Politik-Sammeltread - 3.1

in „Politik und Weltgeschehen“

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Naja; bei den derzeitigen Spritpreise spricht natürlich immer mehr für das E-Auto. Aber die Infrastruktur für das Laden hinkt noch weit hinterher. Vor 7 Jahre meinte ein Ingenieur (BMW), dass er diese Antriebsart nur als Zwischenstation sieht auf dem Weg zum Wasserstoffantrieb. Sehe ich genauso. Allerdings wie schnell das gehen wird, steht wohl noch in den Sternen.
Ok, dann stellt sich die Frage, Brennstoffzelle/Batterie oder Hubkolbenmotor?

@kurvenlover
Das ist eben der Punkt. Dieser BMW Ingenieur liegt halt falsch. Und das ist der Grund für den massiven Gewinnrückgang bei den deutschen Automobilbauern. Die anderen asiatischen Hersteller bekommen es seltsamerweise hin und das sogar zu vertretbaren Preisen. Und verschenken tun die ihre Autos auch nicht, man höre und staune. 🤣

Naja, wenn ich nur kurzfristig auf die Gewinne schaue mag das stimmen; aber es kostet nun mal, wenn man mehrgleisig fährt. Für mich ist der reine E-Antrieb nicht die einzige Lösung. Man beachte, unter den deutschen Herstellern hat meines Wissens BMW den geringsten Gewinnrückgang.

Das ist korrekt. BMW hat gegenüber seinen Wettbewerbern "nur" einen Gewinnrückgang von knapp 11% zu verzeichnen gegenüber über 40% bei Mercedes-Benz und Volkswagen.

BMW hat meiner Meinung nach aber aktuell bzgl. Fahrzeugflotte auch das beste Angebot. Wenn man sich die Designsprache und die Preise der beiden großen Konkurrenten anschaut muss man eben auch sagen, dass die es geschafft haben Produkte am Kunden vorbei zu entwickeln. Nicht ohne Grund soll ja ein EQS bei Mercedes wieder eingestampft werden und einfach das gleiche Chassis erhalten wie die normale S-Klasse. In dem Preissegment möchte eben nicht mal die Upperclass in einem Elektro Lutschbonbon über die Straße gleiten. 🤣

Und was die Kosten angeht haben die Investitionen für Verbrenner sowieso abgenommen. Der Antrieb ist quasi ausentwickelt und es werden lediglich Anpassungen im Abgassystem für z.B. die Euro 7 vorgenommen. Als weltweit größter Hersteller hat es Toyota ja auch frühzeitig geschafft Hybride und sogar Elektrofahrzeuge zu entwickeln. Wieso sollten nur wir Deutschen dazu nicht in der Lage sein, hmm?

@Kurvenfan In deiner Rechnung sind meiner Meinung nach mehrere Fehler.
- Erstens können die meisten Mieter ein Tesla Model 3 nicht bezahlen. Nicht mal den kleinen und gebraucht. Genausowenig wie eigentlich auch die meisten Elektroautos, die das Budget der Menschen nun mal übersteigen.
- Zweitens sind Kosten von ca. 40 Cent pro kW/h an den externen Ladesäulen nur für Vielfahrer mit einer zusätzlichen monatlichen Grundgebühr vorhanden. Und auch das nicht überall und nicht immer. Ansonsten muss du schon wesentlich mehr bezahlen. Und dann geht deine Rechnung nicht mehr auf. Leute, die sich ein Tesla mit großer Batterie leisten können, können sich auch etwas teureren Strom leisten.
- Drittens war das nicht meine Begründung. Sondern ein Artikel im Focus. Ich muss mich darauf verlassen, dass das, was da steht, auch stimmt.
- Viertens. Nun ja, du bist zu diesen Themen also anderer Meinung. Kein Problem. Dann erzäle mir mal, was für Elektroauto du denn fährst? Und wenn nicht - warum nicht?

@stierfrau
Dann frage ich dich aber mal was die sonst für Autos fahren? Wenn ich mir anschaue was so auf den Straßen rumfährt, dann ist da locker auch ein Tesla drin. Die Frage ist vielmehr worauf man seine Prioritäten legt.

Was die 40 Cent angeht betrifft dies ja dann Laternenparker, die dort regelmäßig laden. Man bewegt sich ja eigentlich immer in seinem städtischen Umkreis. Wenn man also dort dann sein Auto lädt dann kommt man auch auf diese Preise. Ich fahre ja nicht erst 200 km um da mein Auto zu laden. 😅

Ich persönlich fahre aktuell noch einen alten Mondeo. Der ist von Baujahr 2021 und wird von mir sehr wahrscheinlich noch kaputt gefahren. Ein Wechsel wäre aktuell nicht wirtschaftlich. Mein nächstes Auto wird auf jeden Fall ein Stromer. Und es wird sehr wahrscheinlich ein Tesla oder ein BYD.

Ein Model 3 mit großer Reichweite kostet 45.000€. Dann frage ich dich also noch mal was für ein Auto du denn sonst fahren willst?
Und ja es gibt auch Limousinen für etwa 10.000€ weniger. Diese haben dann aber über den Lifecycle deutlich höhere Kosten für Inspektionen und so weiter. Und wenn es ein Mittelklasse-Fahrzeug bleiben soll kann man es halt auch nicht mit einem Verbrenner vergleichen, der ein Kleinwagen ist. 😉

Wer sind denn sie?

Und sicher hie und da fährt ein Tesla. Mein Nachbar hat auch ein Model 3. Aber er kann den Wagen in der Firma laden - ist also nicht auf das Laden an irgendwelchen Ladesäulen angewiesen - und hat ca. 50% Homeoffice, fährt also recht wenig. Und das auch noch in einer mittelgroßen Stadt mit ca. 250 000 Einwohner. Was vieles erleichtert.

Aber laut Statistik haben mehr als 80% der E-Auto-Besitzer Eigentumswohnung oder gar einen Haus. Das sagt viel aus.

Die 40 Cent und sogar viel mehr betreffen alle, die nicht zu Hause laden (müssen) und nicht alle möglichen Karten aller Ladeanbieter besitzen. Das ist der Mindestpreis für Ladesäulen. Fremdlader zahlen meist sogar viel mehr.

Du nennst einen Mondeo aus dem Jahr 2021 alt? Warum hast du denn nicht schon da einen Tesla gekauft? Sind ja nur 45 000 Euro. Und der Mondeo hat damals ja auch nicht wesentlich weniger gekostet.

*Ein Model 3 mit großer Reichweite kostet 45.000€. Dann frage ich dich also noch mal was für ein Auto du denn sonst fahren willst? *

Ähm.... ein günstigeres? An was für Autopreise hast du dich denn gewöhnt? Solche Geldsummen behält doch kaum ein Angestellter über, der auch noch Miete zahlen muss.

Die Leute, die ich kenne, die solche Wagen "neu" fahren, fahren fast alle Leasingwagen. Die anderen gehören zu den Top 5% der Verdiener oder Erben, aber das sind halt auch die wenigsten.

"Man bewegt sich ja eigentlich immer in seinem städtischen Umkreis. "

Auch das: Nein? Wir haben hier z.B. im stadtnahen Dorf 3 öffentliche Ladesäulen. An einer steht meistens der Dienstwagen des Bürgermeisters - Prestigeprojekt und so. :) Die Ladeinfrastruktur ist noch ein großes Problem.

Gut wie gesagt, in NRW scheint die Lade-Infrastruktur dann deutlich weiter zu sein. Was eigentlich selten ist, denn wir sind bei vielen anderen Themen eher Schlusslicht.

Und was den Preis von Autos angeht kann ich nur sagen, ja die sind so teuer geworden.
Welches andere Auto hast du dir denn vorgestellt? Und ja ich kann auch sagen, dass die meisten Menschen in meinem Umfeld eher Autos im oberen 30.000er Bereich oder darüber fahren. Denn andere Fahrzeuge in der Mittel- oder Oberklasse gibt es schlichtweg nicht. Du kannst halt einen Dacia Duster technologisch nicht mit einem Model 3 vergleichen. Selbst der Duster kostet in halbwegs gleichwertiger Ausstattung dann auch 25000€ - 27000€, weil es aufgrund aktueller Regulatorik ein Mildhybrid sein muss. Es sei denn du drückst den Preis noch ein wenig und fährst Autogas. Aber die Versorgung mit LPG ist stellenweise auch nicht so berauschend. Die ganzen kleineren Hersteller haben das Problem dass die Autos zu ineffizient sind und keine Zulassungen mehr bekommen oder bei hohen Absätzen Strafzahlungen für die CO2 Bilanz erzeugen. Deswegen hat z.B. Suzuki ja den Jimny in Deutschland aus dem Vertrieb genommen, weil das ihrem Flottenverbrauch zu sehr schaden würde. Nachfrage gab es bei weitem genug und nun kommen viele dieser Modelle als Reimporte nach Deutschland.

Man kann das Problem vielleicht abmildern, wenn man einen Jahreswagen kauft. Aber das geht ja auch bei einem Tesla. 🤷🏻‍♂️

An der Stelle muss man auch ganz klar sagen dass, auch Leasing das Problem nicht wirklich behebt, es sei denn man hat das Kapital eben nicht. Aber kosten tut es am Ende auch das gleiche. Die 45.000€ sind ja auch UVP des Herstellers und die sollte man in Deutschland halt auch nirgendwo bezahlen. 😂

Das war auch immer schon die goldene Regel über Mercedes. Ohne mindestens 10% Rabatt geht da niemand aus dem Autohaus raus.
Ist fast so wie Küchen kaufen. Nur da sind wir schon bei Rabatten von etwa 50% bis 60% angekommen. 😅

@stierfrau
Vielleicht weißt du es nicht, aber Tesla Fahrer sind automatisch über die Tesla App angemeldet. Sie bekommen auch automatisch ohne weitere Gebühren den Vorzugspreis an den Ladesäulen die von Tesla zertifiziert sind. Lediglich mit einem Fremd-Fabrikat muss man ein Abo abschließen, um auf die gleichen Kosten zu kommen. Die Gebühren rechnen sich meistens aber schon ab 250 kW im Monat. Das entspricht ungefähr einer Fahrleistung von 1500km im Monat.

Kommunale Energieversorger bieten bei uns ähnliche Tarife an. Man sollte dann natürlich den Anbieter wählen, der in eigener Ortsnähe ist.

Den Mondeo habe ich Anfang 2021 gekauft, weil ich dort noch Jahresfahrleistungen von ca. 28000km im Jahr hatte. Der Neupreis lag durch entsprechende Kontakte bei 26000€. Diesen Preis bekommt man so niemals mehr.
Daher war es ein unschlagbares Angebot und nur deswegen habe ich mich gegen den Tesla entschieden. Er hat eine 2L Diesel Maschine und nahezu Vollausstattung. Wie gesagt vergleichbare Fahrzeuge Kosten jetzt um die 45000€ auch bei Ford. Leider wird der Mondeo ja in dieser Form schon gar nicht mehr gebaut, was ich schade finde aber die Limousinen sterben leider langsam aus. Die Hersteller bringen in den flachen Unterböden die Batterien nicht unter, die für Hybridfahrzeuge heute auch unablässlich sind.

@Kurvenfan 10%? Beim letzten Wagen hatte ich 60%.... (Spezielle Situation/Angebot ausgenutzt. Aber trotzdem. 😎)

Ich würde es auch nicht einsehen so lange nur für ein Auto zu arbeiten. Da kann man bessere Deals machen. Ja, sie sind auch hübsch und chic, aber ich schaue z.B. gerne amerikanische Finanz-Youtuber und da entdeckt man ganz schnell, das zu große Autos, einfach ein enormes Armutsrisiko sind.

@Selfcare
Dann hattest du ähnlich viel Glück wie ich mit meinem Mondeo. Aber die Autohersteller sind aufgrund der aktuellen Situation deutlich knausiger geworden was Rabatte angeht.

Zwar kann man immer noch mal gute Schnäppchen machen aber ich finde es ist deutlich schwieriger geworden in dieser Größenordnung.

Natürlich ist so ein Auto teuer, aber ich würde dann ja auch planen das Auto 8 oder 10 Jahre zu fahren. Dann sind es halt "nur" noch 4500€ im Jahr im Idealfall. Das finde ich wiederum jetzt nicht so schrecklich viel.
Wenn man überlegt wie viel Geld manche Leute für andere Dinge ausgeben.

"Aber die Autohersteller" - Die DEUTSCHEN Autohersteller, weil sie einfach ihre Autos am Markt und den Möglichkeiten ihrerer Konsumenten vorbei entworfen haben. De facto haben sie ja eigentlich nur noch im Premium-Segment Käufer gesucht. Jahrelang wurden ja auch deutsche Autos in Deutschland am teuersten verkauft, weil man wußte "Die Kunden machen das mit". Alles, wirklich alles in Deutschland war ja darauf ausgerichtet, dass jeder ein eigenes Auto haben mußte: Schlechter Nahverkehr auf dem Land, hohe "abgesicherte" Taxipreise, die Legende vom Auto als Statussymbol....

Jetzt können die Chinesen auf einmal moderne Kleinwagen für 5000€ verkaufen und die absolute LUXUSklasse mit allem Schnick-Schnack kostet 50.000€.

Wenn das autonome Fahren in ein paar Jahren wirklich sicher deutschlandweit funktioniert, wollen ganz viele Leute vielleicht kein eigenes Auto mehr. Würde das Taximonopol fallen, würden schon ganz viele Leute kein eigenes Auto mehr wollen, wenn "sich fahren lassen", einfach, bequem und relativ preiswert wäre.

Ich hatte auch mal vor langer Zeit für ein halbes Jahr bewusst kein Auto. Wohnte in einer Großstadt mit U- und S-Bahn. Alles kein Problem; aber als ich zu einem Treffen in ca. 100 km Entfernung (Provinz) gefahren bin mit S-Bahn, DB und letztlich Bus und noch dort von Ortsmitte von einem Freund mit Auto zum Ziel in ca. 5 km abgeholt worden bin waren 2,5 h vorbei. Mit dem Auto zu der damaligen Zeit ca. 1 h. Fazit: Außerhalb des erweiterten Stadtgebietes wird es zeitintensiv.

@ kurvenlover
Ich habe genau das gleiche Problem. Leider bin ich auf sehr flexible Mobilität angewiesen und daher kann ich auf das Auto nicht verzichten. Öffentliche Verkehrsmittel funktionieren meiner Erfahrung nach nur innerhalb großer Städte wirklich gut, aber Verbindungen in die Randbezirke oder noch schlimmer der Randbezirke untereinander sind dann schon eher schwierig und dauern im Vergleich zu einer Autofahrt selbst mit Stau und allen Unwägbarkeiten meist deutlich länger.


@ SelfCare
Genau, das hatte ich ja schon geschrieben auch bzgl. des EQS. Ich persönlich hätte den Elektromarkt auch lieber von unten erschlossen, also zuerst massentaugliche Autos gebaut und nicht nur Luxus Fahrzeuge, die dann zwar hohe Margen aber winzige Marktanteile haben. Da heute nur noch die Rendite zählt werden ja sogar Produkte eingestellt, die sogar noch Gewinn machen, aber der Gewinn ist eben nicht "groß" genug.
Marken wie Toyota haben sich da eher auf das Kleinwagen und die Mittelklasse konzentriert und konnten daher den Markt viel besser bedienen. Auch Startups versuchen ja oft in der Mittelklasse oder im oberen Kleinwagen Segment zu punkten.
Ich bin gespannt wie sich die Situation mit den Strafzöllen weiter entwickelt, denn auch hier sorgt die Regierung ja aktiv dafür, dass die Preise weiterhin hoch bleiben und die deutsche Industrie sich nicht anpassen muss. Natürlich nur zum Schutz der guten Aktionäre versteht sich. 🤥