Das Recht auf Unantastbarkeit

in „Politik und Weltgeschehen“

Zu diesem Thema gibt es 157 Antworten

„Arnstadt“ (Pseudonym)

Ich glaube nicht, dass diese ganzen Techniken einem viel helfen, es sei denn, man ist wirklich ein Profi darin sie anzuwenden. Ein muskulöser Mann ist einer normalen Frau einfach so sehr körperlich überlegen, was die Kraft angeht. Die Panik, die so ein Angriff auslösen kannm noch gar nicht mit eingerechnet. Auch bei einer Waffe wüßte ich nicht genau, ob ich sie "wenns drauf ankommt" richtig einsetzen könnte, oder ob man sie mir nicht schneller abnimmt, als ich sie gezogen hätte und man sie dann gegen mich einsetzen würde.

Allerdings hasse iches irgendetwas nicht tun zu können, weil ich vor etwas Angst habe. Aus ganzem Herzen. Auch wenn manchmal Gefahr da ist.

Seit ich mal schlechte Erfahrungen gemacht habe, habe ich oft einen Taschenalarm dabei. Da kann man unauffällig einen Stift ziehen und schon geht eine SEHR laute Sirene los. Sollte mal wieder eine komische Situation kommen, hoffe ich, dass das den Angreifer erschreckt und die Aufmerksamkeit der Umgebung auf diesen Vorfall lenkt.

„Herford“ (Pseudonym)

Ich habe zwei Beiträge wegen OffTopic ausgeblendet.
In diesem Thread ist die Frage ob und warum es ein Recht auf Unantastbarkeit gibt obsolet.
Ich hatte bereits darum gebeten dies an anderer Stelle zu tun und hier den Fokus auf konstruktive Ideen zur Umsetzung dieses Rechts zu setzen.


Dies ist doch bisher ganz gut gelungen und es sind schon viele Impulse und Denkanstösse zusammen gekommen. Ich freue mich sehr.

Hilfsmittel (außer Waffen, naja Frau könnten ihre schönen großen Ringe an den Fingern tragen) sind auch toll, allerdings nur wenn man Zeit und Gelegenheit hat sie zu ziehen und zu drücken. Doof wäre auch einfach, wenn sie schlicht weg nicht funktionieren in dem Moment wo man sie braucht oder sie einem weg genommen werden und man wie blöde da steht. Wenn man eine Situation in einem Kurs trainiert, weiß man vielleicht eher mit den Gegebenheiten umzugehen als wenn sie einen völlig überraschen und man da steht wie ein Reh im Licht. Es gibt bestimmt auch ein paar Taktiken die jede Frau lernen kann ohne Bruce Lee zu werden und die trotzdem zielführend sind. Die Kombination ist vielleicht noch besser, das Hilfsmittel funtioniert, aber es ist nur eine oder zwei andere Frauen in direkter Nähe um sofort zu helfen und alle drei hätten diese Situation genauso in der Schule geübt und brauchen nicht lange nachdenken, was sie machen müssen. Auch die Tatsache, wenn ein potentieller Täter weiß, das Opfer kann sich wehren, lässt er es vielleicht lieber. Nicht jeder Übergriff kann verhindert werden, aber wenn es ein paar weniger sind ist es doch schon klasse. Und wenn dann Frauen, denen leider so etwas zugestoßen ist, sich trauen es zur Einzeige zu bringen, weil gut geschultes Personal in den Behörden und Ämtern sitzt und sie wissen das sie nicht wieder zum Opfer werden, aber diesmal durch die Behörden. Ich denke das würde schon sehr viele Taten verhindern

„Bingen am Rhein“ (Pseudonym)

Selbstverteidigung, nicht zu verwechseln mit Kampfsport, ist spezifisch zur Abwehr Körperlich überlegener Gegner.
Aber natürlich, vor 20 Jahren mal einen Wochenendkurs besucht zu haben reicht meistens nicht.
Wobei, 3 oder4 Techniken zu beherrschen reicht in den meisten Situationen.
Es ist keine Quantenmechanik, nur simple Handgriffe mit grosser Wirkung.

Es geht allerdings zum grossen Teil darum die Angst und das Unterlegenheitsgefühl zu überwinden.
Selbstsicherheit auszustrahlen schützt schon vor vielem.

„Bad Harzburg“ (Pseudonym)

Also ich habe einen sehr intensiven Selbstverteidigungskurs gemacht....meine Kinder ebenfalls....es stimmt einfach nicht, dass es , auch im Ernstfall, nichts bringt....man lernt gewisse Schmerzpunkte und Handgriffe, die keine Kraft erfordern, kennen, an die man auch als Frau im Schwitzkasten eines muskulösen Mannes herankommt, bzw die frau/kind anweden kann...klar, muss man dies alle zwei Jahre wiederholen, damit es nicht verloren geht...aber dennoch bringt es wirklich viel. KLar, es ist schade, dass man das überhaupt braucht ...aber nun, es ist so...und ich finde dort mein Geld gut investiert.

„Bingen am Rhein“ (Pseudonym)

Nachtrag,
Wenn Frau eine unerwünschte Hand richtig und mit nachdruck anzufassen weiss, ist es während der Arbeit, im Freundeskreis oder beim feiern angemessener als Schlagring, eSchocker oder Pfefferspray.

Natürlich ist es bei der Arbeit und im Freundeskreis besser es anders zu handhaben als wenn man alleine durch eine einsame dunkle Gasse geht. Das sind unterschiedliche Gegebenheiten

„Waghäusel“ (Pseudonym)

In unserer Klinik werden wir seit Jahren in Deeskalation trainiert. In der Psychiatrie kommt es ja sehr oft zu Gewalt und Übergriffen von Patienten. Und da geht es dann um passive Abwehr. Wobei der Selbstschutz absoluten Vorrang hat. Wer mich lebensbedrohlich verletzten will, den darf ich auch aktiv und schmerzhaft für ihn abwehren.
Letztlich sind es ein paar Handgriffe , die es einem gestatten, sich wieder herauszuwinden, Angriffe zu blocken usw.
Und es stärkt die innere Haltung.....sich eben nicht so wehrlos zu fühlen. Und ja, sie müssen geübt werden , immer wieder.

In jeder größeren Stadt bietet die Polizei Selbstverteidigungskurs extra für Frauen an. Da geht es eben auch um die "Scheu", wirklich laut zu wehren und sich effektiv zu wehren, mit dem "Risiko" dem Gegenüber weh zu tun. Da haben oft Frauen eine große Hemmung.
Die Kurse finden ein paar mal statt, da werden Handlungsabläufe eingeübt. Sie sind auch nicht sooo teuer. In VHS Kursen und Sportvereinen gibt es diese Angebote häufiger auch schon mal.

Es gibt Studien dazu, daß Täter sich intuitiv eher "Opfer" aussuchen, wo sie mit wenig Gegenwehr rechnen.
Es wird auch eher dort eingebrochen, wo es schnell und risikoarm geht und der Fluchtweg frei und schnell ist.

Natürlich gibt es keine Garantie, daß man/frau dann absolut sicher ist.....aber die gibt es nie im Leben.

Letztlich geht es um das Recht sich deutlich vor Übergriff (igkeiten) zu schützen.
Das müssen nicht nur reine sexuelle Dinge sein. Da gibt es viele Bereiche im Leben, wo es für einen besser ist, deutlich Nein zu sagen und sich zuzugestehen, sich abgrenzen zu dürfen.
Auch ganz normal im Job.

Und ja. Dies sollte in Schulen auf dem Programm stehen. Früh eingeübt werden . Streitschlichter usw. Ein Bewußtsein schaffen, schon früh....weil das prägt .

Das ist super toll das so viele ihre Erfahrungen teilen und einen gemeinsamen Punkt heraus gearbeitet haben, der helfen könnte. Vielleicht sollten diese Punkte deutlich an das Bildungsministerium der Länder heran getragen werden um eine Verbesserung herbei zu führen oder wenn das nicht hilft an Vereine die einen dabei unterstützen.

„Waltrop“ (Pseudonym)

Alter Schwede, das Kraut was ihr da raucht, das will ich auch. :-)))

Waffen sind definitiv keine Lösung, jetzt alle zum Selbstverteidigungskurs find ich schon sehr amüsant. Vor 25 Jahren war ich Kampfsportler (Kyokushin) und habe solche Kurse gehalten. Heute lasse ich mich selbst beschützen. Man braucht regelmäßiges Training, genau so mit Pfeffersprays oder Signalstift.
Bitte wenn es RF Kurse gibt, dann komme ich - ich habe gerade Kopfkino.:-))) Pumpen, Pumpen, Pumpen, ohne Grundkondition nützt auch die Technik nichts.
Das wird super. Die Pfeffersprays sind übrigens voll geil, falsch angewandt ist man selbst k.o. Der Taschenalarm ist das einzige, wo ich vorbehaltslos dahinter stehe. Ein nur durch einen Code deaktivierbarer Alarm mit Polizeinotruf und GPS ist meine Empfehlung.
Wenn jetzt deutsche Frauen aufrüsten, wird mir Angst und Bange.

„Arnsberg“ (Pseudonym)

Gibt es schon eine Teilnehmerliste? Ich melde mich zum Kurs an! ;-))

„Dormagen“ (Pseudonym)

Dafür das es "definitiv" keine Lösung sein kann gehen aber die Zahlen an beantragten und Ausgestellten "Kleinen Waffenscheinen" enorm nach oben. Hier setzen sich 100tsde Bürger mit dem Thema Waffe und Selbstschutz auseinander und kommen zu einem anderen Ergebniss. Ich auch. Meine Schwester und meine Freundin ebenso. Muss jeder fuer sich entscheiden. Defintiv ist da gar nichts.

„Waltrop“ (Pseudonym)

Glaube ich dir unbesehen, doch wie viele haben das Hirn dafür eine zu führen?

Sich stark zu fühlen bedeutet nicht, dass man wirklich stark ist.

Deeskalation und Vertrauen in den Rechtsstaat ist meine Antwort.
Nur der Staat hat das Gewaltmonopol.

Und ich denke nach Waffen gieren nur Leute, die noch keine Toten gesehen haben.

„Waghäusel“ (Pseudonym)

@Kontra
..." heute lasse ich mich selber beschützen"...

Schön für dich. Deine Motivation, dich schützen zu lassen , ist wohl eine andere, als Frauen, die befürchten belästigt, bedrängt bis hin vergewaltigt zu werden.
Kann sich leider auch nicht jeder privaten (oder öffentlichen finanzierten) Personenschutz leisten ;-))

Und Abwehrtechniken zu lernen hat weiß Gott nichts mit körperlicher Kondition zu tun.
Wenn ich mir so manche zierliche kleine Kollegin anschaue, die sich wie ein Wiesel aus einer Umklammerung dreht und richtig laut Stop....lassen sie das ...brüllt, dann bin ich immer wieder erstaunt, wie verdattert ein 2m Hünne plötzlich stutzt und die Kollegin kann sich schnell aus der Gefahrenzone begeben.
Da geht es nicht um das Überwältigen von Tätern, sondern um Möglichkeiten, einen Übergriff abzuwehren und abzuhauen.....bzw sich Hilfe holen.

Warum wird dir Angst und Bange, wenn jetzt "deutsche Frauen" aufrüsten ?
Was genau meinst du damit ? Könntest du dies etwas differenzierter angeben ?
Waffen oder Abwehrbereitschaft-Techniken ?

Ich gestehe, ich halte nix von Waffen..... komme damit eh nicht klar. Hatte schon genügend "echte" Waffen in der Hand, lehne sie für mich persönlich ab, habe da eine innere Sperre.
Wo ist das Problem mit Selbstverteidigungskursen ?
Aber sich mal auszuprobieren, wie das ist, sich deutlich und effektiv abzugrenzen, kann meines Erachtens keiner Frau schaden.
Übringens auch nicht Männern, die sich in Situationen unsicher fühlen.
Denn die "Unantastbarkeit" gibt für alle Geschlechter jeglichen Alters.


@Kontra
Uhps...ich war zu langsam

„Waltrop“ (Pseudonym)

Dagmar es gibt Gegenden auf unserem Planeten, wo man nicht ohne Personenschutz arbeiten kann, oder man ist eben Jackie Chan.

Selbstverteidigungskurse machen nur Sinn wenn sie regelmäßig wiederholt werden.
Man muss die Technik im Schlaf beherrschen und die nötige Kraft haben.

Einmal gemacht und dann bin ich safe - das kann ein tötlicher Irrtum sein.

„Bad Harzburg“ (Pseudonym)

Das man Selbstverteidigungskurse regelmäßig wiederholen muss, das ist ja klar...und wird einem in den selbigen auch auch so vermittelt, ganz, wie bei der ersten Hilfe. Ich finde sie gut, und auch meine Kinder, beides Jungs im Übrigen, lasse ich, zusätzlich zum Kinderkarate, diese einmal im Jahr machen....nicht, damit sie jetzt alles und jeden überwältigen können...sondern damit sie, auch von anderen Personen als mir, verdeutlicht bekommen... IHR KÖRPER, ihre Grenzen, ihr Recht, ganz laut NEIN zu sagen...wenn schon Kinder das verinnerlichen, dann haben sie auch eine ganz andere Haltung, kommt ihnen jemand zu nahe...das kann schon vieles im Vorfeld verhindern....diese Kurse sind im Übrigen an der Schule meine Kinder einmal im Jahr für alle Schüler kostenlos...eine tolle Sache , wie ich finde. Selbst bei Konflikten im Freundeskreis hat das positive Auswirkungen. Oft verhedderte sich mein Großer in körperliche Kappeleien, die er eigentlich gar nicht wollte, weil er sich einfach nicht getraut hat, nein zu sagen...heute hat er den Mut zu sagen: Stop, ich will nicht von dir angefasst oder gehauen werden....manchmal reicht das schon...

„Dormagen“ (Pseudonym)

Kontra. Ich denke Du liegst daneben. Ich sehe das anders. Behauptungen ändern auch nichts daran das hier jeder für sich entscheiden kann. Das der Staat das Privileg gern fuer sich allein beansprucht ist bekannt. In älteren Demokratien wie USA und der Schweiz zB sieht man aber auch das anders. Aber von mir nun genug davon, sonst strapaziere ich Mattildas Geduld zu sehr. Danke sehr.

„Herford“ (Pseudonym)

@Kontra,
hattest Du meine Bitte um Beispiele zu den Standards in eurer oder anderen Firmen überlesen...?

Der Aspekt der Regulierung, Formulierung von Verhaltens-und Umgangsformen ist bisher -nach meinem Eindruck- zu kurz gekommen. Und ich finde spannend wie große Firmen idealerweise damit umgehen um sich solchen Debatten wie "Metoo" erst garnicht aussetzen zu müssen. Und sei es nur als moralischer Wettbewerbsvorteil..

Ich dachte die Waffendebatte sei argumentativ durch..
Letztlich seit ihr euch doch einig:
Individualbewaffnung- wenn überhaupt! - nur unter sehr spezifischen Bedingungen/ Vorraussetzungen.

Ich tendiere auch eher wie dagmar, Paul, Sternentänzerin usw zu Schulung in Richtung Selbstbehauptung, Deutlichkeit, Körperhaltung..ist aber eine individuelle Entscheidung.

„Waldkraiburg“ (Pseudonym)

@Mattilda (zu Deinem Post von gestern, 20:36)

Das "chronische Wittern" war nicht auf diesen Thread bezogen, sondern auf die aktuelle gesellschaftliche Debatte über Belästigung & (sexualisierte) Gewalt generell und die mediale Aufbereitung des Themas im Besonderen. Dazu wäre aber ein eigener Thread sinnvoll.

„Herford“ (Pseudonym)

@Fleur de Lys
Klassisches Missverständnis ;-))
Danke für die Aufklärung!


(Ich bin zwar trotzdem anderer Auffassung...aber das wäre an dieser Stelle OffTopic ;-))
*lach Du hast noch ergänzt! Da sind wir uns dann einig.

„Arnsberg“ (Pseudonym)

Darüber musste ich nun echt schmunzeln..."Letztlich seit ihr euch doch einig: "
Das wird wohl hier im Forum nicht passieren. Dazu hätten so gerne einige, dass nur ihre eigene Einigkeit zählt.

Die Gesellschaft, der Staat kann nur den gesetzlichen Rahmen geben und seinen Organen den Auftrag zur Umsetzung.

Der Eigenschutz in besonderen Situationen kann nur eine individuelle Eigenleistung sein. Und so individuell jeder Mensch ist, so individuell wird auch sein Eigenschutzkonzept aussehen. Gleichmacherei habe ich noch niemals für eine gute Lösung gehalten. So gut wie ich die Idee der Selbstverteidigungskurse an Schulen auch halte birgt es die Problematik, den Kurs mit dem gleichen Mob durchzuziehen, der sie auf dem Schulhof in der Pause wieder erwartet. Dabei zu erwarten, dass dabei nur Positves herauskommt, halte ich für ziemlich blauäugig.

Es hat halt immer alles zwei Seiten im Leben.

„Waldkraiburg“ (Pseudonym)

@Mattilda

Mich irritiert die sehr dogmatische, ideologisierende Fraktion innerhalb des Spektrums feministischer Ausrichtungen, die v.a. die Genderdebatten im nordamerikanischen Raum dominiert, von Misandrie geprägt ist und sich derzeit erbitterte Kämpfe mit Mens Right-Aktivist_innen und Antifeminist_innen liefert, deren Ansätze zum Großteil auch wiederum höchst kritikwürdig sind.
Stichworte: rape culture, safe space, male privilege, political correctness, MRA-movement, The Red Pill, Karen Straughan, Germaine Greer, Jordan B. Peterson, Camille Paglia.
Vieles davon schwappt, aus meiner Sicht, auch auf die Diskussionen im deutschsprachigen Raum über. Wenn ich etwas Luft habe, ein eigenes Thema zu moderieren, eröffne ich einen Thread dazu.

„Herford“ (Pseudonym)

Letztlich seit ihr euch doch einig:
Individualbewaffnung- wenn überhaupt! - nur unter sehr spezifischen Bedingungen/ Vorraussetzungen.

😉 komplette Texte lesen hilft!

Aber ich stimme Dir zu, dass Einigkeit in solchen Fragen hier kein Ziel sein kann und auch sicher nicht erreicht wird.
Und ja individuelle Strategien und Verhaltensweisen sind ein Weg von vielen.
Dafür sammeln wir hier Ideen.😉

„Arnsberg“ (Pseudonym)

Danke Mattilda für die Hilfestellung beim Lesen. Sicher hätte ich das allein nicht geschafft:-)

Aber läuft doch.