Ich glaube, da muss man gar nicht so "draufhauen" auf die Männer. Das Problem sind im Puncto Kindererziehungzeiten ja oft die Frauen selber.
Ich kenne in meinem Umfeld keine Frau, welche erpicht darauf war, ihre Elternzeit an den Mann abzutreten. Klar gibt es auch die Ausnahmen, aber der überwiegende Teil der Mamas würde das wahrscheinlich nur äußersten Notfall tun oder wenn das Verdienstgefälle eklatant wäre.
Persönlich kann ich das sogar verstehen. Ich selber hätte das auch nicht gemacht. Um nichts auf der Welt hätte ich auf die ersten Monate mit meinem Kind, zugunsten des Kindsvaters, verzichten wollen.
Was ich allerdings sehen kann ist, dass die Mamas heute häufig schneller wieder in den Job zurückkehren. Unser Enkelkind besucht beispielsweise seit er knapp ein Jahr alt ist, eine sehr liebe Tagesmutti. Dort wird er gut und ziemlich familiär betreut bis er 3 ist.
Ich mich selber auch vor Jahren mal zur Tagesmutti ausbilden lassen und finde, dass man auch gut 1-jährige schon fremdbetreuen lassen kann. Man muss nur bissel die Augen aufmachen, wohin man sein Kind gibt. Ist aber sicher auch wieder eine Frage des Geldbeutels.
Die vielgelobten Vollzeit-Arbeitszeitmodelle für Mütter, Splittschichten etc... sehe ich sehr skeptisch.
Die ehemalige DDR war dafür ein gutes Negativbeispiel. Fast alle Frauen haben Vollzeit gearbeitet. Hatte sogar arbeitspflicht. Auf Teilzeit zu gehen, war beinahe unmöglich. Das wird ja heutzutage gern als eines der wenigen positiven Dinge der ehemaligen DDR hervorgekramt.
Den sehr sehr hohen Preis, den Mütter dafür bezahlt haben, kehrt man hingegen gern unter den Tisch.
Die Doppelbelastung der Frauen war enorm. Die Frauen hetzten zur Kita. Früh 6 Uhr standen die Muttis in Schlange vorm Kindergarten um ihre Kinder abzugeben. Schlimmstenfalls waren die Kinder früh um 6 die ersten und abends kurz vor 5 die Letzten. Und der Haushalt, Einkaufen etc. musste ja auch noch erledigt werden. Und die Frauen hatten keine Spülmaschine, keinen Waschvollautomat und dererlei Erleichterungen. Eine besonders abartige Erfindung, war in diesem Zusammenhang die sogenannten Wochenkrippen, wo die Kinder, oft auch Säuglinge, montags abgegeben und freitag wieder abgeholt worden. Die Abartigkeit dieser Einrichtung hat mich schon als Kind irritiert. Wir wohnten direkt gegenüber von so einem Heim und ich hatte immer Angst, dass ich irgendwann auch dort landen müsste.
In meiner Firma heute, wird geteilte Arbeitszeit abgeboten. Das ist ein Riesenscheiß. Da hört ja der Arbeitstag nie auf. Die Muttis, die das machen, hetzen nur von einem Termin zum nächsten. Das ist keinesfalls familienfreundlich.
Ich sehe eigentlich nur eine einzige Chance der Angleichung darin, dass man Kinderbetreuung besser wertschätzen muss. Das Frauen, die ihre Kinder selber betreuen, besser unterstützt werden. Es ist einfach das Recht von Eltern, sich selber um ihre Kinder zu kümmern ohne, dass sie später selber deswegen zum Sozialfall werden. Es ist ja auch gesellschaftlich auch wichtig, dass gesunde glückliche Kinder irgendwann zu tollen Erwachsenen werden. Diese Grundsteine werden nun mal in der Kindheit gelegt. Ich find es wichtig, dass die Eltern nicht tagtäglich vor die Zerreißprobe gestellt werden, ihrem Job oder den Kindern gerecht zu werden.