Ist euch heiraten wichtig? Hat Ehe eine Bedeutung für euch?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 307 Antworten

Es gibt halt einfach Dinge, da gibt es keine Kompromisse...

Da wird ja dann auf längere Sicht zumindest einer immer unglücklich. Das hätte ich nicht nochmal gewollt.
Für mich und den anderen nicht.

Das ist natürlich ebenfalls legitim. Jeder darf jeden Wunsch an eine Beziehung stellen und ich würde es mir niemals anmaßen, das zu kritisieren. In einem solchen Falle wäre man sich ja einig, dass eine Beziehung wohl von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist, weil nun einmal zu unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen. Ich würde allerdings einer "Kandidatin" auch klipp und klar meine Beweggründe für meine derzeitige Einstellung mitteilen und würde dasselbe von ihr erwarten. Also weshalb es ihr so wichtig für die Zukunft wäre und was das eigentlich für sie in Zukunft bedeutet.

„Freital“ (Pseudonym)

Ins Wespennest kannst du stechen, die sind alle verreckt....

„Syke“ (Pseudonym)

So ist das für mich z.B. wenn jemand mit Mitte 30 bei Kinderwunsch "Nein" oder "Ja, vielleicht später mal" stehen hat. Ich habe schon erlebt, dass aus "vielleicht später" nach vielen Jahren Beziehung als es konkret wurde, doch ein kategorisches "Nein" wurde. Wer - auch als Mann - mit Mitte 30 nicht weiß, das er gerne Kinder hätte, der will im Zweifelsfall einfach keine. Alle Männer, die ich kenne, die jetzt Väter sind oder dabei sind Vater zu werden, die konnten das auch schon früh so ausdrücken.


"Heiraten ist wichtig, wenn der Zugewinn stimmt. :-) "

Aus dem Grund würde ich z.B. nie heiraten. Ich würde heiraten, wenn ich das Gefühl hätte, das man zusammen "mehr" ist als jeder einzeln und zusammen auch mehr erreichen kann. Nicht aus "Ressourcenumverteilungsgründen".

„Rathenow“ (Pseudonym)

Ich glaube steuerrechtliche Dinge und gemeinsame Entscheidungen zu treffen sind keine Gründe mehr für eine Heirat ... Meistens lebt man dann ja in einer eheähnlichen Gemeinschaft zusammen, die auch viele Vorteile einer Ehe in sich birgt

Ist es wichtig für euch zu heiraten oder erfüllt eine Ehe ohne Trauschein genauso eure Erwartungen?


Ich wusste schon als Teenager, dass ich nicht heiraten will und das ist bis heute so geblieben. Ich kommunizierte das recht schnell, als ich noch eine feste Partnerschaft gesucht habe, damit man(n) nicht auf solche Ideen kommt.
Das wurde nicht ernst genommen, ich wurde gefragt, ich sagte nein, ziemlich blöde Situation beiderseits.

Ich laufe bei Problemen nicht weg, im Gegenteil, daran würde ein Trauschein nichts ändern. In manchen früheren Beziehungen hätte ich eher die Reißleine ziehen sollen, aber ich habe auf jeden Fall daraus gelernt.

Ich gab was ich konnte und mochte und erhoffte das auch vom Partner, ich wüsste nicht, was ein Trauschein anders oder besser hätte machen/bewirken können.

Erhofft ihr euch in einer (monogamen) Ehe mehr Treue als in einer (monogamen) Beziehung?

Ich hatte es an anderer Stelle kürzlich in einem anderen Zusammenhang geschrieben, dass u.a. eine Ehe kein Garant für Treue ist. Genauso wenig übrigens eine feste Beziehung.


Zum Thema Feiern und Kleidung:

Rein theoretisch: WENN ich jemals heiraten sollte dann nicht kirchlich (damit habe ich nichts mehr am Hut), ich würde nach dem Standesamt eine tolle Feier mit meinen Freunden/Innen veranstalten.

Entweder eine Winter/Weihnachtshochzeit (im Januar oder in der Adventszeit) oder an Halloween.
Halle/Saal mieten, richtig tolle, passende Deko, wer will kann auf jeden Fall verkleidet kommen, gutes Essen, ausreichend zu trinken, gute Musik, fertig.

Ich selbst würde mir etwas Nettes, Schickes anziehen, klar. Allerdings weder ein weißes Hochzeitskleid noch sonst irgend etwas, was für meinen Geschmack völlig overdressed wäre und auf jeden Fall etwas, das mir steht und in dem ich mich wohl fühle.

Im Zusammenhang mit einem Kinderwunsch ist das Thema Ehe wahrscheinlich auch noch einmal anders zu bewerten. Und für mich ist das auch eine gewisse Zwickmühle, da mir der Wunsch, irgendwann einmal Vater zu werden, bis heute geblieben ist. Ganz abgesehen von der emotionalen Bedeutung einer Ehe, wäre im Falle von potenziellen Kindern der rechtliche Rahmen, den eine Trauung mit sich bringt, sicherer. Denn leider entscheiden viele Familiengerichte bei Kindern mehrheitlich im Sinne der Frau, was ich nicht ganz fair finde. Es ist einfach alles ein unheimlich schmaler Grat, auf dem man hier ballanciert.

„Syke“ (Pseudonym)

" Denn leider entscheiden viele Familiengerichte bei Kindern mehrheitlich im Sinne der Frau, was ich nicht ganz fair finde. "

Vielleicht ist es aber auch ein schlechter Einstieg in die Ehe, wenn man nur bereit ist sie einzugehen, um dem anderen Rechte zu nehmen..... *hust*

Nur eine Anekdote: Ich habe vor vielen Jahren mal einen Mann gedatet, der mir irgendwann erzählte: "Also, wenn ich mich mal scheiden lasse, dann klage ich ein, dass die Kinder bei mir leben! Ich lasse das nicht zu, das die Frau sie kriegt! Ist mir egal, wie die Gerichte heute entscheiden, ich finde da Mittel und Wege."

Solche Männer datet man dann einfach nicht weiter.... und heiraten sollte man am besten jemanden, der im Falle von Kindern in der Lage ist, auch bei einer Trennung im Sinne der Kinder zu entscheiden - die beide Eltern brauchen.

„Osterode am Harz“ (Pseudonym)

Was Kinder ganz sicher nicht brauchen,
sind Eltern die sie im Scheidungsfall gegeneinander auspielen,
sie instrumentalisieren und sie bloss haben wollen,
weil sie dann Kindergeld und Unterhalt zu kriegen haben.
Oder sie nur haben wollen, damit der Ex Partner sie nicht hat.

Dann lieber in liebevoller Kleinfamilie mit einem Elternteil aufwachsen.

Ich bin allerdings auch ein Verfechter der Väterlichen Rechte.
Frauen sind nicht per se besser geeignet Kinder groß zu ziehen.

Und Kinder sind definitiv ein Grund zu heiraten, juristisch und ganz altmodisch weil es eben eine Familie sein soll, keine WG.


Die Frage der Treue, das macht keinen Unterschied denke ich.
Ist er/sie ein Arsch , geht sie/er fremd.
Ich glaube nicht, das der Trauschein die Hemmschwelle erhöht.

@Eliza

Bei der Entscheidung für eine Ehe, um den rechtlichen Rahmen zu stärken, nimmt man doch nicht zwangsläufig dem anderen irgendwelche Rechte. Nur, wenn es sich um einen ähnlich gelagerten Fall handelt, so wie du ihn gerade geschildert hast. Ein Mann, der sich wie in deinem Beispiel äußert, geht natürlich bereits mit einer sehr negativen Grundeinstellung an die Sache heran. Ich würde nicht um mein Kind kämpfen wollen, um meiner Ex-Partnerin eins reinzuwürgen. Selbstverständlich sollte es immer im Sinne der Kinder sein, dass beide Partner sich ihrer, aber auch der Verantwortung des anderen bewusst sind und diese akzeptieren. Kinder dürfen niemals zum Spielball zweier Erwachsenen werden! Nur in einer solchen Situation würde ich selbstverständlich um mein Kind möglichst so kämpfen, dass der oder die kleine keinen Schaden nimmt. Aber ich weiß auch nicht, wie ich reagieren würde, sollte ich einen solchen Kampf verlieren. Ich weiß nur, dass ich in diesem Fall komplett am Boden zerstört wäre, würde ich den Kontakten zu meinen (hoffentlich zuküftigen) Kindern verlieren :(

„Syke“ (Pseudonym)

"Ist er/sie ein Arsch , geht sie/er fremd. "

Das Gehemimnis einer glücklichen Ehe ist es einfach kein Arschloch bzw. keine Arschlöchin zu heiraten. ;)
Und wenn mans doch aus Versehen gemacht hat, war im Zweifelsfall nicht die Ehe an sich Schuld...

„Gummersbach“ (Pseudonym)

Naja, Captain_Democracy, Du drückst Dich ja etwas vage aus, was die Ursache für Deine Ehe-Abneigung angeht. Deswegen kann ich als Leserin nicht nachvollziehen, ob Deine Befürchtungen/ Dein Frust unmittelbar auf das Rechtsinstitut "Ehe" oder auf das Thema "Liebe & Partnerschaft" zurückzuführen sind.

Wenn jemand posaunt "Ich heirate nicht mehr!", dann hake ich gerne mal nach:

Viele Geschiedene wollen keine Ehe mehr eingehen, weil sie menschlich enttäuscht wurden. Die Konsequenz aus einer menschlichen Enttäuschung kann aber nicht lauten: Ich heirate nicht mehr! Sondern sie müsste folgerichtig lauten: Ich gehe keine Beziehung mehr ein, denn nur dann kann ich von der Liebe nicht mehr enttäuscht werden. (Aber: Das will ja auch niemand, ohne Liebe leben, nicht wahr!? ;o))


Kommt mich eine Ehe im Nachhinein teuer zu stehen, weil das Eherecht zu meinem Nachteil greift und ich für Trennungsunterhalt, nachehelichen Unterhalt usw. heftigst zu Kasse gebeten werde, dann kann ich den Frust auf die Ehe verstehen. Den Spruch "Ich heirate nicht mehr" könnte ich dann auch besser nachvollziehen, weil die Entscheidung folgerichtig ist.


Kleiner Nachtrag:
Captain_Democracy, ich glaube, das "Kinder-Problem" hättest Du auch als Unverheirateter.

„Rathenow“ (Pseudonym)

@Captain_Democracy..... Was entscheiden Familiengerichte im Sinne der Mutter?

„Köthen“ (Pseudonym)

...Nachtrag....
denke auch ob Ehe oder nicht, macht was die Treue betrifft keinen Unterschied.
Und wenn ich nochmal heiraten würde, dann wie beim ersten Mal auch schon, nur standesamtlich. Denn ich glaube nicht daran, das eine Ehe vor Gott geschlossen wird.

Ich sehe die Ehe nicht grundsätzlich als etwas Schlechtes an und ich denke, dass die dahinterstehende Idee auch für viele noch immer etwas Besonderes sein kann und ihre Magie behält. Nur mein eigenes ganz persönliches Erlebnis mit der Ehe ist nach nur 6 Monaten bitter enttäuscht worden und das hat selbstverständlich eine Wunde bei mir hinterlassen. Das hat aber für mich keine Auswirkungen auf das Thema Partnerschaft generell.
Wenn man aber nach rund 9 Jahren Beziehung heiratet und die Partnerin sich ein halbes Jahr später dafür entscheidet, die Ehe und damit auch die Beziehung zu beenden, dann hat das Thema für mich einfach sehr viel seines Zaubers verloren.

Vielleicht bin ich auch nicht mehr auf der Höhe der Zeit, aber ich glaube, noch vor wenigen Jahren wurde im Falle von Kindern mehrheitlich im Sinne der Frau entschieden und nicht selten müssen Väter dann selbst mit Besuchsrecht darum kämpfen, ihre Kinder überhaupt regelmäßig sehen zu können. Das soll nun wirklich kein Frauenbashing sein. Eher ein Rechtsbashing ;) Und ja, auch unter der Voraussetzung einer vorangegangenen Ehe kann es Schwierigkeiten beim Zugang und der gemeinsamen Erziehung der Kinder geben. Keine Frage.

„Rathenow“ (Pseudonym)

@Captain_Democracy.... Sei mir nicht böse, Du bist nicht auf der Höhe der Zeit . Da hat sich sehr viel geändert. Ich kann Dir das gerne erklären, aber Umgangsrecht ist nicht das Thema hier

Ja Ehe gehört für mich dazu. Sie bedeutet nicht zwangsläufig das man ab Tag der Eheschließung in einem Gefängnis lebt 😉.
Ich bin wiederholungs Täterin und fühle mich gestärkt im Bund der Ehe.

Bei unserer Trauung waren wir alleine und den Tag und die Nacht haben wir in einem wunserbaren Hotel verbracht. Jedes Jahr versuchen wir an unserem Hochzeitstag etwas besonderes zu machen. Dieses Jahr feiern wir den 8 Hochzeitstag und ich hoffe es werden noch sehr sehr viele dazu kommen. Nach unserer geheimen Hochzeit haben wir enge Verwandte und Freunde zum Brunch geladen. Eine große Feier war uns nicht wichtig.

„Syke“ (Pseudonym)

Wenn man aber nach rund 9 Jahren Beziehung heiratet und die Partnerin sich ein halbes Jahr später dafür entscheidet, die Ehe und damit auch die Beziehung zu beenden"

""Das hat aber für mich keine Auswirkungen auf das Thema Partnerschaft generell. "

Mit Verlaub, aber wo ist denn "so prinzipiell" der Unterschied zwischen einer Partnerschaft oder einer Beziehung? Das das oben eine große Enttäuschung war, kann ich verstehen. Aber das betrifft doch genau so die Ehe WIE die Partnerschaft. Das kann dir auch nach vielen Jahren der Partnerschaft ohne Ehe passieren und dann ist es auch ein Schock. Kann es sein, das du der Institution Ehe noch nie so ganz positiv gegenüber standst und dich jetzt, da sie sie "verraten" hat, dich darin bestärkt fühlst?

Weil sonst müßtest du, wie Lucky schon argumentiert, eigentlich von Beziehungen im selben Maße enttäuscht sein.

Für mich war eine Ehe immer etwas Endgültiges, für die Ewigkeit, bis dass der Tod einen scheidet. Natürlich abgesehen von Ehen, die aus sehr guten Gründen (Gewalt, Untreue) frühzeitig beendet werden. Sicherlich kann das genausogut in einer Partnerschaft passieren, aber da gehe ich kein Versprechen ein, dass ich vor Familie und Freunden und dem Staat als Zeugen gegenüber eingehe und bei der bei Beendigung ganz andere Konsequenzen mit einhergehen. Das mag man anders sehen, aber eine Beziehung hat für mich einfach eine andere Bedeutung als eine Ehe. Immerhin gehen die meisten wohl auch eher eine Beziehung ein - wir probieren es mal - als dass man heiratet. Außer in Las Vegas vielleicht ;)

„Syke“ (Pseudonym)

Okay, für mich ist eine länger dauernde Beziehung (also nach der Kennenlernphase) jetzt auch kein "Wir probieren es mal". Wenn er nicht "DER" Mensch wäre, mit dem ich mir wünschen würde, das das Zusammensein nie mehr endet und mit dem ich mir eine Zukunft aufbauen möchte, dann wäre ich nicht mit ihm zusammen.

„Syke“ (Pseudonym)

Eine Ehe ist halt ein Weg zu sagen "Ich bin mir bei dir sicher" und du darfst dir bei mir auch sicher sein.