Kanzlerdämmerung...

in „Politik und Weltgeschehen“

Zu diesem Thema gibt es 33 Antworten

„Idar-Oberstein“ (Pseudonym)

Auf jeden Fall hat Merz jetzt mal den Beweis geliefert, dass die Empfindung, dass Tiefs mit lediglich Frauennamen durchaus eine negative Konnotation bedeuten, richtig war.

„Henstedt-Ulzburg“ (Pseudonym)

Hat ja Frau Merkel auch ganz selten gemacht und es hat trotzdem geklappt mit der Politik. Sowas ist mir lieber als die Gerhard Schrödersche Handschüttel-Mentalität bei der aber im Hintergrund schon schräge Geschäfte für die "Karriere danach" mit den Russen geschlossen werden.

Im Moment ist mir nur Lars Klingbeil von der SPD sehr sympathisch. Mal schauen, der kriegt bestimmt auch irgendwann mal seine Chance auf eine Kanzlerkandidatur.

Klingbeil als Chef war doch nur eine Verlegenheitslösung, nachdem so praktisch keine bekannten Leute in der SPD mehr übrig waren. Die Schröder-Riege hat sich und ihre Getreuen viel zu lange an der Macht und den Partei-Nachwuchs kleingehalten. Siehe Schulz, den man schon aus dem EU-Hut zaubern musste, weil kein Bundes-SPDler mehr übrig war. Der Generationenwechsel zu Klingbeil ist da zwar einerseits überfällig, zugleich aber auch ein sehr großer Sprung, was in der Parteihierarchie zu unmut führen dürfte. Denke nicht, dass er so schnell Kanzlerkandidat wird, jedenfalls wenn nur, weil kein "verdienterer" Interesse an einer aussichtslosen Kandidatur hat. Erwarte eher, dass der eine oder andere Landespolitiker eine Ersatzverwendung sucht, insbeondere wenn schwarz-grün im Aufwind sein sollte vor den jeweiligen Landeswahlen.

Merkels ruhe und Aussitzen sorgt aber auch für den heutigen Frust. Da sind mir klare Kontroversen doch deutlich lieber als die heutige Einheitslinie. Noch dazu mit diesem Unding Koalitionsvertrag, der jegliche Auseinandersetzung vermeidne soll. Gehört umgehend gestrichen. Gab's or Schröder auch nicht. Im Grunde hat die SPD damit ihr eigenes Grab geschaufelt, dass sie ein Instrument etabliert hat, dass ihr heute ein aufs andere Mal aus der GroKo heraus eine Abgrenzung ihrer eigenen Positionen zur Wahl vom Koalitionsführer unmöglich macht. Da hilft auch das "sozialdemokratische Hlabjahr" nichts, wie der Postillion das in den letzten Monaten vor der Wahl als Köder für die Traditinswähler hervorgekramte sozialdemokratische Gewisse nannte, was dann eh wieder der GroKo unergeordnet wird.