Liebes Quarantäne-Tagebuch.... (gegen den Quarantäne-Koller)

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 147 Antworten

„Freiburg im Breisgau“ (Pseudonym)

Liebes Quarantäne-Tagebuch,
heute hat die 9. Homeoffice-Woche begonnen.
Ich wollte nie einen Schreibtisch, jetzt steht doch so ein Ding in meiner Wohnung und gefühlt täglich wächst auf ihm weiteres elektronisches Zubehör heran.
Alles hat die Farbe schwarz, ich vermute da einen Zusammenhang, wenn nicht Komplott...
Habe heute die 4-jährige Nachbarstochter gesehen und mich gefragt, ob sie bei unserer letzten Begegnung auch schon so lange Haare hatte. Dass sie damals auch schon sprechen und laufen konnte, daran konnte ich mich dunkel erinnern.
Vielleicht sollte ich die Tage schon mal nach einem Geschenk zu ihrer Einschulung schauen?
Aber dazu müsste ich einkaufen und dieser Gedanke übertrifft fast den an einen schmerzhaften Zahnarztbesuch.
Es hat etwas von einem Aufeinandertreffen schreckhafter Wiesel und stoischer Esel zwischen dynamischen Wanderdünen.
Wenn man nicht unter die Hufe kommt, steckt man irgendwo fest und überlegt sich dort schon mal, welchen Film man gerne als letzten vor dem inneren Auge hätte.
In dem Zusammenhang frage ich mich immer öfter, ob ich nicht zusätzlich zur Maske einfach einen Baseballschläger als Accessoire mit mir führen sollte? Natürlich farblich abgestimmt auf das jeweilige Outfit.
Ich muss jetzt Schluss machen, habe gerade eine Flasche Wein im Keller gefunden und hoffe, damit lässt sich das heutige Fernsehprogramm halbwegs ertränken äh ertragen...

„Döbeln“ (Pseudonym)

Liebes Quarantäne-Tagebuch,
ich bin nicht in Quarantäne und bin sehr dankbar das es mir noch gut geht. Das kann sich ja immer schnell ändern.
Ich vermisse meine Familie sehr stark. Obwohl ich schon kurzzeitig ganz safe Kontakt hatte.
Mich nervt mein komischer Haarschnitt jetzt nicht. Sehe zwar aus wie ein Hippie, aber nehme es so hin. Klopapier gibts wieder. Aber das war für mich nie ein Thema.
Ich bin nur sehr erschrocken über die Aggressivität der Mitmenschen. Wie feindlich viele Menschen anderen gegenüber treten. Ist es die mangelnde Bewegung? Kein Sex oder Bewunderung? Ich frage mich echt, was das soll? Auch hier im Forum merke ich die Anfeindungen mehr denn je. Muss das echt sein?

„Brühl“ (Pseudonym)

Bin gerade recht früh in der Kleinstadt unterwegs und sehr erstaunt, wieviele Leute hier konsequent Mundschutz tragen.

Allerdings steigen die Infizierten Zahlen im Kreis wieder leicht, nachdem wir 1 Woche keine neuen Infektionen hatten.
Hier werden die Zahlen in der Tageszeitung tgl veröffentlicht. (Bonn/Rhein-Sieg Kreis und Kreis Ahrweiler)

„Gifhorn“ (Pseudonym)

Liebes Corona-Tagebuch,

ich habe so dass Gefühl, dass wenn wieder das "normale" Leben los geht, ich wahrscheinlich in den ersten Wochen ziemlich winseln werde. Im Moment arbeite ich wesentlich weniger und trotzdem kriege ich meine Tage komplett voll. Mit dies, mit das, mit mal kochen, Ausschlafen, Freunden helfen, Spiele spielen, Skypen, Zoomen, Aufräumen, Vorbereiten, Familie, Tüddeldi und Tüddeldö.

Ich habe jetzt schon das Gefühl, ich hab viel um die Ohren und dabei ist das gerade Luxus pur. Wie habe ich das früher geschafft mit Mann, Haushalt, Vollzeitjob und Studium? WIE? Man gewöhnt sich so schnell an Tüddeldi und Tüddeldö und es kommt einem auch alles wichtig und richtig vor.

Ich hatte gestern so einen richtig "Gott, bist du im Corona-Modus"-Schlag ins Gesicht, weil ich mit lieben Freunden, einer Familie mit kleinen Kindern, systemkritischen Berufen, privaten Veränderungen im Prozess und Haus und Garten mich unterhalten habe und tatsächlich war ich hinterher, nachdem ich dieses ganze Gewimmel und den gemanagten Wahnsinn erlebt habe, so: Okay, du darfst dich hier echt nicht zu sehr einfaulen lassen und anfangen, dein jetziges Leben für normal zu halten.

Macht aber Spaß - zugegebenermaßen. Ist halt immer aber auch eine Entscheidung dagegen andere Dinge hinzukriegen.

Die nächste Woche steht einiges an, vielleicht ein guter Start zurück in mehr Struktur inkl. Management von Prioritäten.

LG Eliza

„Dillingen an der Donau“ (Pseudonym)

Grundsätzlich Frage ich mich regelmäßig
" Liebe ich noch was ich tue?" und korrigiere meinen Weg, wenn ich nicht mit einem eindeutigen und lauten JA antworten kann.

Zum Glück liebe ich beruflich und privat was ich tue schon seit vielen Jahren und darf mich da auch weiterhin ausleben.

Trotz der Einschränkungen lebe ich in einer absoluten Luxussituation und dafür bin ich jeden Tag dankbar.

Leider geht es nicht allen so und ich nutze gerade die gewonnen Zeit andere zu unterstützen, die nicht so ein Glück haben und Hilfe benötigen.

Manchmal bin ich nachdenklich und traurig, wenn Menschen nicht erkennen wie gut sie es haben.

Liebes Coronatagebuch
10 Wochen, ZEHN!!! neigen sich jetzt dem Ende entgegen. Morgen hat uns ein Stück Alltag wieder. Schule, Hort und Kita haben wieder geöffnet. Weihnachten könnte für die beiden Kleinen nicht aufregender sein. Mal schauen ob sie schlafen können, wohl nicht so bald.

Und was waren das für Wochen! Eigentlich kommt es mir nicht so lange vor. Aber darüber ist es Frühling, fast Sommer geworden. Von den „Einrichtungen“ an sich haben wir wenig gehört. Einmal ein Brief der Klassenlehrerin im Briefkasten, auf der Homepage jede Woche die Wochenpläne. Eine emotionale Zuwendung an die Kinder gab es nicht. Vielleicht auch ganz gut so, hätte alles wohl schwerer gemacht. Ein Besuch von der Kita mit Mundschutz war für die Lütte so gruselig, dass sie geflüchtet ist.
Unterstützung kam tatsächlich von Seiten an die ich gar nicht gedacht hatte. Durch unsere besondere Familienkonstellation und die Besonderheiten der Kinder hat sich jede Woche einmal ein Mitarbeiter vom Jugendamt erkundigt wie es uns geht ob wir etwas brauchen. Toll. (Allerdings fragten die mich immer morgens, aber gut- da haben die uns noch entspannt erlebt.)
Am Anfang war es schlimm. Die Eltern konnten es nicht verstehen. Sie haben den Krieg überlebt, die DDR überstanden und nun? Vati liegt im Bett, zweimal in der Woche kommen die Schwestern vom Pflegedienst, natürlich nun mit Mundschutz. Er war so traurig, da wurde mir das Herz schon schwer. Und immer musste ich Mut verkaufen, der mir manchmal auch abhanden gekommen war.
Jetzt haben wir uns an vieles gewöhnt. Es wird ein anderer Alltag werden, aber ich bin sicher auch damit kommen wir klar.
Ein „Danke“ an das Forum hier. Es war gut zu wissen: „Ich bin nicht allein, es geht anderen ähnlich.“ Vielleicht ist nicht alles gut, aber zuweilen ist das Ungute besser als ein Nichts.
In diesem Sinne!

„Leonberg“ (Pseudonym)

So langsam mag ich nicht mehr ....gerade erfahren, dass mein ältester Sohn in diesem Schuljahr gerade mal 10 Tage insgesamt a 2 Stunden besuchen darf :/....naja, aber hauptsache, die Leut dürfen wieder zu Ikea und Co und sich dort beim Hotdogstand auf die Pelle rücken .....

„Wegberg“ (Pseudonym)

Busse fahren entweder garnicht durch Fahrermangel oder total überfüllt.. .

die Städte platzen am Wochenende von Corona kaum noch etwas zu sehen..ok vielleicht vor dehner in der Schlange dicht an dicht von den Kaufwütigen lebenswichtiger Gartenpflanzen

Verrückte Welt

Viele bunkern schon wieder 😬 egal was..hauptsach wir waren dabei..denn ansonsten Hammer ja nix..
Heul schnief.
Oh mann🙈

Und alles und jeder ist genervt hoch 3
Das Aggressionspotential bei vielen hoch.😕

„Pirna“ (Pseudonym)

Wenn man es bald nicht mehr kann, will mans plötzlich doch machen. ;)

Werde am Freitag nochmal zum Sport gehen und ein paar Dinge erledigen.

Ansonsten: Viva la lockdown ..... Machen wir das Beste draus.

Habe jetzt den November zu meinem "Ich bringe meinen Papierkram in Ordnung" Monat erkoren. Hab ganz viel, was ich mal ordnen und digitalisieren muß, Steuererklärungen stehen auch an etc..

Also... Hörbuch an und Spaß mit dem Zettelkram haben. Wenigstens kann man aktuell nur schwer behaupten, man hätte "Besseres zu tun". ;)

Wobei ich nicht behaupten kann "wenig" zu tun zu haben, es ist nur alles irgendwie reizärmer und nicht so "befriedigend", wenn es weniger mit Menschen zu tun hat. Versteht das irgendjemand? Vermutlich nein. ;)

„Leonberg“ (Pseudonym)

Hachja.....ab nächster Woche hätte mein Rehasport angefangen( den ich DRINGEND bräuchte) , ebenso die Wasserphysio ....beides fällt jetzt flach und somit meine Schmerzlinderung auch....sollte halt nicht so sein...mit dem bergauf gehen...ich bleib jetzt erstmal ein wenig beleidigt mit dem Leben....

„Pirna“ (Pseudonym)

Was für ein Wochenende....
...und da denkt man dank Corona wäre nix los.

...und NEIN, ich habe nicht gegen Auflagen verstoßen ;)

„Pirna“ (Pseudonym)

Ich schaue mir nächste Woche ganz viele (Online-)Krimilesungen an und dachte: "Oh, lies doch mal ein paar davon".

Der Fitzek hätte nicht sein müssen. Das ist so: "Nein, bitte nicht weiter, bitte nicht DAASS!" - Oh doch, genau das. Ich muß ständig stoppen, weil ich erstmal mit den Situationen klar kommen muß, die da beschrieben werden. (Heimkehr)

Mama!

„Leonberg“ (Pseudonym)

@Liebes Krallenkätzchen, meine Physio macht leider zu, da sie zur Risikogruppe angehört. Ich suche schon einen neuen Platz, ist aber schwierig. Im Moment sieht es nicht so aus, als ob das in in den nächsten zwei bis vier Wochen was wird....leider

„Pirna“ (Pseudonym)

@Urmili Ich glaube, er tut was er soll... Angst machen. Wobei ich jetzt so langsam (1/3 Drittel) irgendwie das Gefühl habe, das Ende ist vorhersehbar.

„Pirna“ (Pseudonym)

Wollte gerade zu einer Online-Veranstaltung...

Hat nicht geklappt, denen sind komplett die Server abgeraucht. Auch das sind Veranstaltungen zu Covid-19-Zeiten.

Eine gute physiotherapeutische Praxis zu finden ist schon ein Unterfangen , dann sollte diese auch noch freie Kapazitäten haben und das ist dann meist das KO-Kriterium. Aber zum Glück sind zumindest in der Umgebung Karlsruhe/Bruchsal sehr viele Praxen auch weiterhin geöffnet. Hoffentlich ist die Situation in Tübingen ähnlich.
Könntest du nicht vlt eine ambulante Reha in der BG Unfallklinik machen? Dort ist derzeit noch voller Rehabetrieb, ein Versuch wäre es wert und die Therapeuten sind sehr gut ausgebildet (ich hatte zwar nur ca. 6 Therapeuten, diese waren sehr engagiert) und ich werde voraussichtlich ab Mitte Dezember zur stationären Reha in der BGU sein. Ambulant wäre auch möglich gewesen, aber die Entfernung ist mir zu groß. Ich wünsche dir , dass du ganz schnell fündig wirst.

„Pirna“ (Pseudonym)

Ich hatte heute den ersten zu 80-90% Gammeltag seit langem . Hätte richtig Lust auf einen Flohmarkt gehabt, aber geht ja nicht.

Mache das also jetzt mal virtuell: Ihr findet mich bei eBay Kleinanzeigen. (Etsy ist mir zu teuer.) 😁

„Pirna“ (Pseudonym)

Ich glaube, ich sollte meinen PC doch mal fit für "echtes" Gaming machen.

Da kommen ja aktuell so viele interessante Spiele (Watchdogs, Cyberpunk, Assassins Creed etc.) raus und ich hätte ja Zeit.....

Hmm.....

Ich brauche mindestens ne neue Grafikkarte, eventuell auch ein neues Netzteil.... Nicht nicht ganz sicher, ob Aufrüsten lohnt, aber könnte man zumindest probieren.

Liebes Corona-Tagebuch,

Ich befürchte langsam, irgendwas stimmt nicht mit mir.
Schon 5 Tage des neuerlichen Lockdowns sind vergangen und ich verzweifle noch nicht.
Fühle mich nicht eingesperrt, um meine reichhaltigen Freizeitangebote betrogen, oder sehne mich nach Veranstaltungen, die sowieso nicht an diesen Tagen stattgefunden hätten.

Ich bin wohl ein wenig traurig, dass einige Verabredungen abgesagt wurden. Das sogar schon bis zu 3 Wochen vor diesem Lockdown, einfach wegen der steigenden Inzidenzwerte. Es waren eh nur eine handvoll Freunde, die ich in den letzten Monaten gesehen habe und nun werde ich nicht mal diese treffen.
Aber wir sind per WhatsApp in Kontakt. Nicht das selbe, aber auch schön.

Eine Sache macht mir allerdings langsam wirklich zu schaffen. Das sind diese Corona-Schwurbler. Die, die ihren Doktor in Virologie durch Youtube gemacht haben. Die, die Wahrheit kennen, nicht müde werden dies zu betonen und nach Argumenten oder Quellen gefragt antworten: Google selber - wenn man überhaupt eine Antwort bekommt.
Die, die provokant ohne Maske sind, wo es vorgeschrieben ist und darauf angesprochen aggressiv werden. Die, die jeden der sich an die Maßnahmen hält ein Schaf nennen und selber nicht merken, dass sie selber mit der Herde rennen - nur eben mit einer anderen. Die, die weiterhin Parties machen, sich sonst wie versammeln, dicht an dicht, ohne Schutz und ungemein stolz auf sich sind.
Mich macht diese Dummheit und Rücksichtslosigkeit müde. Sehr müde.

„Pirna“ (Pseudonym)

Mein primärer Luxus der Quarantänezeit ist übrigens SCHLAF. Ich war noch nie so ausgeschlafen wie in den letzten 6 Monaten und das ist super angenehm.

Ansonsten quäle ich mich immer noch durch das Hörbuch des Fitzeks - Aufgeben ist keine Option, sonst gewinnt Jannick!. Wird immer bei der Hausarbeit gehört, so kann man wenigstens eine Qual mit der anderen verbinden. ;)

Meinem Rechner habe ich jetzt auch etwas mehr Power gegönnt. *man möge sich hier Tim Tailor Grunzgeräusche vorstellen*. Nach einer wilden Recherchenacht mit Chipsätzen, Teraflops und einem Schuß Raytracing habe ich eine spontane Entscheidung getroffen und hier vor Ort einen Händler gefunden, er das Objekt der Begierde vorrätig hatte. Das der Händler zufälligerweise neben einem Dominos Pizza Laden lag, kann, muß man aber nicht für einen Zufall halten. ;)

Ansonsten bin ich froh über jeden, der die aktuelle Situation gut managt, werbe aber auch dafür, dass es immer gut ist, Verständnis für andere zu haben - ganz unironisch.

Nutzt das Tagebuch doch eher dafür anderen positive Impulse zu geben, wenns euch gut geht.

„Pirna“ (Pseudonym)

Noch ein kleiner Nachtrag: In meiner Heimat ist gerade der Gastwirt des Ortes an Covid-19 erkrankt.

Der, bei dem am Samstag bestimmt noch 100 Leute aus dem Ort den ganzen Tag über "nochmal kurz was Essen/Trinken vor dem Lockdown" waren.

.....Yeah! Essen to go ist auch was Schönes...