Die Angst vor dem Mainstream, warum wollen wir besonders sein, weshalb haben wir "Angst" durchschnittlich zu sein?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 109 Antworten

„Kürten“ (Pseudonym)

Sehr böse Mausespeck, aber wahr! :-))

„Marburg“ (Pseudonym)

@Mausespeck

Was möchtest du mit diesem Beitrag sagen? Vielleicht, dass du so cool bist und alles durchschaust und nur müde lächeln kannst über Menschen, die besonders sein wollen, aber deiner Meinung nach lediglich normal sind?

„Merzig“ (Pseudonym)

@ DoA

Ganz schön viel reininterpretiert, aber nein, das wollte ich damit nicht sagen ;)

Im Grunde finde ich es einfach sehr anstrengend, dass so viele Menschen nicht authentisch sein können.
Es kann halt nicht Jeder aus der breiten Masse rausstechen und das macht auch nichts.
Ich verstehe nicht den Wunsch danach etwas ganz Besonderes zu sein. Jeder ist im einzelnen betrachtet was besonderes und die meisten sind nett und werden für ihre Person anerkannt.

Mir geht es auf die Nerven wenn ich so durch Facebook scrolle und bei so vielen diese Statement Bildchen sehe .. "Ich bin soooo anti", "ich scheiße am meisten auf Alles", "ich hasse Menschen" .. dass sind nie die Leute, die wirklich so ticken und wieso muss man sich dann so präsentieren? Weil es vermeintlich anders ist als der Rest?

Das mit den Einhörnern gehört eben auch dazu, mir ist es egal wer sie mag oder lustig findet, aber das macht einen eben nicht zu etwas Besonderem ;)

„Neu Wulmstorf“ (Pseudonym)

DoA, ich nehme dich so wahr, dass Du oft herausstellen musst wie anders Du Dinge siehst. Das ist vollkommen ok, aber lass anderen doch auch ihre Meinung, wenn man das anstrengend findet wenn jemand sich immer wieder selber ein "Besonderslabel" auf die Flagge schreiben muss ist das doch auch ok. Oder?

„Neu Wulmstorf“ (Pseudonym)

Meine Erfahrung deckt sich mit Kaffee- Pause und Mäusespeck.
Ich mag übrigens total schräge Vögel und auch auffallende Typen, mein Freundeskreis ist so überhaupt nicht durchschnittlich. Aber da kenne ich niemanden der sich über das Anders sein definiert. Sondern die sind alle einfach irgendwie und dafür haben Sie meine Wertschätzung.

„Geilenkirchen“ (Pseudonym)

@Theodora1 die spannende Frage für mich ist ja WARUM ist es im Menschen drin besonders sein zu wollen. Überlebensinstinkte können es kaum sein, die würden eher das Verbergen im Schwarm, in der Herde empfehlen.
Du schreibst wenigstens für ein, zwei Menschen besonders sein, das ist glaube ich gut nachvollziehbar, aber wahrscheinlich wird man durch ganz andere Dinge für ein, zwei Menschen besonders.
Was ich auch durchaus nachvollziehbar finde, ist, dass man in ein, zwei Dingen besonders sein möchte, z.B. denen, die man gut kann, das, was einen eben "ausmacht". Womit ich mir schwer tue ist das von mir manchmal als zwanghaft empfundene unbedingte Angrenzen gegen jeglichen Durchschnitt. Gegen alles was "Mainstream" ist. So als ob ein Film DAHER schlecht wird, weil er einen breiten Masse gefällt. Damit wir uns richtig verstehen, er KANN schlecht sein, aber nicht DESHALB WEIL er vielen Menschen gefällt.

„Reinbek“ (Pseudonym)

In meiner schwarzen Zeit, fand ich es immer schön, auf Partys oder WGT mal "unter normalen Leuten" zu sein.
Ich sah aus wie ich gern aussah, nicht um zu schocken oder zu provozieren sondern meinem ästetischem empfinden entsprechend.
Der Iro, die Piercings, das Schwarz fielen auf, aber das war nicht deren Zweck, sondern mich wohl zu fühlen, mich im Spiegel zu erkennen.
Inzwischen habe ich die Gelassenheit über optischem zu stehen und sehe stino aus.

Zu reifen ist ein Vorzug des Alterns.

@*HatkeinenNamen*, ich denke, das Wort "Durchschnitt" hat eben einen faden Beigeschmack, nach "langweilig" eben. Und fade mag niemand wirklich sein, das ist nicht "sexy" - oder?

@Paul, vielleicht hast du ja gerade die Antwort gegeben: sich selbst wiederzufinden in dem, was man tut und wie man aussieht. Als junger Mensch vor allem, wenn man noch auf der Suche nach seinem "Selbst" ist. Einerseits möchte man "dazugehören", zu der Gruppe, über die man sich definiert, die "in" ist, andererseits möchte man erkennbar sein und mit seinem "Selbst" Anerkennung finden.
Und mit dem Vorzug des Alterns hast du auch recht. Eine gewisse Gelassenheit tut gut. :-)

„Merzig“ (Pseudonym)

@ HatkeinenNamen

Sorry, auch mir ist die Eingangsfrage abhanden gekommen :D

Man kennt es zumindest von Jugendlichen so, das Abgrenzen von den Eltern, das Rebellieren um sich freizuschwimmen, das durchleben ja alle irgendwie und das ist denke ich schon evolutionär.

Vielleicht sind Subkulturen dann irgendwie Ableger davon, vielleicht sind das auch die, die nie erwachsen werden und immer in dieser Abgrenzungsphase hängen bleiben?

Gegen die Gesellschaft, gegen die Norm, hmmmm, aber das trifft wiederum nicht auf alle zu, die sich von der Masse abheben wollen. Da reicht es ja auch oft schon sich rein optisch abzugrenzen, während man ein "normales" Leben führt und "normale" Ansichten hat.
Vielleicht grenzen sich andere dann eben ab indem sie offiziell Musik und Filme aus dem Mainstream ablehnen, aber die Frage bleibt ja trotzdem, warum? :D :D :D

Jeder kennt doch auch bestimmt einen der heimlich komische Musik hört wenn er alleine ist, das verstehe ich auch nie, es ist doch nur Musik oder ne blöde Serie, was sagt das über einen aus?!

„Reinbek“ (Pseudonym)

Peppybonsche,
kniffelig ist es eine passende Gruppe zu finden anstatt sich der vorhandenen anzupassen.
In Hamburg sicher einfacher als auf dem Dörben.
Ich musste mich nicht finden, ich war eine klar deffinierte Person, aber festzustellen daß es andere gibt die auch nur schwarz tragen, entspannt& gewaltfrei sind und derbe gute Musik hören (die fuhren alle kein Motorrad, aber irgendwas ist ja immer) war... ankgekommen sein.

PS, bei nochenmal lesen hatte ich Dein "Sich Finden" etwas falsch gedeutet.
Deshalb passt meine Antwort nicht so richtig.

„Geilenkirchen“ (Pseudonym)

@Mausespeck ich habe keine Angst vor OT ;-) meines Erachtens nach, belebt das häufig Threads, ein "kein OT!" führt häufig seltener zum Ziel als auch mal Abzweigungen zu nehmen. ;-)
Schließlich ist es doch so:
"Auch Irrtümer haben ihren Wert. Jedoch nur hie und da. Nicht jeder, der nach Indien fährt, entdeckt Amerika."
Erich Kästner

„Kürten“ (Pseudonym)

Ich weiss jetzt warum mich total verrückte, durchgeknallte Einhornfans irgendwie nerven.

Weil es sehr oft (nicht immer!) die gleichen Leute sind, die einen vor 10 Jahren wie eine Irre behandelt hätten, hätte man da Einhörner gesammelt, Heute kaufen sie ohne mit der Wimper zu zucken im Discounter die Domestos Limited Edition mit Einhorn Klosteinen (Ja dass gibt es wirklich!) und fühlen sich dabei total originell und crazy.

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/91RIywpLY5L._SY606_.jpg

Frauen die mir als Jugendliche quasi die Freundschaft aufkündigten weil ich über eine Tätowierung nachdachte (eine sehr kurze Phase, fragt nicht!) als eben wirklich noch kaum jemand tätowiert war, die selben Frauen sind jetzt diejenigen, die stolz, ihre in den Unterarm gekratzten Tinten-WW-Sterne präsentieren, die sie sich als Belohnung für eine Abnahme gegönnt haben.

Genau wie die Leute die mich bescheuert fanden als ich in den Achtzigern blaue Haare wollte, sich heute aber mit ihrer Wechseljahrs peppig-verrückten bunten Strähne wie halbe Punks fühlen und meinen ich bräuchte jetzt auch ganz dringend "was Freches".

Verrückt darf man in einer solchen Welt eben erst sein, wenn der Trend bereits im Aldi angekommen ist und wirklich jeder mitmacht. Dann ist es okay eine verrückte Nudel zu sein. Vorher nicht. Und das ist anstrengend, wenn man anders ist.

„Reinbek“ (Pseudonym)

Ach ja, da war ja eine Frage am Eingang^^

Keine Ahnung, ich will nicht anders sein, im Gegenteil ich wünschte die meisten würden denken, fühlen und warnehmen wie ich. Dann würde ich die Menschen verstehen, Weltfrieden wäre und Nutztiere würden glücklich sterben.

„Hockenheim“ (Pseudonym)

Ich kenne ähnliche Geschichten wie Kaffee-Pause.
Früher wurde ich oft kritisch beäugt oder gar imitiert, jetzt irgendwie auch, aber mehr deshalb, weil ich die massentaugliche Pseudo-Flippigkeit nicht mitmache und dadurch wieder mal anders bin.
Mir ist es aber ziemlich egal, ob irgendwas besonders ist oder nicht, ich bleibe mir lediglich treu.

@Paul
Ein "schwarzer" bleibt man immer, egal was man anzieht. ;-)

„Hockenheim“ (Pseudonym)

Du und deine Buchstaben. 😆😆😆

„Hockenheim“ (Pseudonym)

Oh, da hatte ich offensichtlich eine Bildungslücke. Danke fürs Schließen derselbigen, Paul. 😘

„Idar-Oberstein“ (Pseudonym)

Jeder Mensch möchte "wahrgenommen/ gesehen " werden. Als Person in seinen /ihren ganzen Fassetten.
Hmm, wird eine graue Maus vor grauem Hintergrund gut "gesehen",schmunzel
Eine Bunte vor buntem Hintergrund wohl auch nur schwer ;-))

Ich fände es einfach super, wenn Menschen sich trauen authentisch zu sein.
Nicht nur in "äußeren" Dingen, auch in ihrer Persönlichkeit und Sichtweisen und Haltungen.

„Merzig“ (Pseudonym)

@ Dagmar

Ja ganz genau, jeder der in einer bestimmten Masse auffällt, geht in einer anderen komplett unter, so ist das nunmal. Ich falle zB. in "meinen" Kreisen optisch NULL auf, da sehen ja auch alle irgendwie gleich aus, woanders dafür sehr (dann allerdings oft negativ).

Zu der Authentizität:
Die netten Menschen, tun so als ob sie das nicht sind weil es wohl besser beim anderen Geschlecht ankommt. Die un-netten Leute tun so als wären sie sehr nett. Der Spießer tut so als wäre er völlig unangepasst und flippig weil das irgendwie In ist und naja dann gibt's ja auch noch die, die vorgeben ein solides Leben zu führen, dies aber absolut nicht tun.
Für Jeden gibt's sicherlich den passenden Partner, aber so geraten immer die Falschen aneinander :D

Viele haben anscheinend wirklich Angst davor er/sie selbst zu sein und das liegt sicherlich nicht zuletzt daran wie wir über andere reden und wie wir damit andere auch "abwerten" :/

„Worms“ (Pseudonym)

hm....ich glaube, die Größte Hürde in uns, die werden als Mauern in der Kindheit angelegt...du darfst, man sollte, das tut man nicht, das gehört sich nicht...usw....und so werden die Dinge, die uns ausmachen, von denen man aber "gelernt" hat, dass sie von unseren Bezugspersonen abgelehnt oder gar verboten, herabgewürdigt, lächerlich oder sonste was gemacht werden, a, später auch zu den Dingen, die wir bei uns selbst ablehnen ( und dadurch auch beim Gegenüber und im Außen) und dass durch oft gegensätzliches Verhalten ausdrücken....oder man bleibt ein ewiger Rebell und tut gerade und dann erst Recht nicht dass, was ein anderer von einem erwarten könnte, unabhängig davon , ob man eigentlich doch gerne so wäre oder dies und das täte...

Selbstliebe und Selbstakzeptanz wurden einem halt aberzogen , früher noch viel mehr, heute verändert sich da einiges...die Menschen wachsen mit mehr Selbstverständns für ihr eigenen individuelles Sein, Erziehung orientiert sich immer öfter( aber noch lange nicht oft genug) an den Bedürfnissen der Kindern...das finde ich gut...( Helieltern und antiautoritäre Erz. meine ich damit nicht!) ....

Es ist ein langer und schwerer Weg als Erwachsene Person erstmal wieder zu sich selbst zu finden....

„Merzig“ (Pseudonym)

@ Sternenstaub

Ja da hast Du Recht!

Das ist überhaupt der Ursprung allen Übels glaube ich .. die Erziehung zu etwas Bestimmtem, das man eigentlich garnicht ist.
Damit stürzt man seine Kinder (auch da hast du recht,früher war es definitiv schlimmer) oft einfach in eine Identitätskrise :(
"als Mädchen muss man...", "Ein Junge darf nicht...", "wir verkehren nicht mit xyz".

Ich erziehe und leite aber ich produziere hier keine kleine feine Dame, nur weil ich 'ne Tochter habe.

„Merzig“ (Pseudonym)

Natürlich @ Sternentänzerin,

sorry... Sternenstaub wtf :D :D :D

„Neu Wulmstorf“ (Pseudonym)

Ich glaube wenn sich mehr Leute trauen authentisch zu sein, wird es viel bunter. Anpassung macht grau.