„Grimma“ (Pseudonym)
Nö, wollen vielleicht nicht alle. Dennoch betrifft es alle.
@Carla2
"Was hast Du persönlich denn für echte Nachteile, wenn Studierende in der Amtssprache nicht Studenten heißen?"
Um etwas als falsch zu erkennen muss ich nicht persönlich betroffen sein. Ich interessiere mich für vieles ohne das das einen persönlichen Bezug zu meinem Leben oder einen direkten Nutzen für mich hat.
So unterstütze ich neben meiner Mitgliedschaft im Verein deutscher Sprache https://vds-ev.de beispielsweise auch Maßnahmen, die zur Beendigung von Genitalverstümmelungen führen sollen.
"Es geht dabei auch nicht ausschließlich um Diskriminierung, sondern auch um Sichtbarkeit und darum ein Bewusstsein für Vielfalt zu schaffen und das betrifft tatsächlich uns alle, nicht nur eine „kleine“ Gruppe. Wenn man bedenkt, dass es dabei auch um die Sichtbarkeit von Frauen geht, ist das mit der kleinen Gruppe auch einfach nicht zutreffend. Das sind 50% der Bevölkerung."
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/grosse-mehrheit-laut-umfrage-gegen-gendersprache-17355174.html
Es ist offensichtlich das sich die Mehrheit der Frauen gegen einen bevormundenden und überdies zerstörerischen Eingriff in unsere Sprache positioniert.
Dazu passt auch die LIVE ABSTIMMUNG auf der FAZ Seite. 80.228 MAL ABGESTIMMT (Stand 30.01.2023)
Finden Sie eine gendersensible Sprache gut?
15% JA
6% NEUTRAL
79% NEIN
"Übrigens gibt es im Englischen die genau gegenläufige Tendenz: z. B. wird dort eine Schauspielerin heute eher als "actor" denn als "actress" bezeichnet" (Linda Abberton International tätige Musikmanagerin).
In Deutschland geht man auch hier leider (noch) einen Sonderweg. Einen weiteren Irrweg genau wie zuvor in der Pandemie oder beim Ausstieg aus der Atomkraft.
„Ludwigsburg“ (Pseudonym)
Entschuldigt bitte, aber für mich ist diese ganze Diskussion, warum es i.O. ist die beiden Geschlechter nicht gleichwertig in der Sprache zu behandeln, gerade dort, wo es wenig Aufwand kostet (z.B. bei Studierende vs. Studenten) einfach komplett unlogisch bzw. von egoistischen Motiven getrieben wie Faulheit oder Egozentrik ("der Mann als Mittelpunkt des Sprachuniversums war für MICH noch nie ein Problem").
Ich gendere auch oft nicht und manchmal rutscht mir auch noch Negerkuss oder Zigeunerschnitzel raus, aber ich bin doch intelligent genug zu erkennen, was daran falsch und unfair ist und versuche einfach die Dinge ein bißchen besser und gerechter zu handhaben.
Was würde es denn über mich als Mensch aussagen, wenn es nicht mein Anspruch wäre in einer gerechteren Welt in der Zukunft leben zu wollen? Nicht viel Gutes.
"Das Gegenteil von gut ist gut gemeint" (Karl Kraus)
Liebe ChatGPT - Ask me anything,
Du meinst es anscheinend gut.
Das bedeutet aber nicht, dass uns das Deinem Ziel "einer gerechteren Welt in der Zukunft" irgendwie näher bringen wird.
Warum?
Weil für Dich das Problem viel größer scheint, als es tatsächlich ist. Du möchtest eine scheinbare Benachteiligung ausgleichen obwohl die Mehrheit der vermeintlich "Benachteiligten" dies Ihrerseits ablehnt.
Das hat ein bisschen was von einer Mama die glaubt tatsächlich zu wissen, was gut für Ihre Kinder ist. Die Ihnen leichte und schwierige Dinge abnimmt und sich schützend vor Sie stellt. Die Ihre Kindern klein und abhängig hält und Ihnen damit (ungewollt) vermittelt, dass Sie es nicht alleine können.
Es ist unangebracht erwachsene Menschen in dieser Weise zu bevormunden.
„Grimma“ (Pseudonym)
Der Verein deutscher Sprache, den Bernd unterstützt, gilt (berechtigterweise) als Sprachrohr des Rechtspopulismus. Also nur für diejenigen, denen der Verein nichts sagt und die deshalb nicht ahnen, was hinter diesem harmlosen Namen steckt und woher der Wind da weht. Da treffen sich nicht brave Biedermänner zur Sprachpflege – es sind Brandstifter und es geht auch um eine ganz andere Reinheit, als die der Sprache.
Ihnen ist übrigens auch schon so ein peinlicher Ausrutscher passiert, wie das von rk76de bereits genannte „Fahrbahnende“ – dabei ging es um das „Drehende“ also das Ende von Dreharbeiten.
Die Aufregung scheint bei Gendergegnern derart so groß zu sein, dass der Blick sich trübt. Feuer im Herzen bringt Rauch in den Kopf.
Peinlich, peinlich.
"Da treffen sich nicht brave Biedermänner zur Sprachpflege – es sind Brandstifter und es geht auch um eine ganz andere Reinheit, als die der Sprache."
Carla2 hat soeben "Bullshit" verbreitet. Sie ignoriert die Realität, weil es Ihr entweder an Wissen oder an Interesse mangelt.
Bullshitter sagen alles Mögliche, solange es ihrer Absicht dient. Sie betreiben ein Spiel mit der Realität, in dem die Kategorien "wahr" oder "falsch" keine Rolle spielen.
Damit sich jeder eine eigene Meinung bilden kann hier eine kleine Auswahl unserer "Brandstifter":
Prof. Dr. Peter Michael Huber (Richter am Bundesverfassungsgericht)
Prof. Dr. Paul Kirchhof (Steuerexperte und ehemaliges Mitglied des Bundesverfassungsgerichts)
Prof. Dr. Wolfgang Böhmer (von 2002 bis 2011 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt)
Walter Hirche (ehemaliger stellv. Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Landes Niedersachsen)
Prof. Dr. Hans Joachim Meyer (ehem. Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und Wissenschaftsminister von Sachsen)
Boris Palmer (Oberbürgermeister, Tübingen)
Vera Lengsfeld (Bürgerrechtlerin und Mitglied der ersten freigewählten Volkskammer der DDR)
Dr. Elvira Grözinger (Literaturwissenschaftlerin und Publizistin, Mitglied des Internationalen Präsidiums der Wissenschaftlerorganisation Scholars for Peace in the Middle East und stellv. Vorsitzende der deutschen SPME-Sektion)
Dr. Karl Corino (Schriftsteller, Literaturkritiker und Journalist; ehem. Leiter der Literaturabteilung beim Hessischen Rundfunk)
Prof. Dr. Peter Sloterdijk (vielfach preisgekrönter Philosoph und Publizist)
Henryk M. Broder (Buchautor, Journalist und Publizist)
Bastian Sick (Deutschlands populärster Sprachkritiker, Bestsellerautor)
Peter Hahne (ZDF-Nachrichtensprecher, Bestsellerautor)
Dr. Cora Stephan (Journalistin des Spiegel und preisgekrönte Roman- und Krimiautorin)
Angela Elis (Fernsehmoderatorin)
Maxi Biewer (Wetterfee bei RTL)
Dieter Hallervorden (Kabarettist)
Achim Reichel (Rock-Idol und Volkslied-Sänger)
Tobias Künzel (Popsänger und Komponist; Frontmann der Prinzen)
Waldemar Hartmann (Fernsehmoderator und Deutschlands wohl populärster Sportreporter, lange Jahre Chef der Sportredaktion des Bayrischen Rundfunks)
Ottmar Hitzfeld (Fußball-Trainer)
„Grimma“ (Pseudonym)
Ja, klar, da sind einige Brandstifter dabei, Bernd. Dazu weiter unten noch einiges.
Jetzt aber erstmal: Das wirklich Witzige an Deinem Beitrag ist ja das Wort Bullshitter. 😂 Das ist nicht nur ein Slangausdruck und eine Beleidigung , vor allem ist es natürlich ein Anglizismus, der sich übrigens im „Anglizismen-Index“ des VDS findet, mit Vorschlag wie man das auf gutem Deutsch ausdrücken kann. Der Verein lehnt natürlich Anglizimen genauso ab wie das Gendern. 😂
Schön war auch, dass Du beim Argumentieren für die schöne deutsche Sprache auf angebliche Entwicklungen der englischen Sprache (actor-actress) zurückgreifen musst. 😂
So jetzt aber Schluss mit Lustig.
Den Vorsitzenden des VDS Prof. Dr. Walter Krämer, der durch Begriffe wie „Überfremdung der deutschen Sprache“, „Lügenmedien“ und Ähnliches glänzt, hast Du vermutlich in der Liste nur "vergessen“.
Wer so einen Vorsitzenden stützt, weiß schon genau, was er macht und ist kein Biedermann. Kirsten Boie, vielfach ausgezeichnete Jugendbuchautorin, hat deshalb einen Preis dieses Vereins abgelehnt, dass den Mitgliedern diese Ausfälle entgangen sind, dürfte also ausgeschlossen sein.
Stefan Hartmann, Juniorprofessor für germanistische Sprachwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat sich zum Verein in einem Gastbeitrag geäußert. Zu finden unter dem Titel: "VDS: Ein Wolf im Sprachpelz" -
Er schreibt unter anderem: Wer sich nur wenige Minuten auf der Internetseite des Vereins umschaut, gerät in einen Sumpf aus Rassismus, Homo- und Transphobie sowie typischer rechtspopulistischer Argumentationsmuster.(...)
Sprache ist (...) nur auf den ersten Blick unpolitisch, und beim VDS wird sie beständig politisiert und ideologisiert, wie schon ein kurzer Blick auf den Internetauftritt zeigt. Hinter putzigen Spießigkeiten (...) verbirgt sich eine sprachnationalistische Ideologie, die anschlussfähig ist für rechte bis rechtsextreme Narrative.
Gerne bei Gelegenheit mal lesen.
„Grimma“ (Pseudonym)
Für mich an der Stelle ein abschließendes Wort.
Wem es wirklich um die deutsche Sprache ginge, für den wäre die Konsequenz daraus ja an sich, nach anderen Möglichkeiten in dieser Sprache zu suchen, um andere zu integrieren, wenn ihn oder sie das Gendern so stört.
Sprache ist ja formbar und der Mensch kreativ. Ich finde die aktuellen Lösungen des Genderns auch nicht elegant und denke viele werden sich zurecht auch nicht durchsetzen können.
Eigentlich befinden wir uns aber ja auch erst mitten in einem Findungsprozess, in dem es darum geht, einen gangbaren Weg für alle zu schaffen. Dass der im ersten Entwurf noch nicht perfekt sein kann, ist eigentlich klar.
Wer allerdings (wie viele hier in der Diskussion) nicht an der Sprache für sich ansetzt, sondern am Gedanken der Inklusion selbst, die hinter dem Gendern steht, der zeigt ganz klar, worum es ihm oder ihr eigentlich geht. Und das ist nicht die deutsche Sprache, sondern ein Widerstand dagegen, dass Minderheiten mitreden und mitbestimmen können sollen.
Und das finde ich ein ziemlich abstoßendes Motiv.
Den Mut dazu zu stehen und diese Heuchelei, um die eigene geliebte Sprache wegzulassen, sollte man schon aufbringen können. Das gilt auch für die ganz hohen Tiere wie Sprachwissenschaftler, Politiker, Prominente, die es m.E. auch meist die Sprache in der Diskussion nur vorschieben, weil die vermeintlich unpolitisch ist und einem vorgeschobenen schöngeistigen Motiv entspringt.
Das ist doch "Bullshit" 😂 um in Bernds Worten zu sprechen – und als solcher auch gut erkennbar.
Steht doch einfach zu Euren Ansichten und wählt nicht solche Umwege, dann weiß auch jeder woran er ist.
„Friedrichsdorf“ (Pseudonym)
wenn man sich der Rethorik aus der rechtspopulistischen ecke bedient,muss man sich nicht wundern ind diese ecke gestellt zu werden. Und dazu gehört für mich auch der Begriff der "Gutmenschen!" Was soll das denn sein? gute menschen? und nun? was ist schlecht daran ein guter Mensch zu sein?. Ein dermassen deppertes Wort meiner Meinung nach.
„Halberstadt“ (Pseudonym)
@Mozartine
Da hast du vollkommen Recht.
Wenn zu mir einer sagt ich sei knapp 2 Meter groß, dick und habe keine Haare mehr kann ich ja auch nicht glaubhaft behaupten das ich nur so hingestellt werde, und ich schließlich nur 1,75 groß, schlank, durchtrainiert und wallendes volles Haupthaar habend bin....
„Verden“ (Pseudonym)
Ich kann Mozartine und rk76de nur zustimmen.
Mir hat hier nur ein "...die da oben!..." irgendwo noch gefehlt... :D
Ich sehe das wie ChatGPT: Es fällt sicher nicht immer leicht sich anzupassen, der Mensch ist Gewohnheitstier. Aber wenn ich allein mit dem Versuch dazu beitragen kann, dass sich jemand Anderes besser fühlt...why not give it a try?!
Unsere Sprache und die Welt entwickeln sich stetig weiter und (ehemals) Carla2 hat es ja auch schön gesagt: Wir befinden uns da noch in einem Findungsprozess. Nix ist in Stein gemeißelt...und das wird es, was Sprache betrifft, sowieso nie sein.
Ich für meinen Teil bin froh über die stetige Weiterentwicklung und Veränderung, denn es gibt fast nichts Schlimmeres als den Stillstand. Und wenn die Weiterentwicklung dazu beiträgt dass die Welt ein kleines Stück besser für jemanden, eine Gruppe oder auch Viele wird, dann hat es sich mMn doch schon gelohnt.