Du, dein molliger Partner und dein Umfeld

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 42 Antworten

„Schwedt/Oder“ (Pseudonym)

Schon seit Jahren beschäftigt mich hin und wieder die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, wie Familie, Freunde und Kollegen auf einen (neuen) Partner mit Rubensfigur reagieren könnten und wie man damit umgeht.
Mich würde interessieren, wie euer Umfeld auf euren molligen Partner reagierte (sowohl direkt als auch nachträglich in dessen Abwesenheit). Gab es Unterschiede/Veränderungen zwischen dem allerersten Kennenlernen und späteren Zusammentreffen?

Mir ist bewusst, dass dies als willkürlich herausgegriffene Eigenschaft aufgefasst werden kann und man die selbe Frage zum Thema „blonde Haare“, „tiefe Stimme“ oder auch „anders gearteter Musikgeschmack“ stellen könnte (das eine oder andere Thema finde ich darüber hinaus durchaus auch spannend...).

Ich freue mich auf eure hoffentlich größtenteils positiven Erfahrungsberichte aus beiden Perspektiven!

„Plettenberg“ (Pseudonym)

wie kommt man auf solch ein thema. verstehe ich nicht. ich würde auch nie auf die idee kommen hier ein thema zu eröffnen "du, deine schlanke partner/in und dein umfeld" verwundert gucken.

Naja, aber es ist doch wirklich so, dass Mitmenschen dazu neigen, auf fülligere Menschen dezidiert anders zu reagieren als auf Schlanke.

Von negativen Erfahrungen kann ich nicht berichten. Liegt aber v.a. daran, dass es in meinem (Haupt-)Freundeskreis nicht nur schlanke Damen und Herren gibt.

„Berlin“ (Pseudonym)

Mein Umfeld reagiert lediglich darauf, ob ich glücklich bin oder nicht.

„Pinneberg“ (Pseudonym)

schmunzelt... da in unserem Bekanntenkreis keine pickeligen 15jährigen mehr das sagen haben sondern erwachsene und durchwegs vernünftige Personen war mein Gewicht nie ein Problem. Eine ExPartnerin meines Mannes war schlank - aber so dermaßen abgedreht, dass meine Schwiegermutter sogar daran dachte, sie bei einer Familienfeier auszuladen, weil sie sich einfach nicht benehmen konnte.
Im Übrigen ist mein Partner ebenfalls nicht schlank. Vielleicht fiel es bei mir nie so auf, weil ich nie einen festen Partner hatte, der schlank war - ich mag das nämlich eigentlich gar nicht. Ein "Gschpusi" war mal so ein Mr. Perfect - mit Sixpack und allem drum und dran - und ich hatte so gar keinen Spass mit ihm... ich mags eben Unperfekt und ich glaube, das ist für die meisten Leute ganz OK... denn, wer ist schon perfekt?
Mein Mann liebt mich und ich ihn - und wir zeigen das ganz selbstverständlich... Gewicht spielt nur dann eine Rolle, wenn der Partner sich schämt...

„Steinfurt“ (Pseudonym)

Ich kann das Lied der perfekten und toleranten Welt nicht mitsingen ;o)

Meine Ex-Schwiegereltern sind intolerant Dicken gegenüber. Sie sind selbst dick, aber auch jetzt stänkern sie gegen die neue Partnerin meines Ex-Gatten, weil sie.. oh Wunder ;o)) auch dick ist.

Auch Kinder von neuen Partnern reagieren schon mal komisch, aber ich denke, dass man da gut selbst die Initiative ergreifen kann und muss, dass das nicht dabei bleibt.

mußte gerade auch die Erfahrung machen, daß meine zukünftige Schwiegermutter auch meinem Partner gegenüber geäußert hat, ob ich denn die Richtige wäre, mit der Figur...bla bla bla, er müsse ja auch an später denken etc.. (wegen Gärtnerei etc..) tja, was soll man da noch sagen? Dumm, dümmer, am dümmsten!

Hm, mein Ex war stattlich, sag ich mal. Um die 115kg bei 1,80 (das ging noch gut vom Gewicht her). Fanden alle sehr passend, der stellt was dar und ich bräuchte wen, der nicht zu dünn ist. Seine Familie war ganz begeistert von mir, aber das lag an anderen Dingen (da hat der Jung mal was Ordentliches...so dachten die schon, und selbst die Mutter seiner Kinder sah mich gerne).
Der Ex davor war...schätze mal um die 130kg. Den wollte keiner sehen. Lag aber nicht am Gewicht. Ok, hat sich nie ergeben.
Meine Familie ist relativ aufgeschlossen. Die würden auch mehr akzeptieren.
Ein bisschen mehr, das sind die von mir gewohnt...ich hatte nie schlanke Freunde. Ab einem bestimmten Gewicht...das ist dann eher mein persönliches Problem.

@ Chaosqueen
"Schön sind auch Sprüche von Familienmitgliedern des Partners wie " Sie hat ja ein ganz hübsches Gesicht A B E R ......" würg....... !!!"
Aber da liegt es ja dann auch am Mann bzw. Freund da direkt einzuschreiten, wenn er sowas hört. Da muss man dann nämlich auch untermauern, dass man das selbst wesentlich anders sieht und bei gewissen Themen eben kein Mitspracherecht von Mutti mehr herrscht. ;)
Dann ist das Thema schnell vom Tisch denke ich. ^^ Bei mir war es im Grunde nie ein Problem, weil (oh Wunder) alle schon vorher wussten was kommt. Da ist dann nur noch die Frage WIE rund sie is und nicht mehr OB sie rund ist. ;)

„Gevelsberg“ (Pseudonym)

Neee, eben nicht irrelevant, wie das umfeld reagiert. Denn... das war die frage. Und ich habe auch erlebt, das über mich (nicht mit mir) gesprochen wurde, als es gewichtsmässig mehr wurde und Familie und Freunde meines Partners es einer bemerkung wert waren. Bemerkenswert.

@ Wabi Sabi ist es eben doch. Ich gehe sogar so weit zu sagen das es Sch... egal ist was andere sagen. Was nehmen sich manche Menschen heutzutage das recht andere zu kritiesieren nur weil man nicht der " Norm " entspricht. Wer legt den überhaupt die "Norm" fest. Jeder sollte erst mal vor seiner eigenen Tür kehren bevor er sich rausnimmt über andere herzu ziehen. Wie man ausieht ist doch völlig egal wie man im inneren ist , ist am wichtigsten. Ich bin lieber mit einen Fetten aber Lieben Menschen zusammen als mit einen schlanken der ein Voll Arsch ist.

Ich sehe es auch so, dass es egal sein sollte, was andere dazu sagen - ist es aber oft eben nicht.
Wenn jemand, den ich nicht persönlich kenne oder mit dem ich "nur" befreundet bin, im Alltag so eine Bemerkung macht, dann kann das an einem abprallen und man kann die Sache einfach und schnell lösen.
Wenn es aber so gelagert ist, dass es im engen persönlichen Umfeld (vor allem Familie) immer wieder spitze Bemerkungen am Rande oder hinter dem Rücken gibt und der Partner von den Seinen richtig gehend "bearbeitet" wird, dann sind wir mal schnell beim Bild der bösen Schwiegermutter angelangt....
Wenn man nun auch noch das Pech hat, dass der Betreffende in dem Fall nicht so ganz 100% zu seiner Vorliebe steht, sein Selbstbewusstsein und seine charakterliche wie persönliche Reife noch nicht ganz abgeschlossen bzw. stabil ausgebaut ist und der nicht so wie z.B. der Cop so nach aussen agiert, es dann viell. vom Elternhaus eine gewisse finanzielle Abhängigkeit oder Verpflichtung gibt (z.B. Betriebsübernahme etc.), dann hat man einfach schlechte Karten.
Und in so einem Fall muss dann die Liebe schon sehr gross sein...
Mehr hab und mag ich dazu nimmer schreiben, denn so eine dicke Haut haben wahrscheinlich die wenigsten, um das auf Dauer auszuhalten oder abprallen zu lassen bzw. dann auch mit sich selbst noch achtsam umzugehen.

@ Mr. Niceguy: und der Satz "Ich bin lieber mit einem Fetten aber Lieben Menschen zusammen als mit einen schlanken der ein Voll Arsch ist" ist als Verteidigung des Partners alleine schon wegen der Wortwahl indiskutabel...war aber sicher gut gemeint!

„Memmingen“ (Pseudonym)

Meine ehemalige Schwiegermutter hat sich auch gerne über meine Zunahme ausgelassen.
Aber ich denke das hat eher mit einer eigenen Unzufriedenheit zu tun.
Sie war selber dick.
Ich glaube dass sowas aufhört wenn der Partner ganz klar zu einem steht und nach aussen signalisiert dass da mit blöden Sprüchen nicht zu rütteln ist.

Naja ist das so schwer nachzuvollziehen? Ich denke ein bissel Neid schwingt da ja nach Situation schon mit. Wenn man selbst immer diszipliniert sein muss oder auch einen Partner hat, der "Dicke" selbst ablehnt. Dann steht man immer unter diesem Druck und Anspruch. Das meist über Jahre hinweg! Das sich dann so eine Situation wo jmd anders im näheren Umfeld auch noch echauffiert wird weil ER oder SIE dick ist dann kritisiert wird ist klar. Da entsteht so ein innerer Widerspruch zu einer jahrzehntelangen Lebensweise, den man nicht mal so eben weg diskutieren kann. Es ist auch die Frage, ob man nur will, dass die Leute "still" sind oder das sie wirklich "verstehen" wieso man so empfindet. Beide Varianten haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Das "Still sein" ist meist schneller und einfacher aber nicht besonders nachhaltig. Wenn man wirklich Harmonie und Anerkennung anstrebt über einen längeren Zeitraum, dann bleibt für mich im Familienkreis nur Variante 2 und da höhlt nur stetiger Tropen den Stein. Da hilft auch keine Holzhammer Methode, weil sonst das Gegenüber direkt dicht macht...

Ich bin wohl kein Psychologe, aber das sind zumindest meine Erfahrungen, die ich in meinem Leben so damit gesammelt habe und von daher läuft es aktuell ganz gut damit. Ich habe da eher andere Baustellen als diese...

„Memmingen“ (Pseudonym)

"..steter Tropfen höhlt den Stein" also ich muss zugeben dass ich die Geduld nicht hätte. Wenn sich jemand aufgrund meines Gewichtes oder dem meines Partners mockiert, dann fällt der automatisch durch mein Näheraster. Und ich will den gar nicht mehr überzeugen, weil ich das schlicht oberflächlich und arrogant finde.
Wer mich oder meine Wahl nicht akzeptieren will, soll bitte fern bleiben. Punkt.
PS ist nicht Jeder angreifbar? Mich ärgert dass oft dick sein so als Makel gehandelt wird, wo doch dünn nicht gleich schön oder liebenswert bedeutet.

Ich habe,Gott sei Dank, noch nie die Erfahrung machen müssen, dass ich vom Umfeld meines Partners schräg angeschaut wurde.
Das wichtigste ist doch immer, dass der Partner voll hinter Dir steht...und da nicht wackelig wirkt..ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieses gelebte und vermittelte Selbstverständnis keine Zweifel oder Bewertungen der Außenwelt zulässt.

@ Moviebee
In einem Punkt muss ich dir widersprechen. Du sagtest:
"Mich ärgert dass oft dick sein so als Makel gehandelt wird, wo doch dünn nicht gleich schön oder liebenswert bedeutet."
Ich denke nicht ,dass dünne Menschen automatisch als schön angesehen werden. Erstmal sind auch sie nur "Durchschnitt". Man darf eben nicht vertauschen, dass wenn jmd in den Augen vieler nicht "hässlich" ist, dass er automatisch schön wäre. Auch Dünne haben da genug zu kämpfen und wieso spachteln sich manche Frauen den förmlich jeden morgen so im Gesicht ab? Weil es eben NICHT reicht einfach nur dünn zu sein. Da sind die Ansprüche unserer Gesellschaft schon um einiges Höher würde ich sagen. Wir empfinden das zwar vielfach in den Medien als "Grundvoraussetzung" aber es ist keineswegs eine automatische Entsprechung. ;) Da tut man den Menschen nämlich dann auch unrecht und ich denke vieles wäre besser, wenn man auf beiden Seiten Dick wie Dünn fair mit einander umgehen würde. :)


PS: Was den Stein angeht weiß ich eben nicht wie ich es besser sagen soll aber Probleme werden nicht besser indem man sie ignoriert und ich glaube da haben beide Seiten ziemliches Potential zu. Aber eine Annäherung oder eben Anerkennung kann ja nur bewusst stattfinden und nicht durch Ignoranz. Schwer und lästig ist das alle mal aber was will man denn erreichen?
Will man als eine Parallelkultur vielleicht dicke Einsiedler? Oder will man erreichen, dass alle Menschen egal welchen Gewichts gleich behandelt und geschätzt werden?

„Uetze“ (Pseudonym)

Ich habe da auch schon so einiges miterlebt was meine Partnerwahl angeht. Jedoch ist mir nach und nach klar geworden, dass meist die Menschen hetzen oder Bemerkungen loslassen die selbst am unzufriedensten sind.
Mittlerweile ist es mir schnuppe ob jemand meinen Kleidungsstil, meine Männerwahl oder meinen Musikgeschmack kritisiert. Ich muss mich gut fühlen und glücklich sein. Alles andere ist unwichtig. Gesunder Egoismus!

Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man sein Umfeld aufgibt und in das der Partnerin zieht, (Ich, meine mollige Partnerin, ihre Familie und ihr Umfeld) stellt sich die Frage gar nicht :-)

Dafür ergaben sich andere Problemchen mit einigen ihren ledigen "Freundinnen", die ja immer so gerne mit der "Dicken" ausgegangen sind. Auf der einen Seite wohl um ihre Chancen zu erhöhen und auf der anderen Seite hatten sie einen "seelischen Mülleimer", den sie Tag und Nacht nutzen konnten und der immer für sie da war.
"Warum hat jetzt grade DIE einen abgekriegt und wir nicht".
Aber auf die "Freundschaft" dieser Mädels können wir auch gut und gerne verzichten.

„Pinneberg“ (Pseudonym)

schmunzelt... wenn es derartige "Freundinnen" waren, dann kann man wahrlich darauf verzichten. Ich weiß schon, warum ich einen großen Bogen um die meisten Frauen mache...

Ich denke, es spielt auch immer eine Rolle, wie man sich selbst wahrnimmt. Wenn man sich selbst nur auf die Figur reduziert und schon mit Angst vor der Reaktion der anderen in so eine Situation geht, der strahlt diese Unsicherheit auch nach Außen aus.

Das macht es den Kritikern leicht, diese Situation dann noch *schlimmer* zu machen. Ist man aber mit sich im Reinen und zeigt das auch, ist es für das Umfeld einfacher, eine Besonderheit (wie z.B. das Übergewicht) zu übersehen oder es zumindest zu akzeptieren.

Im Endeffekt ist es doch ganz egal, wie andere Menschen auf einen reagieren. Jeder hat sein Köfferchen zu tragen... ;-)

Und ein Partner, der nicht zu seinen offensichtlichen Vorlieben steht, der wäre auch nichts für mich...