Samenspender werden in Datenbank gespeichert zur späteren Erfragung

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Zu diesem Thema gibt es 81 Antworten

Der Beschluss ist durch, und in Zukunft werden Samenspender in einer Datenbank für Jahrzehnte gespeichert, um später dem Kind das Erfragen und Finden des eigentlichen "Vaters" zu ermöglichen.
Ich frage mich, was soll dieses nun, als Vorwand nennt man das Recht des Kindes, die Wahre Herkunft ermitteln zu können.
Muss das wirklich sein, ist es nicht ehr der Vorbote für den Staat, bei Zahlungsschwierigkeiten des Kindes, oder der Mutter, gezielt den eigentlichen Spender als Unterhaltspflichtig einstufen zu können?
Ich finde es extrem Fragwürdig, das Recht des Kindes auf die eigentliche Herkunft, voruischieben.
Muss das so sein, hat ein Kind, was über Samenspende, gezeugt wurde, das Recht dazu?
Es ist ja keine Situation, wie es üblich ist, Mann schwängert Frau und weg ist er. Hier ist ein Paar den Weg der künstlichen Befruchtung gegangen, was so schon sehr schwer für beide ist, inkl. x manchmal peinlichen Untersuchungen, um ein Kind zu bekommen.
Für mich sind die beiden die Wahren Eltern, sowohl die Frau, als auch der Mann. Warum muss ein Kind, nach 20-30 Jahren erfahren, das es über Samenspende gezeugt wurde? Warum? Ändert das was nachfolgend an der Kindheit? Hat es in irgendeiner Weise Einfluss auf die Entwicklung des Kindes? Und was hat das Kind davon, 30 Jahre später zu wissen, wer der Spender war. Ganz zu schweige von derm Problem, das der Spender evtl. selbst Kinder hat, Frau zuhause, und wird plötzlich damit konfrontiert.

Was meint Ihr dazu, soll man in diesen Fall, wirklich die daten offen legen?
Wäre ich Spender, wäre für mich jetzt der Moment zu sagen, nichts gibts mehr.

„St. Ingbert“ (Pseudonym)

Meiner Meinung nach ist es ein ganz wichtiger Beschluss und eine schon längst überfällige Entscheidung gewesen. Hier werden endlich die Rechte der Kinder berücksichtigt!
Für viele Menschen ist es sehr wichtig zu wissen, woher sie kommen. Das muss jede Familie oder jeder Mensch für sich selbst individuell entscheiden dürfen.
Aber es ist halt nun schon häufig vorgekommen, dass Kinder was geahnt haben und für sie die ausgesprochene Wahrheit als heilsamer Befreiungsschlag empfunden wurde.
Und diesen Menschen muss es als Recht offen stehen, zu wissen oder auch nicht zu wissen, wer der leibliche Vater (oder vielleicht auch Mutter?) ist.

Hier ist auch nicht die Genetik außer acht zu lassen!

Hinzu fällt mir auch noch die Thematik der systemischen Familienaufstellung ein. Auch ein ganz wichtiger Aspekt in dieser Sache.

Bisher wurden in den vergangenen Jahre nur die Rechte des Samenspenders, der Ärzte usw. berücksichtigt. Eigentlich unmöglich!

Warum steht das Recht des Kindes über dem Recht der Eltern? Das Kind erfährt es nie, sofern die Eltern nichts sagen, und wenn, was passiert? U.u wird der Vater nicht mehr akzeptiert, der das Kind als sein eigenes sieht, aufgezogen hat. Ich sehe den Sinn nicht ganz. Was bringt es zu wissen wer der Spender ist/war? Was kann das Kind mit dieser Information anfangen, ich unterstell mal, es wird ü18 sein.
Der Samenspender muss sich schützen können, sonst werden viele Paare Kinderlos bleiben in Zukunft

„St. Ingbert“ (Pseudonym)

@ rudi
Hatte ich gerade geschrieben, warum!

„Frechen“ (Pseudonym)

Die Frage der eigenen Herkunft ist eine sehr zentrale Frage der Menschen, unbestritten. Und auch wichtig unter dem Aspekt der Genetik usw. Kinder haben immer eine Ahnung, daß da was bei ihnen "anders" ist und da sind ehrliche Antworten wichtig.

Aber bei Samenspendern irgendwann mit dem Thema Unterhaltszahlung anzukommen wäre das Allerletzte, das geht garnicht.
Da @rudi bin ich ganz bei dir.

Allerdings sind dies zwei völlig verschiedene Aspekte ....die auch nicht zusammen gewürfelt werden sollten. Äpfel und Birnen halt.

Allgemein finde ich persönlich richtig die Rechte eimes Kindes über die rechte der Eltern zu stellen. Es gibt viele Erwachsene die eigentlich als Eltern nicht geeignet sich und dennen diese Verantwortung "Eltern zu sein" nicht bewusst ist.

Speziell zu dem Gesetzt: abgesehen davon, dass jeder irgendwann sich mit der Zentrale Frage beschäftigt: "wo komme ich her? Wo gehe ich hin?" und jeder Mensch ein Recht darauf haben sollte, es auch erfahren zu können (egal wie andere beschlossen haben ihn zu zeugen ), gibt es das medizinische Aspekt, in Notfall: Knochenmarkspende, Organ Transplantation, usw.usw.

„Griesheim“ (Pseudonym)

Kann der Samenspender dann für Organ und Knochenmarkspenden auch auf sein KInd zugreifen?
Bezahlt das Kind die Pflegekräfte, das Altenheim später?

Wäre nur fair, wenn jemand Unterhalt zu fordern sich nicht schämt.

Medizinisch könte es um vererbte Krankheiten/Gendefekte gehen, da sollte der behandelnde Artzt zugang zum Samenspender erhalten, allerdings unter dem Deckel der Schweigepflicht.

Ansonsten finde ich, der Spender sollte das Recht haben über die Speicherung zu entscheiden.
Für die Zukunft kann man sagen, das ja keiner Spenden muss, dem die Regeln nicht gefallen.

Samenspender erhalten Geld für ihre Spende, ermöglichen Zeugungsproblematischen Paaren Kinder zu bekommen.
Ich finde es ein Unding sie im Nachhinein zu belangen,
Sicher sind einige selbst neugierig, haben die dann nach 10 oder 20 Jahren auch das Recht ihre Kinder kennenzlernen?

Persöhnlich finde ich das ganze "wo komme ich her" was sind eine Wurzeln" völlig überbewertet.

Was & wer bin ich, was & wer möchte ich sein und wie finde ich meinen Weg da hin.
Das ist eine relevante Fragestellung.

Ich bin ganz bei Rudi.

So wie ich es lese, ist es gar nicht so einfach, Samenspender zu werden. Und die Bezahlung hält sich wohl auch in Grenzen. Einziger Vorteil - man(n) wird komplett durchgecheckt auf sämtliche Krankheiten, Allergien usw. und kann sich recht sicher sein, dass, wenn man zugelassen wurde, man über eine sehr gute Gesundheit verfügt.
http://www.n-tv.de/ratgeber/Das-sollten-Samenspender-wissen-article14410906.html

Es ist wohl möglich, dass der Samenspender auf Unterhalt verklagt werden kann. Die Hürden sind zwar hoch - aber allein aus dieser Tatsache heraus, dass es rein theoretisch möglich ist, würde ich eigentlich jedem Mann raten, nicht zu spenden. Denn ehrlich - das geht zu weit. Denn der Spender spendet nicht aus dem Wunsch, Vater zu werden. Auch wenn es ihm klar ist, dass seine Spende dazu führen wird, dass da irgendwo Kind(er) entsteh(en)t. Das ist für ihn aber nicht wirklich sein(e) Kind(er) - denn er hat ja nur in ein Becherchen ge....t.

Ich bin bei dem Thema also bei Rudi und Paul. Rechte der Kinder hin oder her. Und wenn wir über Rechte sprechen - danns muss das auf Gegenseitigkeit beruhen. Gleiches Recht für alle. Dann sollen die Spender im Falle einer Erkrankung auch das Recht bekommen, ihre "Kinder" zum Beispiel zu einem Test zwingen zu können für den Fall, dass sie als Spender in Frage kommen. Stelle ich mir irre vor - da lebt man 30 Jahre glücklich und zufrieden, hat gutes Verhältniss zu den Eltern, vielleicht schon Familie und eigene Kinder. Und da steht eines Tages mal einer auf der Matte und sagt - du bist nicht das Kind deines Vaters, sondern mein Kind. Wollte dich mal kennenlernen. Ich brauche jetzt halt mal eine neue Niere - geh dich mal testen, ob deine passt...
Denn in etwa so läuft es ja für die Samenspender. Man hat irgendwann mal gespendet, denkt gar nicht mehr daran, hat eigene Familie und Kinder. Und auf einmal steht da jemand, der sagt - ich bin aus deiner Samenspende entstanden und möchte meine andere Familie kennenlernen. Das sind also meine Halbgeschwister - wie nett... Gruselig, ehrlich gesagt.

„Kürten“ (Pseudonym)

Steckt hinter der Idee vllt. der Gedanke, dass alle Beteidigten sich bewusst entscheiden können, nur das Kind nicht?

Wenn man selbst seine Eltern kennt, kann man meist nicht verstehen, dass Menschen, bei denen es nicht so ist, den Wunsch haben, ihre Wurzeln zu finden. Ich habe lange auch gedacht, warum das so wichtig sein soll, dass es doch entscheidend ist, ob man geliebt und behütet aufgewachsen ist. Aber ich kenne eine Frau, die ihren biologischen Vater nicht kennt und es ihrer Mutter, die das Geheimnis mit ins Grab genommen hat, nie verziehen hat, dass sie nie erfahren hat, wer ihr Vater ist. Sie hat engeren Kontakt zur Familie ihres Stiefvaters gesucht als dessen eigene Kinder, weil sie wohl das Gefühl hatte, sich mehr anstrengen zu müssen, um dazu zu gehören.

Von daher kann ich verstehen, dass manche Kinder gern wissen möchten, wer ihr biologischer Vater ist. Aber die Männer, die anderen Menschen helfen, Kinder zu bekommen, obwohl die Natur das offensichtlich nicht für sie vorgesehen hat, per Gesetz zu verpflichten, auf seine Anonymität zu verzichten, finde ich unmöglich.

Und da es schon einen Fall gegeben hat, wo ein lesbisches Paar per Samenspende ein Kind bekam, nach der Trennung die Partnerin, die gegangen ist, sich nicht mehr verpflichtet fühlte und dann der Spender auf Unterhalt verklagt wurde und tatsächlich zahlen muss, ist ja schon offensichtlich, dass es bei diesem Gesetz nicht nur darum geht, dass Kinder die Möglichkeit haben sollen, ihre Wurzeln zu finden.

„St. Ingbert“ (Pseudonym)

Ich hatte von diesem Gesetz gehört, dass es hier nicht um Unterhaltsverpflichtungen geht, sondern um meine schon genannten Angaben.

Puuh...das wäre natürlich auch nicht so schön...dann belangt werden zu können.

Mir sind Fälle bekannt, dass diese Kinder im erwachsenen Alter nach ihrem biologischen Vater suchen. Und da geht es auf gar keinen Fall um Verpflichtungen, sondern um den ursprünglichen tiefgreifenden Wunsch, den Vater mal gesehen....mal gesprochen zu haben...vielleicht näher kennenlernen zu dürfen!

„Gevelsberg“ (Pseudonym)

...und was ist , wenn sich die Halbgeschwister zufällig kennen lernen und lieben lernen?..ohne zu wissen, den vielleicht gemeinsamen Vater zu haben?...nicht auszudenken. Daten müssen gespeichert werden, sonst sind später eintretende Probleme nicht erklärbar. - subjektive Meinung

„Kürten“ (Pseudonym)

Rudi, kannst du vllt einen link zu dem Beschluss posten?

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-10/samenspende-register-hermann-groehe-kuenstliche-befruchtung-vater-identitaet

... damit alle ihre Spekulationen einstellen können. Bin da ganz bei Enya12. Jeder soll ein Recht darauf haben zu erfahren, woher er kommt - auch wenn das in mancher Konstellation nicht erfolgt / erfolgen kann.

Und - wie unten angedeutet - Verpflichtungen à la "Gib mir dein Organ" o.ä. sind jetzt nicht möglich und werden damit auch nicht ermöglicht.

Das mit den "Halbgeschwister zufällig kennen lernen" hat man jetzt doch auch schon, gibt genug Kinder die nichts über Geschwister wissen, selbst wenn sie wissen das sie welche haben, wissen sie nicht wo und wer. Vorallem wie willst Du sowas ausschliessen, zeig mir deine DNA, lass uns meine damit abgleichen, und wenn wir nicht Problemwerte haben, dürfen wir. Glaube das will niemand.
Wichtig ist das die Eltern mit diesen Dingen vernünftig und bedacht umgehen, und zwar das ganze leben lang. Sie wissen als einzige, wie Ihr Kind zustande gekommen ist, und der Arzt der sie begleitet hat und mal ganz ehrlich, ist es nicht viel schöner, den schweren Weg bis zu der Schwagerschaft aus dem Leben auszublenden? Immerhin liegt ansonsten immer die Ungewissheit im Raum, was macht das Kind später wenn es weiss wie es war.
Ich als Vater würde da sicherlich meine Probleme mit haben. Die Mutter weniger, sie ist die Leibliche, aber wenn man schon so anfängt, warum wird bei der Eizellenspende nicht auch so verfahren? Dann wäre es genau umgekehrt, ein schönes Gefühl der schwangeren Frau, das sie ein Kind zur Welt bringt, das von Ihr so rein gar nichts haben kann, und vielleicht die Spenderin plötzlich den Anspruch erhebt, das es IHR Kind ja ist, Was ist damit? Letzteres wäre die Mutter eine Leihmutter ( Verboten oder nicht, lasse ich jetzt mal dahin gestellt).
Für mich ist dieser neue Beschluss ein Aufruf an diejenigen, die Kinderlos sind, ohne technische Hilfe niemals eine Chance hätten, von der Adoption mal ganz zu schweigen, ein Kind zu bekommen, sich in Zukunft leider ins Ausland zu begeben, wo dieser Datensammelwahnsinn nicht besteht.
Ich bin dafür, meine Meihnung, das Kinder, die über Samenspenden und/oder Eizellenspenden das Licht der Welt erblicken durften, nichts über den Weg wie es geschah, und vorallem WER der/die Spender waren, erfahren sollte. Nur um dem "das Recht.... dafür zu haben", zu wissen Hans G. aus Xy ist der Spender, und ich weiss auch dann schnell wo er wohnt, da kann ich dann mal anklopfen, bin ja sein Kind, ist ein absolutes geht gar nicht.
Ansonsten, ja, nichts mehr Spenden, auch wenn es jedem Spender leid tun wird.

„Kürten“ (Pseudonym)

Danke Blackadder, leider handelt es sich bei dem link nur um einen Bericht und nicht um den Beschlusstext..:-( den habe ich leider noch nicht gefunden.

„Kürten“ (Pseudonym)

Ja das muss öffentlich gemacht werden:-)

Was unterscheidet das Kind, das durch eine Samenspende gezeugt wurde von einem, das durch einen ONS entstanden ist?
Kind 2 hat Unterhaltsansprüche, Erbansprüche und kann zum Spielball im Sorgerecht Streit werden.
Kind 1 wäre hier benachteiligt, wenn es den Erzeuger nicht kennt.
Bei einem Samenspender ist ja der Wunsch nach einer Vaterschaft im weiteren Sinne durchaus da, warum macht er das sonst??
Vaterschaft bedeutet Verantwortung, auch in finanzieller Hinsicht.
Warum sollen die Steuerzahler für die Kinder aufkommen, wenn der Erzeuger ermittelt werden kann?

Weil der Erzeuger ein Spender ist, der auch vieles auf sich genommen hat, um freiwillig Kinderlosen Paaren den Wunsch erfüllen zu können. Das ist der gravierende unterschied, und Du schreibst es selber, genau das ist es was ich befürchte "Warum sollen die Steuerzahler für die Kinder aufkommen, wenn der Erzeuger ermittelt werden kann?"

Da wird dann jemand zur Zahlung hergezerrt, genau das ist nämlich auch meine Befürchtung, der im guten Absichten gehandelt hat.

geht gar nicht sowas. Immerhin Gibt es die Mutter, den vater, die diese Aktion gewollt haben, und auch durchgeführt haben. Sie sind die einzigen die in der Pflicht stehen.

„Kürten“ (Pseudonym)

So den Entwurf des Gesetzes habe ich nun gefunden. Meist wird der 1:1 in den Gesetzestext übernommen. Darin steht eindeutig, dass die rechtliche Vaterschaft des Spenders ausgeschlossen ist. Wie ein Gericht entscheiden kann, dass ein Samenspender eine rechtliche Vaterschaft besitzt ist mir unverständlich. Vllt. schließt dieses Gesetz damit auch eine bislang bestehende Lücke. So genau habe ich mich damit bislang nicht befasst.

„Kürten“ (Pseudonym)

Herzsucher... wenn wir uns stets danach richten, was die Presse so von sich gibt, dann Prost Mahlzeit;))

Das mit dem ausfindig machen ist richtig, es geht da in erster Linie nur darum, aber ich glaube das absolut nicht, da steckt mehr hinter. Warum soll das Kind die Möglichkeit haben? Immerhin hat sie Mutter und Vater ja da. Das ist doch meist nur dann gegeben, wenn irgendwas eingefordert werden soll...Solange da nichts surchsickert, und ich gehe mal davon aus, das gewissenhafte Eltern alle Dokumente irgendwan vernichten. Würd ich so machen. Dankbarkeit, unendlich an den Spender, aber dann bitte keinen Kontakt mehr.