Bewerbung - Gewicht gleich zum Thema machen?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 56 Antworten

@Bavarius

Die Verbeamtung im öffentlichen Dienst ist eine Sache, eine Beschäftigung als Angestellte eine Andere. Im Beamtenrecht gibt es leider eine BMI-Höchstgrenze. Das wird dann irgendwann nix mehr mit dem Staatsdiener.

Im Angestelltenbereich sieht es da schon anders aus. Ich hatte seinerzeit im Vorfeld schon ziemliche Sorgen, dass der "heiße Bewerberstuhl" wie so oft in Firmen, Restaurants und Arztpraxen zu eng aneinander sitzende Armlehnen hat und ich dies dann zum Thema machen und um einen anderen Stuhl bitten müsste. Oder ich hätte mich da reingequetscht und mich während des ganzen Gesprächs total unwohl gefühlt.

Letzteres hätte ich sicherlich auch ausgestrahlt und DAS wäre dann wahrscheinlich das "Aus" für mich gewesen. Ich war aber darauf vorbereitet und hätte dies dann in DER Situation auch angesprochen.

Ich denke, das hätte entsprechenden Eindruck hinterlassen. Im Positiven, da viele Personaler in Gesprächen gerne versuchen, den Bewerber mit Fragen oder gestellten Situationen aus der Fassung und dem Konzept zu bringen. Vielleicht auch im Negativen, dann aber sicherlich eher auf der Skala der Bewerber, welche eh schon wegen Größe, Haarfarbe, krummer Nase, Nationalität oder weiß der Teufel was, aus dem Raster gefallen sind.

Wie bereits erwähnt wurde, unterschwellig wird sich sicherlich manches Gegenüber seine Gedanken machen. Aber wenn du mit Selbstvertrauen in deine Fähigkeiten, Natürlichkeit und Offenheit auftrittst, brauchst du dir selbst nichts vorwerfen. Warum auch immer es am Ende vielleicht doch nicht geklappt hat, kann vielseitige Ursachen haben. Diese immer zu hinterfragen und evtl. auf das (Über-)Gewicht zu reduzieren ist müßig und du bist beim nächsten Versuch viel zu verkrampft. Die wenigsten sind so ehrlich und würden genau diesen Grund für eine Absage auch benennen.

Bereite dich ansonsten gut vor, sei aber auch auf unangenehme Fragen, evtl. sogar auf dein Gewicht bezogen, gefasst. Man weiß halt nie, wie manche Personaler ticken. Überlege dir im Vorfeld, was du diesbezüglich antworten könntest, damit dich eine solche Frage nicht total aus der Fassung bringt.

Ich weiß, es hört sich alles viel einfacher an als es letztendlich ist.....aber es ist machbar ;o)

Nochmals alles Gute für dich!

@ ★★Polarlicht★★ Super formuliert! :-)

Ich hatte auch einmal ein Bewerbungsgespräch bei einem hier sehr nahmhaften Recruiter. Sogar die Dame am Empfang musterte mich von oben bis unten. In dem Gespräch wurde ich dann drei mal ziemlich provokant auf mein Gewicht angesprochen. Darauf war ich leider nicht vorbereitet, bin aber zum Glück nicht in die Rechtfertigung gegangen - nach dem Motto, so wie ich bin, bin ich.
Ich habe mein Gewicht bei meinen Antworten mehr oder weniger ausgeklammert (aber ich gebe zu, die Fragen gingen echt tief und waren schon verletztend) und darauf hingewiesen, was ich mache, um gesund zu leben und habe auf meine Qualifikationen hingewiesen - und ich habe das auch ausgestrahlt, was ich gesagt habe.

Was ich dir nemnes damit sagen will: bereite dich auf solche Fragen vor, so wie es auch ★★Polarlicht★★ schon geschrieben hat. Probe es mit wem in deinem Umfeld und finde Antworten für dich, hinter denen du stehst und das dann auch ausstrahlst.
Denn eines muss einem Übergewichtigen klar sein, den "schwachen" Punkt sieht man auf den ersten Blick und es ist nichts leichter, als da dann draufzudrücken...
Ich "drücke" dir jetzt erstmal nur die Daumen! ;-)
lg

Danke @ Einzelstückerl ;o)

Mir hat mal eine Psychologien ständig unter die Nase gerieben, dass ich's gewichtstechnisch wohl ziemlich schwer haben würde bei der Jobsuche.....

Ich weiß nicht, ob sie mich damit lediglich motivieren wollte, etwas dagegen zu unternehmen oder ob sie tatsächlich dieser Meinung war. Ich habe es in meiner damaligen gesundheitlichen und beruflichen Situation eher als provozierend und gleichzeitig sehr entmutigend empfunden.

Ich streite ja gar nicht ab, wie ja auch bereits hier erwähnt wurde, dass sicherlich bei der ein oder anderen Bewerbung aus gewichtsmäßigen Gründen eine Absage erfolgt.

Aber ich habe ein Bewerbungsgespräch sehr erfolgreich absolviert, auch mit ca. 40 Kilo mehr auf den Rippen als heute. Gott sei Dank passte mein Popöchen auch in den angebotenen Stuhl ;o), so dass ich mich wirklich voll und ganz auf mich und das Gespräch konzentrieren und einlassen konnte.

Ich habe den Eindruck, dass ich sehr viele Kollegen habe, welche nicht die üblichen Modelmaße vorweisen können. Auch einige, die erhebliches Übergewicht haben. Und wir alle machen einen guten Job. Wie hundertausende andere Frauen und Männer dieses Kalibers auch.

Beim Durchstöbern der Profile bzw. des Forums habe ich ebenfalls den Eindruck, dass sich hier viele Rubensdamen und -herren tummeln, die einer geregelten Beschäftigung nachgehen.

Ein Schelm, der böses dabei denkt....;o)

Ich habe mich schon mehrfach in meinem Leben (in der freien Industrie) beworben, und mein Gewicht war NIE ein Thema. Auch habe ich als Teamleiterin selbst viele Bewerbungsgespräche geführt, und auch für mich und meine HR-Kolleg/innen war Gewicht komplett irrelevant.

„Stralsund“ (Pseudonym)

Mal eine Frage: darf man überhaupt nach dem Gewicht/Gesundheitszustand gefragt werden wenn der Job nicht unbedingt eine top Fitness fordert? Irgendwie würde ich mit so einer Frage niemals rechnen und hätte es eigentlich für ein Tabu gehalten, wie das zum Beispiel bei Fragen zur Familienplanung der Fall ist.

@nemnes: Ich habe gerade auch einen Bewerbungsmarathon hinter mir inklusive Assessment Center und dem ganzen Spaß und habe mich am Ende zusammen mit 19 anderen gegen 2000 Bewerber durchgesetzt. Also verlass dich ganz auf deine Qualifikation. :) Viel Erfolg!

@Saru

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich denke, es ist nicht verboten, etwas für jedermann ganz Offensichtliches anzusprechen. Und die Statur/Figur ist nunmal offensichtlich.
Eine direkte Frage zum evtl. (nicht sichtbaren) Gesundheitszustand, Schwangerschaft, Familienplanung ist da noch eine andere Hausnummer.

Und manchmal reicht ja schon eine (in-)direkte Frage zur Statur, auch ohne dies sofort mit etwaigen gesundheitlichen Beschwerden/Beeinträchtigungen in Verbindung zu bringen oder vielleicht auch nur ein schiefer Blick oder Naserümpfen und man ist verunsichert.

Bei mir war es damals der älteste pharmazeutisch-chemische Konzern der Welt (hat 5 Buchstaben und sollte man sich "Mercken"), der für seine Niederlassung in Österreich eine Assistentin für die Produktionsleitung gesucht hat.
Eine der provokanten Ansagen war jene, dass in dem Konzern eben die Gesundheit eine grosse Rolle spiele und dass, wenn man mich so ansieht, man nicht glauben kann, dass ich ganz gesund bin...

Wenn ich mir dazu heute die Homepage der Firma ansehe, wo über Werte etc. geschrieben wird, könnte ich kotzen.
Lustiges Detail am Rande, ich hätte den Job sogar bekommen, wollte ihn dann aber doch nicht (wegen der weiten Entfernung von über 250 km und daher nur am We daheim) und habe abgesagt. Mein Argument war auch, dass ich mir nicht vorstellen kann, in einer Firma mit solchen Umgangsformen ins Team zu passen.
Habe danach einiges über diese Firma erfahren und war froh über meine Bauch-Entscheidung. :-)

„Worms“ (Pseudonym)

Ich stells mir wiederholt bildlich vor:
Ein Moppel betritt das Büro und setzt an
"Guten Tag, ich bin Maria Mustermann und ich bin Dick"


Hätte etwas von den Anonymen Alkoholikern^^

„Stralsund“ (Pseudonym)

Die "nicht ganz so anonymen" Dicken. :D

@Polarlicht, da könntest du recht haben, dass das Gewicht, da es sofort sichtbar ist auch angesprochen werden darf. Habe ich halt noch nie drüber nachgedacht, die Geschichten hier wo es angesprochen wurde haben mich daher irgendwie überrascht. Finde das aber echt frech, so lange es nicht auf eine sehr umsichtige Weise angesprochen wird, oder das Übergewicht für die Ausübung des angestrebten Jobs hinderlich wäre. Aber naja...wie immer schade, dass die inneren Werte nicht auch so auf den ersten Blick offen einsehbar sind, denn das zeugt echt nicht von nem knaller Charakter. ;)

„Worms“ (Pseudonym)

In einem Vorstellungsgespräch würde ich es schlicht als Belastungstest sehen.
Die wollen evtl. einfach gucken ob jemand heult oder Arsch in der Hose hat.
Ich kenne auch so zusammenhanglose Zwischenfragen nach Drogenkonsum etc.
Entscheidend ist was man daraus macht.

Einfach nicht alles aufs Dicksein beziehen, auch Stinos werden getriezt.

„Brühl“ (Pseudonym)

Bei dem Bewerbungsfoto kann man doch an sixh sehen ob jemand dick ist, oder?
Wenn es einem wichtig ist das ganz zu thematisieren, dann beim Fotografen drauf hinweisen, dass das Foto weitreichender als bis zum Kopf sein soll. In manchen Berufen wird auch ein Ganzkörperfoto generell als Bewerbungsbild eingereicht.Da muss nichts mehr zu kommentiert werden.

@ sweetmolli
Wenn man nicht gerade in der Model Branche arbeiten will wäre für mich ein Ganzkörperfoto aber keine Option. Ich denke schon, dass dann viele nach der Optik aussortieren würden und man gar nicht dazu kommt im Zweifelsfall seinen Charakter und seine Stärken auszuspielen. Warum sollte man sich auch als so "anders" darstellen. Man ist ein Bewerber mit den gleichen oder eben sogar noch besseren Eigenschaften wie alle anderen auch. Da braucht es z.B: für einen Verwaltungsjob klein Ganzkörperfoto. Dazu sind ja Vorstellungsgespräche da und dort muss man eben mit seinem Auftreten das Gegenüber davon überzeugen, dass selbst wenn da Bedenken sind, dass man für DIESEN Job eben der beste Kandidat ist.
Ich habe bei meiner Bewerbung damals da auch keinen Hehl draus gemacht und mir wurde auch gesagt, dass meine offene Art damals unseren Personalchef auch am meisten beeindruckt hat.
Früher sah die Lage vielleicht auch noch etwas anders aus. Ich hatte von 6 Bewerbungen für Ausbildungsstellen 5 zur Auswahl? Da hatte ich eher die "Qual der Wahl".

Also kann ich nemnes auch nur viel Glück wünschen und sie soll selbstbewusst und offen auf die Fragen antworten. Wie schon gesagt wurde keine Rechtfertigungen sondern vielleicht auch mal ein wenig offensive positive Antworten. Ich wünsche ihr auf jeden Fall, dass ihr Traum in Erfüllung geht. Hoffe auch sie lässt uns egal wie es ausgeht noch am Ergebnis teilhaben, wenn sie das möchte. :)

„Rosenheim“ (Pseudonym)

Bewerbungen ohne Foto und vollständigen Angaben wandern by vielen mir bekannten Personalvermittlern fuer Freelancer Direkt in den Papierkorb, was ich auch gut finde, immerhin bestehen ja auch viele hier darauf zu wissen mit wem Sie schreiben und wollen ein Foto sehen.
So ist es auch in der Personalbranche, der Kunde will einen ersten Eindruck und wenn dann die Qualifizierung stimmt, kommt es zum Gespräch und wenn alles passt, der Bewerber auch ins Team passt , dann kommt es zum Vertragsschluss....
Vielleicht passt ja die Qualifizierung der Thread-Eröffnenden nicht und Sie schiebt es auf Ihr Übergewicht.....hmmm, schonmal daran gedacht ?

„Andernach“ (Pseudonym)

Hallo ihr Lieben,
nochmals danke für eure Unterstützung. Die Bewerbung ist seit einigen Tagen schon raus und nun heißt es abwarten.
Parallel dazu hat sich nun auch ein anderer Job aufgetan. Und zwar habe ich seit über 1 Jahr noch einen Nebenjob und hier ist völlig überraschend eine Mitarbeiterin gegangen. Hier kommt es nun drauf an, ob die Stelle weiterhin besetzt wird (finanzielle Angelegenheiten regelt da der Stiftungsrat), aber meine Chefin sieht da gute Chancen, weil es eben die Chefsekretärin war und der Aufgabenbereich ja erledigt werden muss. Und sie hat mich gefragt, ob ich ganz bei ihr anfangen würde.
Wenn also aus der einen Bewerbung nichts werden sollte (obwohl ich das nach wie vor bevorzugen würde) so habe ich ab Anfang nächstes Jahr mit guter Wahrscheinlichkeit einen anderen neuen Job und kann meinen Job jetzt, der mich schon längst mehr als frustet endlich aufgeben.
LIebe Grüße an euch alle und natürlich gebe ich trotzdem noch Rückinfo, wenn ich auf meine Bewerbung eine Antwort erhalte

„Andernach“ (Pseudonym)

Hallo an alle,
leider hat euer Daumen-drücken nichts gebracht - gestern erhielt ich die Absage ohne es überhaupt bis zum persönlichen Gespräch geschafft zu haben. Bin gerade schon ein bisschen frustriert und traurig, denn das wäre der Traumjob gewesen bis zur Rente!
Ich habe zwar noch das andere Jobangebot, sodass ich vmtl. ab nächstes Jahr wechseln kann, aber eben der nun abgesagte Job wäre es gewesen
Aber danke nochmals für eure Unterstützung

„Koblenz“ (Pseudonym)

Das tut mir wirklich leid.....sone scheisse auf deutsch gesagt!
Da darf man auch traurig sein....sei trotzdem lieb gedrückt...
Wer weiß wofür es gut wahr.!

„Oelde“ (Pseudonym)

@ PeppermintPatty♡Andrashins' girl: Das ist ein Trend, der sich inoffiziell nie durchsetzen wird. Ich habe Recruiting-Abteilungen geleitet und kenne etliche Personaler, die diesem "Trend" nur um den guten Ton zu wahren, zustimmen.
Wenn man es so wie Sternstunde auf Unternehmensseiten sieht, ist das oft nur Marketing-Masche, um die Firma gut dastehen zu lassen.
Die meisten Personaler treffen ihre 1. Entscheidung nach dem Foto.
Und ihr wärt erschreckt, wenn ihr wüsstet, wie häufig die Bewerbung erst gar nicht gelesen wird. Leider.
Muss nicht immer, auch da gibt es -wie überall- so ne und so ne, ist aber leider sehr sehr sehr häufig so....

„Brühl“ (Pseudonym)

Ich finde es schon unpassend, wenn einige hier meinen eine Absage bei Bewerbungen nur auf das Körpergewicht zurück zu führen.
Es kann auch genauso gut an nicht ausreichender Qualifikation liegen.Daran, dass ein anderer einfach besser in das gesuchte Jobprofil passte oder bessere Berufserfahrungen mitbringt.Es gibt nur sehr wenig Fälle in denen vom Arbeitgeber klar gesagt wird, dass eine Absage auf Übergewicht basiert. Und ganz ehrlich...bei manchen Berufen ist es einfach sehr wichtig , dass eine gewisse Glaubhaftigkeit dahinter steht.Würde einer von Euch einen van Gogh von einem blinden Menschen kaufen, Kosmetikartikel bei einer ungepflegten riechenden Person oder auch sich von einer sehr dicken Diätassistentin beraten lassen?
Leider gibt es viele Menschen die arbeitssuchend sind.Manchmal muss man sein Ziel überdenken .Auch sollte man nicht alles persönlich nehmen und nicht aufgeben.

„Erkrath“ (Pseudonym)

Hallo Nemnes, du hast in jungen Jahren mal Justizfachangestellte gelernt und den erlernten Beruf durch ein Ereignis nicht weiter ausgeübt, wie ich aus deinen Kurzinfos ableite. Dein "Desinteresse" ergibt sich daraus, daß du seit 20 Jahren nicht mehr in deinem ursprünglichen Beruf gearbeitet hast. Es gibt wenig Berufserfahrung in diesem Bereich zu vermelden. Und du bist Ü40. Dein Lebenslauf verlief nicht linear. Ich lese dies ohne Unterlagen von dir heraus. Bei einer Justizbehörde ist berufliche Beständigkeit das A und O.
Dann wird auf die private Beständigkeit "Ehe/Familie/Religion" geachtet. Ich schicke voraus, dass bei dir "keine" Eintragung vorliegt... :-)

Eine Gesundheitsstörung ab einem GdS/GdB von 50 ist mit anzugeben. Und wenn man dies verschweigt, könnte eine Vertragsauflösung drohen, gerade wenn die Schwerbehinderung markante Auswirkungen auf den Job hat. Und das beantwortet bereits deine Frage.

„Brühl“ (Pseudonym)

shadow...ich hak mich mal bei Dir ein...denn querty find ich schon unverschähmt.

Aus zwei drei kleinen Kurzinfos eines Forums heraus zu meinen jemanden hier derart degradieren zu dürfen ohne wirklich Tatsachen zu kennen ist nun wirklich arm@querty