Gewerblicher Rückruf DSGVO

in „Politik und Weltgeschehen“

Zu diesem Thema gibt es 30 Antworten

So ganz hinkt das nicht, denn den geschlossenen Vertrag hast Du evtl. schon ein paar Jahre, da war ein Rückruf mit selbst Deinem privat Handy überhaupt kein Thema.
Heute schon.
Whatsapp lass grüssen, Patienten/Kunden schreiben Dir kurz, bring bitte zwei Infusionslösungen mit, Du schickst Bild zurück und fragst die? Patient zurück ja. Alles gut, Das darfst Du jetzt nicht mehr so ohne weiteres. Dünnes Eis. Zeigt die Bürokratie, was lange unkomplziert lief, muss geändert und mit Papierkram belegt werden damit es nicht mehr läuft.

„Mannheim“ (Pseudonym)

@ jaku75_Muc

So sehe ich das auch. Super Beitrag!


Ich musste neulich bei einer neuen Ärztin ein Datenschutz-BlaBla unterschreiben, dass sie mich per Mail und Handy kontaktieren darf. Was ich nicht ahnte war, dass sie mir an einem Sonntag per WhatApp eine Diagnose schickte.
Hat zur Konsequenz, dass ich ihr nicht nur diese Erlaubnis (und das Vertrauen) sofort entzog, sondern auch künftig keinem Arzt oder ähnlich offiziellen Stellen eine solche Erlaubnis überhaupt erst erteile.

Die Nutzung von WhatsApp un EMail für solche geschützen Daten ist purer Irrsinn ... da wäre es noch sicherer die Diagnose auf eine Postkarte zu kleben und mit der Post zu verschicken.

Ich ging davon aus, dass so unsichere Medien höchstens zur Terminabsprache geeignet sind und auch nur dafür genutz werden, da das scheinbar nicht für jeden selbstverständlich klar ist, gibt es von mir keine Erlaubnis mehr mich auf diesem Weg (Mail, WhatsApp und Co.) zu kontaktieren. Es ist ja nicht so, als wäre es bis vor ganz kurzem nicht auch ohne diese Mittel gegangen.

Solange Menschen derart nachlässig mit Daten umgehen ist es sinnvoll und wichtig, dass der Gesetzgeber (wenn auch sehr spät) draufschaut.

„Düsseldorf“ (Pseudonym)

Ein Kontakt über Whatts App & Co. sollte für vertrauliche Unterlagen, Diagnostik etc. absolut tabu sein. Das geht gar nicht. Da sollte auch jedem Absender klar sein, dass diese Unterlagen nicht safe sind. In unserem Unternehmen käme ich gar nicht auf die Idee, die Kunden so zu kontaktieren. Wir senden eine E-Mail, wenn uns die E-Mailadresse vorliegt oder wir rufen an. Haben wir weder Telefonnummer noch Mailadresse schreiben wir noch die guten alten Briefe...

Bei Neuverträgen sollte man schon darauf achten, dass man sie rechtssicher abschließt. Ggf. sollten dann auch Kleinunternehmen das Geld in die Hand nehmen und die Verträge von einem Anwalt prüfen lassen. Und in den Neuverträgen sollte dann in jedem Fall eine Klausel rein, dass beiden Vertragspartnern klar ist, dass Daten verarbeitet werden. Das gab es aber nicht erst mit der neuen Verordnung - die Datenschutzrichtlinien gibt es bereits seit geraumer Zeit. Selbst bei unseren "Uralt-Fonds" gab es in den Prospekten und Zeichnungsscheinen bereits den Datenschutzhinweis, dass die persönlichen Daten gespeichert und verarbeitet werden und dass diese auch weitergegeben werden, sofern es für die Erfüllung des Vertrags notwendig ist.

Es dürfte wohl auch kaum im Interesse der Vertragsparteien liegen, wenn man seinen Vertrag nicht erfüllen kann, weil der andere nicht will, dass man seine Daten speichert. Dann gibt es halt keinen Vertrag.

@ Rudi: im Zweifel muss der Kunde dann eben genau sagen, welche Lösung er benötigt. Da stehen hoffentlich Namen drauf. Ich kenne mich nicht so gut aus, aber die Pflegedienste sollten doch auch wissen, was der Patient genau benötigt, oder?

„Hamm“ (Pseudonym)

Sehr spannendes Thema und ich will kein neues aufmachen, aber trotzdem etwas offtopic sein...

Eine Bekannte musste vor 2 Jahren in die whattsapp Gruppe ihres selbstherrlichen Chefs einsteigen, der hat dann da ständig seine Macht verbreitet, Kollegen angeschwärzt und auch Krankheitsausfälle bekannt gegeben und verwaltet. Ich war schockiert, weil diese Nachrichten kamen Tag und Nacht, ohne Rücksicht auf Wochenende oder Feiertag. Bei meiner Recherche zeigten die AGB von whattsapp auch, dass es nicht für berufsbedingte Gruppen verwendet werden darf und somit diese Nutzung illegal war. Ich sagte Ihr, "tritt aus! Wie kann man nur", etc.....

Tja, die Realität holt einen manchmal schnell ein... Inzwischen bin ich auch in einer whattsapp Gruppe meines Arbeitgebers und bekomme teils 24h am Tag Nachrichten über Krankenstände, etc. Mir bleibt nur, das hinzunehmen oder zu kündigen.

VW hat inzwischen seine Server programmiert, abends und am Wochenende keine Mails mehr auszuliefern, da es eine massive Belastung bedeutet rundumdieuhr erreichbar zu sein und jede Erholung zerstört.

Sorry, Herr Sexy, aber als alter Stammtischkamerad erlaubst Du mir vielleicht die Frage: Wie sind hier Eure Erfahrungen?

Krankenstand über WhatsApp? Prima, das verstößt ja nicht nur gegen die neue Verordnung, sondern hat es auch bei der vorherigen bereits .. und zwar eindeutig!

Krank muss offiziell 'abwesend' sein..
Wir haben im Büro für das Switchboard einen An- & Abwesenheitskalender. .. du bist da entweder 'an' - oder 'abwesend' (Urlaub, Krankheit, Geschäftsreise)

„Lutherstadt Wittenberg“ (Pseudonym)

Ich weiß, das einige Unternehmen Probleme damit hatten, das Mitarbeiter WhatsApp Gruppen aufgemacht haben und darüber alles mögliche ausgetauscht haben, eben auch Dinge, die nicht außerhalb der Kontrolle des Unternehmens gehören ("Schatten-IT").
Es gibt relativ günstige sichere Chatlösungen für Unternehmen. Wenn sie wirklich wollen, das ihr informiert seit, sollen sie da was Sichereres einrichten.