen.

„Güstrow“ (Pseudonym)

Vielleicht muss man "fälschlich/ frühzeitig" mal genauer definieren.
Wieviele Fälle gibt es denn wo der Patient wieder aufgewacht UND vollständig genesen ist UND wo dem Arzt eine falsche Diagnostik nachgewiesen wurde UND der Arzt Organe entnehmen wollte?

Wieviele Fälle es gibt kann ich ohne Suche nicht sagen. Einfach mal in eine Suchmaschine "Fehldiagnose Hirntod" eingeben, dann kommen Ergebnisse. Alleine die Tatsache, dass es diese falschen Diagnosen gibt, reicht aus.

Die Frage, was mna im Ernstfall macht, ist nicht zu beantowrten, wenn man es noch nicht erlebt hat. Die Verwandtschaft hat ihre Entscheidungen getroffen, der Rest ergibt sich bei Bedarf.

Es geht auch nicht darum, anderen die eigenen Innereien vorzuenthalten. Solange es aber Zweifel gibt, ich befürchten muss, dass mich ein übereifriger Arzt vorzeitig aufgibt, weil die Organe nützen können, und keine 100%ige Transparenz bei den Diagnosen und Verteilverfahren, wird der gesamte Prozess kritisch betrachtet werden und die Zahl der Spender stagnieren.
Themen wie würdevolles Sterben, mit verbliebenen Schmerzreflexen auf dem OP-Tisch herumzuzappeln, nicht total zerfetzt, mit herausgeschnittenen Augen den Angehörigen übergeben zu werden, ist wieder eine andere Sache. (Alles nun mal schon vorgekommen)

„Ulm“ (Pseudonym)

naja..wenn hirntot falsch diagnostiziert wird werden so oder so alle geräte ausgeschaltet.
ist nicht so das es da bei nicht spendern die geräte dann noch angelassen werden.
von daher ist es so oder so sehr unwarscheinlich das man da wieder aufwacht und mit nen sechser im lotto zu vergleichen^^

zumahl man auch da dann sich genauso gedanken machen muss das man lebendig ins krematorium kommt oder begraben wird.
ist da dann genauso warscheinlich^^

„Uckermark“ (Pseudonym)

Wer wie reagieren würde, kann auch keiner beantworten, der nicht in der Situation ist. Weder Spender, noch Empfänger, noch Angehörige. Deswegen können wir auch frei von der "Leber" weg darüber diskutieren.

Genauso kann man auch nicht ausschließen, dass derjenige, der sich und seinen Angehörigen in einer Diskussion als Spender deklariert, nicht doch anders reagiert, wenn er sich tatsächlich in der Situation befindet.

Wer weiß das alles schon...

„Freudenstadt“ (Pseudonym)

Ich habe meinen Organspendeausweis seit meinem 18. Lebensjahr und für mich zählte immer der Gedanke, dass durch meine Entscheidung für die Organspende durch meinen Tod ein anderer Mensch ein neues Leben beginnen kann oder auch dadurch weiterleben kann.

Schon...aber die, die Spenden kategorisch ablehnen und das begründen, haben die Entscheidung ja auch schon getroffen ohne je in der Situation gewesen zu sein.
Das wäre dann für mich eine klassisch inkonsequente bzw. nicht zu Ende gedachte Denkweise.

Wenn du dir unsere Gesellschaft in der medizinischen Komponente ansiehst: kaum jemand, der nicht kämpft und hofft bis zum bitteren Ende...da erscheint es mir schon eher unwahrscheinlich bis äußerst selten, dass jemand eine mögliche Heilung ablehnt und lieber stirbt (oder im Falle dass es das eigene Kind betrifft, sterben lässt). Das dürfte die Summe der Nichtspender um ein vielfaches übersteigen, unterm Strich hieße das dann: Nehmen, ja gerne, Geben? Um Gottes Willen, nein.

Die, die das spenden ablehnen, haben ihre Entscheidung getroffen, aus welchen Gründen auch immer. Entscheidungen werden nunmal aufgrund von Erfahrungen, Meinungen und mehr oder weniger objektiven Gründen gefällt.

Zum Restlichen, wie schon gesagt, solange das ganze System nicht frei von Fehlern ist, und da wird offen zugegeben, das es das nicht ist, und keine Transparenz gibt, bzw die Möglichkeit, dass jemand schummelt, wird es immer Gründe dagegen geben.

Der Punkt, nehmen ja, geben nein, ist schon wieder diese Moralkeule, auf die vermutlich auch nicht alle stehen, von daher in meinen Augen nicht gültig.

In meinen Augen schon....denn offensichtlich führt diese Einstellung zu Engpässen...was ja auch Thema und überhaupt Auslöser dieses Threads ist.

Ein komischer Vergleich vielleicht, aber: Ginge es jetzt um Hartz4 würden gaaaanz viele wieder schreien, dass sie nicht einsehen, ihre hart erarbeiteten Steuern für jemanden rauszuhauen der nichts eingezahlt und/oder geleistet hat.

Und das alles "nur", weil die Menschen sich bei dem Gedanken an ihren eigenen/den Tod förmlich in die Hosen schei... ;o)