Gedenktage

in „Politik und Weltgeschehen“

Zu diesem Thema gibt es neun Antworten

„Friedberg“ (Pseudonym)

Mir fiel grad auf, daß der Juli ein "schlimmer" Monat ist, für mich persönlich und allgemein: Attentate in Norwegen, das Unglück auf der Loveparade, der Todestag meiner Mutter und jetzt aktuell die Attentate in Deutschland.
Wo sind die unbeschwerten Sommertage der Kindheit und Jugend geblieben? :-(

„Pulheim“ (Pseudonym)

Die waren genau so wenig unbeschwert. Hat dich damals nur nicht interessiert, du hast es aufgrund der anderen Medienlandschaft nur am Rande mitbekommen, oder du kannst dich schlicht nicht mehr dran erinnern.

ETA, IRA, RAF um nur mal ein paar zu nennen. Und da wir gerade bei München sind darf man natürlich auch die Terror-Gruppe Schwarzer September nicht vergessen.

Damals waren die Motive zwar oft andere, aber Anschläge gabs genau so.


Hier zur Erinnerung noch ne Liste mit bemerkenswerten Anschlägen aus den unbeschwerten Tagen:

März 1954,
Juni 1961,
September 1963,
Oktober 1967, Bombenanschlag auf
Dezember 1969,
Februar 1970, Bombenanschlag auf
Juli 1970,
Dezember 1971,
Juli 1972,
Mai 1972,
Dezember 1973,
November 1974,
Mai 1974,
Dezember 1975,
Januar 1976,
Oktober 1976,
Dezember 1977,
März 1978,
August 1978,
September 1978,
November 1979,
August 1980,

Die Liste liese sich beliebig fortsetzen und verlängern.

Das stimmt, @Cocoa, die Wahrnehmung hat sich vielleicht verändert - aufgrund der Berichterstattung, kann sein. Ich erinnere mich aus meiner Jugend sehr deutlich an die permanenten Straßenkontrollen während der RAF-Zeit, den Krieg in Irland, die baskischen Konflikte, an die Atomversuche der Franzosen im Mururoa-Atoll, den Falkland-Krieg, immer wieder Palästina vs. Israel, die eine Million Kurden, die irgendwo zwischen Iran und Irak "verschwunden" sind, das Oktoberfest-Attentat von München, das Olympia-Attentat 1972, Bombenattentat 1996 Atlanta... und wie war das noch mit der Geiselnahme in der amerikanischen Botschaft in Teheran 1979 bis 1981 - 444 Tage lang? Undundund...

Nein, unsere Welt kocht immer schon, nur werden wir mit Informationen - oft nicht exakten - "bombardiert". Wir sind viel kritischer gegenüber unserer Regierung eingestellt, weil unsere "fette Zeit" der siebziger Jahre längst Vergangenheit ist. Und unsere Angst wird geschürt, ohne dass wir gelernt hätten, damit umzugehen. Dazu kommt die Betonung der "Individualität", das bedeutet aber gleichzeitig den Verlust der Solidarität - wir fühlen uns auf uns allein gestellt.

„Olpe“ (Pseudonym)

@cocoa & Peppermintpatty

Oder in Liedform gebracht:



„Rheine“ (Pseudonym)

PepperPatty und Cocoa
Danke für das Zurechtrücken der Wahrnehmung
Ich erinnere mich noch sehr genau an die Entführung des Flugzeugs "Landshut" und die Erschießung des Kapitäns.
Die Politik habe ich damals ja noch gar nicht verstanden, doch die Aufregung und Sorge der Erwachsenen habe ich noch sehr präsent.
Ich weiß auch noch heute, wie im Radio die Nachricht von der Befreiung der Geiseln kam und was das für eine Freude war.

„Friedberg“ (Pseudonym)

Ich kann mich aus meiner Jugend nur an den Kennedy-Mord erinnern. Damals hatten wir noch kein TV und wurden von unserem Mieter informiert.

„Bad Waldsee“ (Pseudonym)

Was soll das hier? ETA, IRA, RAF, jetzt sogar Kennedy. Mir scheint, die derzeitigen Terroranschläge sollen damit relativiert werden indem man sagt: "War ja schon immer so gewesen, insofern etwas ganz normales wie Wind und Wetter!? Das sagt mal den Opfern der Anschläge, den traumatisierten Kindern aus den Schwimmbädern oder den Frauen, die auf Bahnhöfen in menschlichen Fangkörbe geraten sind.

Nein, nichts normales, einen willkürlichen Massenmord allen um des Mordens willen in einem Einkaufszentrum oder geplant auf einem Konzert hat es seit ich mich erinnern kann in diesem Land nicht gegeben. Und ja, die Verantwortung liegt bei den Politikern einer multikulturellen Gesellschaft, die dem Ganzen unkontrolliert den Weg geebnet haben, gemeinsam mit Publizisten, Journalisten Unterstützern und Helfershelfern.

Neulich bei Maybritt Illner sagte der Experte Michael Wolffsohn, die Probleme des Nahen Osten sind jetzt auch unsere Probleme. Soweit ist es gekommen. Langsam dämmert es jetzt auch Menschen, die dachten,die Gewalt passiert höchstens in einem Ghetto oder in sozial schwachen Wohnvierteln, daß das Ganze jetzt überall passieren kann.

„Rheine“ (Pseudonym)

Relativiert wird hoffentlich nichts. Außer darauf aufmerksam gemacht, dass es die "gute alte Zeit" nicht gibt.
Und ich erlaube mir noch darauf hinzuweisen, dass der größte "Anschlag" in Deutschland - oder vielmehr Deutschland betreffend -der Amokflug des German Wings Piloten war. War ziemlich unpolitisch. Und ganz und gar nicht multikulturell.

„Olpe“ (Pseudonym)

Relativieren ist etwas anderes als etwas klarstellen was einem anderen nicht passt.

Hier mal ein paar Beispiele:



Insbesondere wenn ich so Jahreszahlen lese wie 1764, 1871, 1913 und 1927, scheint es ja nicht unbedingt eine Erscheinung der letzten 2 Jahre zu sein.

Auch wenn es dir nicht passt, dass nicht ausschließlich die von dir offensichtlich bevorzugte Tätergruppe Täter waren, ist es trotzdem so.

@rk76de
Die Liste solltest du unserem Innenminister mal zuspielen, dann versteht er vielleicht, dass es damals noch keine Computerspiele gab. ;)
Die Diskussion geht mir ja im Ansatz schon auf den Keks seit dem Amoklauf in München.
Ich spiele zwar keine Shooter mehr, aber war selbst mal Counterstriker und kann die Spieler gut verstehen, die da angepisst sind.
Ich würde selbst als Gamer sagen, dass Menschen mit solchen Tendenzen sich vielleicht in solche Spiele flüchten, aber zu behaupten sie wären der "Auslöser" für so etwas halte ich von einem Politiker schon für sehr schwach. Vor allem weil Horden von Psychologen dies bis heute noch nicht bei einem Amok-Lauf nachweisen konnte. Die Gründe waren eher häufiger gesellschaftlicher Natur, aber darüber redet man eben nicht gerne... :(