Körperliche Veränderung durch Gewichtsabnahme\zunahme

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 106 Antworten

„Weilheim in Oberbayern“ (Pseudonym)

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Meine Freundin hat zwei Bekannte in ihren Umfeld, die Jahre nach der OP noch nicht sagen können, dass sie sich ansatzweise "normal" fühlen. Sie können ihren Energiebedarf nicht mehr über die normale Nahrung decken und haben mit verschiedensten Nebenwirkungen zu kämpfen, die hier alle schon genannt wurden. Beide würden die OP nie wieder machen und wünschen sich ihr altes Leben zurück.

Ich selbst hatte mal zwei Dates mit einer "Operierten", die auch sehr offen mit dem Thema umging. Das ging für mich gar nicht. Das Problem waren für mich nicht die hängende Haut oder der Haarausfall. Viel mehr hatte ich den Eindruck, dass die Psyche noch nicht in den neuen Körper hineingewachsen war. Ein Kriterium, welches man meines Erachtens nach nicht unterschätzen sollte. Was mir zusätzlich auf den Keks ging war die permanente Thematik Essen. Sie konnte nicht mehr viel auf einmal essen und musste daher fast permanent essen und trinken, um nicht noch weiter abzunehmen. Essen war also ständig präsent und musste verfügbar sein, nach ihrer Aussage auch nachts. Da habe ich schnell gemerkt, dass mich das in Kombination mit der psychischen Labilität extrem genervt hat und habe davon Abstand genommen. Das wiederum war gar nicht so einfach, da ich ehrlich sein wollte ohne sie noch mehr psychisch zu belasten.

Ich kann daher nur an alle apellieren: Überlegt euch diese Entscheidung wirklich gut, denn euer altes Ich bekommt ihr weder körperlich noch psychisch zurück!
Gibt es eigentlich noch diese Magenballons? Das müsste doch reversibel sein, oder?

„Büren“ (Pseudonym)

Jetzt habe ich mal eine Frage:
Habe mich vor langer Zeit mal interessehalber mit zwei Leuten über das Thema unterhalten, und beide haben mir gesagt, dass sie jahrelange Kämpfe mit der KK hatten, dieses Magenband überhaupt zu bekommen. Bei deutlichem Übergewicht über 150 Kilo.

Mir hat mein Hausarzt bei so einem großen Check mit Blutuntersuchung und allem einfach mal sachlich und ernsthaft erklärt, dass mein Gewicht mittel- und längerfristig die Gelenke belastet. (Richtig!)
Und wie ich abnehmen könne, wisse ich sicher selbst, denn er hat die Erfahrung, dass übergewichtige Menschen ohnehin ein sehr gutes Wissen über Ernährung etc. haben. Das Gespräch war weder angstmachend noch in eine Richtung zerrend, entspannt, sachlich, angenehm für mich.
Weder bekam ich den Vorschlag einer Op, noch einer Reha, noch eine irgendwie geartete "Sie müssen jetzt sofort was tun, sonst sterben Sie"-Diagnose. Im Gegenteil, ich hätte, falls ich wirklich sowas wollte (Kur, Reha, irgendwelche konstruktiven Abnehmprogramme), eher Bedenken, dass ein langer Kampf auf mich zukäme.

Und jetzt lese ich hier, es wird einem quasi angetragen, wenn nicht sogar aufgedrängt. Sind die Ärzte da sooo weit auseinander? Wie kommt das?

"Und wie ich abnehmen könne, wisse ich sicher selbst, denn er hat die Erfahrung, dass übergewichtige Menschen ohnehin ein sehr gutes Wissen über Ernährung etc. haben."

Hahaha. So wahr. Mich hat mal vor Jahren ein junger Assistenzarzt - ich war wegen was anderem (!!) im Krankenhaus - gezwungen (!!), an einer Ernährungsberatung teilzunehmen. Ich protestierte vergeblich, und er schrieb später dann auch einen Brief an meinen Hausarzt, wie renitent und uneinsichtig ich doch sei. :D
Anyway, es endete dann damit, dass ich der Ernährungsberaterin ein paar Dinge erzählte, die sie noch nicht wusste und sie sich dafür bei mir bedankte... :)

Was die Haltung der Ärzte betrifft: gute Frage. Meine Schwester ist Ärztin (FA für Allgemeinmedizin) und ich habe schon öfter mit ihr über das Thema gesprochen. Sie war lange sehr skeptisch und kam Anfang des Jahres ganz begeistert von einem Kongress zurück. Da wurde das Thema wohl als DER neueste Therapiestand und State Of The Art verkauft. Keine Ahnung, was da für Interessen reinwirken, aber ich werde ihr diesen Thread zeigen und sie nach ihrer Meinung fragen, das interessiert mich. Sie ist sehr reflektiert und hat nur das Wohl ihrer Patienten im Sinn - das sage ich nicht nur, weil sie mein Schwesterlein ist. ;)

@ herrenloses Katze und Sternstunde:
Ja die Auffassungen beim Fachpersonal gehen sehr weit auseinander.

Die meisten Ärzte in den Spitälern haben den Druck vom Spitals-Erhalter, dass die Betten und Op´s gut ausgelastet sind. Zudem können diese Methoden dann ja auch anderen Kollegen gezeigt und beigebracht werden. Viele werden auch von den Kassen inkl. Zusatzversicherungen und den Pharmafirmen bei Kongressen auf diese Art der Medizin eingeschworen - weil sich damit langfristig für alle Beteiligten Institutionen Kosten sparen lassen. Auch wenn dann noch Folge-Op´s nötig sind, ist das offenbar immer noch billiger als ein lebenslanger Dicker, es zählen also die ev. Kosten und nicht der Mensch und das damit verbundene Risiko.

Und die Allgemeinmediziner, so wie mein lieber Hausarzt, sehen dann in Ihren Praxen, wie es den Operierten danach geht und mit welchen Problemen sie im Alltag zu kämpfen haben. Aber auch welche Mätzchen die Kassen machen, wenn man deswegen keine Generika mehr verschreiben kann, sondern zu den teureren Originalpräparaten greifen muss, weil sie der entsprechende Patient einfach besser verträgt bzw. sein Körper besser aufnehmen kann...
Mein Arzt hat mir damals sogar abgeraten, diesen Eingriff in dieser Klinik zu machen, weil seine Tochter damals dort gerade ihren Turnus gemacht hat und innert von 2 Wochen gleich 2 Patienten während der Op verstorben sind.
Trotzdem hätte ich, wenn ich das wirklich machen wollen würde, seine vollste Unterstützung! Deswegen und wegen vieler anderer offenen Worte und Gespräche, schätze ich meinen Hausarzt so sehr!

@herrenlose Katze: da hast du einen seeehr guten Hausarzt! Umsichtig und neutral. Ist leider nicht die Norm.
Bei rubenstreffen wird auch ab und zu das Thema Ärzte besprochen und der Großteil der Erfahrung deckt sich leider nicht mit deiner.
Immer wieder werden Übergewichtige mit dem Thema direkt vom Arzt konfrontiert.
Mir ist das zuletzt beim allergologen passiert. Gestern erzählte jemand, sie ist mit einem abgerissenen “irgendwas“ im Handgelenk zum Orthopäden gegangen und er hat erst mal gefragt, ob sie schon mal über einen magenbypass nachgedacht hat.
Wenn das sachlich passiert ist es schon legitim. Allerdings finde ich es bedenklich, dass es als ultimative Lösung anerkannt ist.

Man sagt, dass ein Mensch Ca. Anderthalb bis zwei Jahre braucht, Abläufe so verinnerlichen, dass man nicht mehr in alte Muster fällt - warum gibt es keine “diät-Therapien“ über diesen Zeitraum. begleitet durch ärzte, Psychologen, sporttrainer, ernährungsberater?

Ich kann mir die Antwort schon selbst geben: weil es die Krankenkassen zu viel kosten würde. Weil die Gefahr des vorzeitigen Abbruchs durch den Patienten zu groß ist. Weil es vielleicht nicht genug Interessenten gäbe, weil der weg wesentlich steiniger ist, als der der Operation.

Die Adipositaschirurgie (Magenbypass) ist ein radikaler Eingriff, der nicht rückgängig gemacht werden kann und im wahrsten Sinne eine reine Symptombekämpfung, damit alle Werte wieder in die Norm kommen und über kurz oder lang einen gesicherten Erfolg bringt (persönliches Befinden ausgeklammert).
Aber am eigentlichen Problem, der Ursache des Übergewichts, wird meist nicht "gearbeitet" und diese Ursache, meist ist sie psychischer Natur, bleibt auch nach dem Eingriff bestehen bzw. kommen neue, bisher ungbekannt Probleme mit der Psyche hinzu.

Ich habe eine Freundin, die war mollig und hatte immer schon eine grosse Oberweite. Durch eine Nahrungsunverträglichkeit und Sport ohne Druck, weil es ihr echt Spass gemacht hat, hat sie eine echt attraktive, gute Figur bekommen. Sie meinte nach einem halben Jahr, wenn sie gewusst hätte, wie nervig es jetzt ist, dass ihr die Männer immer nur auf den Busen starren und ihr sogar nachpfeifen, sie hätte es echt sein lassen und wünscht sich manchmal ihre Ausgangsfigur zurück.

„Eschweiler“ (Pseudonym)

Muss schlimm sein eine schöne Frau zu sein . Das arme Ding.

Aber dick werden ist zum Glück ohne Chirurgie möglich, falls sie es vermisst.

„Kaiserslautern“ (Pseudonym)

...jetzt schön und begehrt da schlank? Bin ich irgendwie im faschen Film?

„Kaiserslautern“ (Pseudonym)

Einzelstückerl, ich mag solche Storys von Freundinnen die sich über zu viel Aufmerksamkeit nach dem sie schlank geworden sind einfach nicht so unvoreingenommen hören. Manchmal empfinde ich das als Koketterie einer dicken Freundin gegenüber. Das war nicht gegen dich gemeint.
Da spielte mein Erfahrungswert mit.

@Paul und Einzelstückerl: ich war auch mal schlank, sehr schlank. Und ich habe es auch damals gehasst, dass mir ständig Männer auf den Körper glotzten und mich dauernd anlaberten. Finde es etwas frech @Paul, das als Luxusproblem lächerlich zu machen. Auch denn es Dir nicht passiert. Soll Frauen geben, die unerwünschte Aufmerksamkeit nicht als Aufwertung ihrer Person verbuchen.

„Eschweiler“ (Pseudonym)

Stückerl, das würde implizieren das ich ernsthaften Dialog wünsche.
Deshalb nicht.

„Eschweiler“ (Pseudonym)

Sternstunde,
ich sehe das tatsächlich als Luxusproblem.
Frau kann sich mit dezentem Auftreten durchaus aus dem Blickfeld nehmen.

Betohnt sie Ihre Vorzüge, muss sie mit Aufmerksamkeit leben.
Ich möchte keinesfalls den Spannern und Gaffern eine Lanze brechen. Im Gegenteil, diese Spinner versauen uns normalen, taktvollen Männer sehr viel, weil Frauen oft paranoid auf fremder Männer Aufmerksamkeit reagieren.

Curvybird: ich kann dich beruhigen, sie ist eine meiner besten Freundinnen und ich habe es nie als Koketterie von ihr empfunden, als sie mir das erzählte. Ganz im Gegenteil, ich war die erste, der sie sich in dieser Sache und mit dem Thema anvertraut hat und ich habe die Erleichterung in ihren Augen gesehen, als ich ihr vermittelt habe, dass ich sie verstehe.
Hier habe ich das Beispiel gebracht, weil es eben eines jener Probleme war, mit dem sie vor der Gewichtsabnahme nie im Leben gerechnet hätte, zumal die ja wegen einer Lebensmittelunverträglichkeit kam.
Sie kommt sich einfach irgendwie begafft vor und auf die körperlichen Attribute reduziert - ich denke, ein Mann, sei er auch noch so chilled, kann das nie im Leben nachempfinden....
Und ich weiss auch, wie sich das anfühlt, wenn eine damit kokettiert, denn das hatte ich auch schon mal. Ich wunderte mich immer, warum diese Person mit mir so gerne ausgeht. Viel zu spät erkannte ich, dass es ihr darum ging, dass die dann automatisch die Schönere und Attraktivere war und das genoss sie!

„Kaiserslautern“ (Pseudonym)

Ich merke du verstehst was ich meine. Schön, dass dein Freundin da anders tickt.

„Weilheim in Oberbayern“ (Pseudonym)

Also ich würde von so einem Magenband dringend abraten, da dieses etliche Nebenwirkungen mit sich bringt. Nur im äußersten Notfall! (Schwierigkeiten beim Gehen). Die gesündeste Art abzunehmen ist immer noch die Bewegung, und zwar ganz langsam damit anfangen. Es muß Spaß machen. Es ist natürlich leichter sich ein Magenband einsetzen zu lassen, oder sich ne Pille einzuwerfen, als sich zu bewegen. Eines möchte ich auch ganz klar sagen: Leute mit Gewichtsproblemen werden wohl ein Leben lang kämpfen müssen, da sich die Psyche und Körper immer wieder zurück erinnert. Immer wieder Disziplin.

„Wermelskirchen“ (Pseudonym)

hm.....liegt es wirklich am Schlanksein? Ich war auch mal auf ner Ü100 Party....da ging es mir mit dem angegafft werden so... ich kam mir vor, wie so ein Ausstellungstück beim Metzger...um es ganz gemein auszudrücken...ich denke, man strahlt einiges aus, wenn man sich mag...ich stelle mich prinzipiell nie zu Schau....oder ziehe mich extravagant oder aufreizend an....dennoch ....egal ob schlanker oder dicker....ich werde oft angesprochen ....das ist mir auch immer wieder unangenehm, vor allem wenn die Herren meine Augen weiter unten suchen, egal wie dick ich mich verpacke...aber ein nein danke und dann ist es auch wieder gut...aber ich glaube, es liegt wirklich nicht am nur am schlankersein....Schönheit macht mehr aus....

„Eschweiler“ (Pseudonym)

Definitiv Maiglöckchen1980,
für jeden der nicht nur Erotik sucht, (oder komplett Medienblind geworden ist) liegt Schönheit in Gesicht = Ausstrahlung, Mimik, Gestik etc. Unabhängig vom BMI.

Aber ich kenne es durchaus, von schwulen Männer taxiert zu werden.
Aber ich empfinde es als schmeichelnd bis lästig, aber es würdigt mich nicht herab.

Ausserdem weiss ich, das einige Frauen ebenso taxieren und abschätzen, nur dezenter.

Frauen und Männer sind dasselbe, nur anders.

;-)

„Weilheim in Oberbayern“ (Pseudonym)

so ist es Maiglöckchen..ein selbstbewusstes Lächeln macht attraktiv.

Ich denke schon, dass es zum Teil am Schlanksein und der damit verbundenen neuen Ausstrahlung liegt.

Jemand, der sich vorher mit seinem Körpergewicht unwohl fühlte, wird sicher anders durchs Leben gehen, wenn er einige Kilo weniger mit sich trägt und sicher stolz auf seine Leistung ist. Dies wird derjenige/diejenige bestimmt zeigen, wenn auch unbewusst.

Und nun genug OffTopic von mir

„Wermelskirchen“ (Pseudonym)

aber dann liegt das an der Einstellung zu sich selber....nicht am Gewicht...also objektiv von aussen betrachtet....denke ich mir...