Ist "Damenhaft" nur noch ein veraltetes Wort ?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 110 Antworten

„Winsen“ (Pseudonym)

Wo steht denn, das es bei Herren nicht gut ist, wenns ie sich zu benehmen wissen ? Es geht aber um die mittlerweile doch schon von einigen ähnlich definierten speziell der Damenwelt zugesprochenen Verhaltensweisen. Über gutes Benehmen im allgemeinen kann man sicher auch diskutieren...was ich schade finde, ist, das mit dem Begriff und mit meiner Definition oft Unemanzipiertheit oder Schwäche verbunden wird - und das muss es definitv nicht sein.

„Lennestadt“ (Pseudonym)

@liebhaber: das mag damit zusammenhängen, daß vieles von dem, was "damenhaftes" verhalten ausmacht, einen direkten zusammenhang mit mangelnder emanzipation hat.
um alles in der welt nur nicht unangenehm auffallen zum beispiel. da erträgt man lieber alles schweigend und lächelnd, bevor die nachbarn mitbekommen, daß es mit der vorgeblich heilen welt der dame nicht weit her ist.
vornehme zurückhaltung zum beispiel. schließlich ist einer dame bei weitem nicht erlaubt, was für einen mann selbstverständlich ist.
immer wie aus dem ei gepellt aussehen zum beispiel. schließlich ist bei einer frau die optik fast das einzige, was zählt. so lange das püppchen perfekt aussieht, ist die welt in ordnung.
ließe sich fortsetzen.

„Königsbrunn“ (Pseudonym)

Kommt darauf an, was man unter "Damen" versteht. Wenn es hierbei um das weibliche Equivalent zum Gentleman gilt, dann kann man schon sagen, dass beide sehr rar geworden sind.

„Mörfelden-Walldorf“ (Pseudonym)

jana, du verwechselst "damenhaft" ein wenig mit dem Hasi an sich. *gg*... Ich glaube nicht, dass Frau Nick so ist.

Aber das mit der Optik hast du gut erkannt. Ein gepflegtes Äußeres sollte aber auch wieder bei allen (m+w) das Optimum sein. Emanzipation ist doch nicht die Eule in der Lederkluft, oder lilafarbene Latzhosen und bunte Tücher. Dann wären wir ja in den 80gern hängen geblieben.

Wieso sollte denn eine Frau nicht auf sich achten, sogar mal einen Rock tragen und trotzdem eine eigene Meinung haben und selbst die Herren Manager in die Schranken weisen können? Das damenhafte Verhalten nimmt einer Frau doch nicht das Hirn. ;o)

Ich höre immer aus den Beiträgen heraus, dass eine "damenhafte" Frau eher nicht emanzipiert ist. Das halte ich für großen Quatsch. Frau Nick ist meines Wissens allein erziehend gewesen und berufstätig. Und sie nimmt sich keinen Shit an, von niemandem. Sehr emanzipiert, wenn man mich fragt. Und dazu sieht sie auch noch graziel und gepflegt aus. Sie spricht keinen Gassenjargon und kommt glatt ohne Hasi Klischees aus. Was ist daran jetzt so schrecklich? ;-)

„Kitzingen“ (Pseudonym)

venusherz daran ist überhaupt nichts schrecklich. Aber deswegen müssen doch nicht alle Frauen so sein. Manche Frauen haben dieses "grazile, damenhafte" eben nicht in der Ausprägung vom Wesen her...und Schauspielerei liegt auch nicht jeder.
Soll doch jeder so sein wie es seinem natürlichen Wesen entspricht. Das schließt gute Manieren und Benimm ja wohl nicht aus, für Männlein UND Weiblein.

„Mörfelden-Walldorf“ (Pseudonym)

susirella, wäre ja auch doof, wenn wir alle geclont wären. Ich mag das Individuelle sehr. :-)

„Lennestadt“ (Pseudonym)

@venusherz: argumentierst du absichtlich an dem vorbei, was ich geschrieben hatte?
ich glaube eigentlich schon, daß dir klar ist, daß davon nicht die rede war. und wenn nicht - dann lies einfach nochmal.
es ging weder um latzhosen, noch um hasis, noch darum, daß eine frau nicht auf sich achten sollte. nichts davon.

„Mörfelden-Walldorf“ (Pseudonym)

jana, "bleiben Sie ruhig"... ich habe nicht die Absicht gehabt, den Puls zu beschleunigen. ;o) Ich habe es lediglich so verstanden.

„Bad Salzungen“ (Pseudonym)

Ich finde es schön ,daß Mann und Frau verschieden sind. Da ist doch nichts negatives dran.Ihr Frauen habt soviele Möglichkeiten Eure Ziele durchzusetzen ohne dabei auf männliche Verhaltensmuster zurückgreifen zu müssen.Schade ist ,daß manche Frauen im Zuge der Emazipation genau die Eigenschaften annehmen, die sie früher bei den Männern kritisiert haben.

„Lennestadt“ (Pseudonym)

@venusherz: mein puls ist die ruhe selbst.
ich glaube mein posting war klar und eigentlich auch nicht mißzuverstehen. warum man es dann mit gewalt verdrehen muß, erschließt sich mir nicht. dagegen wehre ich mich.

„Oldenburg“ (Pseudonym)

Nun finde ich Frau Nick auch nicht gerde " Damenhaft ", und kein gutes Beispiel, sie hat eben ihren eigenen Stil und ist Schauspielerin und kann sich um vieles mehr herausnehmen und ja, jede Frau soll bleiben, wie sie ist und sich nicht verstellen, um welche ? Ziele zu erreichen. Das habe ich nicht nötig. Ich bin höflich und korrekt zu jedem, ob Männlein oder Weiblein, da gibt es keinen Unterschied und wenn mir einer dumm kommt, weiß ich mich auch zu verhalten. Alles Quatsch mit damenhaft!

„Winsen“ (Pseudonym)

*Alles Quatsch mit damenhaft!*

Na wenn Du es sagst - bitte verzeih, das es auch andere Ansichten gibt ;-)

„Pirna“ (Pseudonym)

Es gehen den Menschen seit einiger Zeit immer mehr die guten Manieren und die Höflichkeit ab.
Beispiele? Ich will morgens aus der S-Bahn oder nachmittags aus dem Bus aussteigen und vor mir steht regelmäßigst eine Wand von Menschen, die herein drängen und nicht erstmal die Leute aussteigen lassen. Darunter immer fast nur Menschen jenseits der 30 und nur selten Kinder und Jugendliche!
Meine Reaktion? Ich steige aus, mache mich sicher nicht extra schmal und winde mich wie ein Aal, damit ich jaaa niemanden beim Einsteigen behindere, sondern remple die Leute ggf. mit voller Absicht an, nach spätestens drei Mal geht mir jeder morgens freiwillig aus dem Weg, der mich dann bereits kennen gelernt hat. Sollte noch jemand die Dreistigkeit besitzen und mich anschnauzen, weil ich einen Bodycheck vollführe, kann er gewiß sein, dass er eine entsprechende, undamenhafte, aber treffende, passende Antwort erhält.

Zweites Beispiel? Am Samstagnachmittag wollte ich in einen Bus einsteigen, als ein "Herr" - geschätze 60, 65! - von hinten vordrängelte und dazu seinen Wanderstock(!) und seinen Rucksack benutzte, um mich wegzuschubsen und unbedingt vor mir im Bus zu sein, damit er noch seinen ersehnten Sitzplatz abbekommt. Was er - und somit auch alle anderen Insassen - von mir lautstark zu hören kriegte, war wenig damenhaft, aber nun schon einen Gehstock zu benutzen, um Andere abzudrängen, fand ich den bisherigen Höhepunkt der bisher erlebten Dreistigkeiten...

Drittes Beispiel? Ich gehe Einkaufen, stehe am Zebrastreifen und gehe darüber, weil direkt davor kein Autofahrer ist, als eine Autofahrerin - Anfang, Mitte 30 - heran fährt und dann noch extra Gas gibt, aber Hauptsache nicht anhalten müssen an einem Fußgängerüberweg! Was ich sie da alles hieß, war wenig damenhaft, aber sowas ist ja auch nicht ungefährlich, bei einer Kollision verliert da wohl immer der Fußgänger...

Viertes Beispiel? Ich bin beim Einkaufen, stehe an der Kasse, Leute - meist Frauen! - drängeln sich ungefragt, rigoros und sehr rüde vor, fragen nicht, bitten nicht um Entschuldigung, sehen das als ihr Gott gegebenes, gutes Recht an, Leute lassen einen nicht vorbei zu einer bestimmten Kasse und werden auch noch unverschämt und beleidigend, wenn man sie mehrmals bitten muss, einen doch bitte kurz vorbeizulassen. In den Gängen stehen ganze Clans beieinander und quasseln in aller Seelenruhe, so dass man auch dort immer erst drum bitten muss, durchzukommen. Was ich da dann gelegentlich mal vom Stapel lasse, ist wenig damenhaft, vor allem, wenn ich als Erste beleidigt werde...

Das höfliche und rücksichtsvolle, respektvolle Miteinander, Rücksicht nehmen und erstmal nach einem Anderen schauen läßt bei den Älteren und Alten seit einigen Jahren immer mehr zu wünschen übrig, das ist leider mein Eindruck und meine Erfahrung! Gerade die Erwachsenen und älteren Herrschaften leben nur noch eines vor: Ellbogen benutzen ohne Rücksicht auf Verluste, ich bin schließlich alt/älter als ihr, der Stärkere gewinnt ja auch sowieso! Sowas macht mich immer sehr wütend und dann werde ich auch unflätig, das gebe ich gern zu. Aber dies ist eine Entwicklung, die ich erschreckend finde, da ich persönlich sie weniger unter den Jugendlichen finde, aber umso mehr bei den Erwachsenen, die sicher noch anders erzogen wurden und ihre Kinder ja hoffentlich auch noch anders erzogen haben. Und dann nehme ich mir auch das Recht raus und sage, dass ich das Verhalten des Anderen zum Reihern finde und das oft genug auch in nicht mehr sehr freundlichen, wohlformulierten Worten.

„Kitzingen“ (Pseudonym)

Also zusammenfassend betrachtet sind wir uns hier doch fast alle darüber einig, dass Pöbeln, mangelnde Manieren, Rücksichtslosigkeit und grobes Verhalten ein No Go sein sollten, bei jedem Menschen, Geschlecht nebensächlich.

Bleibt der Begriff "damenhaft" übrig...und für sich genommen sagt er also für mich aus, dass trotz gutem Benehmens die Frauen zusätzlich ein Verhalten vermissen lassen, eben etwas...was? Typisches weibliches? Und genau da komme ich gedanklich nicht umhin, an ein angepasstes Verhalten zu denken, "Weibchen" spielen, mit fraulichen Attributen circen, den Schein wahren...
Und dem verwehre ich mich. Ich muss mein Niveau nicht dadurch unterstreichen, dass ich immer wie aus dem Ei gepellt mit Rock, mildem Gesichtsausdruck und stets bedacht weiblicher Wortwahl durchs Leben gehe.
Ich weiss mich zu benehmen, auch ungeschminkt, in Jeans und ab und an "Scheisse" fluchend. Das sagt erst mal gar nichts über mein Niveau oder meine Damenhaftigkeit aus.
Ich für mich tippe einfach, dass dieses Verhalten vor allem Männern fehlen dürfte, die im Grunde ihres Herzens nicht viel von Emanzipation halten, älteren Semesters sind und der guten alten Zeit hintertrauern, ein Schelm, wer Böses dabei denkt ;o)

Ich war übrigens neugierig und habe im Net mal Frau Nick gegoogelt...für mein Empfinden ist sie eher eine herbe Persönlichkeit...aber da niemand von uns sie privat kennen dürfte, wissen wir natürlich auch nicht, wie sie privat ist. Vielleicht flucht sie ja daheim genauso vor sich hin und rennt mit Knüddelhaaren und Jogger herum? Und wenn schon, interessiert mich herzlich wenig.

„Winsen“ (Pseudonym)

Wie schon mehrfach erwähnt, schließt damenhaftigkeit in keinster Weise Emanzipation aus - auch wenn mehrfach genannt wurde, wird es dadurch nicht richtig.

Auffällig ist, das anscheinend das Bedürfnis besteht, seiner Emanzipation dadurch Ausdruck zu verleihen, seine Sprache ins negative zu korrigieren. Die Frage ist also, wer am Ende ein "falsches" bild einer Dame vor Augen hat...:-)

Im Grunde ist es wohl wirklich klar, das Frauen in unserer Gesellschaft es neben der Wahrung der für mich im übrigen vollkommen selbstverständlichen gleichen Rechte es als völlig normal erachten, sich zunehmnd auch genau so zu verhalten, wie es leider immer mehr Männer als üblich erachten.

Sorry, das ich es schade finde - mehr nicht.

„Pirna“ (Pseudonym)

Ich sage immer "Man lernt, Frau auch". Kann man auf vieles beziehen, kann man gut oder schlecht finden. ;o)

„Kitzingen“ (Pseudonym)

der_Liebhaber:
Im Grunde ist es wohl wirklich klar, das Frauen in unserer Gesellschaft es neben der Wahrung der für mich im übrigen vollkommen selbstverständlichen gleichen Rechte es als völlig normal erachten, sich zunehmnd auch genau so zu verhalten, wie es leider immer mehr Männer als üblich erachten.


Das mag sein, aber dann kann man es geschlechtsunspezifisch auf alle Menschen beziehen, denn das Verhalten ist weder beim Mann noch bei der Frau schön.
Trotzdem hast du ja explizit das Wort "damenhaft" ins Spiel gebracht.
Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, dass Männer und Frauen vielleicht von Natur aus nicht soooo unterschiedlich in ihren Verhaltensweisen und Eigenarten sind? Und dass dieses ominöse "damenhafte" ein von der Gesellschaft vorgegebenes, gekünsteltes Verhalten darstellt?
Wie gesagt, Ausnahmen mags immer geben, ich spreche keiner Diva ab, als solche geboren worden zu sein ;o)

„Kärnten“ (Pseudonym)

Susirella *zustimm*

Ich fühle mich durch das Wort "damenhaft" einfach überhaupt nicht repräsentiert. Trotzdem bin ich gut erzogen und weiß mich zu benehmen, trage auch gern mal Rock und Pumps. Husche aber nicht stets geziemt durch's Bild und spiele in jeder Lebenslage die "Grand Dame".....

Das Bild, welches hier als "damenhaft" immer wieder gezeichnet wird, ist in meinen Augen einfach antiquiert.

Ich würde ja schon ganz gerne mehr damenhaft sein...allerdings gibt es heutzutage fast keine Gentleman mehr.Die Herren laufen vorne raus ohne auf ihre Dame zu warten,lassen die Tür hinter sich zufallen und sie bekommt sie volle Kanne auf die Nase.Im Restaurant sitzen jene Spezies dann als erstes und Dame kann gucken wo sie bleibt.Und dann zu guter letzt,lassen sie sich auch noch die Rechnung zahlen.
Hm...wie soll ich denn da damenhaft sein?;-)

„Düren“ (Pseudonym)

Ich komme nicht umhin, mich über den Vergleich mit Frau Nick zu wundern, die klar in ihren Interviews mitteilt, dass "Desirée Nick" eine Kunstfigur ist, und niemand die private Künstlerin erkennen würde.
Diese Überhöhung ist meines Erachtens unpassend und in dieser Diskussion hier nicht einschlägig.
Ansonsten habe ich mich sehr über den Beitrag von Barbary amüsiert, und mich dort absolut wieder gefunden. In England halten sich Frauen noch ggs. die Tür auf, und ich finde es entzückend. Und ansonsten habe ich bei dieser Diskussion festgestellt, dass ich keine Dame bin, und ich finde es wunderbar. Aber, Liebhaber, ich freue mich für Dich, wenn Du unter den vielen barbarischen Frauen noch das eine oder andere Dämchen wiederfindest ;-).

Ich bin ganz verwundert, wie negativ doch für viele der Begriff 'Damenhaft' ist. Ich bewundere damenhafte Frauen sehr. Ich würde als Beispiel mal lieber Senta Berger, Iris Berben oder Dr. H. Hamm-Brücher nennen. Damenhafte Frauen ruhen in sich selbst, haben ein entsprechendes Alter und für mich hat das alles gar nichts mit Aussehen, Kleidung sondern eher mit einer Haltung zu tun.
In meiner Wahrnehmung sind die geschilderten Beispiele eher Weibchenhaft...

„Lennestadt“ (Pseudonym)

was frau nick betrifft, geb ich dir recht, erin.
ich kenne sie nicht besonders gut, weil sich ihr bekanntheitsgrad hierzulande dann doch eher in grenzen hält, aber was ich bisher von ihr mitbekommen habe, würde ich eher mit aufgetakelt, schrill, laut und ziemlich große klappe beschreiben, als mit "damenhaft".
sie mag in mancher hinsicht durchaus gewisse sympathiepunkte haben, in anderer hinsicht finde ich sie... hm... "too much".

...was ist eigentlich wenn sich eine Frau "gentlemanlike" verhält, also gegebenenfalls auch dem Mann die Tür aufhält, wenn sie eben grad als erste an derselbigen ist oder für die Raucher unter uns, dem Mann zuerst Feuer gibt, weil sie in ihren wohlsortierten Handtasche das ersehnte Feuer schon längst gefunden hat, während er noch in den Tiefen seiner Hosentaschen sucht? Darf ich das? Oder wäre das zutiefst undamenhaft? *überleg*

„Salzach“ (Pseudonym)

@Kesheran

das wäre total undamenhaft :)

schließlich würde es ja den mann in verlegenheit bringen. man muss dem gentleman immer die zeit geben, das richtige zu tun.

ggf. eben auch im auto so lange sitzen bleiben, bis er es
geschafft hat, auf die andere seite zu laufen und einem die tür zu öffnen....