Fazit nach 10 Monaten Online-Dating

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 757 Antworten

@Kurvenfan Anhand deiner gewählten Beispiele mußt du das aber dazu sagen. Merken tut man es nicht. Die unten aufgemachte Rechnung war wild. 😉

Warum soll eine Stichprobe nicht zufällig sein, wenn sie ein völlig leeres Profil anschreiben? Außerdem versuchst du ja im Grunde ein Beweislastumkehr: Frauen berichten von unangenehmen Begegnungen, du versuchst sie in eine "Aber beweis mir bitte erstmal, dass das auch wirklich oft vorkommt, ich glaub dir gar nichts"-Diskussion zu verwickeln. Ich hab die Diskussion mit dir geführt, so lange ich das Gefühl hatte, du verstehst es vielleicht nicht. Aber seit gestern ist ja klar, dass du einfach dermaßen von dir selbst überzeugt bist, dass es eh keinen Raum für Verstehen und Eingestehen gibt.

Weshalb dann weiter reden? Wunder dich halt nicht, wenn Frauen dich blocken, wenn du ihnen mit solchen Thesen kommst.

Das ist eine solche Clownsrechnung. 😂.

60% der Frauen berichten davon, beim Onlinedating Belästigung erlebt zu haben. SECHZIG PROZENT! Mit echten Studien und Befragungen festgestellt, nicht mit der Gedankenfabrik "Kurvenfan" generiert.


Glaubst du, dass 10 % der Männer 60 % der Frauen belästigen? Die hätten ja viel zu tun.
42 % der Frauen berichten, Dick-Pics und Ähnliches erhalten zu haben. Kein Scammer der Welt versendet Dick-Pics. Das sind ganz "normale" Männer, die das machen, Kurvenfan, keine Scammer, ob das in dein Weltbild passt oder nicht.

https://checklovers.com/de/blog/dating-statistiken/sicherheitsstatistiken-von-dating-apps

@ Selfcare
"Warum soll eine Stichprobe nicht zufällig sein, wenn sie ein völlig leeres Profil anschreiben?"
Ganz einfach weil die Stichprobe dann eben nur aus Männern besteht die sie anschreiben und nicht aus allen Männern. Wenn man also Aussagen treffen möchte über Männer die Frauen anschreiben dann würde ich das so unterschreiben habe ich schon gesagt.
Aber das müsstest du auch selber wissen denn du bist ja auch schlau.

@ Carla-1
Ok wir können gerne andere Zahlen nehmen.
Laut der Seite sind 60% der Frauen betroffen.
Insgesamt sind 42% der Frauen von unerwünschten expliziten Nachrichten betroffen.

Jetzt stellt sich die Frage wie viel Überdeckung es durch Scammer und entsprechende Männer gibt. Daher müsste der Gesangteil der Männer unter dieser 40% Grenze liegen nach deiner eigenen Aussage und selbst das ist nicht die Mehrheit.

Ich bin jemand der gerne mit konkreten Zahlen arbeitet, aber dann muss man auch bei der Wahrheit bleiben.

Ich bin jemand der gerne mit konkreten Zahlen arbeitet, aber dann muss man auch bei der Wahrheit bleiben.

Guter Witz! 😂 Du bist doch derjenige, der hier ständig mit anekdotischer Evidenz argumentiert. Dein Austausch mit anderen Männern sticht sämtliche direkten Erfahrungen von Frauen aus. Deine persönlichen Erfahrungen mit weiblichen Senioren "beweisen" irgendwie, dass eine vollkommen andere Bevölkerungsgruppe (junge und mittelalte Männer) NICHT einsam sein kann.

Tut mir leid, aber ich kann dich nicht mehr ernst nehmen. Das ist eine reine Clownsdiskussion. Es ist lächerlich, wie sehr du alles verdrehst nur um ums Verrecken irgendwie auf der Oberfläche scheinbar Recht zu behalten und dabei noch tust als seist du der rationale Part.
Immerhin sind wir von 0.85 % der Männer auf 40 % hoch.
Und 40 % der Männer, die sich übergriffig verhalten ist jetzt warum genau "gut"? Weil es nicht mehr als 50 % sind?
Wow, du hast wirklich SEHR kleine Ansprüche an dich selbst und deine Geschlechtsgenossen.
Und dann wundert ihr euch warum auf Anschreiben keine Antworten kommen. 😂

Ich kann nicht mehr! Aber inzwischen vor Lachen! 😂

Leider bekomme ich kaum bis gar keine Dickpics in der ersten Nachricht :( Was mache ich falsch? Bin ja doch schon einige Zeit dabei und dachte, dass mein Profil entprechend als PickMe-Girl ausgestaltet ist :o)

Dick-Pics haben m.E. nichts mit Erotik, sondern mit Macht zu tun.

Ich denke du bist sehr bekannt, wenn nicht sogar berühmt in der Szene und es wird klar sein, dass dich diese Bilder nicht stören würden. Das nimmt dem Ganzen dann wohl den Reiz, vermute ich.
Keine schlechte Taktik, wenn man keine Dick-Pics will, aber der Weg ist nicht jeder Frau möglich.

Wenn du dir Bilder dieser Art wünschst - no shame - wäre ein Hinweis im Profil, vielleicht als Flirtspruch, sicher einen Versuch wert. Vielleicht findet sich jemand. Dann geschieht es mit Konsens.

In vielen Großstädten werden pro Jahr Tausende von Fahrrädern geklaut - das heißt ja auch nicht, dass in der jeweiligen Stadt pro Jahr Tausende von Fahrraddieben unterwegs sind. In vielen Bereichen gibt es Serien- und Intensivtäter - wenn 60% der Frauen auf Dating-Apps Belästigung erleben, heißt das nicht, das 60% der Männer auf Dating-Apps so drauf sind. Online ist es ja auch leicht eine große Anzahl von Leuten anonym, 24/7, von überall her zu kontaktieren.

Sorry, die Vergleiche werden immer hanebüchener. 😂

Ja, man kennt sie, die professionell-organisieren Dick-Pic und Sextalk Banden die massenweise und ohne finanzielle Interessen Schwanzbilder und Belästigung unter die Leute bringen.

Es scheint unendlich schwer zu sein einfach zu sagen: "Ja, gibt es. Viel zu häufig. Es tut mir leid, dass Frauen das erleben. Ist vollkommen daneben. Männer müssen sich viel mehr auch gegenseitig für dieses Verhalten kritisieren."

Stattdessen wird noch die hundertste Theorie gesponnen, warum das nicht wahr sein KANN und Frauen nur überempfindlich und irrational sind.

Ihr seid ein Teil des Problems.

wenn 60% der Frauen auf Dating-Apps Belästigung erleben, heißt das nicht, das 60% der Männer auf Dating-Apps so drauf sind. Online ist es ja auch leicht eine große Anzahl von Leuten anonym, 24/7, von überall her zu kontaktieren.


Und nochmal ernsthaft:

Das SCHLIMME daran ist dass 60 % der Frauen das erleben.
Wichtig scheint dir aber dabei zu sein, dass klar ist, dass nicht 60 % der Männer das tun.
So wie Konsens ja auch wichtig ist, damit du als Mann "auf der sicheren Seite" bist, nicht etwa dafür, dass die Frau sich sicher fühlt.
Alles dreht sich offensichtlich darum wie mann wirkt, welchen Ruf mann hat, ob mann abgesichert ist, dass 60 % der Frauen belästigt werden - wen kümmerts?! Passiert halt, kann man nicht ändern. 🤷‍♂️
Derart egozentrisch. Man fasst es nicht.

„Regensburg“ (Pseudonym)

Ganz ehrlich, ich frage mich langsam, ob wir überhaupt noch über dasselbe Thema sprechen.

Ursprünglich ging es doch einmal um Dating-Erfahrungen und darum, wie unterschiedlich Menschen diese erleben. Inzwischen habe ich aber den Eindruck, dass manche hier jede Diskussion zwangsläufig zu einer Grundsatzdebatte über das Patriarchat, männliche Machtstrukturen und gesellschaftliche Schuld umbauen müssen.

Carla, bei dir fällt mir besonders auf, dass jede abweichende Meinung scheinbar nur zwei Möglichkeiten hat: Entweder man stimmt dir zu oder man ist Teil des Problems. Dazwischen scheint es keinen Raum mehr zu geben. Wer versucht zu differenzieren, relativiert. Wer Fragen stellt, hat nicht zugehört. Wer eine andere Sichtweise hat, dem fehlt Empathie. Das ist auf Dauer keine Diskussion mehr, sondern eher eine Gesinnungsprüfung.

Und SelfCare macht es ähnlich, nur etwas eleganter verpackt. Da wird ausführlich erklärt, wie wichtig Offenheit, Zuhören und gegenseitiges Verständnis sind – solange das Gegenüber am Ende bei den gewünschten Schlussfolgerungen landet. Tut es das nicht, wird plötzlich sehr genau analysiert, welche verborgenen Motive, Defizite oder problematischen Denkmuster dahinterstecken müssen.

Dabei wundert mich eines ganz besonders: Ihr sprecht ständig davon, Frauen würden nicht ernst genommen. Gleichzeitig scheint ihr große Schwierigkeiten damit zu haben, zu akzeptieren, dass auch andere Frauen zu anderen Schlussfolgerungen kommen können als ihr.

Ich bin ebenfalls eine Frau. Ich habe ebenfalls Datingplattformen genutzt. Ich habe ebenfalls unzählige Nachrichten bekommen. Manche waren nett, manche peinlich, manche völlig daneben. Die meisten habe ich einfach ignoriert. Das war weder besonders mutig noch besonders tragisch. Es war einfach Alltag.

Deshalb tue ich mich schwer mit diesem Bild, das hier teilweise gezeichnet wird, als würde jede Frau ständig durch ein Minenfeld männlicher Übergriffigkeit laufen. Natürlich gibt es übergriffige Männer. Natürlich gibt es Belästigungen, Stalking und Gewalt. Aber irgendwann muss man doch auch die Frage stellen dürfen, wo für manche Menschen die Grenze überhaupt beginnt. Ist jede unerwünschte Nachricht bereits ein Übergriff? Jeder plumpe Flirt? Jedes ungeschickte Kompliment?

Mir fehlt in dieser Diskussion zunehmend die Verhältnismäßigkeit.

Vor allem aber fehlt mir die Bereitschaft, andere Erfahrungen gelten zu lassen. Denn während ständig mehr Empathie eingefordert wird, wird jede Frau mit einer anderen Sichtweise erstaunlich schnell als unsensibel, Pick-Me-Girl oder Helfershelferin des Systems einsortiert.

Vielleicht liegt genau dort das eigentliche Problem. Nicht darin, dass Menschen unterschiedliche Erfahrungen machen, sondern darin, dass manche offenbar nicht ertragen können, dass andere aus ähnlichen Erfahrungen andere Schlüsse ziehen.

Und bevor jetzt wieder jemand erklärt, warum ich das alles nur nicht verstanden habe: Doch, habe ich. Ich komme nur zu einer anderen Bewertung. Und auch das sollte in einer Diskussion eigentlich möglich sein.

Meine Metapher mit den Fahrraddieben sollte eigentlich nur den Aspekt der Serien- und Intensivtäter illustrieren unabhängig von Motivation und Organisation. #


Die Motivation spielt aber eine Rolle. Mein Vergleich sollte dir die Absurdität dieser Metapher zeigen.

Wer ein Fahrrad stiehlt ist auf den Gewinn aus. Serien- und Intensivtäter = mehr Gewinn.
Was ist der Gewinn, wenn jemand ein Dick-Pic versendet oder eine Frau verbal belästigt?
Ein sexueller Kick.
Wie oft soll sich denn ein "Intensivtäter" pro Tag einen runterholen, wenn er hunderte von Dick-Pics versendet? Dabei geht es doch auch um den persönlichen Kontakt und mutmaßlich die Reaktion der Frau.
Das muss man doch sehen, wie blödsinnig ein solcher Vergleich ist? Ich fasse das gar nicht. Es ist unglaublich, was sich hier für Ansichten auftun.

Das sexuelle Belästigung ein großes Problem ist habe ich nicht bestritten, nur in Frage gestellt, wie groß der % Täterkreis wirklich ist.



Ja, DIR ist wichtig, wie groß der Täterkreis ist. Offenbar wichtiger als alles andere an diesem Thema. Offen gesagt ist mir MIR scheißegal ob es "nur" 40 % (VIERZIG PROZENT!!!) oder doch eher 50 % sind. Jede Belästigung ist eine zu viel. Statt dass Männer einfach mal anerkennen, wie übel die Situation wirklich ist wird die hundertste Rechnung aufgemacht, warum das Problem eigentlich doch gar nicht so schlimm ist. Weil es ja gar nicht so viele Männer wie behauptet sind. Alles Einzelfälle.
Das ist eigentlich unwichtig, denn es sind so viele FRAUEN, die betroffen sind. Das ist doch der springende Punkt.
Kannst du mal eine Sekunde aufhören, dabei nur an dich und deine Geschlechtsgenossen zu denken, und einfach mal wirklich sehen und eingestehen, was los ist? Ohne Relativierung, ohne Infragestellung der Wahrnehmung der Frauen? Oder ist das wirklich zu unbequem für dich und nicht auszuhalten?
Wenn das schon zu schwer auszuhalten ist, frag dich mal wie es uns Frauen geht, die zum Teil täglich damit konfrontiert sind. Und das nicht nur im Netz.

„Regensburg“ (Pseudonym)

Ein Aspekt, der in der ganzen Diskussion völlig untergeht, ist für mich die Frage, wie unterschiedlich Menschen überhaupt mit solchen Plattformen umgehen.

Ich kann mir nämlich durchaus vorstellen, dass es Frauen gibt, die aus Höflichkeit, Harmoniebedürfnis oder einfach aus ihrer Erziehung heraus glauben, auf jede Nachricht reagieren zu müssen. Manche Menschen tun sich schwer damit, andere zu ignorieren, abzuweisen oder einfach stehenzulassen. Das ist menschlich und oft sogar sympathisch.

Aber genau dadurch entstehen natürlich auch völlig unterschiedliche Erfahrungen.

Wenn ich 100 Nachrichten bekomme und davon 90 offensichtlich nicht zu mir passen, dann fühle ich mich nicht verpflichtet, 90 Absagen zu schreiben. Die bleiben einfach unbeantwortet. Fertig.

Andere Frauen führen vielleicht aus Höflichkeit noch Gespräche, erklären ausführlich, warum kein Interesse besteht, diskutieren nach oder versuchen besonders nett zu sein. Damit steigt zwangsläufig auch die Zahl unangenehmer Erfahrungen, weil man viel länger mit Menschen interagiert, die man eigentlich schon aussortiert hatte.

Deshalb bin ich manchmal etwas vorsichtig, wenn absolute Zahlen in den Raum geworfen werden. 300 Scammer, 500 schlechte Nachrichten oder unzählige unangenehme Kontakte sagen zunächst einmal wenig aus, solange man nicht weiß, wie man selbst mit diesen Situationen umgeht.

Das soll keine Schuldzuweisung sein. Aber Menschen setzen nun einmal unterschiedlich Grenzen. Die einen sehr früh, die anderen sehr spät.

Vielleicht erklärt das auch, warum manche Frauen Datingplattformen als ständigen Spießrutenlauf erleben, während andere zwar gelegentlich genervt sind, aber insgesamt deutlich entspannter damit umgehen.

Mich würde deshalb manchmal weniger interessieren, wie viele Nachrichten jemand bekommen hat, sondern wie lange er sich überhaupt mit diesen Nachrichten beschäftigt hat.

Birne Helene, ich bin schon sehr, sehr lange hier bei Rubensfan. Und ich kann dir versichern, abartige Bilder oder Anschreiben bekommt man auch, wenn man nicht darauf reagiert.

Ich weiß nicht mehr, wer es geschrieben hatte, aber: Das Foto von einem Typen in Strumpfhose habe ich ebenfalls bekommen.
Kommentarlos gelöscht.
Ein paar Tage später dasselbe Bild nochmal bekommen.
Wieder kommentarlos gelöscht.

Allgemein:
Es mag Frauen geben, die hier online mit der Zeit abstumpfen, was sowas angeht. Ich bin so jemand. Mittlerweile lösche und blocke ich kommentarlos, nur bei richtig fiesen Sachen geht auch eine Meldung an Björn raus.

Aber nur, weil ich das so kann, kann ich nicht erwarten, dass alle Frauen das so können.

UND:
Übergriffe und unangebrachtes Verhalten bei realen Treffen sind doch oft auch unter Umständen nochmal eine ganz andere Hausnummer.
Menschen sind nun mal verschieden. Nicht alle Frauen können gleich reagieren, sich wehren, Abstand halten.
Und manchmal erkennen Frauen sogar erst viel später mit zeitlicher Verzögerung, dass da was absolut nicht in Ordnung war.

Sowas ist mir selbst auch schon passiert.

Da ist die Hemmschwelle, zur Polizei zu gehen einfach nur noch viel höher. Denn machen wir uns nichts vor, die Befragungen sind teilweise echt unterirdisch, aufwühlend, retraumatisierend, oft genug sind auch Beamte nicht genügend vorbereitet oder geschult.
Und je mehr Zeit vergangen ist, desto schneller lassen manche Frauen sich auch verunsichern, scheuen den emotionalen Stress und verzichten daher lieber darauf, es anzuzeigen.
Das kann man ihnen nicht zum Vorwurf machen (mal so Richtung kurvenfan gucke).

Ganz ehrlich, ich frage mich langsam, ob wir überhaupt noch über dasselbe Thema sprechen. (...)

Ursprünglich ging es doch einmal um Dating-Erfahrungen und darum, wie unterschiedlich Menschen diese erleben.



Keine Ahnung, welchen Thread du im Kopf hast, BH - DIESER Thread begann mit u.A. folgenden Worten:



Vor zehn Monaten habe ich mich ans Online-Dating gewagt. (...)
Was ich in dieser Zeit erlebt habe, ist nur noch frustrierend und erschreckend.
(...)
Die realen Treffen waren teilweise schockierend mit plötzlichen Übergriffen wie Küssen und/oder Angrapschen.
Seltsames Verhalten oder Bemerkungen wie z. B. "Wenn du davon läufst, schieß ich dir ins Knie!" Inzwischen habe ich zwei Stalker, die mich auf sämtlichen Plattformen ausfindig machen und verfolgen.

(...)
Das alles hat dazu geführt, dass ich immer mißtrauischer und vorsichtiger geworden bin. Irgendwie verstehe ich die Welt nicht mehr.



Das hat doch ziemlich eindeutig den Ton des Threads gesetzt. Und es muss auch auf einer Datingplattform mal möglich sein Tacheles zu reden, ohne das Thema klein zu machen. Es muss doch möglich sein ernsthaft zu reden und das auszuhalten.
Wenn du vorwiegend Positives lesen und schreiben willst, wäre auch ein eigener Thread möglich statt zu tun als wären andere hier im Off-Topic.

Die TE hat mehrmals versucht sich zu erklären, obwohl sie das hätte gar nicht tun müssen. Wenn ich mir da in einem anderen Thead diverse Antworten von Usern (alle männlich) durchlese, (inzwischen von der Userin geschlossen) da wundert mich nämlich nicht mehr viel.

Calypso69 hat heute hier im Thread nochmal ausführlich aus ihrer Perspektive heraus geschildert (für mein Empfinden einen 'Seelenstrip' hingelegt), was ihr nicht "nur" in diesen zehn Monaten Onlinedating (OD) widerfahren ist.
Das zeigt mir, dass sie sich auf ihre Art versucht hat zu wehren, Grenzen zu setzen. Sie hat zwei Kinder, sie wird mit der allergrößten Wahrscheinlichkeit wissen, was sie noch hätte 'alles' tun können und mit ihr ganz viele andere Frauen. Allerdings wird das eben nicht jede Frau können.

Im Übrigen braucht es nicht wirklich, Statistiken, Hochrechnungen, Mutmaßungen. Fragen sich mal Skeptiker*Innen, warum es mitterweile deutschlandweit Frauenbeauftragte gibt, weiß man(n), dass da noch immer viel zu wenig Verständnis für Frauen an den Tag gelegt wird.
Frauen unterstützen Frauen, dass tun auch Männer, aber eben nicht in ausreichender Weise. Es braucht da an der Stelle keine ungefragten Ratschläge, Belehrungen und/- oder Infragestellungen.
Respekt fängt nämlich genau dort an, den anderen ersteinmal ernst zu nehmen. In diesem Fall, Frauen.

„Regensburg“ (Pseudonym)

Liebe Apfel, liebe Raumwunder

Ich verstehe deinen Punkt durchaus und ich glaube auch sofort, dass es diese Nachrichten gibt. Die Erfahrung haben ja offensichtlich mehrere Frauen gemacht.

Worüber ich mir allerdings Gedanken mache, ist die Frage, welche Konsequenz man daraus ziehen möchte.

Denn wenn wir anfangen, jede Regel, jede Plattform und jede Form des sozialen Miteinanders ausschließlich an denjenigen auszurichten, die mit negativen Erfahrungen am schlechtesten umgehen können, dann wird es irgendwann schwierig. Es wird immer Menschen geben, die belastbarer sind, und Menschen, die verletzlicher sind. Das gilt beim Dating genauso wie in allen anderen Bereichen des Lebens.

Für mich kann die Lösung deshalb nicht sein, alles immer weiter zu reglementieren oder ständig neue Regeln zu schaffen, weil sich einzelne Menschen unangemessen verhalten. Sonst landen wir irgendwann an dem Punkt, an dem jede Freiheit, jede spontane Kontaktaufnahme und jede Form zwischenmenschlicher Interaktion erst einmal durch Vorschriften, Beauftragte und Verhaltenskataloge abgesichert werden muss.

Viel sinnvoller erscheint mir ein Mittelweg.

Wer sich daneben benimmt, muss mit Konsequenzen rechnen. Dafür gibt es Meldefunktionen, Blockierfunktionen und im Ernstfall auch rechtliche Möglichkeiten. Gleichzeitig müssen Menschen aber auch akzeptieren, dass man auf einer Plattform, deren Zweck es ist, Kontakte zu knüpfen, angesprochen wird. Dass dabei nicht jede Nachricht intelligent, charmant oder erwünscht ist, liegt leider in der Natur der Sache.

Was mir in solchen Diskussionen oft fehlt, ist der Gedanke der persönlichen Entwicklung. Wir können nicht dauerhaft darauf hoffen, dass Frauenbeauftragte, Plattformbetreiber, Politiker oder neue Gesetze alle Probleme für uns lösen. Genauso wenig wie man erwarten kann, dass Bildung automatisch entsteht, nur weil neue Regeln für Schulen erlassen werden. Am Ende muss jeder Mensch auch selbst lernen, mit Herausforderungen umzugehen, Grenzen zu setzen, Risiken zu erkennen und sich weiterzuentwickeln.

Das gilt für Männer genauso wie für Frauen.

Von Männern erwarten wir ja ebenfalls, dass sie lernen, mit Ablehnung umzugehen, sich sozial angemessen zu verhalten und ihre Impulse zu kontrollieren. Warum sollte man umgekehrt Frauen nicht zutrauen, ebenfalls Fähigkeiten zu entwickeln, die ihnen helfen, sich sicherer und selbstbewusster in einer nicht perfekten Welt zu bewegen?

Für mich ist echte Emanzipation nicht die Vorstellung, dass andere Menschen oder Institutionen alle Risiken beseitigen. Echte Emanzipation bedeutet auch, selbst handlungsfähig zu sein und Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.

Genau deshalb halte ich die vorhandenen Werkzeuge für einen vernünftigen Kompromiss. Ignorieren, blockieren, melden – und bei echten Übergriffen selbstverständlich auch anzeigen.

Mir fehlt in der Diskussion manchmal die Akzeptanz dafür, dass man Risiken im Leben nie vollständig beseitigen kann. Weder beim Dating noch sonst irgendwo. Wir können versuchen, sie zu reduzieren. Wir können Fehlverhalten sanktionieren. Aber wir werden nie eine Welt schaffen, in der niemand mehr eine unangenehme Erfahrung macht.

Und vielleicht sollte das auch gar nicht das Ziel sein. Das Ziel sollte sein, Menschen stark genug zu machen, mit solchen Erfahrungen umzugehen, anstatt immer neue Regeln zu schaffen, weil wir hoffen, dadurch andere Menschen grundlegend verändern zu können.

„Glauchau“ (Pseudonym)

@BirneHelene
Ich finde, Apfel und Raumwunder haben sehr passende und deutliche Worte gefunden.
Es wird sich keine Frau hier finden, die nicht ähnliche negative Erfahrungen mit Dates oder entsprechenden Bildern gemacht hat.
Auch ich bin mit Unterbrechungen schon sehr lange hier. Mal mit ausführlichem Profil oder weniger ausführlich.
Hatte schon mehrfach erwähnt. Man kann ausfüllen was man möchte, manche hält es nicht davon, trotzdem plumpe Anmache zu versuchen.
Mittlerweile ignoriere ich das meiste. Wenn einer höflich daherkommt, gibt's ein paar Worte mit Absage. Das ist unterschiedlich.
Aber hier geht's doch um die Erfahrungen, die Calypso69 erleben musste und ich finde das ein sehr ernstes Thema, wo es m.E. keine Statistiken und Zahlen braucht. Vielmehr Zusammenhalt, Empathie und Verständnis.

@Carla-1
"Es scheint unendlich schwer zu sein einfach zu sagen: "Ja, gibt es. Viel zu häufig. Es tut mir leid, dass Frauen das erleben. Ist vollkommen daneben. Männer müssen sich viel mehr auch gegenseitig für dieses Verhalten kritisieren.""
Darum ging es doch nicht. Es geht dir doch einzig darum zu behaupten die Mehrheit der Männer wäre so. Und mir geht es eben darum dir aufzuzeigen, dass das nicht so ist.
Deine Beweisführung ist genauso haarsträubend, aber soll sich der geneigte Leser selbst ein Bild davon machen.
Wie soll ich denn Männer für ihr Verhalten kritisieren, wenn ich die überhaupt nicht kenne? Vielleicht führen wir so eine Art öffentlichen Pranger ein. Das wäre doch ganz gut da könnte man dann Männer und Frauen öffentlich ächten. Das haben wir doch auch alles schon mal gehabt. 🤔

@Carla-1
"Wichtig scheint dir aber dabei zu sein, dass klar ist, dass nicht 60 % der Männer das tun.
So wie Konsens ja auch wichtig ist, damit du als Mann "auf der sicheren Seite" bist, nicht etwa dafür, dass die Frau sich sicher fühlt.
Alles dreht sich offensichtlich darum wie mann wirkt, welchen Ruf mann hat, ob mann abgesichert ist, dass 60 % der Frauen belästigt werden - wen kümmerts?! "
Wen es kümmert? Na die Frauen scheinbar nicht, denn sonst würden sie ja nicht so konsequent jegliche Ratschläge ignorieren.
Es gibt nun mal auch Dinge für die ich nicht verantwortlich bin und ich lasse mich halt auch nicht für das Fehlverhalten anderer in Sippenhaft nehmen. 🤷🏻‍♂️ Versuchen kann man es zwar, nützt aber nichts. Und mit der Enttäuschung müsst ihr dann selbst wieder klarkommen. So wird man die Unterstützung in dem Thema jedoch auch nicht vergrößern.

@Carla-1
"Kannst du mal eine Sekunde aufhören, dabei nur an dich und deine Geschlechtsgenossen zu denken, und einfach mal wirklich sehen und eingestehen, was los ist?"
Und wenn wir das getan haben, was sollen wir dann deiner Meinung nach tun? Du verrätst uns nicht wozu das ganze gut sein soll und was es ändert? Ich kann es dir kurz zusammenfassen: NICHTS.