Kreuze in bayrischen Behörden - Eure Meinung?

in „Politik und Weltgeschehen“

Zu diesem Thema gibt es 119 Antworten

„Meerbusch“ (Pseudonym)

Das das christliche Kreuz traditionell die Gleichheit der Geschlechter und die Prinzipien der Aufklärung symbolisiert wäre mir allerdings neu 😉

„Menden“ (Pseudonym)

Das Kreuz ist ein Ursymbol unserer christlichen Tradition und die Aufklärung und Emanzipation der Geschlechter bauen entwicklungsgeschichtlich darauf auf.

„Meerbusch“ (Pseudonym)

Öhm ... Also genau genommen ging es aber doch bei der Aufklärung (auch) um eine strikte Trennung von Religion und Staat, was das exakte Gegenteil von "Kreuze in bayrischen Behörden aufhängen" ist, oder täusche ich mich da? :)
Belege brauche ich nicht weil ich nicht aus Bayern stamme, sondern weil ich in einer modernen Welt lebe, die eben NICHT mehr nur auf einem Glauben aufbaut, sei der nun christlich, jüdisch oder muslimisch.

Und nur mal so als Beispiel: die zehn Gebote, eines der Grundsteine der christlichen Religion sprechen nur Männer an. Frauen sind darin dem Vieh und Land gleichgestellt die man nicht begehren soll wenn sie der Besitz des Nächsten sind. Hmmmm .....

„Oelde“ (Pseudonym)

Naja die Aufklärung wurde ertrotzt :-)
Das unterscheidet uns vom Islam und deshalb ist er auch viel gefährlicher.

Je bildungsferner die Menschen um so gläubiger, das ist bei allen Religionen so. Und alle glauben an Religionen die mind. 1400 Jahre alt sind. Damals war die Erde eine Scheibe und die Sonne drehte sich um die Erde.

Alles was wir uns nicht erklären können ist Gott.

Großartige Idee, wenn ' s hilft die Endlichkeit des Sein zu ertragen.

Söder ist nur auf Stimmenfang, bei den Bildungsfernen wird's ihm helfen :-)

„Meerbusch“ (Pseudonym)

Zum Thema habe ich kürzlich einen interessanten Kommentar gelesen:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/islam-debatte-aufklaerung-schuetzt-nicht-vor-barbarei-kommentar-a-1204284.html


Unsere unaufgeklärten Muslime von Susanne Kaiser

Zitat daraus::
Genau genommen waren es aber nicht die Christen, die diese Bewegung (die Aufklärung) entscheidend geprägt hätten. Das Christentum war eher das, wogegen sich die Aufklärerinnen behaupten mussten: das Rückständige, Unterdrückende, Irrationale.

Das Gefühl der westlichen Überlegenheit über islamische Gesellschaften gehört zu den unrühmlichen Relikten der Aufklärung, die ganz offensichtlich noch nachwirken. Andere als minderwertig, unzivilisiert und nicht vernunftbegabt (heute: nicht demokratiefähig) anzusehen, ermöglichte vor 200 Jahren, außereuropäische Bevölkerungen mit Ideen wie der Rassenlehre zu entmündigen, zu kolonisieren und zu unterwerfen. Begründet wurde dies wissenschaftlich mit ihrer Rückständigkeit und normativ mit der Pflicht, sie daraus zu befreien. Eine ziemlich paternalistische Idee also. Wie unsere Debatte heute.

Dabei war es über viele Jahrhunderte in der Geschichte andersherum. Der Islam galt als die Religion der Toleranz, unter der die Wissenschaft florierte - während das Christentum eher mit Wissenschaftsfeindlichkeit verbunden wurde. Weshalb es ja dann auch eine Aufklärung brauchte.
😉


Und:

Wenn die Politik wirklich etwas gegen die "Islamisierung" tun will, dann könnte sie Programme zur Deradikalisierung besser fördern. Die sind nämlich chronisch unterfinanziert, machen aber die eigentlich wichtige Arbeit in dem Bereich. Wahrscheinlich geht es Politikern jedoch gar nicht darum, etwas zu verändern. Vielleicht brauchen sie genau diese feindliche Stimmung gegen eine Minderheit, um Wählerstimmen einzufangen. Das aber ist gefährlich, das sollte uns die Geschichte eigentlich gelehrt haben.

„Meerbusch“ (Pseudonym)

Rudi, das jetzt plötzlich das Kreuz wieder überall hängen soll ist aber unweigerlich damit verknüfpt - meinst Du nicht das es ursächlich miteinander zu tun hat, das sich Leute in eine irrationale Angst gegen Flüchtlinge und den Islam reinsteigern und zugleich der Vorschlag kommt das Kreuze überall hängen sollen.

Weisswürschtl und Sonnenschein könnte man viel eher beanstanden. Denn das gehört nun wirklich nicht Thema des Threads.
Davon abgesehen, wenn jemand um eine Einschränkung des Themas bitten kann dann Mike.

„Emmerich am Rhein“ (Pseudonym)

Staat und Kirche gehören fest zusammen. Kreuze gehören in alle Behörden, Schulen, Gerichte etc.
Der Fürst der sprach zum Kardinal:
"Halt Du sie dumm, ich halt sie arm."

Morgen erst mal schön aufn Katholikentag.

Gott will es!

„Schleswig“ (Pseudonym)

Ich als Atheist fühle mich durch das Kreuz nicht belästigt, in behördlichen Räumen hat es meiner Meinung nach aber ebensowenig verloren, wie andere religiöse Symbole.

Herr Söder bedient sich hier bildlicher und billigster Polemik. Dass er als Politiker derart unreflektiert und unüberlegt agiert, nur um „Volkes Stimme“ zu befriedigen, das belästigt mich viel mehr und macht mir eher Angst.

„Oelde“ (Pseudonym)

Söder der Retter des Abendlandes :-)

Es wäre besser im kath. Religionsunterricht die problematischen Suren zu analysieren.

Ein paar Kreuze an der Wand, bringen definitiv nichts.

Ich finde das es ein klares Zeichen ist, das ist meiner Meinung nach auch gut so.
Wir lassen uns in Bayern nicht von zugereisten virschreiben, welche Religion die Richtige ist, und damit ist auch das Kreuz Inbegriffen.
Bayern ist überwiegend katholisch, der Glaube daran ist stark, und wird auch weit verbreitet gelebt. Richtig gelebt, nicht nur auf dem Papier.
Da gehört das Kreuz dazu.
Wie andere Religionen z.b in türkischen Hotels in den Zimmern die Richtung zum Gebet an der Decke als Symbol gezeichnet ist, Gläubige Ihren Teppich ausbreiten. Das alles sind Symbole des Glaubens.
Und niemand hat das Recht, diese Symbole per Gerichtsklage, zu untergraben. Aber genau das wird getan. Wenn mich das Symbol des Glaubens stört, dann muss ich einen anderen Ort aufsuchen. Mir würde nie einfallen, mich im türkischen Hotel einzumieten, und dann klage ich gegen die Symbole in den Zimmern. Sowas macht man nicht. Wenn mich das stört, muss ich gehen . Fertig.
So sehe ich das, also meine einzelne Meinung.
Wir fordern Reigionsfreiheit, das betrifft auch die Symbole wonach gelebt wird.
Das Kreuz ist eines davon.

„Detmold“ (Pseudonym)

Im evangelischen Religionsunterricht wurde der Islam übrigens sehr umfassend behandelt. ;)

„Karben“ (Pseudonym)

Ich verstehe sehr, was Rudi meint- und als Kind eines ehemaligen Ausländers bin ich alles andere als Ausländerfeindlich!
Es geht darum, dass ich persönlich auch der Meinung bin, dass ich es bin, der sich anpassen muss, wenn ich in einem anderen Land sein oder leben möchte- und nicht das Land und seine Bräuche an mich!
Aus Respekt den anderen Gegenüber und Wertschätzung!
Das mag altmodisch klingen- aber damit kann ich leben, weil ich gewisse Werte als richtig und wichtig erachte!
Ich bin meinem verstorbenen Vater sehr dankbar dafür, dass er mir durch sein Sein gezeigt hat, dass es so einen sehr guten Weg gibt um sich selbst und seine Kultur nicht zu verleugnen aber in Achtung vor den Gebräuchen und Gepflogenheiten sich zu integrieren- so geht ein Miteinander sehr gut, und so geb ichs auch weiter

„Freiberg“ (Pseudonym)

Stimmt, von zugereisten lassen wir Bayern uns nichts vorschreiben, Rudi!!!

Söders Zukunft sehe ich übrigens analog zum früheren fränkischen Dorfdeppen als MP, den Beckstein.
Der ist bald wieder weg.

Wir Franken entsorgen halt ganz gerne unsere Vollpfosten nach München:
Lothar Matthäus, Günther Beckstein, Markus Söder u.v.m..

„Schleswig“ (Pseudonym)

@rudi

Was für ein Unsinn. Wir lassen uns von Zugereisten nicht vorschreiben, wir in Bayern, das Kreuz gehört zu uns.

Ich bin nicht katholisch, meine Kinder sind Muslime, mein Partner evangelisch. Wo, zum Teufel wo, gehört das Kreuz zu mir??? Oder bin ich jetzt plötzlich keine Bayerin mehr, obwohl hier geboren und nie woanders gelebt.

Das Kreuz in der Kirche, Bitteschön, geht mich gar nichts an. Da gehört es hin, sonst nirgendwo. Und es geht hier um das Kreuz in öffentlichen Einrichtungen, nicht um die Bibel im Hotelzimmer. Zefix, das ist ein Unterschied.

„Karben“ (Pseudonym)

@calmebetty...... vielleicht bedenken, dass es sehr traditionsverbundene Menschen gibt, für die das Kreuz eben dazu gehört!

Ich feiere auch Weihnachten, weil ich die Tradition schön finde und den Gedanken als Fest der Liebe- nicht aus katholischen Gründen!

„Eisenhüttenstadt“ (Pseudonym)

Beim Begriff der Homosexualität unterscheidet die kirchliche Lehre zwischen der Neigung zu gleichgeschlechtlichen Partnern und daraus resultierenden Handlungen. Eine homosexuelle Neigung gilt als „objektiv ungeordnet“, weil sie zwar „in sich nicht sündhaft“ sei, aber „eine mehr oder weniger starke Tendenz, die auf ein sittlich betrachtet schlechtes Verhalten ausgerichtet ist“, begründe.[1] Homosexuelle Handlungen dagegen werden als „moralische Unordnung“[1] betrachtet, die der „schöpferischen Weisheit Gottes entgegenstehen“[1] und dem Naturrecht widersprechen, weil die „Weitergabe des Lebens“ beim Geschlechtsakt ausgeschlossen bleibt.[2] Sie entsprängen keiner „wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit“ und wären daher „in keinem Fall zu billigen“.[2]

Nach katholischem Verständnis besteht eine Ehe aus Mann und Frau[3][4], die gleichgeschlechtliche Ehe wird sowohl im kirchlichen Verständnis des Ehesakraments, aber auch als rein staatliche Zivilehe abgelehnt.[5][6] Gleichgeschlechtliche Partnerschaften gelten als ungeeignete Umgebung für die Erziehung von Kindern, Legalisierungsbestrebungen als schädlich für die Gesellschaft.[7]

(Zitat: Wikipedia)
https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_und_r%C3%B6misch-katholische_Kirche

@Theodora
Vielleicht mal dran denken wie zum Beispiel Homosexuelle sich beim Behördengang fühlen müssen, wenn ein Bundesland die Gesetzgebung konterkariert, die eine völlige Gleichstellung verlangt und somit im Widerspruch zur katholischen Lehre ist.

„Oelde“ (Pseudonym)

Ähm ... fühlen ... mimimimimimimimi ?
Religion ist Quatsch aber irgendwie Tradition.
Damit muss ich auch leben.

Calmebetty,

Du hast das nicht verstanden, Du hast Deine eigene Religion und Glauben, das ist gut so.
Warum haben das die Katholiken nicht?? Die eben ihr Symbol in Räumen haben? Das verbietest Du aber deins ist unantastbar? Wo kommen wir dahin, Religionssymbole zu verbieten.
Jedem seins, und wenn da ein Kreuz vor Dir! steht/hängt, dann kann das da auch bleiben, wenn es Dich stört, schau nicht hin.
Andere Religionen bekommen das doch auch hin, jeder lebt seine, niemand stört sich an dem anderen.
Das funktioniert seit Jahrzehnten super. Miteinander, nebeneinander. Da ist es richtig zu zeigen, das es auch so bleibt. Total egal ob da Muslime oder ähnlich plötzlich dagegen klagen.
Ich hoffe Söders vorstoss macht Schule!
Hier ist Religionsfreiheit. Das kann jeder leben und zeigen.

„Detmold“ (Pseudonym)

*setzt sich in einer Wirtschaft vor Rudi mit einem Schild auf dem steht "Bayern sind absolut von gestern" leise murmelnd "Wie kann man nur, wie kann man nur...."*

Wie, das stört dich, weil du irgendwie das Gefühl hast, das geht gegen dich? Oder ist irgendwie offensiv und ich sollte das für mich behalten? Hmm.. es herrscht Meinungsfreiheit. Da darf man das. Das kann jeder leben und äußern. *Sarkasmus off*

Wo wir da hin kommen würden, wenn jeder mal seine religiöse Ideologie lassen würde? In eine freie und friedliche Welt, in der z.B. niemand den Glauben benutzen könnte, um Menschen zu manipulieren und Interessen durchzusetzen z.B. Kriege anzufangen, zu denen man ohne das Deckmäntelchen des Glaubens niemanden motivieren könnte.

Wofür steht denn der Glaube für dich, wofür nichts anderes stehen könnte? Geht es wirklich um Gott, oder geht es um Traditionen und das die, die anders sind, das gefälligst lassen sollen?

„Eisenhüttenstadt“ (Pseudonym)

@ Kontra
Nix "mimimimi"!
Die Kirche kann und darf alles mögliche propagieren ...auch jungfräuliche Schwangerschaften und Himmelfahrten.
Aber bitte außerhalb staatlicher Institutionen.
Damit sollten wir alle leben.
Gerade für Frauen könnte sich ein staatliches Anbiedern als Bumerang herausstellen.
Ob und wie Du oder andere ihre Religionszugehörigkeit im PRIVATEN ausdrücken ist mir völlig egal.

„Detmold“ (Pseudonym)

PS: Ich glaube auch durchaus an etwas Göttliches. Aber an den selbsternannten Stellvertretern auf Erden und ihrer "Selbstlosigkeit" habe ich so meine Zweifel.