
„Stans“ (Pseudonym)
Ohne diesen 24-h-Supermarkt wär ich manches mal hungrig ins Bett nach der Arbeit, bzw. wenn man während der (ungeplanten) Nachtschicht mal eben einkaufen kann, ist ds schon super. Ich bin schon froh drüber. Aber ich brauch definitiv keinen vollautomatischen Supermarkt, der mich schon an dem RFID Chip in meinem Personalausweis erkennt, meinen Krankenkassenchip ausliest, und der ohne Personal auskommt... neeee.... danke...

„Vogtlandkreis“ (Pseudonym)
Viele Arbeitsplätze geschaffen? 400 Euro - Jobber und Niedriglöhner sind die Regel.
Zum Einkaufen gibt es dann noch die Tankstellen und in größeren Städten die Bahnhofsmeile.
Vielelicht hätte der Eine oder Andere heute mal in der ARD um 12.00 Uhr den Presseclub schauen sollen.

„Mühlheim am Main“ (Pseudonym)
Ich meide grundsätzlich die Selbstscankassen. Es gibt schon genug Arbeitslose.

Ich frage mich warum der Wunsch danach geht rund um die Uhr einkaufen zu können?
Vor zwanzig Jahren hatten die Geschäfte Montag bis Freitag bis 18:30 Uhr geöffnet, Samstags bis 14:00 Uhr und langen Samstag (wer kennt den denn noch :-)) ?) bis 18:00 Uhr.
Ich habe von Dienstag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr gearbeitet und Samstag von 07:30 Uhr bis 13:00 Uhr. Dennoch kam ich zum Einkaufen ohne zu hungern.
Bei sinkenden Arbeitszeiten und inzwischen Ladenöffnungszeiten Montag bis Samstag 20:00 Uhr schaffen das die Leute nicht mehr?
Übrigens: Die Beschäftigten im Verkauf haben auch Familien mit denen sie einen Sonntag verbringen möchten.

„Stans“ (Pseudonym)
Ekajata, leider ist die "Generation Praktikum" nicht in der Lage, sich über "sinkende Arbeitszeit" freuen zu dürfen. Die sind froh, überhaupt einen bezahlten Job zu haben und müssen sich locker 50, 60 oder noch mehr Stunden die Woche lang machen.
Da ist man froh, wenn man um 22h oder wann auch immer man aus dem Büro kommt, noch irgendwo was einkaufen kann.
Bei Deinen geschilderten Zeiten hattest Du doch den vollen Montag zum Einkaufen und warst früh genug draußen, um auch jeden Tag nach Feierabend noch was einzuholen. Denke das ist ein Generationenproblem. Meine Eltern sind auch Deiner Meinung. Aber die konnten sich auch immer auf Gewerkschaften, Tarife und Kündigungsschutzgesetz verlassen und hatten gleitende Arbeitszeit, mit peinlich genau eingehaltenen Überstundenregelungen. Es gibt aber heutzutage reichlich Menschen, die weder punkt 18h den Stift fallen lassen können noch überhaupt einen geregelten Feierabend oder einen freien Werktag in der Woche haben.
Insofern bin ich zB sehr dankbar für Arztpraxen, die auch mal morgens früh um 7 oder Freitags Abends um 19h was haben, Autowerkstätten die die Autos abholen und am selben Tag zurückbringen, Reinigungen die die gebügelten Hemden ins Büro bringen liefern und eben meinen 24 Stunden Supermarkt, wohl gemerkt, ohne Automatisierung sondern mit Personal. Das Einzige was es nachts nicht gibt ist eine Bedientheke, der Metzger und die Käsefachverkäuferin haben frei, es gibt dann nur SB.

„Uelzen“ (Pseudonym)
@ekajata....wenn man selbst im schichtdienst arbeitet, ist man ganz froh über kundenfreundliche öffnungszeiten.
ja klar hat das personal auch familie die gern das wochenende miteinander verbingen....
ABER...was ist mit den krankenschwestern, ärzten, polizisten, feuerwehrpersonal, erziehern und all den anderen die an wochenenden und feiertagen arbeiten...die haben auch familien....
ich persönlich arbeite seit 1989 im schichtdienst, an wochenenden und feiertagen....da kommen etliche oster-, pfingst-und weihnachtsfeste zusammen, ganz zu schweigen von wochenenden....die ich nicht mit meiner familie verbringen konnte. von daher zählt dieses argument für mich überhaupt nicht.

„Nordthüringen“ (Pseudonym)
Vielleicht vergisst man immer, dass ja niemand im Einzelhandel jeden Tag und alle Stunden abarbeiten muss. Diese Menschen haben dann ja auch Schichtdienst.
Ist es nicht Klasse, statt wie früher jeden Abend bis 18:30 zu arbeiten, auch mal an einem Vormittag frei zu haben? Oder nur alle 3 Wochen Samstag lange arbeiten zu müssen? Dafür braucht der Laden aber wenigstens einen Mitarbeiter mehr.
Mehr Menschen beschäftigt
flexiblere Arbeitszeiten und auch Freizeit
und ich als Schichtarbeiter hab es dann auch einfacher.
Klasse wäre das.

„Waren“ (Pseudonym)
Ei, wenn man nicht einkaufen will, kann man in England zum Beispiel über die Webseiten bei Supermärkten einkaufen.
Ich persönlich liebe es, auf dem Wochenmarkt einzukaufen. Das würde ich gegen nichts eintauschen wollen. Aber es wäre natürlich saubequem, meine Grundeinkäufe übers Internet zu tätigen und nach Hause geliefert zu bekommen...

„Stans“ (Pseudonym)
Wenn ich nichtmal mehr meinen wöchentlichen Supermarkt- und Bioladenbesuch hätte, wär das Leben aber ziemlich öde ... Im Ernst, das ist der Part "Hausarbeit", auf den ich am wenigsten verzichten möchte... Mal auf andere Gedanken kommen, Inhaltsstoffe vergleichen, Qualität prüfen, Neues entdecken, sich inspirieren lassen...

„Neu-Isenburg“ (Pseudonym)
also ich liebe die Gespraeche an der Kasse des SB-Marktes meiner Wahl....man kennt sich jahrelang und es macht Freude. Außerdem schaffe ich es ,trotz 10-12 Stunden Arbeitstag, immer zu "normalen" Zeiten einzukaufen. Vielleicht bin ich altmodisch....? Auf der anderen Seite habe ich die SB-Center der Sparkasse schaetzen gelernt, in denen man seine Bankgeschaefte abwickeln kann ...vollautomatisch und rund um die Uhr...also doch modern...? Es gibt übrigens bis 2014 eine Aenderung beim bargeldlosen bezahlen in Geschaeften. Die Karten der Banken, die Sparkasse ist da wohl Vorreiter, werden so per Chip eingerichtet, das an der Kasse per Funksignal der zu zahlende Betrag sofort vom Konto abgebucht wird. Vorerst nur in einer Hoehe bis 20 Euro. Beim Gedanken an DIESE Entwicklung stehen MIR die Haare zu Berge...

Ich mag auch keine Selbstscannkassen, ich mag ja nicht mal Supermärkte ohne Bedienungstheke, aber ich mag durchaus wann ich will einkaufen gehen. Rund um die Uhr muss jetzt nicht sein wegen mir, aber die Öffnungszeiten der größeren Märkte bis 22.00 Uhr finde ich schon nicht schlecht. Ich finde auch, da sollte man kein so Geschrei drum machen, viele Leute arbeiten im Schichtdienst auch am WE oder gar nachts, und haben noch ein Sozialleben, warum sollte das im Einzelhandel nicht auch gehen, wenn denn der Bedarf bestünde und es sich für alle lohnen würde...was ich mir aber nicht so recht vorstellen kann...

„Vogtlandkreis“ (Pseudonym)
Nur der Unterschied ist, das eine Tätigkeit im einzelhandel am schlechtesten honoriert wird.

„Schurwald“ (Pseudonym)
Ich bin schon jemand der den alten Zeiten hinterherjammert, obwohl ich erst 39 bin.
Die guten alten Öffnungszeiten,drei TvProgramme, welche erst um 17 Uhr anfingen, um 1 Uhr kam wieder das Testbild und es war Ruhe.
Ohne Handys und Smartphones und was es noch so alles gibt..
Trotzdem hat man sich verabredet usw. Wie schön es im nachhinein war den Vater seiner Freundin am Hörer zu haben der einen misstrauisch ausfragte wann ich den gedenke seine Tochter wieder nach Hause zu bringen...
Aber ich befürchte es wird sich weiter alles weiter entwickeln wie in Amerika, leider nicht nur Öffnungszeiten sondern auch Löhne und Gesundheitssystem. Dann ist wenigstens die Chance höher als Rentner nen Job zu finden in nem 24Std Markt die Regale einzuräumen;))
Ach ja, arbeite seit´91 im dreifachschichtdienst und hab nen einfachen Arbeitsweg von 63km.

..Naja, es gibt schon noch einige Branchen die niedrigere Tariflöhne haben als der Einzelhandel, Hotel- und Gastro, Zeitarbeit, Reinigungdienstleistungen, Sicherheitsdienste...so ist es dann auch wieder nicht!

„Gotha“ (Pseudonym)
Da fallen mir spontan noch eine ganze menge anderer Bereiche ein: Gastronomie, Pflege, Taxi usw. Im Dienstleistungsbereich wird nunmal wenig gezahlt weil Kunde auch nicht bereit ist Dienstleistung zu zahlen. Deswegen gibt es nicht mehr wie gaaanz früher Tankwarte, den Tante-Emmaladen oder Einpackhilfen im Supermarkt wie zB in den USA. Und leider ist anscheinend nicht jedes Unternehmen fähig genügend Umsatz zu generieren um die Mitarbeiter zu vernünftig entlohnen, was dann zu solchen Sachen wie bei Schlecker führt.
Ansonsten kann ich nicht sagen das mich die Automatisierung im Supermarkt stört. Wer die letzten Jahre mal in Schweden im Supermarkt war, der kennt elektronische Regaletiketten genauso wie den Handscanner, mit dem man die Produkte scannt und der dann an der Kasse abgegeben wird, worauf dann ein entsprechender Bankeinzug erfolgt (Meiner Meinung nach ein Besseres Vorgehen als dies erst an der Kasse zu erledigen, wo man dann immernoch in der Schlange wartet). Und das war bereits vor gut sieben Jahren Standard, mittlerweile dürfte man dort noch weiter sein.

„Stans“ (Pseudonym)
"Nur der Unterschied ist, das eine Tätigkeit im einzelhandel am schlechtesten honoriert wird."
Tarif Einzelhandel Berlin 2009:
http://www.rechtsrat.ws/vlink/tarif/09-07-06-einzelhandel.htm
Gehälter
K 1 ab 1.11.10 (= niedrigste Qualifikationsstufe)
1. Tätigkeitsjahr 1.931 EUR
K 5a K 5b K 5c (höchste Qualifikationsstufe)
1.-3. Tätigkeitsjahr 2.941 EUR
danach 3.932 EUR
zuzüglich Feiertags-, Sonntags-, Nacht-, Schichtzuschläge von bis zu 50% steuer-/sozialabgabenfrei bei einer 37,5 Stunden-Woche und 30 Urlaubstagen.
Haustarife zB bei Aldi Süd sind noch besser. Einstiegsgehalt für Trainee auf stellvertretende Filialleitung im Rheinland (Aufgabengebiet: Regale auffüllen, Kasse, Schichtpläne erstellen): Dienstwagen, 14 Gehälter, 3.500 brutto/Monat.
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Das Einstiegsgehalt für einen Rechtsanwalt in Berlin beträgt laut Empfehlung der Kammer maximal 1.200 EUR brutto/Monat. Für ca. 5 Jahre Studium und 2 Jahre Referendariat für eine 48 Stunden Woche bei 24 Urlaubstagen ohne jegliche Zuschläge.
Das heißt, wer mit 16 von der Hauptschule abgeht und im Supermarkt anfängt, verdient schon seit zehn Jahren einen fünfstelligen EUR-Betrag mehr pro Jahr als der Junganwalt mit Abi und zwei Staatsexamina.
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Als ungelernter Helfer auf dem Bau (putzen, aufräumen, Handreichungen) bekommt man (allgemeinverbindlicher Tarifvertrag!) schon mindestens 1.700 Brutto im Osten... als Polier in der höchsten Gruppe knapp 5.000 EUR. Als Polier muss man nur Berufserfahrung vorweisen; ein Gesellenbrief ist nicht einmal nötig bei entsprechender Berufserfahrung.

„Soltau“ (Pseudonym)
theoretisch klingen die gehälter ja auch klasse....aber bezahl davon noch ne tagesmutter....mit sonn und feiertagszuschlag.
abgesehen davon, ob jedes kind das hin und her auch verträgt.

„Stans“ (Pseudonym)
Meinetwegen soll jeder Mensch in Deutschland eine Million am Tag verdienen. Aber wie herb schon schrieb: (noch) Höhere Löhne bezahlt der Kunde nicht. Jeder, der zum "Cut and Go" Friseur für 10 EUR all inclusive geht, sich seine Brötchen aus dem Discounter holt anstatt vom Bäcker und der bei KiK & Co. einkauft, fördert genau diese Entwicklung. Da beißt sich die Katze einfach in den Schwanz.
Wer allerdings selbst am Wochenende eine Tagesmutter braucht, hat wohl auch nicht allzu gut organisiert... Kindesvater, Großeltern, Nachbarn, Freunde, man kann sowas abwechselnd regeln und man kann auch mit Arbeitgebern sprechen dass nicht gerade die einzige Alleinerziehende ohne Familienanhang und ohne Freunde eine der acht Sonntagsschichten im Jahr übernehmen muss.
Und der Staat zahlt ja ordentlich viel Geld für Kinder... u.a. auch für Tagesmütter...

„Vogtlandkreis“ (Pseudonym)
Die Überstunden sind nicht dabei, welche oftmalig vom Discounter garnicht bezahlt werden, aber dennoch von der Belegschaft erwartet. Allerdings sind auch die Mehrbelastungen für die Normalverdiener gestiegen und absetzen können sie eben auch nix beim Finanzamt.
Allerdings haben immer mehr Menschen weniger Geld zur Verfügung, da kann man es Ihnen nicht verübeln, wenn sie das "Billigste" ordern.
Ich persönlich kaufe bei uns beim Bauern oder im Biomarkt ein, mein Friseur kostet deutlich mehr und meine Kleidung kaufe ich in Fachgeschäften oder bei P & Cloppenburg.

Für Bauern und Biomärkte habe ich meist die falsche Arbeitszeit. Oder umgekehrt. Da bin ich schon froh über die langen Öffnungszeiten einiger Supermärkte. Und hätte auch nichts dagegen, wenn es eine Option für durchgehende Zeiten gibt.
Aber so ganz ohne Personal... Ich denke, da würde ich den kleinen Kassenplausch a la "Wollen sie 'ne Tüte?" "Nein danke. Wenn ich jetzt kiffe, vergesse ich wieder die Hälfte." doch vermissen.
Bahnhof ist hier keine Alternative. Die haben bei uns keine Frischwaren, also kein Gemüse und Fleisch.