Lebensgemeinschaften

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 66 Antworten

„Düsseldorf“ (Pseudonym)

Seit einigen Jahren höre ich nur noch, dass keiner mehr bereit ist, mit anderen zusammen zu ziehen oder es manchmal scheitert es schon eine "feste Beziehung" zu nennen.

Das Wort EHE oder WIR WOLEN HEIRATEN habe ich eigentlich nicht mehr gehört, seit ich selbst mal geheiratet hatte (Damals hatten wir zufällig in drei Wochen wohl den gesamten Freundeskreis unter der Haube *lach*).

Warum ist es so schwer geworden, sich zu einem besonderen Menschen öffentlich zu bekennen?

„Traunstein“ (Pseudonym)

Ich kann mich auch öffentlich ohne Trauschein bekennen. Vielleicht sind Scheidungen teuer? Die Teenies in meinem Bekanntenkreis heiraten alle wie die Wilden. Die Älteren sind vielleicht klüger, vorsichtiger, oder sonstwas?

„Düsseldorf“ (Pseudonym)

Die meisten wollen eher gar keine Beziehung. Ich höre meistens, dass man so keine Verpflichtungen hat. Aber ich kann mir auch vorstellen, das irgendwann im Leben vielleicht ein Punkt kommt, wo man es vielleicht bereut?

„Siegen-Wittgenstein“ (Pseudonym)

Also, für mich kommt schlussendlich nur eine Beziehung in Frage....das muss ja nicht heissen, zusammen ziehen. Aber schon Alltag miteinander leben, wichtige Entscheidungen gemeinsam treffen, auch öffentlich als "Paar" auftreten.
Mag ja sein, dass viele Menschen gut damit Leben können, wenn sie sich aus einer (ja was eigentlich? Affaire? Bekanntschaft?) lockeren Beziehung nur die Rosinen rauspicken...aber ich würde mir schnell be und ausgenutzt vorkommen, selbst wenn beide Parteien gleich viel aus der Sache herausziehen.
Das Modell Beziehung ohne Verpflichtungen ist demnach absolut nicht meins.

„Verl“ (Pseudonym)

Es ist nun mal so, dass insbesondere Frauen heutzutage nicht mehr heiraten müssen, um versorgt zu sein, weil sie sich selbst versorgen können. Es fällt also schon mal ein ganz wesentlicher Grund zum Heiraten weg, wenn die Frau nicht muss. Wenn sie dann noch einigermaßen intelligent und an einer Karriere interessiert ist, dünnt sich der Kreis der Männer, die als Partner für Ehe oder Beziehung auf rein emotionaler Basis in Betracht kommen, ganz enorm aus (viele Männer wollen "ihr Frauchen" nun mal beschützen) ... und Frau ist zudem in der Regel selbstbewusst genug, "zu prüfen, bevor sie sich ewig bindet ..." - schließlich ist ihr Bedürfnis gering, zur Versorgerin des Mannes zu werden, der keinen Bock auf Arbeit hat und nach dem Motto lebt: "Hauptsache Mann ist gesund und die Frau hat Arbeit."

„Nordhorn“ (Pseudonym)

Mmmh, also jetzt nehm ich mal Chaostheorie's-Theorie (selbst schuld, was gibst Du dir auch so'nen Nick :) und füge mal so etwas wie einen 'emotionalen Exkurs' an:

Weil wir mit dem älterwerden ganz natürlich Erfahrungen machen...und sei es nur die Erkenntnis, dass etwas leuchtend buntes, vertrautes, dass selbst das, was wir vielleicht sogar als 'Liebe unseres Lebens' bezeichnen würden oder mal bezeichnet haben, irgendwann...vielleicht einfach so, vielleicht schleichend und manchmal auch mit einem lauten Knall...zuende ist.

Und wir erfahren, dass da im Zweifelsfalle tatsächlich und ehrlich nichts bleibt...manchmal noch nicht einmal Trauer.

Und dann lernen wir irgendwann jemand neuen kennen und alles wird wieder bunt und schön...aber wir differenzieren anders, wir stellen uns und unserem Gegenüber andere (unserem Alter und Erfahrungshorizont entsprechende) Fragen, wir verbiegen uns weniger um 'uns' füreinander passend zu machen und wir haben im Hinterkopf die mögliche, da bereits erfahrene 'Endlichkeit'.

Ich für meinen Teil möchte und akzeptiere nicht, wenn meine Emotionen in Formen gepresst werden, denen man dann ein Namensschild aufklebt...weil es viel zu oft dann nicht mehr um die Emotionen geht, sondern um die ganze 'bucklige Verwandschaft'...um Sicherheit, Ausschliesslichkeit, Verbindlichkeit...weil...herrjeh, wenn ich liebe, dann möchte ich da sein, dann ist er ohnehin das Zentrum meines sexuellen Universums und dann sortier ich sogar seine schxxxx-Steuerbelege (Unter knurren, aber ich tus!) und umgekehrt genauso....heisst:

Wenn ich einem Mann jeh die Frage stellen muss, ob wir jetzt 'ne Beziehung' miteinander haben, dann kann ich anstatt auch einfach schnell ins Internet gehen und ne Kontaktanzeige schalten....weil sich die Frage damit eigentlich von selbst beantwortet hat.

„Verl“ (Pseudonym)

@rhana - stimmt auch und wenn man das mit meiner "Theorie" in einen Topf wirft und mal umrührt, könnte ich so unterschreiben.

„Nordhorn“ (Pseudonym)

Chaos: Interessant fand ich in dem Zusammenhang, dass das ganze Mann-Frau-Dingens mit zunehmendem Wissen und Erfahrungsschatz zwar anders, aber dadurch irgendwie auch nicht leichter wird. Blöd.

püh...ich bin ne hoffnungslose Romantikerin und will das komplette Programm. :-) Scheißegal was voher war...jetzt ist jetzt und die Männer sind eh ned zu vergleichen und Beziehungen schon gar ned.

Hier gibt es etliche Lebensentwürfe,wo ich mich frage,was die User eigentlich suchen...wenn sie denn suchen.So Freds wie "Ich bin glücklicher Single,weil..." bringen erstaunliches ans Licht.;-)

Ja,ich will heiraten und find es überhaupt ned schlimm.
Und wenns dann scheitert? Dann is es halt so und?

„Mühlheim am Main“ (Pseudonym)

Bei mir persönlich ist es so, dass ich erstmal froh wäre, einen Mann an meiner Seite zu haben..wenn das so wäre, bin ich ganz ehrlich, muss ich es nicht mehr unbedingt haben, Küche und Bad zu teilen.
Habe das alles hinter mir - und weiß doch, grade diese alltägliche Routine kann auf Dauer abturnend wirken, so dass man einfach keine Lust mehr aufeinander hat.
Ich bin der Meinung, lieber Qualität statt Quantität...sich ständig zu sehen und "aufeinander zu hocken" ist irgendwann selbst mit dem tollsten Menschen der Welt doof - nur meine Meinung.
Trotzdem möchte ich etwas Verbindliches mit Tiefgang.
Und dass man sich zueinander bekennt - also schon eine echte Partnerschaft.
Mit den Begriffen Affäre etc. kann ich auch nicht viel anfangen.

„Traunstein“ (Pseudonym)

Ich will heiraten.....Das werd ich nie verstehen! Hat das nen Glaubenshintergund?

„Mühlheim am Main“ (Pseudonym)

Kann auch Angst sein, wenn man verheiratet ist, trennt man sich ja doch nicht so schnell voneinander - wie schon gesagt, der Kostenpunkt ist eine Sache.
Also, ich bin der Meinung, Heiraten und Kinder kriegen - das können jetzt mal die anderen machen , ich bin raus :-D

Ich bin der Meinung, dass man zu einer Partnerschaft auch ohne Trauschein in den Öffentlichkeit stehen kann.
Ich möchte auch wieder irgendwann mit meinen Partner zusammen ziehen aber erst nach einer längeren kennenlern Phase. Ich würde heute nichts mehr überstürzen wie ich es früher mal gemacht habe.

„Traunstein“ (Pseudonym)

Ich war zwar noch nie verheiratet, aber was macht den Unterschied? Zu sagen "mein angeheirateter Mann" oder "mein Mann"???. Und trennen werde ich mich nach wie vor von nem Eckelpacket - mit oder ohne Trauschein. Oder er trennt sich von mir.

„Mühlheim am Main“ (Pseudonym)

Ja, ich sehe das auch so...nur, dass ich diese ganzen Versprechungen, die mit einer Eheschließung ja einhergehen , nicht (mehr) brauche - habe mittlerweile den Status "unheiratbar" erreicht...

Hochzeit ausgeschlossen...das hat keinen Glaubenshintergrund,sondern wird grade von nem Mann erzeugt.
Es ist ja ned so,das ich bei jedem Typen den ich so sehe gleich heiraten will.
Aber da gibt es jetzt diesen einen und der lässt mich über solche Dinge nachdenken.Wer hätte das gedacht...vor kurzem hätte ich dir nämlich was ganz anderes erzählt.;-)

„Mühlheim am Main“ (Pseudonym)

und meinst du, wenn ihr geehelicht seid, hält es ewig?

„Nordhorn“ (Pseudonym)

darum gehts doch nicht...also obs 'ewig' hält...so ist eben ihre beziehung zueinander...einfach machen, wenns halten soll, dann hälts und vice versa.

„Mühlheim am Main“ (Pseudonym)

ja, aber dann doch auch ohne Trauschein :)

„Traunstein“ (Pseudonym)

@schocko
Von mir aus darfste ja auch heiraten......Aber gleich....Wart mal ab und erzähl dann, was Du vor kurzem erzählt hättest...
Wie dem auch soll, helfen kann Dir eh keiner. Heirate - oder auch nicht ;-))))

Ich kann mir vorstellen auch mal zu Heiraten: entweder aus steuerlichen Gründen oder aus psychischem Wahnsinn - meine Meinung.

„Mühlheim am Main“ (Pseudonym)

Principessa Schokoschnute:
dann mach das doch!
Sagt doch keiner was dagegen - nur ich hatte das Thema schon...

„Verl“ (Pseudonym)

@Rhana - nein, leichter wird es nicht. Wohl eher schwieriger, da man nach jedem Mann weiß, was man künftig nicht mehr will :). Wenn es Männern dann vermutlich mit zunehmendem Alter und Erfahrungen ebenso geht (in Bezug auf Frauen), ist es schier unmöglich die oder den "Richtigen" zu finden, um auf Dauer eine Partnerschaft zu führen, bei der auch ein permanentes Zusammenleben funktioniert. Man muss ja zwei komplexe Leben aneinander anpassen - Romantik hilft da sicher nicht viel. Als Optimist bin ich aber geneigt, die Hoffnung nicht aufzugeben ...
Also wenn Intelligenz, Charakter, wirtschaftlicher Hintergrund und Liebhaberqualitäten (wichtig: und! nicht oder) stimmen, würde ich auch wieder zusammenziehen oder gar heiraten :)
P.S. ... wer hatte gleich noch mal das Backrezpt?

„Düsseldorf“ (Pseudonym)

Also, ich bin seit 18 Jahren geschieden. Damals habe ich ziemlich Hals über Kopf geheiratet. Nicht weil ich "musste" oder was festtackern wollte, was ich vielleicht sonst schneller verlieren könnte, sondern weil mir danach war.

Nach der Scheidung habe ich auch immer gesagt: Nie wieder! Wozu? Tut doch nicht Not. Das bisschen Steuern sparen. Lass mal die anderen machen.

Aber ich denke, es ist so wie Schoko sagt. Vielleicht kommt irgendwann jemand, bei dem man wieder drüber nachdenkt. Ehe ist so in Verruf gekommen, dabei finde ich die Symbolik davon keinen Schmuh, sondern es ist ein Versprechen. Kein "Freundschaftsring" oder so ein Firlefanz hätte den selben Charakter für mich. Und wenn es so ein "Ekelpaket" wäre, wäre ich nicht mal in einer Beziehung zu so einer Person verbunden. Man überlegt sich in der Regel ja auch so einen Schritt und ich finde, es ist was besonderes, immer noch.

Wahrscheinlich sind Ehen unter älteren, gestanderen Menschen ein wenig reifer, so wie die Menschen selbst. Sie haben schon viel erlebt in ihrem Leben und möchten vielleicht einfach nur noch einen geliebten Menschen an ihrer Seite wissen, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen wollen.

Eigentlich schade, dass viele durch ihre Negativität und schicksalsgebeutelten Ansichten einer so symbolischen Sache einen Stempel der Altmodischheit aufdrücken.

Ich finde es immer IN, Gefühle zu zeigen, sich zueinander zu bekennen und das auch vor anderen offensichtlich zu machen. Ich bin eher sehr gerührt, wenn ich höre, dass ältere Paare meist ihr ganzes Leben miteinander verbracht haben und sich immer noch die Hand halten und einen Knutscher aufdrücken.

Irgendwann fällt vielleicht in all dem Pessimismus und Selbstschutz auch auf, wieviel man dadurch verlieren kann.