Down-Dating

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 237 Antworten

„Meckenheim“ (Pseudonym)

Kann jetzt gar nicht nachvollziehen wer hier tief blicken lässt.
^^

„Troisdorf“ (Pseudonym)

@domspieler .... klar, deswegen hat Sissi den Kaiser geheiratet und Lady Chatterley den Wildhüter nur heimlich in der Hütte besucht *zwinkerz*

„Wertheim“ (Pseudonym)

"Eine Körbchengröße zu wenig und mindestens 15 IQ-Punkte zu viel“, war die spontane Antwort, die meine Freundin Kathrin von ihrem Karrierecoach bekam, als sie ihn „nur mal so“ fragte, was mit ihr verkehrt sein könnte. [...]Zuweilen hatte schon das einfache Überreichen ihrer Visitenkarte ihre Verehrer in die Flucht geschlagen. [...]
Die Meinung des Karriere-Coach verrät dabei mehr über unsere Gesellschaft als über meine Freundin Kathrin. Wo sich „Weiblichkeit“ nicht mehr in einem niedrigen, sondern sogar höherem Rang manifestiert – Kathrin ist Abteilungsleiterin in einem großen Industrieunternehmen –, da fordert er – der Mann – eine gesteigerte Weiblichkeit als Zeichen der Unterwerfung ein: mehr Rundungen, weniger Intelligenz.

Dass beruflicher Erfolg bei der Partnerwahl nicht auf der Habenseite verbucht wird, erfährt auch die rothaarige Miranda Hobbes in Sex and the City. Sie hat es satt, alleine zu sein. Um einen Mann kennenzulernen, geht sie zum Speed-Dating und scheitert drei Mal hintereinander schon in der ersten Minute, da sie bei jedem Gespräch wahrheitsgemäß erzählt, dass sie Anwältin in einer großen Kanzlei ist. Das hat eine eindeutig abschreckende Wirkung auf ihr jeweiliges männliches Gegenüber. Beim vierten Anlauf hat sie ihre Lektion gelernt und behauptet: „Ich bin Stewardess.“ Prompt bittet der Mann sie, mit ihm auszugehen.
[...]
Beide Episoden erzählen im Kern dieselbe Geschichte: Intelligente und erfolgreiche Frauen sollten sich zuweilen dümmer und anschmiegsamer machen, als sie sind, wenn sie in den Genuss männlicher Gesellschaft auch außerhalb eines Konferenzraums oder einer Vielfliegerlounge kommen wollen. „Dating down“ wird das Phänomen genannt, wenn eine Frau mit einem Mann ausgeht, der in jeder Hinsicht weit unter ihrem Niveau ist. „Dating down“ bedeutet auch, dass die Frau sich auf ein eventuelles Gefälle bewusst einlässt, indem sie ihre Klugheit, ihr Können, ihren Rang herunterspielt oder verschweigt.
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Steht die Frau im Verdacht, dem Mann überlegen zu sein – weil sie qualifizierter ist, mehr verdient, hierarchisch über ihm steht oder eine größere öffentliche Bedeutung hat –, dann wirkt sich dies ganz unmittelbar mindernd auf ihre erotische Anziehungskraft aus. Je mehr Insignien der Macht eine Frau vorzuweisen habe, desto massiver verliert sie an sexueller Attraktivität.

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Wenn wir für diese Diagnose weder der Politik noch der Wirtschaft die Verantwortung zuschieben wollen, und wenn wir ferner aufhören wollen, das allseits beliebte „Die Männer sind schuld – die Frauen sind schuld“-Pingpong zu spielen, was können wir statt dessen tun? Wie kommen wir als Frauen und Männer raus aus dieser unbefriedigenden und unwürdigen Situation? Indem wir überlegen, ob und wie es anders gehen könnte.

Fangen wir mit dem Dating down an: So praktisch es ist, dass es sogleich ein Wort für diese Sache gibt, eine Antwort auf die Frage, wie man kluge Frauen weniger „schwer vermittelbar“ macht, ist es sicher nicht. Vielleicht rettet ein solches Beziehungsmodell Frauen kurzfristig vor der Einsamkeit, aber eine dauerhafte Lösung dürfte es kaum sein.

Es ist doch längst erwiesen, dass es in Wirklichkeit nicht die „gleichen Interessen“ sind, die Mann und Frau zusammenbringen und zusammenbleiben lassen. Gleiches Bildungsniveau und ähnlicher Horizont sind viel wichtiger. Oder anders ausgedrückt: Was nutzt es mir, wenn sich mein potenzieller Partner auch fürs Bergwandern oder Aquarellmalen interessiert, aber davor, danach oder währenddessen keine intelligente Unterhaltung zustande bringt? Immer kann man ja gar nicht gemeinsam in die Landschaft gucken, ohne vor Langweile umzufallen.

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Ich kann mich noch genau daran erinnern, als mein Mann mich nach einem Jobwechsel mit seinem neuen Gehalt weit hinter sich gelassen hatte. Einerseits war ich erstaunt, dass noch nie jemand auf die Idee gekommen war, mir so viel Geld für meine Arbeit zu bezahlen, andererseits war ich aber auch erleichtert: Die „normalen Verhältnisse“ waren endlich auch zwischen uns beiden hergestellt. Zugleich war ich froh, dass ein Konfliktherd damit beseitigt worden war. Nie wieder würde ich mir anhören müssen, dass unsere Urlaube und Restaurantbesuche zu teuer seien, wir zu viel Miete zahlen und man zum Glücklichsein keine neuen Regale brauche.
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Wie es meinem Mann damit geht, dass er mich weder beschützen noch versorgen muss, das habe ich ihn nie gefragt. Vielleicht wünscht auch er sich heimlich eine Körbchengröße mehr und 15 IQ-Punkte weniger bei mir. [...]

Männer – selbst wenn sie es, wie Martin, nicht thematisieren – fühlen sich durch das größere Gehalt oder die alleinige Versorgerrolle der Frau meist minderwertig und zurückgesetzt. Es hilft nicht, dies wegzuwitzeln oder dagegen zu argumentieren. Und ignorieren lässt es sich erst recht nicht.

[...]
Wie so oft muss auch bei diesem Problem das Umdenken in den eigenen vier Wänden beginnen und nicht in Politik oder Wirtschaft. Will sagen: Intelligente und erfolgreiche Frauen werden nicht nur von Männern geächtet, sondern auch von Frauen. Denn einen Gedanken vermissen wir doch in allen oben geschilderten Episoden: den der weiblichen Solidarität.

Selbstverständlich scheint es mir längst erwiesen, dass wir Frauen nicht qua Geschlecht die besseren Menschen sind. Aber wo bleibt denn unsere Bewunderung für die erfolgreichen und mächtigen Frauen, die unser unmittelbares Umfeld hervorgebracht hat? Stärken und unterstützen wir sie oder schauen wir hämisch aus unserer Doppelhaushälfte, wenn ihnen Dinge widerfahren, die im Berufsleben halt vorkommen: Zurücksetzung, ungerechte Behandlung, Konkurrenzdruck, Kündigung? Ergötzen wir uns womöglich daran, dass sie keinen Mann, keine Familie haben?

[...]Wir könnten den Männern – und in der Folge auch uns selbst – das gute Gefühl geben, auch als Hausmann und Vater vollständige Menschen zu sein. Wir sollten uns ein Dating down, das nur ins Unglück führen kann, selber verbieten. Wir sollten den Männern klarmachen, dass unsere Arbeit weder ein Selbstfindungstrip ist, noch der niedliche Versuch, unser Taschengeld aufzubessern. Wir sollten Männern die Verweigerung einer Rollenerfüllung im selben Maß zugestehen wie uns selbst. Wir sollten uns an der Ächtung weiblicher Karrieren nicht mehr länger beteiligen und aufhören, beruflich erfolgreiche Frauen auf ihre Defizite hin zu untersuchen.

[...]
Anette C. Anton"

„Glarus“ (Pseudonym)

@Sandweiberl: Also meine Antwort (letztere) war ironisch gemeint... Falls du mich mit "ich warte auf eine Antwort" gemeint hast.

„Hennigsdorf“ (Pseudonym)

ICH SPRECHE NUR FÜR MICH

Wenn ich merke, dass eine Frau eher darauf aus ist sich sozial zu verbessern, als eine ehrliche Beziehung einzugehen, dann gebe ich dieser Frau mit verlaub gesagt einen gehörigen "Tritt in den Arsch"

Wenn ich mir hier so manche Kontaktanzeige angucke bekomme ich das Gefühl, dass sich einige Damen hier eher UP-Daten als Down Daten wollen.
Mich hat eine 22jährige angeschrieben. Klare Aussage.
Wenn du für mein Leben zahlst bin ich da, sonst eben nicht.. (ich bin 53)

Ich denke mal, dass jeder hier (ob Frau oder Mann) eine gewisse Vorstellung vom Partner hat.
Wenn ICH dann die vermeintlich richtige finde frage ich sie sicher nicht, wie viel Geld sie auf dem Konto hat.

Wenn die Chemie stimmt, wenn der IQ stimmt und dann auch noch die Interessen korrespondieren ist doch alles gut.

„Graz“ (Pseudonym)

Es soll auch Männer geben die können sich nicht als
|♥|~formvollendet~|♥| bezeichnen und sind mit einer sehr attraktiven Frau zusammen .
Auch eine Form von Down-Dating .

„Heide“ (Pseudonym)

Nun ja, ich finde es durchaus fair, wenn Frau Ansprüche stellt - du selbst Remy machst es doch auch - nette formen, große Oberweite usw.

Wir müssen uns alle gefallen lassen, dass wir vom gegenüber kategorisiert und in Schubladen verpackt werden - sei es optisch, charakterlich oder bildungsmässig - je nach Bedarf und Gelegenheit.

Insofern ist es legitim, wenn jeder seine Ansprüche stellt - von der Liebe allein lässt sich schlecht leben, gut, ggf hilft der Staat hinzu - aber ob man auf Dauer damit zufrieden ist?

Ein gewisser Bildungsgrad ist für mich unabdingbar - dafür mache ich bei der Optik Zugeständnisse - nur ansehen ist auch langweilig ;-)

„Hennigsdorf“ (Pseudonym)

@ Venus

Du hast schon Recht. Sicher stellt jeder so seine eigenen Ansprüche.
Aber nur weil ich eine große OW mag bedeutet das nicht, dass das ein Kriterium ist, an dem ich eine Beziehung festmachen würde.

Es gibt k.o. Kriterien, die nicht verhandelbar sind. Aber in der Summe sag ich einfach:

"Das Gesamtpaket muss einfach passen"

„Bernkastel-Wittlich“ (Pseudonym)

@ Remy Ja du, das kommt vor, hatte auch schon tolle Angebote, als ich noch ein anderes Profil hatte :-))

Aber wo die Liebe hinfällt, ich hab mich schon mal auf so ein Spiel eingelassen, es hat ein paar Jahre funktioniert, fiel aber dann wie ein Kartenhaus zusammen.

Im Netz treffen sich einfach Paare die es RL so nie geben würde. Viel größere Altersunterschiede und auch enorme soziale Unterschiede. Da ist viel Sprengstoff vorhanden und wenn man es dann wieder aller Vernunft und gegen den Rat sämtlicher Freunde dann doch macht, so wie ich ,dann muss man den schwachen Partner erst mal aus seinem schlechten Umfeld schälen.

So ein soziales Upgrade ist nur mit sehr vielen Schmerzen und in einem erheblichen Kraftaufwand möglich.

Ich würde es sicher nicht darauf anlegen, aber es auch nicht ausschließen, denn es kommt immer auf die Zielperson an, ob sie es Wert ist, diesen Weg zu beschreiten.

Liebe kann Berge versetzen, wenn sie echt ist.

„Wertheim“ (Pseudonym)

@ Remy, solche Anschreiben finde ich auf der einen Seite auch total daneben, auf der anderen Seite wenigstens ehrlich, weil du dann gleich weißt, woran du bist. Andere sind sicher auch darauf aus, sich in der von dir geschilderten Weise zu verbessern, machen das aber eher auf die verdeckte Weise. Dass es jemand nicht von vornherein zugibt, heißt ja nicht, dass er es deswegen ehrlich meinen würde.

Ansonsten sei mir nicht bös, aber dein Profil fordert auch etwas dazu heraus. Die Bilder, vor allem das goldbehängte mit Champagner in der Hand, sind schon ein wenig Sugardaddy-like, zumal in Kombination mit dem Focus deiner Partnerwahl auf die üppige Oberweite (als anscheinend maßgebliches Hauptkriterium). Das wirkt auf den ersten Blick tatsächlich so, als müsste sie nur ordentlich Brust mitbringen, ob sie was in der Birne hat, ist egal, und dann kann sie mit Dir aufs Schiff, in den Pool und kriegt Champagner. Die Auswahl ist halt recht Statussymbol-lastig. Wenn das tatsächlich überhaupt nicht deine Absicht ist, dann hilft dir dieser Tipp vielleicht dabei, die Weichen ein wenig in die von dir eher gewünschte Richtung zu stellen?

Im Übrigen fand ich es ziemlich heftig, wie du die Themenstarterin gleich persönlich angegangen bist und ihr dann noch vorhältst, sie wäre finanziell aus deiner Sicht ein downdating, weil du viel reicher wärst als sie. Naja, laut deinem Profil bist du jedenfalls nicht reich genug, hier von dir aus Leute anzuschreiben, sondern erwartest den ersten Schritt von der Frau. Auch das wirkt etwas widersprüchlich.

„Lüneburger Heide“ (Pseudonym)

..Evil, woran ist denn dein soziales Upgrade denn gescheitert? ? Erzähl mal:-))

„Hennigsdorf“ (Pseudonym)

@ Hauptstadtfrau

Auf meinem Bild sehe ich nichts goldbehangenes. Wenn du auf die Uhr abzielst....
Dafür habe ich sehr lange und hart arbeiten müssen.

Das, was ich erreicht habe verstecke ich nicht. Denn es kommt von ehrlicher Arbeit!!
Und wenn ich mir ein Glas Champagner leiste habe ich dabei kein schlechtes Gewissen.

Und wenn ich der TE sage, dass ich mit ihr kein Date haben könnte, weil ich mich ja dann Down-Daten würde, so ist das eine Reflektion auf die doch gewagte These.

„Bernkastel-Wittlich“ (Pseudonym)

Ja Robby, das ist nicht so leicht, das hatte wohl mehrer Ursachen.

Der goldene Käfig, ein vorgeplantes Leben auf Schienen, alles gerichtet, ihre psychische Krankheit, mangelnde Akzeptanz in meinem Umfeld, ..... .

Ich kann es nicht wirklich sagen.

Sie war 20 Jahre jünger .... nur das war nicht das Problem.
Höchstens für meine Nachbarn und mein Umfeld ..... .

update: also ich hab schon einen schweren Fehler gemacht.
Ich hab sie in die Firma genommen und da gabs dann schon Stress, denn die Frau des Chefs ist nicht die Chefin !!!!

„Herzogenrath“ (Pseudonym)

@ Kater
Sollte Mann sich von meiner Einstellung abschrecken lassen, wäre dieser sowieso nichts für mich ;-)
Ich hätte diese Reaktion auf den Rest bezogen verstanden, aber ausgerechnet der letzte Satz, wobei dieser doch eigentlich eine Art Friedensangebot darstellt, verwundert mich einwenig.

„Hennigsdorf“ (Pseudonym)

@ Resident Evil

Wenn meine Partnerin 20 Jahre jünger wäre, würde das für mich kein Problem bedeuten.

Was die Nachbarn denken??

Drauf geschissen

„Troisdorf“ (Pseudonym)

@remy .... und dann darf sie auch das schwerverdiente Geld kosten? ... *lachmichweg*

„Bernkastel-Wittlich“ (Pseudonym)

Remy, ich hab drauf gschissen, hat mich die Hälfte meiner Freunde gekostet. Wenn ich etwas mache, dann schon richtig.

Meine Nachbarn war ob der ständigen nächtlichen Ruhestörungen angepisst, aber ich hab ja auch nix gesagt wenn die ihre Fußball-Mannschaften nächtelang gefeiert haben.

Der Altersunterschied wird immer hoch gespielt, aber effektiv merkst davon nichts. Die Jungen können genau so zicken wie die Alten, das kannst mir glauben. *fg*

„Hennigsdorf“ (Pseudonym)

@ herrenlose_katze

Ich kenne Frauen mit 33 Jahren (das sind die 20 Jahre unterschied) die mehr verdienen als ich.

Und damit das klar ist..
Ich weis auch wie es ist, wenn man ganz wenig Geld hat..

„Glarus“ (Pseudonym)

Geld hat man...

..oder man spricht drüber.

„Hennigsdorf“ (Pseudonym)

@ Smart

Da stimme ich zu.

Ich hab auch noch kein Forum gesehen, in dem das so eine große Rolle zu spielen scheint.

„Troisdorf“ (Pseudonym)

Ich finde es ja schrecklich genug, dass down dating jetzt nur auf "Materie" bezogen wird. Mein Verständnis davon ist, dass man eine(n) Partner(in) eines "niedrigeren" Levels als das eigene nimmt - sprich soziale Herkunft, Lebensstandard, Bildungs-Interesse etc. Und darin liegt doch auch die Krux ... nicht die abweichenden Netto-Einkommen machen es problematisch sondern das ganze Drumherum. Ansprüche ans Leben, Ziele, Freundeskreis, Interessen ... etc. Und an der Stelle finde ich die Diskussion auch so scheinheilig, denn nahezu jede(r) möchte nach der ersten Zeit der rosaroten Brille wo Liebe und vermutlich auch Sex das ganze noch irgendwie kitten, doch auch seine Lebensbereiche mit dem Partner, der Partnerin teilen. Und dabei machen BEIDE aus meiner Sicht einfach zuviele Kompromisse, wenn diese Basis zuweit auseinanderdriftet.