Ist euch heiraten wichtig? Hat Ehe eine Bedeutung für euch?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 307 Antworten

„Recklinghausen“ (Pseudonym)

"Wer Steuern zahlt verdient mehr als derjenige der keine Steuern zahlt .."
Das ist ein fataler Irrtum, auch wenn man keine Steuern hinterzieht.

Wir kommen nackt auf diese Welt und gehen nackt wieder. Dazwischen streben wir nach Eigentum, Gewinn und Geld. Genau das wird aber hoch besteuert. Wenig bis gar nicht besteuert wird das reine nutzen.

Ich besitze kein Auto, aber ich kann jederzeit und kostenlos darüber verfügen. Sogar der Tank ist immer voll - wie bei Mama.
Ich besitze kein Haus, aber ich wohne, auch nahezu kostenlos. Ein kaputtes Dach belastet mich nicht.
Mein Telefon und Internet kostet mich auch nichts.
Mein Bauch knurrt, ich esse und muss nicht dafür bezahlen.

Das ist eine Möglichkeit, das frei verfügbare Einkommen zu steigern.

Der Selbständige der sowas sagen kann, der wird mit dem Finanzamt immer wieder Ärger mit der Abgrenzung zum eigenen Verbrauch bekommen.
Der Angestellte bezahlt für derlei "Sozialleistung" ungleich weniger Steuer.

Steuern kann man innerhalb der EU sehr schön gestalten - das was große Firmen machen, lohnt auch für kleine Firmen ab 100 -150000.- Vorsteuergewinn. Am Ende zählt doch das Netto.

Das Märchen von der Karli im EU-Glück:

der Karli hat seine Firma nach Malta verkauft um für viel weniger Geld als angestellter Geschäftsführer weiter arbeiten zu dürfen.
Karli zahlt natürlich jetzt auch weniger Steuern direkt in Deutschland, eigentlich lächerlich wenig, im Vergleich zu vorher.
In Malta liegt ein Boot vor Anker - Touristen können es mieten. Es gibt dort ein Haus mit Ferienwohnungen. Im Haus ist noch ein Reisebüro für lokale Events. Dort sitz Kurt , der Kapitän des Bootes und Direktor dieser Firma, zu der nun auch Karlis früheres Unternehmen in Deutschland gehört. Kurt ist also Karlis Chef - dort fließen nun die schönen Gewinne hin und am deutschen Fiskus zum großen Teil vorbei.

Aber eigentlich ist Karli der Chef von Kurt, denn ihm gehört diese maltesische Kapitalgesellschaft. Kurt ist ein hängengebliebener Surferboy, der den Weg nach Hause vergessen hat. Mit dem Job auf Malta kann er wenigstens jetzt gut leben.

Es gibt eine Betriebsstätte, es gibt Personal, es gibt einen Manager - das ist definitiv keine Briefkastenfirma - die machen im Jahr sogar zusätzlich 10000.- Euro Gewinn Ja und dann gibt es das maltesische Steuerrecht und ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland. Das hat der Karli nicht erfunden, er hat es nur von zb. Lufthansa oder Lidl abgeguckt, die sind auch schon da.

Der Karli ist aber dem Fiskus in Deutschland ein Dorn im Auge und sie prüfen, aber da gibt es nichts zu holen. Das entspricht der Rechtslage. Und wenn sich der Karli nun eine Auszeit auf Zypern nimmt und seinen Hauptwohnsitz dort für mind. 6 Monate und ein paar Tage errichtet, dann kann er sogar eine fast steuerfreie Sonderdividende einstreifen. Er zahlt also insgesamt 5% Steuer auf die Gewinne seiner Malta-Firma. Malta reduziert für Ausländer die KöSt von 35 auf 5%, weiter Steuern haben die nicht. In Zypern sind Kapitalerträge ausländischer Firmen steuerfrei.

Somit kann er sein Sparschwein auf Malta von Zypern aus völlig plündern - kingt doch großartig und ist es auch. So eine Auszeit braucht doch jeder mal.
Was nach einer dreisten Frechheit klingt, nennt sich Steuersparmodell und ist legal und Realität.
Wer in Deutschland Unternehmer ist und da Steuern zahlt sitzt nun in der Ecke und heult - vor Zorn!

Das wichtigste aber - er ist weißes Geld, das kann jedes Finanzamt wissen, wenn der Karli seinen Hauptwohnsitz zurück verlegt.

Das ist allerdings jetzt keine Steuerberatung, wer sich dafür interessiert sollte einen Fachmann beiziehen, denn es gibt da Fallstricke, die man beachten muss.

Ich habe es als Märchen verpackt, auch wenn sehr, sehr , sehr viel Wahrheit drinnen steckt!

Die Ehefrau passt da jetzt übrigens auch super dazu, die kann man sich auf Kosten der deutschen Steuerzahler auch noch finanzieren lassen, aber das skizziere ich hier nicht.
Die Liebe sollte schon noch die Basis für eine Hochzeit sein, nicht die Steuerersparnis.
Wenn mein Schatz das hier liest, könnte sie nur auf dumme Gedanken kommen.

Nö,nö - alles gut, ich liebe dich !!!

Ich glaube jede Frau, ausgenommen die 93, möchte einmal im Leben Pinzessin sein und eine Party feiern. Da muss ich nur noch überlegen, wie ich das mit meinen erbärmlichen Rahmenbedingungen hinbekomme.
Der Akt am Standesamt ist nur ein Vertrag, auch wenn er feierlich begangen wird, der entspricht einer Fusion in der Wirtschaft. Das ist einfach gemacht und auch da kann man hinterher eine Party feiern - doppelt hält vielleicht besser.

„Gladbeck“ (Pseudonym)

"Die Ehefrau passt da jetzt übrigens auch super dazu"

Da haben wir aber noch gaaaanz knapp die Kurve zum Thema bekommen.
😀

„Recklinghausen“ (Pseudonym)

Eine hauchdünne Nummer 😂

Wie sieht es nun aus bei dir Lady Nr. 93 ?

Bist du mittlerweile schon von der Ehe überzeugt und schleppst deine heiße Affäre direkt zum Standesamt, oder lässt du die Jungs noch schwitzen ?

Jetzt, sehr dünnes Eis 😅

„Gladbeck“ (Pseudonym)

"Bist du mittlerweile schon von der Ehe überzeugt ..."

Vom überzeugen wären wir ja noch GANZ weit weg entfernt, erstmal ging es nur ums verstehen, da wäre mir schon geholfen. 😀
Tatsächlich noch nicht, auch wenn ich (so wie vorher allerdings) es für legitim halte, dass man Vorteile, wie Steuervergünstigungen oder das Aussageverweigerungsrecht, in Anspruch nimmt, wenn der Staat das anbietet.

Für mich ist das Heiraten vielleicht ein noch verbliebener emotionaler "Eindruck", dass der Partner es dann ernst meint. Einfach aus der Gesellschaftshistorie heraus. So lange ist das ja noch nicht her, dass nur Ehe eine Bedeutung hatte, dass es kein anderes Partnerschaftsmodell gab, das akzeptiert wurde. So extrem schnell kann sich Gesellschaft nicht entwickeln, dass nicht unterbewusst ein Eindruck hängen bleibt.
Aber wissen ist natürlich anders. 😀


Achso, aber ich bin auch kein gutes Heiratsmaterial, ich kann mich noch halbwegs vor der Flut der Heiratsanträge retten. 😀

"El Diablo" hat geschrieben:
"... Ich glaube jede Frau, ... , möchte einmal im Leben Pinzessin sein und eine Party feiern. ..."

Nö!
Mir graut es bei dem Gedanken im Mittelpunkt zu stehen und das alle Blicke auf mich gerichtet sind. Von daher habe ich mich niemals als Braut gesehen und dieser Kelch ist Gott sei Dank an mir vorbei gegangen.
Für mich hätte es nur einen Grund für's heiraten gegeben: Kinder. Die sind mir allerdings nicht vergönnt gewesen.

Von daher gibt es für mich auch heute keinen Grund mehr zu heiraten. Ich brauche eine Ehe nicht als Liebesbeweis oder Liebesverfestigung.

„Syke“ (Pseudonym)

*hat das dringende Bedürfnis das Steuersystem von Malta zu recherchieren* Wir brauchen mal einen Steuertipps-Thread. :)

„Elsdorf“ (Pseudonym)

"Ist euch heiraten wichtig? Hat Ehe eine Bedeutung für euch?"
Nein und nein. Ich würde es allerdings meiner Partnerin zu liebe machen und aufgrund des (Un-)Rechtssystems in Deutschland.

@El Diablo:
Keine Sorge, ich weiß sowohl zu Malta als auch zu Zypern genug. Auch zum Thema Selbständigkeit kann ich einiges beitragen. Du weißt in welcher Branche die Mutter meiner Kinder freiberufllich tätig ist?
Trotzdem bleibe ich dabei, daß ich lieber Steuern zahle als keine Steuern zu zahlen, weil ich da mehr verdiene. Hat mit Lebensqualität zu tun, konkret mit wenig Streß und keine Sorge zu haben, daß mich jemand geschäftlich hintergeht. Es muß jeder für sich entscheiden, aber es gibt andere Wege; nur soviel es kann reizvoller sein, sein schon in Dtl. versteuertes Einkommen lukrativ anzulegen, als seine Einkommenssteuer zu minimieren (was sich übrigens erst ab einer bestimmten Grenze wirklich lohnt, ich würde sie aber bei deutlich über 150.000€ jährliches Bruttoeinkommen ansetzen). wie gesagt, das ist eine Frage der persönlichen Vorlieben. Die Aufwand-Nutzen-Analyse ist da aus meiner Sicht zu erstellen. Wer sich aber selber gerne um solchen Kram kümmert, der wird sich dafür begeistern können. Aber wer Familie hat und seine Zeit lieber mit den Kindern verbringt, dem stellt sich die Frage, ob sich das lohnt. Ich für mich habe da meine Prioritäten festgelegt (und war heute mit den beiden Süßen auf Zirkelstein und Kaiserkrone bei schönem Wetter, war aber relativ windig, aber gut, alles kann man nicht haben). Das ist ungefähr vergleichbar mit der Frage nach Arbeitszeiten eines Selbstständigen/Freiberuflers/Unternehmers. Der eine arbeitet über 72 Stunden in der Woche und bezahlt ein Kindermädchen, der andere arbeitet um die 50 Stunden und bezahlt kein Kindermädchen. Da muß jeder seinen Weg finden und seine Prioritäten definieren. Nur soviel, es gibt monatliche Einkommen die einfach niedrig sind, da zählt jeder Cent. Es gibt Einkommen, mit denen man irgendwie über die Runden kommt und nicht noch Monat übrig ist, wenn das Geld alle ist. Dann gibt es Einkommen, wo alles ordentlich abgedeckt ist und auch für Katastrophen eine nennenswerte Reserve vorhanden ist. Dann gibt es Einkommen, da interessiert dich im Alltag bei fast allen Dingen nicht mehr der Preis. Dann gibt es Einkommen, wo sehr viel unnützes Zeug gekauft wird, weil Geld keine Rolle spielt. Schließlich gibt es Einkommen, da muß jeden Monat das Geld für sehr sinnfreie Käufe ausgegeben werden, weil es irgendwie weg muß.
Glaube mir, bei den ersten Kategorien bringt jeder Euro mehr Einkommen noch einen Glückszuwachs; bei den zwei letzten Kategorien nimmt das Glück eher wieder ab. Deswegen sind für mich diese Kategorien nicht erstrebenswert. Bösartig formuliert: Zwar mehrere Immobilien, mindestens einen Drittwagen und wenigstens zwei sauteure Hobbies; aber zu blöd einen Eimer Wasser umzukippen.

Jetzt bin ich mit mir selbst unzufrieden, weil ich hier zum eigentlichen Thema nix beigetragen habe, sondern über das leidige Thema Geld viel zu viel geschrieben habe. Tut mir leid, ist mir erst jetzt im Moment bewußt geworden. War mein Fehler, meine Schuld, wobei lateinisch klingt es schöner, also: Mea culpa!

„Gladbeck“ (Pseudonym)

"Mea culpa"

Da fehlt was:
.... mea culpa, mea maxima culpa.
Da wollen wir schon genau sein. 😀

Bloß gut, daß du maxima und nicht maximi geschrieben hast. Da ist es "nur" bei meiner großen Schuld dann geblieben und wurde nicht zu meiner größten Schuld.
Ansonsten muß ich als Protestant das Confiteor ja nicht so katholisch auslegen, sondern kann mich mit dem normalen Schuldbekenntnis im Vaterunser begnügen.

„Recklinghausen“ (Pseudonym)

Rajiv, du hast recht, Geld macht nicht glücklich.
Als professioneller "Flaschensammler" ordne ich mich ganz unter in deiner Aufzählung ein.

In der aufrechten Ehe gibt es wenigstens kein MEIN - DEIN, es wird alles zum gemeinsamen Gebrauchsgut, unabhängig wem es rechtlich gehört.
Die Ehe ist also eine Wellnessoase in Sachen Wettbewerb und dem ständigen Streben nach mehr ... .
Der Ehepartner und deine Kinder sind nicht deine Gegner oder Mitbewerber.

In unserer schnellen Zeit werden heute Beziehungen beinahe im Minutentakt eingegangen und wieder gelöst. Mir ging es auch so - kaum war ich hier, war ich schon vergeben. Das ist hier eine Expressvermittlung !
Eine Ehe aufzulösen dauert, also ein Jahr mindestens, und da kann man dann nochmal nachdenken.
Ich sehe das als Vorteil.

Hier sind viele Argumente gekommen, die mich nachdenklich machen.
Man redet sich schön, warum man keine Ehe möchte - manches ist für mich auch nachvollziehbar.
Gleichzeitig haben homosexuelle Paare Jahrzehnte für die Ehe gekämpft, die erst seit kurzer Zeit für sie möglich ist.
Es muss also schon etwas dran sein an dieser Form des Zusammenlebens.

„Gladbeck“ (Pseudonym)

"Man redet sich schön, warum man keine Ehe möchte"

Das musst du mir erklären, weshalb das ein Schönreden ist.

"Gleichzeitig haben homosexuelle Paare Jahrzehnte für die Ehe gekämpft, die erst seit kurzer Zeit für sie möglich ist.
Es muss also schon etwas dran sein an dieser Form des Zusammenlebens."


Sie haben für die MÖGLICHKEIT zu heiraten gekämpft.
Wenn es Dicken nicht erlaubt wäre ins Schwimmbad zu gehen, dann würde ich dafür kämpfen, dass sich das ändert, auch wenn ich NIE in ein Schwimmbad wollen würde.

„Recklinghausen“ (Pseudonym)

Schönreden weil es meiner Meinung eigentlich die Angst vor der Verbindlichkeiten ist.
Man möchte flexibel bleiben .... .

„Recklinghausen“ (Pseudonym)

Es ist definitiv die härteste Verbindlichkeit die ich kenne.

„Gladbeck“ (Pseudonym)

Ist aber schon eine wertende Formulierung. Umgekehrt fände ich es auch unfair, wenn jemand schreibt: manche brauchen das Gefängnis der Ehe um sich des anderen sicher(er) zu sein.

„Gladbeck“ (Pseudonym)

"Hmm.. und nun? Heute, 18:23
Aber 'hart' verbinde ich jetzt für
mich eher mit 'schwierig', 'anstrengend' ... also dann eher doch nicht erstrebenswert, wenn es auch a bissl leichter ginge..
Ob es das dann wirklich trifft? "


Ich hab da übrigens neulich auch mal drüber nachgedacht, als jemand schrieb: größtmöglicher Gewinn mit kleinstmöglichem Einsatz (sinngemäß) und dachte mir: ... Mhm ... Wenns niemandem schadet, was ist schlimm daran?

Warum ist hart, anstrengend wichtig?

„Gladbeck“ (Pseudonym)

Klar, aber da er sich PRO Heirat ausspricht, scheint das eine Wichtigkeit zu haben.

„Recklinghausen“ (Pseudonym)

Ich bin definitiv Pro, aber eben mit der richtigen Frau. Die Ehe ist für mich das stärkste Statement. Hab mich da ungenau ausgedrückt

„Gladbeck“ (Pseudonym)

Ja gut, die wenigsten haben mal den falschen Partner geheiratet, weil sie aus Prinzip den falschen Partner heiraten wollten. 😀

„Olpe“ (Pseudonym)

Ach...nicht die Heirat ansich macht das Ende ner Beziehung schwierig und kompliziert...meistens hst das schon auch was mit den zwei Menschen zu tun,die sie betrifft😉

„Syke“ (Pseudonym)

"Ja gut, die wenigsten haben mal den falschen Partner geheiratet, weil sie aus Prinzip den falschen Partner heiraten wollten. 😀"

Das ist sicherlich die Crux an der Ehe. Eigentlich ist sie eine total schöne Institution bei der zwei an etwas "Gemeinsamen" arbeiten. Aber das Scheitern von Ehen ist für uns alle heutzutage total gegenwärtig. Sie ist nicht mehr einzige Weg, den man gehen kann.

Vielleicht ist deshalb meine Beziehung dazu auch einen Hauch von ambivalent:
- Klingt total schön.
- Aber ich hätte total Schiss, das das schief geht.