"An sich arbeiten"

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 79 Antworten

„Sonneberg“ (Pseudonym)

Ich bewundere Menschen die Kraft haben aus Tiefs allein wieder heraus zu kommen.
Die durch Familien Hilfe Freunde und sich selbst es schaffen wieder auf zu stehen!
Ich kenne solche Menschen sehr stark und auch mit sich sehr sehr im reinen.
Es gibt aber auch Menschen wie mich die in ganz kurzer Zeit Vater Bruder und Tochter verloren und auch noch die Ehe begraben haben die sagen..Ich kann nicht mehr...Ich stehe hier vor dem Scherben meines Lebens helft mir!!
Ich denke ganz viele Frauen könne hier aus ihrer Sicht Dinge vom erlebten erzählen wo ich mich frage ...Wie kann man das nur aushalten!!!
Tja und wenn du wirklich weißt die Kraft ist nicht mehr da...nimmst du dir professionelle Hilfe.
Du redest über dein Kummer über die Sehnsucht nach deiner Tochter über die Tode in deiner Familie!Du tust alles aber du redest dir nichts ein!
und Cop...um das zu verstehen ...muss man das erlebt haben!
Der Mensch hat eine gewisse Kraft und immer wieder los lassen kann nicht gelernt sein....denn man wird gezwungen dazu.
Tja und dann kommt diese Hilfe ...wie ein Rettungsanker.
Sie gaukelt dir nichts vor...Die Stunden auf diesen Sofa die ich da geweint habe ...waren oi schlimm!das kann sich keiner vorstellen.
Meine Therapie war begleitend unterstützend und auch rettend.
Das ist wie noch mal das laufen lernen ...und irgendwann gehst du allein!
Ich falle nicht zurück wieder in alte Muster wie du denkst ...sondern ich habe gelernt es anzunehmen diese Verluste damit zu leben...Ich kann ja gar nichts anderes tun..ausser ich entscheide mich von dieser Welt zu gehen!
Was sagtes du Cop...Wenn ich hier so dick auftrage?
Es gibt mittlerweile Tage da geht es mir sehr gut!
Ich stehe auf freue mich ...fühle mich wohl gehe arbeiten gern treffe mich mit Mama oder Freunde eingelullt Diese Tage sind sehr sehr schön.Das teile ich hier mit
Es geht mir gut...und ich bin zufrieden.
und es gibt Tage dunkel traurig da fehlt mir Kasandra so sehr da werde ich verrückt
Ich möchte sie hören riechen sehen umarmen da sitze ich am Boden und denke Warum?
Aber und das ist ganz wichtig..Ich komme wieder hoch!
Ich muss weinen ...sonst würde ich vielleicht trinken oder Tabletten nehmen.
Der Schmerz muss einfach raus!
Das teile ich hier auch mit...wenn ich schreibe ..Ich war in Therapie und es ist heute so dunkel!
Ich habe mir mein Leben wirklich anders vorgestellt ganz bestimmt...aber es ist nun mal anders gekommen....und ich muss lernen mich damit zu arrangieren!
Ich bin mit meinem Erlebten keine Ausnahme ...
Ich denke viele Menschen haben soviel Leid in ihrer Familie erlebt oder ein schweres persönliches Schicksal zu tragen...und wer da sagt ...Ich brauche Hilfe ..den spreche ich mein ganz persönlichen Respekt aus!
denn du möchtest eines ..weiter Leben...weil du daran hängst!
Cop ich würde mir eines wünschen hier...von dir..
Nachsicht ein wenig im Umgang der Erzählten.
Es ist richtig ..Kritik ist gut macht auch viel vieles gehört auch nicht hier her..
aber sollte es mal dazu kommen in sich rein horchen und vielleicht ein ganz kleine wenig Verständnis auf bringen für den Gegenüber!
Ich habe eine gewisse Fürsorge Pflicht mir Gegenüber aber wenn ich lese oder höre von Schicksalen hier Ehemann verloren Enkelkind besten Freund werde ich doch sehr still ..
weil ich weiss da weint die Seele ....und dann kann ich nur lesen und denken schön das du dich trotz allem mit teilst!
Ich teile nicht jede Meinung hier ..aber ich denke ich erweise ihn den Respekt wenn das Herz mal schwer ist mich zurück zu nehmen ...und still zu zuhören!
Wir sind alle sooo unterschiedlich in unseren denken und handeln aber in einem sind wir alle gleich..wir möchten glücklich sein und zufrieden ...und das Jeder für sich auf seine Weise!

„Metzingen“ (Pseudonym)

Guten Morgen @ShadowCop,

Du miss verstehst mich :-( ich habei nichts persönlich genommen mir ist der Kragen geplatzt und um nicht im stillstand zu verweilen musste ich dieser Emotion Luft verschafft . Meine Art an mir zu arbeiten und es nicht in mich hinein zu fressen !
Auf den Rest Deines an mich gerichteten Beitrag möchte ich nicht eingehen Du bist für mich der falsche Kommunikation Partner .
Alles gute auf Deinem Weg und bedenke ..
Schwarz - Weiß kommt in der Natur des Menschen nicht vor . Bunt ist die Farbe der Seele und handlungsabläufe.

„Kulmbach“ (Pseudonym)

@Klickediklack

Vielen Dank für deinen offenen und sehr bewegenden Beitrag!
Ich wünsch dir für die Zukunft jeden Tag wieder neu Kraft um weiterzugehen!

VG, B_M

„Hürth“ (Pseudonym)

Ob man sich selbst an den eigenen Haaren aus einem Tief befreien kann, hängt wohl am Meisten davon ab, wie tief man in etwas drin steckt. Auch ob man eine Therapie braucht, um an sich zu arbeiten bzw. dabei von sich aus weiter zu kommen, hängt davon ab wie sehr man in seinem eigenen Dilemma steckt.

Dazu sollte man wissen, dass jede psychische Erkrankung körperliche (physische) Begleiterscheinungen hat. Manchmal sind die körperlichen Begleiterscheinungen (meist Stoffwechselstörungen im Gehirn) zu stark um sie ohne Medikamente in den Griff zu bekommen.

Depressionen (mit denen kenne ich mich ein wenig aus) unterteilen sich da in viele verschiedene und unterschiedlich starke Ausprägungen.

Da ist als leichteste Form die depresive Verstimmung oder Episode.
Hier und nur hier, kann der Mensch sich selbst oder mit Hilfe von Freunden selbst daraus befreien. Wobei die Betonung auf kann liegt. Auch hier gibt es Formen, die professioneller Hilfe (meist Psychotherapie) bedürfen.

Als nächste Stufe wäre hier die leichte Depression zu nennen.
Schon hier kommen die meisten Menschen nicht ohne professionelle Hilfe zurecht. Oft zieht sich diese Erkrankung über Jahre und wird eher schlimmer als besser. Gut dran ist wer sich rasch zuerst mal eingesteht, dass er Hilfe braucht und sich diese Hilfe sucht. Das ist aber in den seltensten Fällen ein guter Freund (!).

Bei der mittelschweren Depression werden oft schon unterstützend Medikamente empfohlen. Auch wenn Ärzte gerne und oft zu früh 'irgendwas' verschreiben, kann dieser Schritt hier angebracht sein. Der häufigste Fehler ist allerdings, dass die Menschen (und viele Ärzte) meinen Pillen schlucken reicht. Meistens reicht dies nicht, da die meisten Antidepressiva alleine nur die Psyche stabilisieren aber keine Heilung bringen (wenn man das richtige findet, was nicht so einfach ist). Ohne eine geeignete Psychotherapie besteht meistens keine Aussicht auf dauerhafte Heilung.

Bei der schweren Depression ist sogar oft ein Klinikaufenthalt angebracht, um einfach erst mal aus der Schusslinie zu kommen und eine Chance zu bekommen das Hamsterrad zu verlassen. Auch hier wird oft der Fehler gemacht, dass im Anschluss an den Klinikaufenthalt und das Einstellen auf die geeigneten Medikamente die anschließende fast immer notwendige Anschlusstherapie vernachlässigt wird.

Die letzte Stufe ist wohl die schwere klinische Depression, bei der ein Aufenthalt in einer geschlossenen Abteilung angezeigt ist, da nicht selten schon ein Suizidversuch unternommen wurde. Hierzu weiß ich allerdings wenig.

Leider haben gesetzlich Versicherte in vielen Fällen Wartezeiten von mindestens 6 Monaten bevor sie einen Therapieplatz bekommen. Und dann muss man auch noch dranbleiben, sonst sind die Plätze wieder weg. Da es einem ja mit den Medikamenten einigermaßen geht, man oft auch wieder arbeiten kann, vernachlässigen viele die ernsthafte Suche und fallen bald nach Absetzung der Medikamente wieder in ihr altes Loch zurück.

Ich kann jetzt nicht für alle psychichen Probleme sprechen, aber meiner Erfahrung nach geben Therapeuten wesentlich mehr als nur 'ein paar Tipps um sich selbst zu helfen oder wieder auf den richtigen Weg zu finden'.

Zum Schluss noch ein Wort zu der Schwere einer psychichen Erkrankung:

Nach internationaler Klassifikation steht eine schwere Depression auf einer Stufe mit einem Blinddarmdurchbruch, da sie in genauso vielen Fällen tödlich verläuft.

„Ostfildern“ (Pseudonym)

An sich zu arbeiten oder sich bewußt selbst zu verändern, ist für viele in einer bestimmten Lebensphase eine einschneidende Erfahrung und mit unter eine große Herausforderung.
Nicht jeder hat da die nötige Einsicht was und wieso eine Veränderung wichtig ist. Und auch nicht jeder hat die erforderliche Kraft den Kampf mit sich selber aufzunehmen geschweige denn zu gewinnen. Für Manche ist es eine notwendige und wichtige Hilfe und Stütze eine therapeutische Kraft mit objektiver Sicht zu haben, weil der eigene Blick gerade für die inneren Hürden oder Schwierigkeiten und unterschiedlichen Gründen verstellt ist.
Besonders bei Psycho-somatischen Erkrankungen - Gewalt und Missbraucherfahrungen oder Erlebnissen familiärer oder gesellschaftlicher Katastrophen ist den Betroffenen durch Verdrängung oder Schock der Weg zur Selbsthilfe verbaut. Zudem gibt es sicher auch Situationen, wo der Körper aufhört bestimmte Botenstoffe zu produzieren und diese dann zeitweilig medikamentös ersetzt werden müssen.
Ich will gar nicht in die Einzelfälle aus dem Bekannten und Freundeskreis eingehen, wo es am Rande von Suizid oder Zusammenbruch war und nur eine Therapie als Ausweg aus der Not half.
Ein Problem dabei ist sicher auch die richtige oder passende Therapie zu finden, da für jeden eine individuelle Angelegenheit und die Ansätze und Methoden sehr unterschiedlich sind. Am hilfreichsten sind wohl die, welche Körper und Geist als ganzheitliches, komplexes System auffassen in Zusammenhang mit der individuellen Umwelt des Betroffenen und es auch als solches behandeln.

Sich über die Betroffenen zu erheben und anmaßend und überheblich zu urteilen, lässt einen nur Kopfschüttelnd staunend wundern, aus welcher Tiefe der Weltfremdheit so was hervor geht.

Ich selber stand in jüngeren Jahren da wie vor einer gewaltigen Mauer, die zu überwinden mir unmöglich schien. Fehlendes Selbstbewußtsein und Selbstvertrauen bildeten eine ziemliche innere Hürde, welches durch das Lebens- und Erziehungsumfeld geprägt war.
Vielleicht war die eigene Natur, sich doch nie ganz aufzugeben der helfende Anker.
Und so konnte ich die eigene Energie aufbringen einer Abwärtsspirale zu entgehen bzw. entgegen zu steuern.
Aus der 8. Hauptschulklasse mit 5 und 6 im Schnitt abgegangen worden - passive Gewalterfahrung - und Schikanen und Hänseleien als Normalität.
Gute Freunde waren wichtig und halfen die Motivation zu finden, wie im Sportverein oder einer Theater/Komödiengruppe. Eine Zeit in der ich zu einem anderen Menschen wurde oder vielleicht besser gesagt zu mir Selbst fand und wurde.
Nach der Ausbildung wieder 2 Jahre zur Schule (BAS/FOS) und so hatte ich wie im Fluge die FH-Reife mit Schnitt 2,5 - Leiter einer Katastrophenschutz-Einheit beim ASB - Kampfsporttrainer - und Laienschauspieler und berufliche Stabilität und dazu noch 15 Jahre einer wunderbaren Liebe.

Ich kann nur allen wünschen, die durch innere Zerrissenheit und sich selbst im Wege stehend ohne Plan und Energie, die nötige Hilfe zu finden, um ihren Weg durchs Leben wieder selbst und frei meistern zu können.