
„Mössingen“ (Pseudonym)
Im Thread zur angeblichen(?) Beziehungsunfähigkeit der Menschen so um die 30J ist mir aufgefallen, wie wenig dies mit meiner Lebenserfahrung und der meines engeren und auch weiteren Umfeldes übereinstimmt.
Das Thema Beziehungsunfähigkeit wird ja in den Medien rauf und runter ,mit viel Lamento und Weltuntergangs Hypothesen durchgehechelt.
Nur stehe ich dann da und frage mich ob ich in einer "Blase der Seligen" lebe ??!
Ich gehöre allerdings auch einer anderen Generation an.
Vermutlich spielt das Alter und die Zeit in der man sozialisiert wurde auch da eine entscheidende Rolle...
(obwohl ich Scheidungswaise eines Paares bin, daß den Trennungskrieg bis aufs Messer zelebriert hat...)
Ich und ein Großteil meines Freundeskreises ist Ü50 und die meisten von uns sind noch in (oder hatten ) Lebensbeziehungen (homo-und heterosexuell) die schon 30-35J andauern.
Und auch deren Kinder (20-28J) scheinen, soweit man dies jetzt schon überschauen kann, alles andere als "Konsumverhalten" (aufreißen, reinbeißen, wegwerfen...) in Sachen Partnerschaft zu zeigen.
Die wenigen Paare, die sich getrennt haben, haben dies erst nach einem seehr langen Prozeß des Zögerns, Diskutierens und Ringens um Erhalt getan und beide Seiten haben dies als schmerzlichen Verlust empfunden.
Ich kenne keine Menschen die solch einen Ex-und Hopp Umgang mit Liebesdingen haben...
Bin ich (sind wir) nun eine Rarität oder Dinosaurier??
Gibts hier noch mehr von uns??

zu Deiner Frage "Blase der Seligen" kann ich nur sagen,
in meinem und Clamawis Familien-, Freundes-, Bekanntenkreis sieht es genauso aus wie bei Dir, (die Trennungsrate liegt alles in allem bei ca. 5%)
und die Kinder (zwischen 25 und 34 Jahren) sind alle in festen Beziehungen und haben teilweise selbst schon Kinder
Berneck, 63 Jahre, 38 Jahre feste Beziehung (bis zum Tod), 2 Monate Leerlauf, seit dem wieder in fester Beziehung (5 Jahre), 2 Kinder (34, 30 Jahre alt), beide seit Jahren in fester Beziehung

„Mössingen“ (Pseudonym)
Moin Berneck,
bei Dir hatte ich schon die Vermutung, daß Du auch solch eine "Rarität" bist! *lach*
Wie schön, daß dies auch für Dein Umfeld gilt und auch (wie auch von mir beschrieben) für die nächste Generation.
Hast Du/habt Ihr schon mal Vermutungen angestellt wie die Diskrepanz zwischen dem was berichtet wird und Eurer Lebenswirklichkeit entsteht...?
Eine -von mehreren- Vermutungen, von mir ist, daß dies auch mit einer gewissen Haltung, Anspruch, Werten zum Thema Nähe und Verbindlichkeit einhergeht.
Ich zum Beispiel, komme sehr schnell in Kontakt mit Menschen, aber echte Freundschaft entwickeltsich langsam und wenn sie entsteht ist sie (fast) immer dauerhaft.
(3Freundschaften seit mehr als 40J)
D.h. eine gewisse Beständigkeit ist für mich Grundvorraussetzung für jede Art von näherer Beziehung.
OT: Glückwunsch zum Oma+Opa-Status!! Ich beneide Euch sehr!
(hoffe ich hab es richtig verstanden..?)
Ich wünschte man könnte auch ohne eigene Kinder Omma werden!!!!

OT:Kannst du Brienne, da gibt es ganz viele Möglichkeiten! Es gibt zunehmend Projekte die rüstige Rentner und Familien ohne Großeltern "verkuppeln".
Glückwunsch euch beiden. Ich scheine da eher eine Vertreterin der Gegenseite zu sein. 2 Ehen die aus Gründen nicht mehr so bestehen wie einst geplant. Freundschaften? Ja, 3 enge Freundinnen aus unterschiedlichen Lebensabschnitten, aber niemand aus Kindertagen. Beziehungen zu knüpfen fällt mir gar nicht schwer, Kontakt halten dagegen sehr. Bei mir liegt es glaube ich daran, das meine Eltern früher sehr viel umgezogen sind. Ich habe 2 Kindergärten und 3 Grundschulen besucht, bevor wir annähernd sesshaft wurden. Ich denke das hat mich geprägt. Die Lust/der Zwang durch die Welt zu reisen bringt beziehungstechnisch in jungen Jahren allerlei Probleme mit sich. Wenn man als Kind nicht lernt langfristige Beziehungen/Freundschaften einzugehen, fällt einem das später sehr schwer. Nicht weil ich nicht will, sonder weil ich einfach von klein auf auf Beständigkeit verzichten musste. Dazu kommt noch das die Ehe meiner Eltern als Negativbeispiel bis heute besteht. Eine von den Ehen, die besser früh hätten geschieden werden sollen, aber die Möglichkeiten wie heute hatte meine Mutter nicht. Heute fehlt ihr die Energie, sie hat sich an ihr beschissenes Leben gewöhnt. Aus lauter Angst in so einer fatalen Abhängigkeit zu landen wie meine Mutter habe ich vielleicht zu oft zu früh den Notfallschirm geöffnet und bin aus meinen Partnerschaften geflohen. Leichtfertig würde ich mich da nicht nennen. Ich hatte einfach Angst und mir fehlte die Übung. Fluchtreflex? Ich glaube so würde ich es nennen

„Geilenkirchen“ (Pseudonym)
Wenn man mit sich selbst in keiner wirklichen Beziehung lebt dann wird das auch mit einer zu einem anderen Menschen schwierig .Und ja....dieses Grundproblem wird in einer Gesellschaft wie der unseren heran gezüchtet. Meine Sichtweise zumindest.Ich selbst war 14 Jahre liiert,habe zwei Kinder. Das Ende war schleichend und eben der schwindenden Gefühle ,trotz Beziehungsarbeit,geschuldet.Mit kurzen Unterbrechungen bin ich seit fünf Jahren Single , weil der richtige eben noch nicht dabei war und ich Zeit habe,auf mein Herz zu hören , weil ich es auch alleine gut mit mir aushalten kann.Dann kommt der Faktor Zeit und Muttersein dazu. Beziehungsunfähig.....nein ich denke das bin ich nicht,ich würde mich freuen wenn es mal wieder klappt.Aber erzwingen kann und will Frau es nicht und bis dahin mach ich es mir eben schön☺. Und erste Priorität sind nun mal die Kinder.Mit dem Vater führe ich heute ein freundschaftliches Verhältnis,Eltern werden wir schließlich immer bleiben. Auch das stellt,so musste ich verwundert feststellen ,für einige ein Problem dar. Aber auch das werde ich nicht ändern

„Rastatt“ (Pseudonym)
@Zwölfe, ich kann Dir nur zustimmen, bin 17x umgezogen, erst durch die Scheidung meiner Eltern, dann beruflich meinerseits. Freunde habe ich auf Facebook viele, in der ganzen Welt verstreut, echte, wahre Freundinnen nur drei, eine noch aus Internatszeiten. Beziehungen zu Männern waren schwierig, da ich ständig unterwegs war, Karriere war mir wichtiger. Heute sehe ich das etwas anders, hab aber leider die Befürchtung, dass es mittlerweile zu spät ist.
Im Bekanntenkreis sehe ich immer häufiger Ehen und Beziehungen zerbrechen, selbst bei jahrzehntelangen Partnerschaften. Heute ist Scheidung kein Stigma mehr. Manchmal ist es eben besser sich zu trennen, manchmal lohnt es sich zu kämpfen, es kommt wohl immer auf die Beziehung an.

„Mössingen“ (Pseudonym)
@Zwölfe
Zum Omma-Wunsch.
Jepp mit solchen Ersatz-omma-Projekten habe ich mich auch schon mal beschäftigt...
Vielleicht mach ich dazu mal nen eigenen Thread...
(am allerallerschönsten wäre jedoch, ein potentiell neuer Partner bringt Enkel mit und ich dürfte Anteil haben...*träum*)
Zum Thema Langzeitbeziehungen.
Ja, natürlich gehört -neben ein paar anderen Ingredienzien- auch eine Schüppe Glück dazu.
(und ich stelle-ohne Witz!- ab und zu eine Kerze aus Dankbarkeit dafür auf)
Das Glück Menschen zu begegnen, die ein ähnliches Potential (und den Willen es zu nutzen) haben.
Mit der Fähigkeit/den Willen Kontakt zu halten, hast Du , glaube ich, einen wichtigen Punkt angesprochen.
Gerade in Lebensphasen mit großer Belastung , seis durch Beruf und/oder Kinder und/oder Krankheit ist die Sollbruchstelle natürlich dünner und umso wichtiger ist es dann sich kleine Zeitfenster zur Beziehungspflege einzubauen.
Ich bin allerdings in der Hinsicht auch ziemlich hartnäckig und (war?) geduldig.
Das hält nicht jeder aus bzw möchte es nicht, daran sind auch schon beginnende Freundschaften gescheitert.

„Mössingen“ (Pseudonym)
Hmm...für die Theorie bzgl der unbeständigen Kindheit bin ich allerdings auch ein Gegenbeispiel..
Wie schon beschrieben traumatischer Scheidungskrieg der Eltern (mit lebenslangen "Narben" für alle , vorallem natürlich für uns Kinder..) und auch ich habe 2x die Grundschule und 1x das Gymnasium wechseln müssen (inkl mehrerer Umzüge in der Kindheit und als Erwachsene sowieso :-)
Für mich, glaube ich, hat sich daraus erst die emotionale Bereitschaft und der Wille entwickelt um (fast) jeden Preis Beständigkeit in meinem Leben haben zu wollen...

„Friedberg“ (Pseudonym)
Zeigt sich Beziehungsfähigkeit nur dadurch, dass man sich nie trennt ? Ich denke auch da gibt es vielfältige Definitionen, was man darunter verstehen kann. Ist es wirklich das non-plus-ultra immer mit den gleichen Menschen zusammen zu sein?
Ich sehe viele Beziehungen, die ewig halten und die für mich trotzdem abschreckendes Beispiel sind und wie ich nicht leben möchte, auch wenn oberflächlich fast perfekt scheint.
Jeder sollte für sich seinen Weg finden, was ihm gut tut, wie er sein Leben gestalten will und nicht versuchen einem Idealbild nachzueifern, welches zumeist von anderen festgelegt wurde.
Wenn man sich wohlfühlt ist es richtig. :)

„Mössingen“ (Pseudonym)
Ich stimme Dir zu M° ...
Für mich ist ein Aspekt von verantwortungsbewußtem Umgang mit Beziehung, auch die Fähigkeit einander loszulassen..!
Und das ist u.U. dann der Fall, wenn die Unterschiede bzgl Werten und Zielen zuuu groß werden.
Es geht mir hier auch garnicht darum ein Idealbild zu propagieren!
Natürlich muß jeder/jede seinen/ihren eigenen Weg finden und gehen...
Aber die Diskussionen über die angebliche oder tatsächliche "Unfähigkeit" wurden und werden hier im Forum ja sehr ausführlich an anderer Stelle besprochen.
Ich würde mir wünschen, daß hier mal die zu Wort kommen, deren Erfahrungen eben etwas anders sind...
und auch diejenigen, die darüber nachdenken möchten woran dies evtl bei ihnen gescheitert ist
und zwar ganz persönlich...nicht irgendwo aus der Boulevard-Presse entnommen

„Neubrandenburg“ (Pseudonym)
Hm, bei mir ist es gemischter. Kenne schon ein paar Menschen unterschiedlichen Alters, die so schwierig und/oder so eigenbrötlerisch sind, dass sie keine(n) Beziehung(en) haben bzw. Partner und Freunde verschleissen. Seltsamerweise sind sie bei mir (sofern ich es zulasse) konstant. Meine Freundschaften sind sehr stabil und halten teilweise schon über 30 Jahre.
Meine engsten Freunde sind auch in total langlebigen Beziehungen (25-30 Jahre), die Kinder sind ähnlich gestrickt, sofern sie schon das Alter haben. Ich staune darüber, da ich nicht (mehr) so wirklich an den einen Lebensmenschen in ewiger Partnerschaft glaube. Dafür habe ich mehrere Lebensmenschen als Freunde und hoffe, das bleibt so.
Allerdings habe ich auch dort die letzten Jahre ein paar Menschen bewusst losgelassen, weil da keine Gemeinsamkeit mehr war. Dafür entstanden schöne, neue zarte Pflänzchen, die wir hegen ... mal mehr mal weniger. Das "mal weniger" muss man bei mir aushalten, damit mein Fluchtreflex nicht einsetzt.
Meine Familie hat Langzeitbeziehung - glaube ich - erfunden. Meine Eltern waren 30 Jahre verheiratet, Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen, deren Kinder schon wieder in Mehrheit verbandelt mit Kinder-/Ehewunsch. Die sind also vollkommen unschuldig ;))
Auch bei regelmäßigen Abitreffen sind die Singles/Geschiedenen eher rar.

„Mössingen“ (Pseudonym)
Spannend, Katze!
Danke -und nicht nur an Dich!!- für den Einblick/Eindruck.
Hast Du eine Theorie/Vermutung wieso Dein Lebensweg sich diesbezüglich anders entwickelt hat als der Rest Deiner Familie...?
Entschuldige, falls die Frage zu indiskret sein sollte...!?
-aber Du bist ja schon groß und ich halte es aus keine Antwort zu bekommen...*lach*
Zum Thema Fluchtreflex.
Ich habe mal vor etwa 20J in einem eher therapeutischen Kontext rumgejammert, ich wolle "endlich auch mal Jemand, der mir täglich Blumen, kleine kliebevolle Zetttelchen und ähnliches kredenzt" mimimi
Der Coach (der mich ziemlich gut kannte) hat mich kurz intensiv angeschaut und dann schallend gelacht.
Er war der Meinung ich würde schreiend weglaufen, wenn mir tatsächlich mal ein Mensch derartig penetrant auf die Pelle rücken würde!
Heute muß ich dem unumwunden zustimmen!! *lach*
Es ist wirklich ein sehr individuelles Vorgehen notwendig, die jeweils benötigte Distanz-Nähe-Balance auszupendeln und zu respektieren.

„Jüchen“ (Pseudonym)
Hallo @Brienne von Tarte (und auch alle Anderen)
Ich habe mir Deinen Eröffnungs Thread angeschaut und auch schon andere Postings von Dir gelesen. Daher habe ich eine Vermutung, warum sich in Deinem Freundeskreis eher wenige bis keine Menschen mit "Ex und Hopp Mentalität" befinden. Du würdest wohl an einer Freundschaft (oder intensiveren Bekanntschaft) mit solchen Leuten keinen Gefallen finden. Diese Menschen sind meist ziemlich oberflächlich und das passt (glaube ich) nicht zu Dir.
Korrigier mich, wenn ich falsch liege, aber ich glaube, dass Du mit solchen Leuten einfach nicht befreundet wärst.
Ich denke, dass das mit der fehlenden Beziehungsfähigkeit künstlich aufgbauscht wird. Im normalen (Mittelschicht?) Sektor unserer Gesellschaft gibt es meiner Ansicht nach genau so viele stabile Beziehungen wie vor 50 oder 100 Jahren auch. Allerdings gibt es heutzutage wohl weniger Menschen die in unhaltbaren Zuständen oder unmöglichen Beziehungen aushalten "weil man das so macht".
Und das ist auch gut so!
Es gibt heute auch (Gott sei Dank) nicht mehr so viele Frauen, die aufgrund fehlender oder ungenügender Berufsausbildung auf einen Ernährer angewiesen sind.
Und auch das ist gut so.
Ich selbst bin Scheidungskind und habe die schlechte Erfahrungen gemacht aber auch eine Mutter gehabt, die einen Beruf hatte. Das war beileibe nicht für viele ihres Jahrgangs (1929) so.
Vielleicht ist alleine diese Abhängigkeit für manche Leute ein Indikator dass früher "alles besser war"?

„Rastede“ (Pseudonym)
In meinem Bekanntenkreis, also eher der meiner Eltern, gab es auch viele Trennungen. Meist kam es zur Trennung nachdem die Kinder aus dem Haus waren. Ich kann es mir nur so erklären, dass man sich nicht mehr viel zu sagen hatte. Alles drehte sich um die Kinder, man hat sich selbst vernachlässigt. Und das kam ohne die Ablenkung durch die Kinder erst richtig zu Tage. Man suchte neues Leben bei einem neuen Partner, bis heute nicht immer glücklich. Unter meinen engeren Bekannten ähnlichen Alters (30 Jahre) ist man eher positiv und romantisch, bzw. ist noch auf der Suche. Man heiratet ja auch immer später habe ich das Gefühl.

Wie mans erlebt hat isset falsch, lach! Ich wäre gerne Scheidungskind gewesen, weil ich das Verhältnis meiner Eltern zueinander als sehr hässlich empfunden habe. Als Kind hingst du da immer irgendwie zwischen. Definitiv netter war es wenn nur ein Elternteil da war. Meist die Mutter. Wie oft hab ich sie schon als Kind gebeten sich scheiden zu lassen, aber die Möglichkeiten, und vielleicht auch der Wille,waren nicht da.
Beziehungsunfähig empfinde ich mich aber nicht, es fällt mir nur schwerer als manch anderem, weil ich erst sehr spät gelernt habe Beziehungen dauerhaft zu halten. Immerhin kenne und liebe ich meine beiden besten Freundinnen auch schon 20 -30 Jahre. In der Partnerschaft, naja, das mit dem rechtzeitigen Fluchtreflex stellt sich erst dann ein, wenn der Erhalt und die Pflege der Beziehung nur an mir hängen bleibt. Es ist halt Arbeit zu der zwei Personen gehören. Und wenn mein Partner mich alleine in die Eheberatung schickt, weil ER ja keine Probleme hat, nur ich, dann wird es für mich Zeit die Beine in die Hand zu nehmen, bevor mir emotional großer Schaden entsteht.
In welchem Alter man heiratet spielt meiner Meinung nach keine große Rolle. Es gibt Leute die sind mit 20 reifer als andere mit 50. Ist eine Frage der Persönlichkeit.

„Neubrandenburg“ (Pseudonym)
Hm, Frau von Tarte, meine Theorie ist, dass mir irgendwie das Prinzessinnen-Gen fehlt. Will nicht aufeinander kleben, nicht alles gemeinsam machen, niemanden betüddeln. Mache keine Szenen und möchte auch keine. Bewahre in den schlimmsten Momenten eher nen kühlen Kopf als wenn mal das Essen anbrennt. Für eiapopeia und dutzidutzi bin ich völlig ungeeignet, bin eher die, bei der man nach Jahren des Schweigens nachts anrufen kann, weil man grad obdachlos wurde. Dann fauch ich zwar, doch dann richte ich die Wohnung um.
Bin sehr gerne alleine und kann mich komplett selbst versorgen.
Meine Freiheit und die meiner Mitmenschen ist mir heilig! Daher lass ich sie auch ggf. ins Unglück rennen, wenn sie das unbedingt wollen.
In einem Satz, einfach zuviel Katz ;)). - für "normale" Kerle.
Und Kater sind so rar.

Ich weiß nicht ob es unbedingt damit zusammenhängt wie man aufgewachsen ist oder wie das Umfeld ist.
Ich wuchs in einem sehr liebevollen Elternhaus auf (wenngleich auch mit einer teilweise sehr strengen Hand). Meine Eltern sind nun seit 39 Jahren miteinander glücklich und leben mir vor wie man gemeinsam leichte und schwere Zeiten durchsteht.
Scheidung kenne ich im privaten Umfeld nur von einem Onkel (und für den war es eindeutig besser so) und meinem Bruder (das Beste was ihm passieren konnte). Dennoch leben beide wieder in einer langjährigen und glücklichen Beziehung.
Ziehe ich den Kreis größer, sieht es ähnlich aus. Seltenst Scheidungen, lange und (zumindest nach außen hin) glückliche Beziehungen.
Von den Generationen würde ich das nicht abhängig machen, es geht durch mehrere hindurch so.
Und dann komme ich...
Seit 11 Jahren Single, noch nie einen gehabt der es verdient hätte als "Freund" bezeichnet zu werden. Beziehungsunfähig. Kontakthalten sehr schwierig. Stubenhocker.
Muss wohl als Kind vertauscht worden sein :-D
Ich denke schon dass es Beziehungsunfähige Menschen gibt.
Aber doch eher selten.
Bei vielen spielt wohl eher die Bequemlichkeit eine Rolle.
Eine Beziehung eingehen heißt auch Kompromisse einzugehen. Da ist es doch deutlich einfacher sein Leben einfach nur nach seinem persönlichen Gusto zu gestalten.
Der Egoismus ist größer geworden.
Wo Zwei sind, können auch mehr Probleme auftauchen. Nicht umsonst heißt es: Gemeinsam lösen wir die Probleme, die wir alleine gar nicht hätten. Auch hier ist es einfacher nur nach seinem Kopf zu gehen.
All das wird dann schön mit "Beziehungsunfähig" ummantelt und schon hat das Kind seinen Namen.
ich nehm mich aus all dem übrigens nicht raus ;-)
Sehe es aber ein wenig differenzierter.
Denn nach 11 Jahren Single ist man tatsächlich so in seinem Trott drin, hat sich sein Leben allein aufgebaut; ist es schlichtweg auch nicht mehr gewohnt sich nach jemand anderem richten zu müssen...
... da frag ich mich schon manchmal ob das "beziehungsunfähig" ist.
Ziehe ich den Kreis noch größer und überblicke mal die Menschheit allgemein um mich herum würde ich jedoch subjektiv schon sagen dass Trennungen/Scheidungen sehr viel leichter von der Hand gehen als Früher.
Probleme werden heute nicht mehr ausgefochten, sondern: man versteht sich nicht mehr und trennt sich. Ist ja heute so leicht geworden.

„Mössingen“ (Pseudonym)
"In der Partnerschaft, naja, das mit dem rechtzeitigen Fluchtreflex stellt sich erst dann ein, wenn der Erhalt und die Pflege der Beziehung nur an mir hängen bleibt...." (zitat Zwölfe)
Fluchtreflex?? Ich würds eher gesunden Selbsterhaltungstrieb nennen.
Die allermeisten von uns wünschen sich doch eine gewisse Verbindlichkeit
(wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß..;-)
Wenn aber die erstrebte Balance irgendwann unaufhaltsam zu einer Seite kippt, kann es eine Frage der Selbstachtung sein, die Reißleine zu ziehen.
Wie gesagt es hat eben auch ein bisken mit Glücksspiel zu tun auf wen man/frau so trifft...
Was ich für meine Zukunft daraus lernen möchte, ist nochmals genau auf die "Muster" zu schauen an denen ich bisher gescheitert bin.....
@Heinrich
ziemlich gut getroffen ;-))
Das mit der "künstlichen Aufbauschung" vermute ich auch.
Ist eben "sensationeller" über "Exoten" zu berichten als über so (vermeintlich) langweilige "Spießer" ("...Papa, wenn ich groß bin will ich auch mal Spießer werden...") die mehrere Jahrzehnte beieinander hocken.
Frau Katze, Sie wären auf jeden Fall nen "Exoten"-Artikel wert!
Ich hoffe wir lesen eines Tages irgendwo
" Pantherkönig findet Katze seines Lebens und pfeifft auf Prinzessinnen-Gen" :-))
AUFRUF: Irgendwelche Großkater? Wildkater? selbstbewußte Straßenkater hier im Reservat??!

„Mössingen“ (Pseudonym)
Twinkle, ich will Dir nicht zu nahe treten
(übrigens NIEMANDEM in diesem Thread!)
und doch frage ich mich ob "Beziehungsunwillig" oder "Kompromissunwillig" nicht in den von Dir beschriebenen Fällen der passendere Begriff wäre...
"Beziehungsunfähig" hat was von nem (inhaltslosen) Label/einer Plakette oder der Bezeichnung für eine Krankheit, eine Behinderung...
"Kompromissunwillig" ist "aktiver" , ein individueller Beschluß, eine subjektive Wahl/Entscheidung.
Und zwar nicht im Sinne einer Be-oder Verurteilung sondern wirklich rein beschreibend..
Ich weiß nicht, ob es Dir aufgefallen ist, in einem Absatz (ab"Bei vielen spielt wohl eher die Bequemlichkeit .....") wechselst Du vom Persönlichen ins Allgemeine.
Du wirst Deine Gründe dafür haben, die ich natürlich respektiere!
Für mein Gefühl wird es ab dort verallgemeinernd und verliert sich in Vermutungen..
Ob die "Vielen" wirklich nur nach Egoismus und Bequemlichkeit streben, können wir doch garnicht wissen und/oder beurteilen,,,oder?
Letzendlich halbwegs wahrheitsgemäß beurteilen ob und welche Bewegründe Jemand hat, kann doch eigentlich nur er/sie selbst.
Wie gesagt, bitte nicht als Angriff verstehen...
-eher als fragendes, öffentliches nachdenken. ;-)

Du trittst mir nicht zu nahe Brienne von Tarte ;-)
Das sind ja deinerseits auch nur Gedankenanstöße (und gute).
Ins Allgemeine habe ich gewechselt weil ich persönlich zu wenig Erfahrung habe um aus meiner Sicht sprechen zu können.
Das sind meine Mutmaßungen basierend auf Beobachtungen, keine Erlebnisse.

Mir stößt dieses abwertende Wort "beziehungsunfähig" gewaltig auf. Wer kann sich denn aufschwingen, so eine Beurteilung abzugeben? Sogar @Briennes "Beziehungsunwilligkeit" ist nicht frei von Wertung.
Vielleicht kann man sich fragen, in wessen Interesse eigentlich die Beziehung ihm völlig fremder Menschen liegt? M. E. ist das unser Staat, der ja auch die Familie und Ehe per Grundgesetz vorrangig schützt. Unser Staat und mit ihm die Politik sind per se an ihrer eigenen Existenz und damit auch der Vermehrungswilligkeit der Bevölkerung interessiert. Liebe und das ganze Gedöns drumherum stehen überhaupt nicht im Fokus.
Menschen ändern sich doch im Laufe ihres Lebens, warum sollte eine "ewige Bindung" überhaupt wünschenswert sein?
Ich selbst habe immer Sehnsucht nach Frieden und Wertschätzung gehabt, Freiheit für beide und Selbstbestimmung in einer Beziehung - meinen Partner habe ich mir auch als Kumpel, Spielgefährten und Freund gewünscht. Aber das gilt ja nicht für jeden Menschen. Wer sich meinen Lebenslauf anschaut, muss denken, ich bin oberflächlich und wechselhaft. Ich würde mich hingegen nur als entscheidungsfähig ansehen. Wenn es mir nach langen Bemühungen zuviel wurde, bin ich gegangen - die Verantwortung dafür habe ich übernommen.
Aber eine Brandmarkung als "beziehungsunfähig" ist m. E. unangemessen und unreflektiert.
Nachsatz: zum eigentlichen Titel des Threads sollte man meine Aussage invers sehen - wobei ich immer noch meine, die MÖGLICHKEIT des Erlebens einer glücklichen Beziehung hängt eben nicht von einem selbst ab. Es ist reines Glück, den "richtigen" Partner zu haben. Und zu halten.
Öhm... ich hoffe, es ist jetzt verständlich, was ich sagen wollte. Beziehungsfähigkeit ist Realität. *hust*

„Landsberg am Lech“ (Pseudonym)
Interessante Frage.
Ich habe die Tage einen für mich aufschlussreichen Artikel gelesen zu diesem Thema.
Es ging u.a. darum, daß sich nichts so sehr als Projektionsfläche für unsere Sehnsüchte eignet, wie Beziehungen. Die Suche nach Geborgenheit, Wärme, Zugehörigkeit...usw.
Aber auch dem unterbewußten Ausgleich der eigenen Defizite. Und deswegen tun sich ggf soviele "Missverständnisse" im Namen der Liebe auf.
Denn wir binden uns ja heutzutage ehr aus Liebe und nicht auf Basis der vermittelten Ehe.
Gerade das Thema Nähe und Distanz ist ein sehr zweischneidiges Schwert.
Braucht ein Partner viel Nähe, als Rückversicherung für die eigene emontionale Engagiertheit ?? Und das Gegenüber spürt eine unterschwellige Selbstunsicherheit und hohe Bedürftigkeit aus der eigenen Biographie des neuen Partners ? Und geht daher intuitiv auf Abstand ???
Ist der Partner plötzlich schuld, daß wir nicht glücklich sind, weil er unseren Erwartungen nicht entspricht.....und der Prozess der "inneren Scheidung" einsetzt.....???
Und entspricht es nicht dem "Trend", daß man für sein Glück selber verantwortlich ist, oder "Schuld", wenn man leidet oder unglücklich liiert ??
(Die Entscheidung , aus einer Beziehung auszusteigen , ist nun mal deutlich leichter geworden, als noch vor 10/20/30 Jahren ...zumindest ökonomisch und gesellschaftlich ....nicht unbedingt emontional)
Gut umschrieben fand ich die These :
Mangel ( z.B. an Selbstwertgefühl) zieht Mangel an und Fülle wiederum Fülle.
Ich persönlich denke, keine Beziehung ist es wert, daß ich mich innerlich verrenke, mir langfristig nicht gut tut, mich nur wegen materieller Abhängigkeit bindet und mich emotional an meine Grenzen bringt.
Nichts und niemand wird leichtfertig "verworfen". Denn ich binde mich ja auch nicht wahllos, nur um " einen Partner zu haben ". Eine Beziehung und Bindungan einen Partner ist ja ein absolutes "Ja" zu einem Menschen.
Aber ich lebe in einer gesellschaftlichen Zeit, in der ich ( gerade als Frau) selbstbestimmt leben kann und frei in meinen Entscheidungen bin. Für was auch immer.
Die Erfahrung von Verlust und Trennung und Schmerz ist ggf der Preis für ein Streben nach einem glücklichen und zufrieden Leben.
Denn manchmal ist es mutiger zu gehen, als zu stagnieren, sich nur noch Schmerz zuzufügen , sich passiv zu bekämpfen und im Streit als Lebensinhalt zu mißbrauchen , wenn man bleibt.
Ich bin immer noch hoffnungsvoll, wieder einen Partner für eine lange Zeit im Leben zu finden.
Aber ich lasse mich überraschen. Denn jede meiner Beziehungen, ob nur kurz oder sehr, sehr lange hatten ihren "Wert" für mich. Und ihre guten und schlechten Zeiten und Lebenserfahrungen, die mich nun ausmachen...
Wobei ich ehrlich gesagt noch nicht mal als junges Mädchen von der "Ehe" geträumt habe :-))

„Obertshausen“ (Pseudonym)
Danke, Peppermint-Patty, du sprichst mir aus der Seele! *sign*

„Rietberg“ (Pseudonym)
Ich werfe mal ein Grundsatzproblem zum Thema Beziehungsunfähigkeit in den Raum : (Ich gehe bewusst nicht so ins Detail)
Nur die , die Zeit vor dem Internet kennen :D , wissen das "früher" keinen Katalog mit n Haufen Profilen kostenlos zur Verfügung stand ! Werbungen wie Elitepartner / Paarship oder was weis ich ...suggerieren doch , das es heute gar nicht anders mehr geht , als sich Online zu verabreden ... meiner Meinung nach ist das die größte Lachnummer!
Damals hat Mann/Frau hat sich gesehen beschnuppert , kennen gelernt und meistens auch festgehalten . Ich glaube das dieses heute wohl auch zu anstrengend für die meisten geworden ist ..... Und : Es ist erwiesen , das mit dem Internet die Beziehungslänge deutlich verkürzter ist !
Lovoo und die anderen ...- sorry - HIV-Schleuder-Apps verschlimmern diese Situation sicher auch ! Da werden sich Affären angelacht (auch hier) b.z.w. die Schwelle des Respekts , oder besser noch das Schlechte gewissen ist immer mehr am absterben ! Finde den Fehler ...
Wir müssen uns halt damit abfinden , das viele Menschen heute offensichtlich leichter austauschbar geworden sind ! Ob diese dann auch passen ... ? Anderes Thema ...

„Jüchen“ (Pseudonym)
Ich erinnere mich nicht nur an die Zeit vor dem Internet, sondern sogar noch an die Zeiten vor AIDS ^^
Und während der ganzen Jahre gab es immer Ex und Hopp Typen (Männlein wie Weiblein), die durch Betten oder ein/zwei Wochenbeziehungen gehüpft sind und es gab Menschen in engeren und auch längeren Beziehungen. Es hat natürlich Änderungen gegeben z.B. nach der Pille, nach 68 und eben nach dem auftauchen des Internets.
Und vor dem Internet gab es Kontaktanzeigen. Erinnert sich noch jemand daran? Da gab es genau so Ex und Hopp Geschichten wie heute nur dauerte die Anbahnung eben ein zwei Wochen statt ein zwei Stunden.
Das heute alles schlimmer ist, halte ich für Quatsch. Es gab früher Sch... es gibt heute Sch... und der Gestank hat sich auch nicht geändert ... ;-)
Dagegen kann man heute sogar wieder im Rhein schwimmen (zumindest in meiner Gegend), und früher hätte man sich die Füße abgeätzt oder alles mögliche geholt, wenn man nur im Rheinkies gelaufen ist.