Fazit nach 10 Monaten Online-Dating

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 757 Antworten

„Glauchau“ (Pseudonym)

@Your next Lover
Das mag sein. Nur leider war es in dem mir bekannten Fall ein deutscher Staatsbürger.
Ich unterscheide in solchen Fällen auch nicht. Gewalt ist Gewalt und wer Frauen/Männern das antut -egal in welcher Schwere - gehört angezeigt und bestraft.
Wer die Hand seinem Gegenüber erhebt hat schon eine Bewegung zuviel gemacht. Egal ob deutsch oder nicht.

"Der Richtige kann nichts falsch machen und der Falsche kann nichts richtig machen. "

Frauen sind teilweise sehr ambivalent was Verhalten bei Männern angeht - der eine ist dann charmant und ein guter Verführer und beim nächsten ist es dann übergriffig und sexuelle Belästigung.
Die allerwenigsten Frauen initiieren halt einen Kuss oder entsprechende Annäherungsversuche, sondern überlassen das dem Mann. Teilweise wird es auch als Desinteresse oder mangelndes männliches Selbstbewusstsein interpretiert, wenn man(n) es nicht probiert. Risiko und Verantwortung wird fast komplett dem Mann zugeschoben.
Ich denke viele Männer haben nicht so nicht unbedingt so den hohen EQ oder leiden an grandioser Selbstüberschätzung und merken dann einfach nicht, dass die Ampel noch oder gar nicht auf "Grün" steht.

@Calypso69 -Dein Fazit klingt doch sehr einseitig negativ, wenn es dir so gar nicht gelingt halbwegs passende Kontakte zu knüpfen. Gab es denn so gar keine neutral bis positiven Erfahrungen beim Online -Dating 😕?

@Birne Helene - ein toller Forenbeitrag.

"@Minty - natürlich erhält man als Mann so mehr Informationen und man ist eher auf der sicheren Seite - so ein Fragekatalog killt, aber oft den Flow und es wirkt unnatürlich."

Wenn es für dich so ist, dann ist es für dich so. Ich musste das auch erst lernen, aber mittlerweile empfinde ich das als richtigen Weg.
Was du mit Fragenkatalog meinst, weiß ich allerdings nicht. Ich habe Beispiele angeführt. Die Fragen werden meist je nach Situation einzeln gestellt. Ich dachte, das wäre klar.

Fazit nach mehr als 10 Monaten Online-Dating

Es gab viele nette Kontakte, die wie so oft an der Entfernung gescheitert sind. Ein paar Herren, die sich selbst ins aus geschossen haben. Natürlich auch der ein oder andere Scammer. Eingeschlafene Konversationen oder welche, die nie über das Schreiben hinaus kamen und zwei reale Dates mit respektvollen Herren, bei denen es nicht über einen freundschaftlichen Kontakt hinausging.
Ich kann nicht meckern und bin froh, daß mir übergriffige Herren bisher erspart geblieben sind.

@Raumwunder /sign

Für mich persönlich ist übrigens weniger eine südeuropäische Herkunft ein Warnsignal - als psychische und soziale Auffälligkeiten: Distanzlosigkeit, Aggressionen, Fixierungen auf eine Person, obwohl eigentlich keine persönliche Beziehung da ist, Incelsprüche (Abwertung aller anderen Frauen außer mir/der eigenen Mutter), Nervosität, Ticks, wirre Geschichten ("Ich war zu Unrecht im Gefängnis") etc.. Und es gibt bei Menschen halt auch nichts, was es nicht gibt. Der karohemden-tragende Spießbürger kann beim Onlinedating im nächsten Moment mit einem Link zu seiner Lieblings-Atemkontrollmaske und dem Riesendildo in Gartenzwergform um die Ecke kommen. Du erfährst nach einer Weile, dass der schüchtern-romantische Typ alle seine Freundinnen in den Wahnsinn getrieben hat, der nette Handwerker von nebenan hat schon mehrere Unfälle mit schweren Langzeitfolgen verursacht, fährt aber nachts immer noch 120km/h in der Ortschaft und will nach 3 Bier ins Auto steigen, der renommierte Akademiker erwähnt nebenbei, dass der Käfig für seinen Hund auch groß genug für einen Menschen ist und schlägt ein erstes Date zuhause vor etc..

Menschen sind SEHR seltsam. Aber find mal einen, der auf dieselbe Art und Weise seltsam ist wie du selbst. 😉 Und der dich genug mag, um wirklich lieb zu dir sein zu wollen.

@BirneHelene Falls du dich wunderst, warum du jetzt auf meiner Blockierliste gelandet bist: Dein Posting liest wie "Opfern sollte man erstmal nicht glauben, die profilieren sich damit nur", das in Kombination mit dem gezeigten Empathielevel im Politikthread, "Pick-me-Girl-Statements" plus Profilhopping bei mir, zeigt mir einfach, dass ich auf dich menschlich keine Lust habe. Bin sicher, wir können gut aufeinander verzichten und müssen uns nicht "opfern" miteinander Kontakt zu haben.

@YNL: Es gibt auch ausgesprochen höfliche, anständige Männer mit anderen Glaubensrichtungen und ebenso distanz-/respektlose Männer mit christlichem Glauben oder gar Atheisten. Ein charakterlich/psychisch auffälliger Mensch ist, was er ist- unabhängig vom Geburtsort, der Nationalität oder dem Glauben.

@all: über die Frage nach einem Kuss muss ich mal nachdenken… eigentlich war ich auch immer der Meinung, dass müsse sich aus der Situation heraus ergeben können und dann auch zu 95% klar sein, dass es angemessen ist.

„Regensburg“ (Pseudonym)

Liebe SelfCare

Interessant finde ich, dass du auf meinen Beitrag nicht mit einem Gegenargument reagierst, sondern direkt mit einer Charakteranalyse aus der Ferndiagnose-Abteilung.

Du unterstellst mir Aussagen, die ich weder geschrieben noch gemeint habe. Ich habe nicht behauptet, dass man Opfern grundsätzlich nicht glauben sollte, und ich habe auch keine Täter entschuldigt. Im Gegenteil: Ich habe ausdrücklich geschrieben, dass die Verantwortung für Gewalt immer beim Täter liegt.

Mein Punkt war ein anderer: Täterverantwortung und Selbstreflexion schließen sich nicht aus. Man darf also durchaus darüber sprechen, ob sich bei der eigenen Partnerwahl, im eigenen Umfeld oder bei bestimmten Beziehungsmustern Dinge wiederholen, die man vielleicht einmal kritisch betrachten sollte.

Aber auf diesen Inhalt gehst du gar nicht ein. Stattdessen kommen Begriffe wie „Pick-me-Girl“, „Profilhopping“, mangelndes Empathielevel und sonstige kleine Etiketten aus dem modernen Empörungsbaukasten.

Besonders hübsch finde ich dabei, dass du dich gern als weltoffen, reflektiert und tolerant präsentierst, aber sobald jemand nicht exakt in deinen Meinungskorridor passt, wird aus Vielfalt plötzlich Einfalt. Dann wird nicht mehr diskutiert, sondern einsortiert.

Was mich dabei immer wieder erstaunt: Für die Fehler, Vorurteile und Grenzüberschreitungen anderer hast du regelmäßig einen sehr scharfen Blick. Für die Wirkung deiner eigenen Worte scheint dieser Blick deutlich weniger ausgeprägt zu sein.

Du schilderst im Forum immer wieder Situationen, in denen andere Menschen sich dir gegenüber respektlos, übergriffig oder unangemessen verhalten haben. Das mag alles so gewesen sein, und selbstverständlich verdient niemand solche Erfahrungen. Gleichzeitig fällt auf, dass du selbst im Umgang mit Andersdenkenden nicht gerade zimperlich bist. Da werden Menschen schnell abgekanzelt, etikettiert oder moralisch einsortiert. Kommt dann Gegenwind zurück, wird erstaunlich häufig die Rolle der Verletzten eingenommen.

Mit anderen Worten: Austeilen gehört offenbar zum guten Ton, Einstecken wird dagegen schnell zum gesellschaftlichen Problem erklärt.

Auch der Begriff „Pick-me-Girl“ ist in dem Zusammenhang recht bemerkenswert. Wenn ein Profilbild mit etwas Dekolleté inzwischen genügt, damit eine Frau von einer anderen Frau abgewertet wird, dann wirkt das weniger nach Emanzipation und mehr nach einer sehr selektiven Form weiblicher Solidarität.

Du kannst mich natürlich blockieren. Das ist dein gutes Recht. Aber ein Block ist kein Argument, sondern eher die digitale Variante von „Ich erkläre mich zur Siegerin und verlasse den Raum“.

Wir müssen uns menschlich nicht mögen. Aber ich bleibe dabei: Über Inhalte zu sprechen wäre ergiebiger, als Menschen sofort in die passende Schublade zu sortieren, sobald sie nicht den gewünschten Text aufsagen.

Und falls du meinen Beitrag tatsächlich als „Opfern sollte man erstmal nicht glauben“ gelesen hast, dann bestätigt das eigentlich nur meinen ursprünglichen Punkt: Manchmal diskutieren Menschen nicht über das, was geschrieben wurde, sondern über das, was sie gern gelesen hätten.