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Danke für die Auskunft. Allein die vielen in den Krankenhäusern beschäftigten könnten doch geworben werden, möglicherweise werden gerade hier die Werbeansätze nutzlos liegengelassen. Die Organspendeorganisationen sollten eventuell auch ihr Praktiken einmal untersuchen.
Vor ein paar Jahren verstarb der Ehemann einer Verkäuferin meines Vaters. Da er körperlich sehr fit war und erst Anfang fünfzig, wurde seine Ehefrau gebeten einer Organspende zuzustimmen. Er wurde dann von Nordhausen Krankenhaus nach Erfurt geflogen und dort wurden alle entnehmbaren Organe entnommen. Die Kosten für den Rücktransport der Leiche wurden der Witwe in Rechnung gestellt, da der Leichenwagen ja zur Bestattung fahren mußte und Kosten als Gegenleistung für die Entnahme nicht übernommen werden durften, denn das käme ja einem Kauf der Organe gleich und Organhandel sei ja verboten.
So blieb die Witwe, weil sie der Organspende zugestimmt hatte, auf den Rücktransportkosten sitzen.
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„Oberbergischer Kreis“ (Pseudonym)
".. denn das käme ja einem Kauf der Organe gleich und Organhandel sei ja verboten. "
Es ist ja Organhandel, bei dem alle verdienen, ausser den Angehoerigen des Spenders. Ich habe das Gefuehl, dass viele keine prinzipiellen Einwaende gegen das Spenden selbst haben, aber gegen das korrupte System mit all seinen Fehlern und Ungerechtigkeiten.
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Und die an diesem Organhandel beteiligten spenden selber nicht, das ist doch toll, oder?
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Gleich vorneweg ich bin überzeugt davon, dass Organspenden gut und sinnvoll sind und ich finde die gesetzliche Regelung in Deutschland ganz einfach schlecht. Mir ist klar, dass das Thema vielschichtig ist und dass man auch zu einer anderen Entscheidung kommen kann. Ich schreibe aber trotzdem, warum ich für mich entschieden habe, dass ich Knochenmark- und Organspender bin.
Die Sache ist ganz einfach und liegt in meiner Familiengeschichte. Meine Oma ist sehr früh an Krebs gestorben und so habe ich damals damit auseinander gesetzt, was eine schwere Krankheit für mich bedeuten würde. Ich habe mir für mich überlegt, ob ich, wenn ich in die Situation käme, ein gespendetes Organ oder gespendetes Knochenmark annehmen würde und ich habe für mich entschieden, ja, würde ich auf jeden Fall. Ich glaube, dass praktisch alle von uns an ihrem Leben hängen und sich wenn es darauf ankommen würde, gleich entscheiden würden. Wenn ich also für mich entschieden habe, dass ich ein Spenderorgan oder gespendetes Knochenmark auf jeden Fall annehmen würde, dann ist es doch auch selbstverständlich, dass ich selber meine Organe spende bzw. zur Knochenmarkspende bereit bin.
Dazu kommt, dass ich noch kein überzeugendes Argument gegen eine Organspende gehört habe. Es gibt die Befürchtung, dass Organe entnommen werden könnten, wenn man noch lebt bzw. noch nicht vollständig tot ist. Stimmt, der Körper ist ein komplexes System und zumindest die Organe, die man entnimmt dürfen noch nicht abgestorben sein. Aber, wenn der Hirntod eingetreten ist, führt auch kein Weg mehr ins Leben zurück. Es tut weh und ich kann es mir nicht vorstellen, aber ich werde irgendwann in den nächsten 60 oder spätestens 70 Jahren sterben und dann bin ich ganz einfach nicht mehr auf dieser Welt. Aus dem Argument spricht für mich mehr die Hoffnung auf ein Wunder. Leider gibt es die nicht.
Es gibt die Befürchtung, dass man weniger intensiv betreut wird, wenn man Organspender ist. Ganz ehrlich, Ärzte betreuen mich nicht, weil ich so ein netter Mensch bin, sondern weil sie damit Geld verdienen und das tun sie nur solange ich lebe. Mich aufwändig gesund pflegen ist lukrativer als mir ein paar Organe entnehmen. Ich gehe daher davon aus, dass eine Entscheidung pro / contra Organspende keinen Einfluss auf die Qualität der Behandlung hat.
Dann gibt es noch das Argument, dass Organspenden ein einziges Geschäft wären und man sich nicht daran beteiligen will. Ja stimmt, Organspenden sind ein Geschäft. Der ganze medizinische Bereich ist ein riesiges Geschäft. Ist halt so und was soll da jetzt gegen eine Organspende sprechen. Wenn wir krank sind, stört uns das plötzlich auch nicht und wir gehen zum Arzt oder kaufen Medikamente.
Schließlich noch die ethischen bzw. religiösen Argumente. Ich bin Atheist, daher fällt es mir schwer mich in die Gedankenwelt hinein zu versetzen. Aber, von einem bin ich überzeugt, nur wer für sich selbst absolut sicher und mit allen Konsequenzen ausschließen kann, dass er ein Spenderorgan annehmen würde, darf so argumentieren. Sonst ist die Argumentation scheinheilig.
Ach ja, dann habe ich noch irgendwo gelesen, dass Organspenden nichts bringen, weil der Körper des Menschen, der das Organ bekommt eh schon so kaputt ist, dass auch mit Spenderorgan kein lebenswertes Leben mehr möglich wäre. Das das nicht stimmt sehe ich jeden Tag in der Arbeit. Eine Kollege von mir hat nämlich eine Spenderniere und soweit ich das beurteilen kann, kann die ein weitgehend „normales“ Leben führen.
Ganz zum Schluss noch warum ich die Regelung in Deutschland schlecht finde. Ganz einfach, weil ich etwas tun muss um Organspender zu werden. Ich behaupte, die meisten Menschen, die keinen Organspenderausweis haben, haben den nicht weil sie grundsätzlich gegen Organspende sind, sondern weil sie sich nicht mit dem Thema auseinander gesetzt haben. Ich finde da die österreichische Regelung besser. Jeder ist grundsätzlich Organspender, aber wenn ich meine Organe nicht spenden will kann ich dem widersprechen. Die Zahl der Organspender wird so größer und für den, der bewusst keine Organe spenden will ändert sich nichts.
Noch ein Aufruf. Hol dir einen Organspendeausweis (https://www.organspende-info.de/organspendeausweis/erstellen) und überleg dir, ob du zur Knochenmarkspende bereit bist (http://www.zkrd.de/de/).
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„Hamminkeln“ (Pseudonym)
@Tomy1971
Klasse Beitrag .
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„Alfter“ (Pseudonym)
@tomy1971 besser hätte man es nicht schreiben können. sehr treffende worte. danke. lg.

„Amberg-Sulzbach“ (Pseudonym)
Mittlerweile sollte eigentlich jeder Deutsche nen Brief mit nem Organspendeausweis erhalten haben.
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„Ingolstadt“ (Pseudonym)
Ich selbst habe einen Organspendausweis und bin auch bei der DKMS regestriert.
Leider ist der TOD immer noch ein Tabuthema.Dabei sollte JEDER über den Tod nachdenken.Denn keiner kommt daran vorbei.
Ich versuche meinen *Hinterbliebenen* soviel wie Möglich abzunehmen an Entscheidung: Organspendeausweis, Patientenverfügung, Wünsche für die letzte Ruhestätte.....eigentlich alles was ich zu Lebzeiten für MICH noch entscheiden kann - ich denke, so mache ich es meiner Familie einfach leichter.
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@willi und niram: Danke für die Blumen.

„Freyung-Grafenau“ (Pseudonym)
Meine Krankenkasse hat mir einen Organspendeausweis geschickt und darauf konnte man 3 verschiedene Möglichkeiten ankreuzen und benennen. Außer ja und nein gabs da auch noch die Möglichkeit, dass es im Ernstfall jemand für mich entscheiden soll und ich habe Namen und Telefonnummer draufgeschrieben. Da ich meiner Familie nicht die Entscheidung aufbürden wollte , habe ich einen sehr guten Freund eingesetzt. Fertig.
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Wir haben dieses Thema schon öfter diskutiert, z. B. hier:
http://www.rubensfan.de/forum/gesundheit_und_wellness/habt_ihr_euch_schon_mal_mit_dem_thema_organspende_auseinandergesetzt?page=0
da habe ich auch meine Sichtweise dazu schon gepostet und kopiere sie hier einfach nochmal rein:
Ich habe keinen Organspenderausweis und werde auch nie einen haben. Sollte die Widerspruchslösung Gesetz werden, werde ich mich für den Widerspruch entscheiden, denn:
Für mich ist mit dem Hirntod der Sterbeprozess noch nicht abgeschlossen, ich halte ihn nur für einen Teil des Sterbeprozesses. Für die Organentnahme wird der sogenannte Hirntod festgestellt und dann der Mensch mit Maschinen am Leben gehalten, bis das Procedere von Eurotransplant abgeschlossen ist und brauchbare Organe entnommen sind. Erst dann werden die Maschinen abgestellt und der "Spender-Mensch" darf seinen Sterbeprozess beenden und endgültig sterben.
Diese Vorgehensweise halte ich für menschenunwürdig, sowohl für mich, als auch für andere Menschen. Ich meine, jeder Mensch hat das Recht ungestört zu sterben. Ergo werde ich keine Organe spenden und möchte auch keine bekommen. Es sei denn eine Lebendspende für einen Verwandten oder Partner, bei der ich bei vollem Bewusstsein, klarem Verstand und guter Aufklärung über die Risiken entscheiden kann.
Ich halte es im Übrigen sowieso für unangemessen, wie wir heutzutage über Leben und Tod bestimmen. Wir bestimmen darüber ob und wann ein Leben beginnt und darüber, wann und wie es endet...nicht immer aber meiner Meinung nach viel zu oft.
Gebt einfach mal das Wort Organspende in die Suchfunktion ein, da könnt ihr mehrere Threads nachlesen.
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„Ingolstadt“ (Pseudonym)
Sorry Seeangel.... bei einer Organspende entscheide ich doch über meinen eigenen Tod. Und sollte ich einmal Hirntod sein, will ich KEINESFALLS mehr dahinsiechen bis ich vielleicht nach mehreren Jahren doch gehen darf.Ich will meine Familie nicht die Last aufbürden, ständig um mich sein zu müssen, weil ich ständig medizinische Versorgung brauche.
Aber zum Glück, kann das jeder (weitgehenst) für sich selbst entscheiden.
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Nein @Regenbogenläuferin, da hast du mich missverstanden. Ich rede nicht davon lange dahinzusiechen, sondern lediglich davon, den Sterbevorgang in Ruhe zu beenden. Es handelt sich dabei um einen Zeitraum von einigen Minuten bis einigen Stunden.
Und selbstverständlich geht es mir sowohl um meinen eigenen Tod, als auch um den Tod anderer Menschen.
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Seaangel, verstehe ich dich richtig?
Du würdest also ein lebensrettendes Spenderorgan ablehnen und lieber sterben? Außer bei der begrenzten Möglichkeit der Lebendspende, die sich dann ja auf Niere, Knochenmark und einen Teil der Leber beschränken würde.
Nimm es mir nicht übel, es ist auch nur meine ganz eigene Meinung dazu die ich auf niemanden spiegeln möchte...aber ich glaube ziemlich sicher dass fast jeder nach jedem Strohhalm greifen würde.
Und wenn es nicht für dich selbst wäre, dann für das eigene Kind oder den Partner.
Oder würdest du auch für die eine Spende ablehnen und den Tod als Folge in Kauf nehmen?
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„Hamminkeln“ (Pseudonym)
Jeder hat eben seine Meinung dazu , auch wenn sie für den ein oder anderen , mich eingeschlossen , bizzar erscheint .
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„Magdeburg“ (Pseudonym)
Kann ich mir nicht vorstellen. Ich kenne sehr viele, die einen Organspendeausweis in den Papieren bei sich tragen. Wer will denn diese Statistik erhoben haben? Also ich rede jetzt von der Spende nach dem Tod.
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„Uckermark“ (Pseudonym)
Jemanden, der ethische Aspekte in seine Entscheidung als (NIcht-) Orgenspender einbeziehen will, als "bizzar" zu bezeichnen, finde ich wiederum mehr als bizarr.
Ich kann die Sichtweise von Seaangel durchaus nachvollziehen.
Darüber hinaus zweifeln nicht weniger Mediziner an dem "Hirntod".
http://www.deutschlandfunk.de/wie-tot-darf-ein-organspender-sein.1148.de.html?dram:article_id=263202
Zitat daraus: "Doch die Debatte ist international entbrannt, zusätzlich befeuert durch Fälle von Hirntod-Fehldiagnosen, wie zum Beispiel der einer 40jährigen Patientin in den USA. Sie hatte sich mit einem Medikament vergiftet. Es enthielt den Wirkstoffs Baclofen, ein Mittel, das Muskelspannungen lösen soll. Die Patientin zeigte keinerlei Reflexe mehr, als sie in die Klinik eingeliefert wurde, die Pupillen waren starr. Die Ärzte führten die weiteren, üblichen Tests durch. Dann erklärten sie sie für Hirntod und bereiteten die Organentnahme vor. Doch am fünften Tag nach Einnahme der Überdosis fing die Patientin plötzlich an, sich zu bewegen. Sie erholte sich an den folgenden Tagen und überlebte ohne bleibende Nervenschäden. Ihre Vergiftungserscheinungen hatten den Hirntod lediglich vorgetäuscht."
Bevor nicht auch die letzten Zweifel ausgeräumt werden, ist dieses Thema ein heißes Pflaster. Aber ich würde keinen verteufeln, der sich gegen das Spenden entscheidet. Ich für meinen Teil bin unschlüssig.
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„Ingolstadt“ (Pseudonym)
@Seeangel: Der Hirntod ist bereits, in meinen Augen der Beginn des Sterbeprozesses - und der kann sich Jahre ziehen.
Aber das ist MEINE Auffassung - also nichts für ungut :-)
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„Uckermark“ (Pseudonym)
Über Jahre aber nur mit künstlichen Lebenserhaltungsmaßnahmen...Wenn Seaangel von Minuten oder Stunden spricht, denke ich nicht, dass sie diese meint.
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Wir hatten vor längerer Zeit mal eine Diskussion über über das Thema Sterben. Dabei hat einer in der Runde erzählt, dass es Menschen bzw sogar Religionen gibt die die Auffassung vertreten, dass auch nachdem der Körper gestorben ist, die Seele noch eine Weile in der Nähe weilt. Darum gab oder gibt es auch z.B. so etwas wie Totenwachen. Viele Beteiligte die Totenwachen beigewohnt haben oder auch Menschen, die in Bestattungsunternehmen arbeiten sollen berichtet haben, dass man bis zu zwei Tage nach dem Tod noch das Gefühl hat, da wäre "etwas" oder "jemand" da... Für diese Menschen ist der Sterbeprozess auch erst abgeschlossen, wenn die Seele Zeit hatte zu gehen. Von daher kann ich es verstehen wenn jemand zögert zu sagen "Hirntod - okay danach weidet mich aus". Solche Einstellungen als bizarr zu verurteilen finde ich nicht richtig. Jeder sollte frei entscheiden können, und ich finde es nicht fair wenn jemand verurteilt wird der sagt, er oder sie hat sich gegen das Spenden entschieden und sogar noch begründet, warum (obwohl das meiner Ansicht nach niemand muss - ich finde es geht eigentlich niemanden etwas an).
Ich für meinen Teil finde den Beitrag von Romeo Must Die zu dem Thema sehr spannend. Da hätten wir mal wieder ein Beispiel dafür, dass die Ärzte längst nicht alles wissen. Da heisst es Hirntod, aber die Patientin ist es gar nicht. Dazu dann die Erinnerung an die vergangenen Skandale - ich wäre mir auch nicht 100%ig sicher, dass wirklich alles getan wird um mein Leben zu retten wenn im Hintergrund möglicherweise schon einer mit einem dicken Scheck winkt und man sich vielleicht gar nicht so viel Mühe geben braucht weil "Ist halt Hirntod". Ich bin auch noch unschlüssig.
Ich habe mir den Artikel den Romeo Must Die gepostet hat (http://www.deutschlandfunk.de/wie-tot-darf-ein-organspender-sein.1148.de.html?dram:article_id=263202) mal komplett durchgelesen und finde folgenden Absatz auch noch recht interessant:
"Auch Birnbacher, ehemals Verfechter des Hirntodkonzepts, hat mittlerweile Zweifel daran. In der Schweiz geht man seit zwei Jahren einen eigenen Weg. Dort ziehen Ärzte auch den Herztod zur Bestimmung des Todeszeitpunkts heran. Erst muss der potenzielle Organspender einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden. Die Ärzte müssen 10 Minuten warten, ob das Herz wieder anfängt zu schlagen. Geschieht dies nicht, muss zusätzlich der Hirntod festgestellt werden. Für Tanja Krones ein Fortschritt gegenüber der alleinigen Hirntodfeststellung wie in Deutschland.
"Für mein Gefühl ist es so, dass diese Patienten, dieser Mensch toter ist - von der moralischen Intuition - als ein hirntoter Patient, weil er riecht anders, er sieht anders aus, es ist so, dass bei diesen Patienten aufgrund des Stillstands des Blutes die Fäulnis schon beginnt."
Dem könnte ich mich gefühlsmäßig schon eher anschließen als dem reinen Hirntod-Schema.
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„Amberg-Sulzbach“ (Pseudonym)
Seaangel
> Ich habe keinen Organspenderausweis und werde auch nie einen haben.
Dir ist aber schon bewusst dass deine Angehörigen die Entscheidung treffen müssen wenn du keinen Organspenderausweis hast? Und dass du auf dem Ausweis auch "ich möchte nicht spenden" ankreuzen kannst weisst du auch?
Wenn du so eine klare Position zum Thema hast solltest du auch einen Organspendeausweis haben.
Linda Löwenherz
> Da ich meiner Familie nicht die Entscheidung aufbürden wollte , habe ich einen
> sehr guten Freund eingesetzt. Fertig.
Weil ein sehr guter Freund natürlich viel besser für einen entscheiden kann als man selbst.
Schön das Problem auf andere abwiegeln, die sich dann Gedanken machen müssen wie du zur Organspende stehst. Das "wie du" ist ein wichtiger Punkt, denn wenn man für einen anderen entscheiden soll, darf man die Entscheidung nicht davon abhängig machen wie man selbst zur Organspende steht, sondern muss stellvertretend für den Verstorbenen entscheiden. Zumindest ist das die Anforderung. Das ist auch der Grund warum viele die entscheiden müssen kurz vor der Verzweiflung stehen, denn nicht seltne ist es so dass man über das Thema nie gesprochen hat und so gar keine Grundlage für eine Entscheidung vorhanden ist, bzw. noch schlimmer, dass die Meinung von Entscheider und Verstorbenen auseinandergehen.
Wenn man jemanden richtig quälen will, bestimmt man jemanden der eine andere Meinung zum Thema Organspende hat als man selbst, und erklärt ihm dann wie man zur Organspende steht. Da darf derjenige dann entweder gegen seine Ideale entscheiden, oder gegen die Ideale des Verstorbenen. Ein Alptraumrezept mit Gelinggarantie.
Aber wenigstens hast du dabei an deine Familie gedacht. Der sehr gute Freund scheint nicht so wichtig zu sein dass du dir selbst Gedanken machst.
Dass es diese Option überhaupt gibt ist skandalös.
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Ich habe auch keinen Ausweis und ich bin auch keine Spenderin...ich halte es genau so wie Seaangel....warum wird man eigentlich immer angegriffen,wenn man sich gegen eine Spende ausspricht?? Als bizarr bezeichnet?? Geht's eigentlich noch,nur weil man eine andere Sicht auf die ( angeblich bewiesenen ) Dinge hat !!!?
Mal noch eine andere Frage an die vielen vielen potentiellen Spender...seid ihr mit anderen Spenden eigentlich auch so großzügig oder soll da mal jeder Hilfsbedürftige selbst schauen ,wie er über die Runden kommt??
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modernwiddow, ich hab nicht das Einkommen um jeder Stelle spenden zu können.
Aber das sind meiner Meinung nach 2 Paar Schuhe.
Ist eben so dass ich denke, wenn es hart auf hart kommt, würden die wenigsten zum Arzt sagen "Nein Danke, nehmen sie das Organ wieder mit, ich sterbe lieber".
Ich gebe zu, in ganz jungen Jahren habe ich mich mit dem Thema nicht beschäftigt. Aber das hat sich geändert seit ich Kinder habe.
Der Gedanke, dass ihnen mal was passieren könnte und sie keine Aussicht auf Heilung haben weil Spenderorgane fehlen ist schlimm für mich.
Ich denke aber durchaus auch in beide Richtungen...ich scheue mich nicht, weiter zu denken auch wenn es für manche vielleicht grausam oder herzlos klingt...sollte eines meiner Kinder versterben würde ich auch deren Organe freigeben...damit anderen Kindern evtl. das Leben gerettet werden kann.
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„Bad Harzburg“ (Pseudonym)
Ich meine das ist ein trauriger Befund, leider aber nicht ganz unerwartet... Bei den vielen Problemen die in letzter Zeit aufgetreten sind und die Öffentlichkeit erreicht haben sind sicherlich nicht förderlich gewesen für die Bereitschaft Organspender zu werden...
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„Bad Zwischenahn“ (Pseudonym)
Mir ist schleierhaft warum nicht schon lange die umgekehrte Situation gegeben ist, wer nicht spenden will sollte dies, ab dem 18 Geburtstag, in einem Zentralregister festlegen.
Alle anderen spenden, ist in einigen Länder längst Routine.
Ich würde sogar soweit gehen spendenunwilligen (ausgenommen Kinder und jugentliche unter 18) ein Organ nur zuzuteilen wenn es von keinem Spendenwilligem benötigt wird.